Der Muttertag hat ein Imageproblem, und das liegt nicht an den Müttern. Er gilt vielen als Erfindung der Blumenindustrie — und ausgerechnet diese Kritik ist so alt wie der Feiertag selbst. Die Frau, die ihn gegen den Widerstand ihrer Zeit durchgesetzt hat, verbrachte den Rest ihres Lebens damit, ihn wieder abzuschaffen.
Auf dieser Seite findest du das Datum für die kommenden Jahre, die Antwort auf die Frage, warum es immer der zweite Sonntag im Mai ist, und die Geschichte dahinter — inklusive der Jahre, in denen der Muttertag in Deutschland politisch missbraucht wurde. Dazu Ideen für den Tag selbst, Geschenke, die nicht im Schrank verschwinden, und ein Abschnitt für alle, für die dieser Sonntag kein leichter ist.
Wann ist Muttertag?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz fällt der Muttertag immer auf den zweiten Sonntag im Mai. Er ist kein gesetzlicher Feiertag, sondern ein reiner Brauchtumstag — Geschäfte haben also regulär sonntags geschlossen, und niemand bekommt frei.
- 2027: Sonntag, 9. Mai
- 2028: Sonntag, 14. Mai
- 2029: Sonntag, 13. Mai
- 2030: Sonntag, 12. Mai
- 2031: Sonntag, 11. Mai
- 2032: Sonntag, 9. Mai
Das Datum wandert also zwischen dem 8. und dem 14. Mai. Wer sich das merken will, braucht keine Tabelle: Der erste Sonntag im Mai ist es nie, der zweite immer.
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Kostenlos registrieren💕 100.000+ Singles sind schon dabeiEine Besonderheit für 2027: Der Vatertag fällt auf Donnerstag, den 6. Mai — also vor den Muttertag. Das kommt selten vor und liegt daran, dass Ostern 2027 mit dem 28. März sehr früh liegt. Wer beide Elternteile bedenken will, sollte in diesem Jahr also früher dran sein als gewohnt.
Warum immer der zweite Sonntag im Mai?
Das Datum stammt aus den USA. Anna Jarvis, die den Muttertag durchgesetzt hat, wählte den zweiten Maisonntag, weil ihre Mutter am 9. Mai 1905 gestorben war — die erste Gedenkfeier fand am Jahrestag statt, einem zweiten Sonntag im Mai. Als der Tag 1914 in den USA offiziell wurde, blieb es bei diesem Termin, und Deutschland übernahm ihn 1923 mitsamt dem Datum.
Der Sonntag hat einen praktischen Grund: Er war der einzige Tag, an dem berufstätige Kinder ihre Mütter überhaupt besuchen konnten. Und der Mai war gesetzt, weil er in den USA traditionell als Monat der Blüte und damit der Fruchtbarkeit galt.
Nicht überall ist es der zweite Maisonntag. In Norwegen wird der Muttertag im Februar gefeiert, in Großbritannien und Irland im März, in Frankreich meist am letzten Maisonntag, in Spanien am ersten. Wer eine Mutter im Ausland hat, prüft das Datum also besser nach.
Die Geschichte: von Anna Jarvis zum Blumenstrauß
Am 10. Mai 1908 organisierte die Amerikanerin Anna Jarvis in Grafton, West Virginia, gemeinsam mit einer Methodistenkirche die erste Muttertagsfeier. Anlass war der Tod ihrer eigenen Mutter, die sich zu Lebzeiten für Gesundheitsfürsorge und die Versöhnung nach dem Bürgerkrieg eingesetzt hatte. Jarvis wollte einen stillen Gedenktag: ein Brief, ein Besuch, eine weiße Nelke.
Sechs Jahre später war der Muttertag US-Feiertag — und schon wenige Jahre danach ein Geschäft. Blumenhändler, Süßwarenhersteller und Grußkartenverlage entdeckten den Termin, und Jarvis begann, gegen ihre eigene Erfindung zu kämpfen. Sie klagte gegen Unternehmen, rief zum Boykott vorgedruckter Karten auf und wurde 1923 kurzzeitig festgenommen, weil sie eine Muttertagsveranstaltung gestört hatte. Ihr Vermögen ging für diesen Kampf drauf; sie starb 1948 verarmt und kinderlos.
Nach Deutschland kam der Tag ausgerechnet über den Handel: Am 13. Mai 1923 wurde er erstmals begangen, initiiert vom Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber, der ihn als „Tag der Blumenwünsche“ bewarb. Wer den Muttertag heute als Marketingerfindung kritisiert, liegt für Deutschland also nicht ganz falsch — und steht in einer Reihe mit seiner Begründerin.
