Hoffnung Sprüche: über 100 Sätze für schwere Zeiten

Hoffnung Sprüche für schwere Zeiten, Krankheit und Trauer: über 100 kurze Sätze, Bibelverse nach Luther 1912 und geprüfte Zitate von Schiller bis Dickinson.

von Markus Lehner15 Min. Lesezeit
Hoffnung Sprüche: über 100 Sätze für schwere Zeiten
Inhalt 11 Abschnitte
  1. Kurze Hoffnung Sprüche
  2. Hoffnung Sprüche für schwere Zeiten
  3. Hoffnung Sprüche bei Krankheit
  4. Leise Hoffnung in der Trauer
  5. Sprüche über Hoffnung in der Liebe
  6. Hoffnung für die Welt und die Zukunft
  7. Hoffnung als Haltung: Sprüche zum Nachdenken
  8. Hoffnung in der Bibel: Verse nach Luther 1912
  9. Hoffnung Zitate von Dichtern und Denkern
  10. Woher kommt „Die Hoffnung stirbt zuletzt“?
  11. So findest du den passenden Hoffnungsspruch

Hoffnung ist leiser als Mut und hartnäckiger als gute Laune. Sie braucht keine großen Gesten, oft reicht ein einziger Satz, der im richtigen Moment ankommt. Hier findest du Hoffnung Sprüche für schwere Zeiten, für Tage im Krankenhaus, für die Trauer und für die Liebe, dazu Bibelverse nach Luther 1912 und Zitate, deren Wortlaut wir im Originaltext nachgelesen haben. Die meisten Sprüche sind eigene Formulierungen, die du frei verwenden darfst.

Ein Hinweis vorab: Hoffnung lässt sich nicht verordnen. Ein Spruch kann eine Tür einen Spalt öffnen, hindurchgehen muss jeder selbst und in seinem eigenen Tempo. Wenn du Worte suchst, die zum Handeln anspornen, wirst du bei den Mut-mach-Sprüchen fündig. Hier geht es um das Warten und Aushalten, solange noch nichts entschieden ist.

Kurze Hoffnung Sprüche

Kurze Sprüche über Hoffnung passen auf eine Karte, in eine Nachricht oder unter ein Foto. Sie wirken, weil sie nichts erklären.

  • Noch ist nicht alles gesagt.
  • Hoffnung lässt sich dimmen, aber nie ganz ausschalten.
  • Irgendwo geht gerade die Sonne auf.
  • Das letzte Wort hat noch keiner gesprochen.
  • Auch Winterzweige tragen schon Knospen.
  • Hoffen heißt: dem Morgen einen Platz freihalten.
  • Ein kleines Vielleicht ist mehr als nichts.
  • Wer hofft, schaut nach vorn, auch mit nassen Augen.
  • Die Nacht ist lang, aber nicht endlos.
  • Hoffnung ist der Faden, an dem der nächste Tag hängt.
  • Es gibt ein Danach.
  • Heute keimt etwas, das du noch nicht siehst.
  • Ich glaube an das Morgen, auch wenn ich es noch nicht kenne.
  • Jeder Sonnenaufgang ist ein leises Versprechen.
  • Hoffnung wohnt in kleinen Zimmern. Ein Fenster genügt ihr.
  • Noch ein Atemzug, noch ein Schritt, noch ein Tag.
  • Selbst der grauste Himmel hat irgendwo eine Lücke.
  • Hoffen ist Warten mit offenem Herzen.

Hoffnung Sprüche für schwere Zeiten

In schweren Zeiten klingen fröhliche Parolen schnell hohl. Die folgenden Sätze tun deshalb nicht so, als wäre alles gut. Sie halten fest, dass es gerade schwer ist und dass es trotzdem nicht so bleiben muss. Wenn dir eher nach Worten ist, die zunächst nur die Schwere beschreiben, findest du sie bei den traurigen Sprüchen.

