Hochzeitslieder: Songs für Einzug, Trauung, Tanz und Party

Hochzeitslieder für jeden Moment: geprüfte Titel für Einzug, Ringtausch, Auszug, ersten Tanz und Party – dazu deutsche Klassiker, Kirchenregeln und GEMA.

von Daniel Weber14 Min. Lesezeit
Hochzeitslieder: Songs für Einzug, Trauung, Tanz und Party
Inhalt 10 Abschnitte
  1. Hochzeitslieder auswählen: worauf es wirklich ankommt
  2. Das typische Hochzeitslied: Wagner, Mendelssohn und ihre Geschichte
  3. Einzugslied Hochzeit: Musik für den Weg nach vorn
  4. Lieder für die Trauung und den Ringtausch
  5. Auszug und Sektempfang: von feierlich zu gelöst
  6. Lied für den Hochzeitstanz: langsam, tanzbar, eures
  7. Deutsche Hochzeitslieder: die schönsten Titel nach Moment
  8. Hochzeitssongs für die Party und den Rausschmeißer
  9. Lieder zur Hochzeit in der Kirche: was ihr mit Pfarramt und Organist klärt
  10. Hochzeit, Musik und GEMA: wann eine Feier privat ist

Hochzeitslieder markieren die Momente, die von einem Hochzeitstag am stärksten nachklingen: der Augenblick, in dem die Tür aufgeht, der erste Tanz, der Song, bei dem sich die Tanzfläche schlagartig füllt. Damit diese Momente sitzen, braucht ihr keine Liste mit hundert Titeln, sondern für jeden Abschnitt des Tages ein Stück, das passt – zur Länge des Weges, zum Raum und zu euch. Hier findest du Lieder nach Moment sortiert, jeweils mit Interpret oder Komponist, dazu Klassik, deutschsprachige Titel und die Regeln für Kirche und GEMA.

Hochzeitslieder auswählen: worauf es wirklich ankommt

Bevor ihr Listen durchhört, lohnt ein Blick darauf, warum ein Lied überhaupt berührt. Die Musikpsychologen Patrik Juslin und Daniel Västfjäll haben 2008 mehrere Wege beschrieben, auf denen Musik Gefühle auslöst. Einer davon ist das episodische Gedächtnis: Ein Stück ruft die Erinnerung an eine bestimmte Situation wach – und mit ihr das Gefühl von damals. Ein anderer ist die emotionale Ansteckung, bei der wir den Ausdruck der Musik innerlich mitvollziehen. Für eure Auswahl heißt das: Der Song, der bei eurem ersten Roadtrip lief, kann mehr auslösen als jede noch so feierliche Ballade aus einer Hitliste.

Daneben gibt es handfeste Kriterien:

  • Bedeutung: Fragt euch bei jedem Titel, ob er etwas mit euch zu tun hat oder nur gut klingt. Beides ist erlaubt, aber für Einzug und ersten Tanz zählt das Erste mehr.
  • Länge gegen Weg: Messt bei der Probe, wie lange ihr bis nach vorn braucht. Legt fest, an welcher Stelle das Lied einsetzt und wo es ausgeblendet wird, damit niemand nach dem Ankommen noch zwei Minuten Refrain abwartet.
  • Live oder Playlist: Musikerinnen und Musiker können ein Stück dehnen oder kürzen und reagieren auf den Raum, spielen aber nicht jedes Original nach. Eine Playlist klingt wie die Aufnahme, braucht jedoch eine verantwortliche Person, eine geprüfte Anlage und Dateien, die offline gespeichert sind.
  • Tanzbarkeit: Für den Eröffnungstanz und die Party entscheidet das Tempo, nicht der Text. Ein Lied, das ihr liebt, aber nicht tanzen könnt, gehört eher in die Trauung.
  • Der ganze Text: Manche Hochzeitsklassiker erzählen etwas anderes, als der Refrain vermuten lässt. Sting hat „Every Breath You Take“ von The Police mehrfach als Lied über Eifersucht und Kontrolle beschrieben, und Dolly Parton schrieb „I Will Always Love You“ als Abschied, als sie die Fernsehshow ihres Förderers Porter Wagoner verließ. Hört bei englischen Songs deshalb jede Strophe einmal bewusst an.