Der Muttertag im Nationalsozialismus
Zwischen 1933 und 1945 wurde der Muttertag in Deutschland politisch vereinnahmt. Ab 1934 gehörte er fest zum nationalsozialistischen Festkalender, ab 1938 wurde an diesem Tag das „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter“ verliehen — im Volksmund Mutterkreuz genannt. Es gab Bronze ab vier Kindern, Silber ab sechs und Gold ab acht. Bis 1939 waren rund drei Millionen Frauen ausgezeichnet worden.
Gefeiert wurde damit nicht die einzelne Mutter, sondern ihr Beitrag zur Bevölkerungspolitik. Der Tag war Teil einer Ideologie, die Frauen auf das Gebären reduzierte und gleichzeitig bestimmte, welche Kinder als erwünscht galten.
Nach 1945 wurde der Muttertag als Familientag weitergeführt. Dass diese Jahre zu seiner Geschichte gehören, ist einer der Gründe, warum manche ihn bis heute ablehnen — ein Argument, das man kennen sollte, auch wenn der Tag heute nichts mehr damit zu tun hat.
Ideen für den Tag — ohne Kitsch
Was Mütter in Umfragen am häufigsten nennen, ist keine Sache, sondern Zeit ohne Zuständigkeit. Also ein Tag, an dem sie nichts organisieren, nichts einkaufen und nichts aufräumen müssen.
- Frühstück machen — und danach die Küche aufräumen. Der zweite Teil ist der eigentliche Punkt.
- Einen Spaziergang vorschlagen, den sie mag, nicht den kürzesten.
- Anrufen statt schreiben. Bei Müttern über sechzig schlägt das jede Nachricht.
- Ein Fotoalbum des letzten Jahres zusammenstellen, gedruckt statt digital.
- Das Auto volltanken, den Rasen mähen, die Regale anbohren — was seit Monaten liegt.
- Einen Termin für ein gemeinsames Essen machen, der nicht am Muttertag selbst liegt.
- Die Enkel anrufen lassen, wenn du selbst nicht kannst.
- Einen Brief schreiben. Handschriftlich, auch wenn er kurz ist.
- Gemeinsam kochen, was sie früher für dich gekocht hat.
- Ihr die Fernbedienung überlassen und mit ihr schauen, was sie will.
- Alte Fotos gemeinsam durchgehen und sie erzählen lassen.
- Den Tag freihalten, statt ihn zwischen zwei Termine zu quetschen.
- Fragen, was sie eigentlich gern machen würde. Die meisten werden das nie gefragt.
- Etwas reparieren, das sie längst abgeschrieben hat.
- Ein Rezept aufschreiben lassen, das sonst verlorengeht.
- Einen Ausflug fahren, bei dem sie nicht selbst fahren muss.
- Ihr Lieblingsstück Kuchen besorgen, nicht deins.
- Sie mit einer Freundin verabreden und den Nachmittag bezahlen.
- Nichts planen und stattdessen einfach da sein, ein paar Stunden lang.
- Sich für etwas bedanken, das lange her ist und nie erwähnt wurde.
Geschenke, die nicht im Schrank landen
Die klassische Reihenfolge lautet Blumen, Pralinen, Duschgel — und alle drei sind verbrauchbar, was ihr größter Vorteil ist. Wer etwas Bleibendes schenken will, sollte sich sicher sein, dass es zu ihr passt und nicht zu der Vorstellung, die man von ihr hat.
- Blumen, aber ihre Sorte — nicht das Standardgebinde von der Tankstelle.
- Ein Fotobuch mit Bildern des vergangenen Jahres.
- Gutschein für gemeinsame Zeit mit festem Termin, sonst wird er nie eingelöst.
- Ein Abo für etwas, das sie mag: Zeitschrift, Hörbücher, Kaffee.
- Etwas Handgemachtes von den Enkeln, gerahmt statt lose.
- Eine Pflanze für den Balkon, wenn sie gern gärtnert.
- Ein gutes Küchenwerkzeug, wenn sie gern kocht — kein Küchengerät, das sie nicht will.
- Ein Buch, von dem du weißt, dass es sie interessiert.
- Eine Kiste mit Dingen aus ihrer Kindheit oder Jugend, wenn du drankommst.
- Ein Wochenende bei dir, inklusive Abholen und Zurückbringen.
- Ein Kalender mit Familienfotos und eingetragenen Geburtstagen.
- Reinigungs- oder Gartenhilfe für ein paar Termine.
- Ein Essen, das du kochst und mitbringst, statt eines Restaurantbesuchs.
- Schmuck nur, wenn du ihren Geschmack wirklich kennst.
- Ein Brief mit drei konkreten Dingen, für die du dankbar bist.