  • Es ist dunkel. Aber Dunkelheit ist kein Dauerzustand.
  • Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Ich weiß nur, dass es weitergeht.
  • Manche Tage muss man nicht gewinnen, nur überstehen.
  • Hoffnung heißt nicht, dass es leicht wird. Sie heißt, dass es sich lohnt.
  • Was heute zerbricht, ist nicht alles, was du hast.
  • Auch im tiefsten Tal fließt Wasser, und Wasser findet seinen Weg.
  • Ich halte mich an dem fest, was noch trägt.
  • Diese Krise ist ein schweres Kapitel, nicht der Schluss des Buches.
  • Ein Sturm weiß nicht, wie lange er dauert. Er hört trotzdem auf.
  • Wenn der Weg verschwindet, reicht es, den nächsten Stein zu sehen.
  • Hoffnung ist, eine Kerze anzuzünden, solange der Strom noch fehlt.
  • Es gibt Zeiten zum Kämpfen und Zeiten zum Ausharren. Beides ist Stärke.
  • Unter dem Schnee arbeitet die Erde längst am Frühling.
  • Halt durch, nicht weil du musst, sondern weil noch etwas auf dich wartet.

Hoffnung Sprüche bei Krankheit

Bei Krankheit ist Behutsamkeit wichtiger als Begeisterung. Versprich niemandem eine Heilung, die du nicht in der Hand hast, und verzichte auf Sätze wie „Du musst nur positiv denken“. Sie können so klingen, als hinge der Verlauf von der richtigen Einstellung ab, und legen Kranken eine zusätzliche Last auf. Besser tragen Worte, die Nähe zeigen und die Hoffnung teilen, statt sie einzufordern. Für die klassische Karte mit guten Wünschen findest du passende Texte bei den Genesungswünschen.

  • Ich hoffe mit dir, gerade an den Tagen, an denen dir selbst die Kraft dafür fehlt.
  • Du musst nicht stark sein. Wir halten die Hoffnung für dich fest.
  • Jeder kleine gute Moment zählt, heute vielleicht nur eine ruhige Stunde.
  • Ich wünsche dir Geduld mit deinem Körper und Menschen um dich, die dir guttun.
  • Was auch kommt: Du gehst diesen Weg nicht allein.
  • Ich zünde heute eine Kerze für dich an und denke ganz fest an dich.
  • Zwischen den Untersuchungen wünsche ich dir Stunden, in denen du einfach nur du bist.
  • Manchmal ist Hoffnung nur der Wunsch nach einem besseren Tag. Und der darf sein.
  • Ich kann dir die Last nicht abnehmen, aber ich kann ein Stück mittragen.
  • Möge dir jeder Morgen ein wenig Licht schenken, auch wenn der Abend schwer war.
  • Ich glaube an kleine Fortschritte und freue mich über jeden einzelnen mit dir.
  • Du bist so viel mehr als deine Diagnose. Das vergesse ich nicht.

Wenn die Lage ernst ist, sind Sprüche oft gar nicht das Wichtigste. Ein Anruf, ein Besuch oder ein konkretes Angebot wie „Ich bringe dir am Donnerstag eine Suppe vorbei“ zeigt mehr als jeder schöne Satz.

Leise Hoffnung in der Trauer

In der Trauer braucht Hoffnung ein besonders leises Gewand. Diese Sätze sprechen deshalb eher von Erinnerung, die bleibt, und von Licht, das irgendwann wiederkommen darf. Für Karte und Traueranzeige findest du eine große Auswahl bei den Trauersprüchen.

  • Die Liebe hört nicht auf, sie wechselt nur ihren Ort.
  • Was wir mit dir erlebt haben, kann uns niemand nehmen.
  • Irgendwann wird die Erinnerung mehr wärmen als schmerzen.
  • Die Trauer darf bleiben, solange sie will. Das Licht wartet geduldig.
  • Du fehlst. Und doch bist du überall, wo wir so lachen, wie du gelacht hast.
  • Ein Abschied beendet nicht den Weg, nur das gemeinsame Stück davon.
  • Wir tragen dich weiter, in Gedanken, in Geschichten, in kleinen Gewohnheiten.
  • Ich wünsche dir Tage, an denen das Erinnern dich lächeln lässt.
  • Es wird nicht wieder wie früher. Aber es wird wieder hell.
  • Wo ein Mensch geliebt wurde, bleibt eine Spur.

Schreib Trauernden lieber, dass du an sie denkst, als ihnen eine Hoffnung vorzugeben. Ein Satz wie „Ich wünsche dir, dass das Licht irgendwann zurückkommt“ lässt offen, wann das sein wird.