Das typische Hochzeitslied: Wagner, Mendelssohn und ihre Geschichte

Wer das „typische Hochzeitslied“ summt, landet fast immer bei einem von zwei Stücken aus dem 19. Jahrhundert. Zum Einzug erklingt traditionell der Brautchor aus Richard Wagners Oper „Lohengrin“, im Deutschen nach seinen ersten Worten oft „Treulich geführt“ genannt. Die Oper wurde 1850 in Weimar unter der Leitung von Franz Liszt uraufgeführt. Im Stück geleitet der Chor das Paar ins Brautgemach – und genau dort stellt Elsa noch in der Hochzeitsnacht die verbotene Frage nach Name und Herkunft ihres Mannes, woran die Ehe zerbricht. Wer auf solche Ironie Wert legt, darf schmunzeln; der Wirkung an der Orgel schadet sie bis heute nicht.

Zum Auszug folgt klassisch der Hochzeitsmarsch von Felix Mendelssohn Bartholdy. Er stammt aus der Schauspielmusik zu Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ (op. 61), die Mendelssohn im Auftrag des preußischen Königs schrieb und die 1843 in Potsdam erstmals erklang. Im Theater begleitet der Marsch die Hochzeitsfeier am Hof des Theseus.

Als Paar wurden die beiden Stücke vermutlich durch eine königliche Hochzeit bekannt: Am 25. Januar 1858 heiratete Victoria, die älteste Tochter der britischen Königin, Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen, den späteren Kaiser Friedrich III. Musikhistorische Darstellungen nennen diese Trauung als wichtigen Anstoß für die Kombination aus Wagner zum Einzug und Mendelssohn zum Auszug, auch wenn sich die Quellen bei Details unterscheiden. Nicht alle Kirchen sind begeistert: Einzelne Kirchen und Bistümer, vor allem in den USA, raten vom Brautchor ab, weil er aus der Oper und nicht aus dem Gottesdienst stammt.

Einzugslied Hochzeit: Musik für den Weg nach vorn

Der Einzug ist der kürzeste und zugleich aufgeladenste Musikmoment. Kommt ihr nacheinander nach vorn – erst Kinder oder Trauzeugen, dann eine oder einer von euch, dann die oder der andere –, braucht ihr entweder zwei Stücke oder eines mit fest verabredetem Wechsel. Wie viel Spielraum ihr bei der Auswahl habt, hängt vom Ort ab.

Standesamt: Viele Trauzimmer haben eine eigene Anlage, manche erlauben eine mitgebrachte Bluetooth-Box oder Livemusik. Häufig gibt es Vorgaben zu Format, Anzahl und Länge der Titel – einzelne Ämter lassen nur zwei oder drei Stücke zu oder wollen die Musik einige Tage vorher zur technischen Prüfung haben. Fragt deshalb beim Anmeldegespräch nach.

Kirche: Hier spielt meist die Orgel, und die Absprache läuft über Pfarramt und Kirchenmusik. Mehr dazu weiter unten.

Freie Trauung: Ihr seid frei in der Auswahl, aber zuständig für Technik, Strom und jemanden, der den Einsatz gibt. Wie die Zeremonie insgesamt aufgebaut ist, beschreibt der Ratgeber zur freien Trauung.

Bewährte Titel für den Einzug:

  • Richard Wagner: Brautchor aus „Lohengrin“ – der Klassiker für Orgel
  • Johann Pachelbel: Kanon in D-Dur – wann genau er entstand, ist nicht überliefert; heute in unzähligen Fassungen für Streicher, Klavier oder Gitarre zu hören
  • Jeremiah Clarke: „Prince of Denmark’s March“ – lange unter dem Namen „Trumpet Voluntary“ fälschlich Henry Purcell zugeschrieben
  • Georg Friedrich Händel: „Ankunft der Königin von Saba“ – die Sinfonia zu Beginn des dritten Akts im Oratorium „Salomo“
  • Christina Perri: „A Thousand Years“ (2011)
  • Israel Kamakawiwoʻole: „Somewhere Over the Rainbow/What a Wonderful World“ – ein ruhiges Medley, nur Stimme und Ukulele, bekannt geworden durch das Album „Facing Future“ (1993)
  • Ed Sheeran: „Perfect“ (2017)

Lieder für die Trauung und den Ringtausch

Während der Zeremonie braucht Musik Platz, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Instrumentalstücke funktionieren gut, wenn danach Worte kommen – etwa nach dem Ja oder während die Ringe angesteckt werden. Ein Lied mit Gesang eignet sich eher als eigener Programmpunkt, zum Beispiel wenn Freunde etwas vortragen. Welche weiteren Beiträge von Gästen sich anbieten und wie man sie kurz hält, steht im Beitrag zur Hochzeitsrede.