- Eine Aufnahme: Enkel singen, lesen vor oder erzählen etwas.
- Ein Kurs, den sie schon erwähnt hat — Töpfern, Malen, Sprache.
- Nichts kaufen und stattdessen den ganzen Tag mitbringen.
Wenn der Muttertag schwierig ist
Für einen Teil der Menschen ist dieser Sonntag kein Grund zur Freude, und das wird selten ausgesprochen. Wer seine Mutter verloren hat, begegnet ab April überall Werbung für einen Tag, den es für ihn nicht mehr gibt. Wer ein schwieriges oder abgebrochenes Verhältnis zur Mutter hat, bekommt an diesem Tag von allen Seiten erklärt, wie eine Mutter zu sein hat. Und für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, nach einer Fehlgeburt oder nach dem Verlust eines Kindes ist der Muttertag oft der härteste Sonntag des Jahres.
Wenn du zu diesen Menschen gehörst: Du musst diesen Tag nicht begehen. Es gibt keine Pflicht, anzurufen, zu gratulieren oder mitzufeiern, und es ist keine Kälte, sich davon fernzuhalten.
Und wenn du jemanden kennst, für den der Tag schwierig ist, hilft eine kurze Nachricht mehr als ein großes Gespräch. Nicht „Kopf hoch“, sondern schlicht: dass du an sie denkst und erreichbar bist. Wer eine Mutter verloren hat, freut sich oft besonders über eine Erinnerung — eine Geschichte, an die du dich erinnerst, ein Foto, ein Satz, den sie oft gesagt hat.
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Kostenlos testen →⭐ Von über 100.000 Singles empfohlenWas schreibt man zum Muttertag?
Der häufigste Fehler ist der Superlativ. „Du bist die beste Mutter der Welt“ steht in ungefähr jeder zweiten Karte und sagt genau deshalb wenig. Was wirkt, ist konkret: eine Situation, in der sie für dich da war, eine Eigenschaft, die dir erst später aufgefallen ist, ein Satz von ihr, den du bis heute benutzt.
Der Aufbau ist immer derselbe: Anrede, ein konkreter Rückblick, ein Dank, ein Wunsch. Vier Sätze genügen, und sie schlagen jeden langen Text ohne Inhalt.
Ausformulierte Vorlagen findest du in unseren Sammlungen mit Muttertagssprüchen und Muttertagsgedichten. Wenn es kurz gehen muss, etwa für den Kartenanhänger am Blumenstrauß, hilft der Text zu kurzen Muttertagstexten, und für die Nachricht per Messenger gibt es Muttertagsgrüße.
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Häufige Fragen zum Muttertag
Wann ist Muttertag 2027?
Am Sonntag, dem 9. Mai 2027. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es immer der zweite Sonntag im Mai, das Datum wandert also jedes Jahr zwischen dem 8. und dem 14. Mai.
Ist der Muttertag ein gesetzlicher Feiertag?
Nein. Der Muttertag ist ein reiner Brauchtumstag ohne rechtliche Wirkung. Da er ohnehin auf einen Sonntag fällt, macht das im Alltag kaum einen Unterschied — Geschäfte bleiben geschlossen, weshalb Blumen und Geschenke am Samstag besorgt werden müssen.
Wer hat den Muttertag erfunden?
Die Amerikanerin Anna Jarvis, die 1908 die erste Feier organisierte. Sie meinte ihn als stillen Gedenktag und kämpfte später erbittert gegen seine Kommerzialisierung — bis zu ihrem Tod 1948. Nach Deutschland kam der Tag 1923 durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber.
Warum lehnen manche den Muttertag ab?
Es gibt drei verbreitete Gründe: die kommerzielle Herkunft in Deutschland, die Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945, und die Kritik, ein einzelner Tag im Jahr sei ein schwacher Ersatz für Anerkennung im Alltag. Alle drei sind sachlich begründet.
Was schenkt man zum Muttertag?
Am besten etwas Verbrauchbares oder gemeinsame Zeit mit festem Termin. Blumen funktionieren, wenn es ihre Sorte ist. Fotobücher, ein handgeschriebener Brief oder ein erledigter Handgriff, der lange liegen geblieben ist, kommen erfahrungsgemäß besser an als Dekoration, die stehen bleiben muss.
Was macht man am Muttertag, wenn die Mutter gestorben ist?
Was dir guttut — und nichts, was du nicht willst. Manche gehen zum Grab, andere kochen ihr Lieblingsessen, wieder andere ignorieren den Tag bewusst. Wenn du jemanden in dieser Lage kennst, ist eine kurze Nachricht mit einer konkreten Erinnerung an die Verstorbene meist wertvoller als jedes Beileidswort.