  • Johann Sebastian Bach: Air aus der Orchestersuite Nr. 3 (BWV 1068)
  • Bach/Gounod: „Ave Maria“ – Charles Gounod legte 1853 eine Melodie über Bachs C-Dur-Präludium; die gesungene lateinische Fassung folgte einige Jahre später
  • Franz Schubert: „Ave Maria“ – eigentlich „Ellens dritter Gesang“ (D 839) nach einer Dichtung von Walter Scott
  • Edward Elgar: „Salut d’amour“ – 1888 als Verlobungsgeschenk für seine spätere Frau Caroline Alice Roberts entstanden
  • Robert Schumann: „Widmung“ – das erste Lied aus „Myrthen“, dem Liederzyklus, den er Clara Wieck 1840 zur Hochzeit schenkte
  • Yiruma: „River Flows in You“ (2001) – Klavier solo
  • Ludovico Einaudi: „Nuvole bianche“ (2004)
  • John Legend: „All of Me“ (2013)

Auszug und Sektempfang: von feierlich zu gelöst

Nach dem Ja kippt die Stimmung, und die Musik darf das hörbar machen. Der Auszug ist laut und schnell, der Sektempfang danach eher Hintergrund für Umarmungen und Gespräche.

Für den Auszug

  • Felix Mendelssohn Bartholdy: Hochzeitsmarsch aus „Ein Sommernachtstraum“
  • Charles-Marie Widor: Toccata – der Schlusssatz seiner fünften Orgelsinfonie, ein Paradestück für Organistinnen und Organisten
  • Georg Friedrich Händel: „Halleluja“ aus „Der Messias“
  • The Beatles: „All You Need Is Love“ (1967) – Premiere in der weltweiten Live-Sendung „Our World“
  • Stevie Wonder: „Signed, Sealed, Delivered I’m Yours“ (1970)
  • Jackie Wilson: „(Your Love Keeps Lifting Me) Higher and Higher“ (1967)
  • Bruno Mars: „Marry You“ (2010)

Für den Sektempfang

  • Frank Sinatra: „Fly Me to the Moon“ (1964, mit dem Count Basie Orchestra)
  • Ella Fitzgerald und Louis Armstrong: „Cheek to Cheek“ (1956)
  • Louis Armstrong: „What a Wonderful World“ (1967)
  • Nat King Cole: „L-O-V-E“ (1964)
  • Norah Jones: „Come Away with Me“ (2002)
  • Michael Bublé: „Everything“ (2007)
  • Jason Mraz: „I’m Yours“ (2008)
  • Max Raabe: „Küssen kann man nicht alleine“ (2011)

Lied für den Hochzeitstanz: langsam, tanzbar, eures

Der Eröffnungstanz ist ein Brauch mit eigener Geschichte, die im Ratgeber zu den Hochzeitsbräuchen erklärt wird. Hier geht es nur um die Musik, und dabei entscheiden Takt, Tempo und Länge. Ein Walzer steht im Dreiertakt, die meisten Popballaden im Vierertakt. Habt ihr in der Tanzschule einen bestimmten Tanz gelernt, muss das Lied zu dessen Takt passen – nehmt euer Wunschlied deshalb mit in den Kurs und lasst euch zeigen, welcher Schritt dazu funktioniert. Wer ohne Kurs tanzt, ist mit einem ruhigen, gleichmäßigen Tempo besser bedient als mit einem verschachtelten Rhythmus.

Auch die Länge spielt mit: Drei, vier Minuten im Scheinwerferlicht fühlen sich länger an als auf dem Sofa. Lasst das Lied deshalb an einer verabredeten Stelle ausblenden oder bittet Band oder DJ, eine gekürzte Fassung vorzubereiten, und probt genau diese Fassung.

  • Johann Strauss (Sohn): „An der schönen blauen Donau“ (1867) – für alle, die einen Wiener Walzer wagen
  • Elvis Presley: „Can’t Help Falling in Love“ (1961) – die Melodie geht auf das französische Lied „Plaisir d’amour“ aus dem 18. Jahrhundert zurück
  • Etta James: „At Last“ (1960) – ursprünglich 1941 für einen Film geschrieben
  • Frank Sinatra: „The Way You Look Tonight“ (1964)
  • Elton John: „Your Song“ (1970)
  • Shania Twain: „You’re Still the One“ (1997)
  • Ed Sheeran: „Thinking Out Loud“ (2014)
  • Calum Scott und Leona Lewis: „You Are the Reason“ (Duettfassung 2018)

Deutsche Hochzeitslieder: die schönsten Titel nach Moment

Ein deutschsprachiges Lied hat einen Vorteil, den kein Welthit bieten kann: Jeder im Raum versteht sofort, worum es geht – auch die Großeltern. Gleichzeitig gilt hier umso mehr, den Text vorher ganz zu lesen, weil niemand über eine unpassende Zeile hinweghört. Eine Auswahl, sortiert nach dem Moment, für den sie sich eignen:

  • Glashaus: „Wenn das Liebe ist“ (2001) – Klavierballade für Trauung oder Ringtausch
  • Rosenstolz: „Liebe ist alles“ (2004) – für den Einzug
  • Silbermond: „Das Beste“ (2006) – für Trauung oder ersten Tanz; auf dem Album knapp sieben Minuten lang, also gut kürzen
  • Ich + Ich: „So soll es bleiben“ (2007) – für Trauung oder Auszug
  • Sarah Connor: „Wie schön du bist“ (2015) – für die Trauung
  • Revolverheld feat. Marta Jandová: „Halt dich an mir fest“ (2010) – als Duett für den ersten Tanz
  • Nena: „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ (1984) – für den Tanz, gern mit Gästen
  • Münchener Freiheit: „Ohne dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein)“ (1985) – für alle, die mit den Achtzigern groß geworden sind
  • Sportfreunde Stiller: „Ein Kompliment“ (2002) – für den Auszug oder den Sektempfang

Hochzeitssongs für die Party und den Rausschmeißer

Ab dem Abend übernimmt die Tanzfläche. Gebt Band oder DJ zwei Listen: eine mit Titeln, die unbedingt laufen sollen, und eine mit solchen, die auf keinen Fall kommen dürfen. Wenn Spiele mit Musik geplant sind, etwa ein Stopptanz, stimmt die Reihenfolge vorher ab; Ideen dafür sammelt der Ratgeber zu Hochzeitsspielen. Musikwünsche der Gäste lassen sich schon mit der Antwortkarte abfragen; wie das aussehen kann, zeigt der Ratgeber zu Texten für die Hochzeitseinladung. Eine weitere Idee: Lasst den DJ einen kurzen Block mit Hits aus den Jahren spielen, in denen eure Eltern oder Großeltern geheiratet haben – so finden auch Gäste einen Anlass zum Tanzen, die sonst eher sitzen bleiben.

Für die volle Tanzfläche

  • ABBA: „Dancing Queen“ (1976)
  • Earth, Wind & Fire: „September“ (1978)
  • Queen: „Don’t Stop Me Now“ (1978)
  • Bon Jovi: „Livin’ on a Prayer“ (1986)
  • Whitney Houston: „I Wanna Dance with Somebody (Who Loves Me)“ (1987)
  • Mark Ronson feat. Bruno Mars: „Uptown Funk“ (2014)
  • DJ Ötzi und Nik P.: „Ein Stern (...der deinen Namen trägt)“ (2007)
  • Peter Fox: „Haus am See“ (2008)
  • Helene Fischer: „Atemlos durch die Nacht“ (2013)
  • Andreas Bourani: „Auf uns“ (2014)

Zum Schluss

Der letzte Song entscheidet, mit welchem Gefühl alle nach Hause gehen. Manche Paare setzen auf einen gemeinsamen Mitsing-Moment, andere auf einen letzten langsamen Tanz nur zu zweit.

  • Neil Diamond: „Sweet Caroline“ (1969)
  • John Denver: „Take Me Home, Country Roads“ (1971)
  • Eric Clapton: „Wonderful Tonight“ (1977)
  • Andrea Bocelli und Sarah Brightman: „Time to Say Goodbye“ (1996) – in Deutschland bekannt geworden durch den Abschiedskampf des Boxers Henry Maske
  • Robbie Williams: „Angels“ (1997)
  • Semisonic: „Closing Time“ (1998) – laut Songschreiber Dan Wilson nicht nur über die Sperrstunde, sondern auch über die Geburt seiner Tochter geschrieben

Lieder zur Hochzeit in der Kirche: was ihr mit Pfarramt und Organist klärt

Eine kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst, und Musik gehört dort zur Liturgie. Was erlaubt ist, entscheidet deshalb nicht ihr allein, sondern die Gemeinde – und die Regeln unterscheiden sich je nach Landeskirche, Bistum und Pfarrei. Manche Pfarrerinnen und Kantoren sind offen für Popballaden, andere bitten um Stücke mit geistlichem Bezug oder lehnen einzelne Titel ab. Fragt also früh und mit einer Liste, die Alternativen enthält.

  • Organist oder Kantorin einbeziehen: Kirchenmusiker sind keine Abspielgeräte, sondern kennen ihr Instrument und den Raum. Oft lohnt es sich, ihnen die Auswahl für Ein- und Auszug zu überlassen und nur die Richtung vorzugeben.
  • Eigene Musiker anmelden: Wer eine Sängerin, ein Streichquartett oder einen anderen Organisten mitbringt, stimmt das mit der Kirchenmusik ab, auch wegen Probezeiten.
  • Gemeindelieder bewusst wählen: Zwei oder drei Lieder, die viele Gäste mitsingen können, tragen mehr als fünf unbekannte. Lasst euch dazu beraten.
  • Kosten klären: Zusätzliche Musikerinnen und Musiker erhalten in der Regel ein Honorar.

Für Musik im Gottesdienst, zu dem die kirchliche Trauung zählt, haben die großen Kirchen in Deutschland Pauschalverträge mit der GEMA. Darum müsst ihr euch bei der Trauung selbst nicht kümmern. Für die Feier danach gilt wieder die Frage, ob sie privat ist.

Hochzeit, Musik und GEMA: wann eine Feier privat ist

Ob ihr Musik auf eurer Feier bei der GEMA anmelden müsst, hängt an einer Frage: Ist die Wiedergabe öffentlich? Das Urheberrechtsgesetz beantwortet sie in § 15 Absatz 3. Öffentlich ist eine Wiedergabe, wenn sie für eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeit bestimmt ist – und zur Öffentlichkeit zählt jeder, der weder mit den Veranstaltenden noch mit den übrigen Anwesenden durch persönliche Beziehungen verbunden ist.

Für eine typische Hochzeit bedeutet das: Wer nur Familie und Freunde persönlich einlädt, feiert nicht öffentlich. Die GEMA nennt persönliche Einladungen, etwa zu Geburtstag oder Hochzeit, ausdrücklich als Zeichen einer nicht öffentlichen Veranstaltung. Öffentlich wird es dagegen, wenn Menschen ohne persönlichen Bezug dazukommen können, zum Beispiel über Plakate, Werbung im Netz oder Eintrittskarten. Entscheidend ist also der Kreis der Gäste, nicht die Größe des Saals.

Zwei Abgrenzungen solltest du kennen. Legt ein DJ auf, betrifft die Frage, ob er für selbst kopierte Musikdateien eine eigene Lizenz braucht, ihn und nicht euch als Gastgeber. Und wer das Hochzeitsvideo mit unterlegter Musik öffentlich ins Netz stellt, verlässt den privaten Rahmen; dann gelten andere Regeln. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung – bei einer ungewöhnlichen Konstellation, etwa einer offenen Party im Anschluss, fragt im Zweifel direkt bei der GEMA nach.

Häufige Fragen

Was sind die beliebtesten Hochzeitslieder?

Eine offizielle Rangliste gibt es nicht. Wer Hochzeits-Playlists auswertet, findet aber immer wieder „All of Me“ von John Legend, „Perfect“ von Ed Sheeran, „A Thousand Years“ von Christina Perri und „You Are the Reason“ von Calum Scott weit vorn, auf Deutsch vor allem „Das Beste“ von Silbermond und „Auf uns“ von Andreas Bourani. Beliebt heißt allerdings nicht, dass ein Lied zu euch passt.

Welches Lied darf auf keiner Hochzeit fehlen?

Kein bestimmtes – aber ein Lied, das eure Geschichte erzählt, sollte dabei sein. Meist ist das der Song für den ersten Tanz. Wer Tradition mag, nimmt außerdem den Brautchor zum Einzug oder Mendelssohns Hochzeitsmarsch zum Auszug. Für die Party lohnt ein Titel, den alle Generationen mitsingen können, damit niemand am Rand stehen bleibt.

Welche sind die schönsten deutschen Hochzeitslieder?

Für die Trauung und den ersten Tanz bieten sich unter anderem „Das Beste“ von Silbermond, „Liebe ist alles“ von Rosenstolz, „Wenn das Liebe ist“ von Glashaus, „So soll es bleiben“ von Ich + Ich und „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller an. Für die Party kommen „Auf uns“ und „Atemlos durch die Nacht“ hinzu. Welches davon das schönste ist, entscheidet ihr – lest vorher den ganzen Text.

Wie heißt das typische Hochzeitslied?

Gemeint sind meist zwei Stücke: der Brautchor aus Richard Wagners Oper „Lohengrin“ (1850), im Deutschen auch „Treulich geführt“ genannt, zum Einzug, und der Hochzeitsmarsch von Felix Mendelssohn Bartholdy aus der Musik zu „Ein Sommernachtstraum“ zum Auszug. Spätestens seit einer britisch-preußischen Hochzeit im Königshaus 1858 gelten sie als Paar.

Muss man Musik auf einer Hochzeit bei der GEMA anmelden?

Bei einer privaten Feier mit persönlich eingeladenen Gästen nicht. Nach § 15 Abs. 3 UrhG ist eine Wiedergabe nur öffentlich, wenn sie für Menschen bestimmt ist, die weder mit euch noch mit den anderen Gästen persönlich verbunden sind. Anders liegt der Fall bei Eintritt, öffentlicher Werbung oder einer für alle offenen Party; dann ist eine Anmeldung nötig.

Wie viele Lieder braucht man für die Trauung?

Im Standesamt reichen oft zwei oder drei: zum Einzug, nach dem Ja und zum Auszug – manche Ämter begrenzen die Zahl ohnehin. Bei einer kirchlichen oder freien Trauung kommen meist ein bis zwei Stücke in der Mitte und gegebenenfalls Gemeindelieder dazu. Jedes weitere Stück verlängert die Zeremonie um einige Minuten; plant das bei der Dauer mit ein.

Fazit: Erst der Moment, dann der Song

Die beste Musikplanung beginnt nicht mit einer Hitliste, sondern mit dem Ablauf: Wo braucht ihr Ruhe, wo Schwung, wo einen Gänsehautmoment? Erst danach sucht ihr Titel – mit gestoppter Länge, gelesenem Text und einer Person, die sich um die Technik kümmert. Wann ihr was entscheidet und bucht, zeigt die Checkliste, mit der ihr eure Hochzeit planen könnt. Und das Lied eures ersten Tanzes wird euch noch lange begleiten, spätestens wenn es am nächsten Hochzeitstag wieder läuft.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Bundesamt für Justiz (2026): Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG), § 15 Allgemeines. gesetze-im-internet.de
  2. Juslin, P. N. & Västfjäll, D. (2008): Emotional responses to music: The need to consider underlying mechanisms. Behavioral and Brain Sciences, 31(5), 559-575
Redaktionell geprüft von Daniel Weber2 Quellen angegeben
Daniel Weber

Daniel Weber

Daniel ist Dating-Coach und Kommunikationsexperte. Er zeigt dir, wie du mit Charme und Selbstbewusstsein überzeugst – vom Flirt bis zum ersten Date.

Seit 2024 · Flirten, Dating-Tipps, Kommunikation

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