Sprüche über Hoffnung in der Liebe

In der Liebe zeigt sich Hoffnung auf viele Arten: als Sehnsucht nach einem Menschen, den man noch nicht kennt, als Zuversicht in einer Fernbeziehung oder als Vertrauen, dass ein Paar auch eine schwierige Phase übersteht. Hoffnung ist dabei kein Plan, um jemanden zurückzugewinnen. Sie ist eher die Bereitschaft, das eigene Herz offen zu halten.

  • Irgendwo gibt es einen Menschen, der sich auf dich freut, ohne dich schon zu kennen.
  • Ich hoffe nicht auf perfekt. Ich hoffe auf uns.
  • Entfernung misst Kilometer, keine Gefühle.
  • Wir hatten schon schwere Zeiten, und jedes Mal haben wir zueinander zurückgefunden.
  • Mein Herz hat Pausen gemacht, aber nie aufgegeben.
  • Liebe ist eine Hoffnung, die man mit jemandem teilt.
  • Jeder Tag mit dir ist ein Grund, mich auf den nächsten zu freuen.
  • Die richtige Liebe kommt nicht zu spät, sondern zu ihrer Zeit.
  • Ich glaube an uns, auch an den Tagen, an denen wir es uns schwer machen.
  • Wer wieder liebt, hat das Hoffen nicht verlernt.

Hoffnung für die Welt und die Zukunft

Manchmal gilt die Sorge nicht dem eigenen Leben, sondern dem großen Ganzen: Nachrichten, Krisen, die Frage, in welcher Welt Kinder einmal aufwachsen. Hoffnung heißt hier nicht, Probleme kleinzureden. Sie erinnert daran, dass Menschen Dinge immer wieder zum Besseren gewendet haben. Wer gerade selbst vor einem Umbruch steht, findet passende Worte bei den Neuanfang-Sprüchen.

  • Die Welt ist nicht fertig, und genau darin liegt ihre Chance.
  • Wer einen Baum pflanzt, hofft über sein eigenes Leben hinaus.
  • Gute Nachrichten machen weniger Lärm, aber es gibt sie jeden Tag.
  • Jede Generation erbt Probleme und Lösungen zugleich.
  • Hoffnung ist ansteckend. Sei jemand, der sie weitergibt.
  • Kleine Taten sind die Samen großer Veränderungen.
  • Die Zukunft entsteht nicht morgen, sondern in dem, was wir heute füreinander tun.
  • Solange Menschen einander helfen, ist die Welt nicht verloren.
  • Ich hoffe nicht auf Wunder. Ich hoffe auf Menschen.
  • Jedes Kind, das lacht, ist ein Argument für die Zukunft.

Hoffnung als Haltung: Sprüche zum Nachdenken

In der Philosophie ist Hoffnung erstaunlich ernst genommen worden. Immanuel Kant bündelte in der „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) das Interesse der Vernunft in drei Fragen, und die dritte lautet: „Was darf ich hoffen?“ Hoffnung steht dort gleichrangig neben dem Wissen und dem Handeln.

Aus der Psychologie kommt ein Gegenbild, das hilft, Hoffnung besser zu verstehen. Martin Seligman beschrieb die sogenannte erlernte Hilflosigkeit: Wer immer wieder erlebt, dass das eigene Handeln nichts bewirkt, hört irgendwann auf, es zu versuchen. In seinem Buch „Helplessness“ (1975) brachte er dieses Muster mit depressiven Zuständen in Verbindung. Umgekehrt gedacht lebt Hoffnung von der Erfahrung, dass wenigstens ein kleiner Teil der Dinge noch beeinflussbar ist. Warum reines Schönmalen dabei nicht genügt, zeigt die Forschung zum positiven Denken, die wir bei den positiven Sprüchen vorstellen.

  • Hoffnung ist keine Gewissheit, sondern die Weigerung, die Tür abzuschließen.
  • Wer hofft, rechnet nicht nur mit dem Schlimmsten, sondern auch mit dem Guten.
  • Hoffen und Handeln sind Geschwister: Das eine träumt, das andere geht los.
  • Die Hoffnung fragt nicht, wie wahrscheinlich etwas ist, sondern ob es möglich ist.
  • Zynismus ist bequem. Hoffnung macht Arbeit.
  • Man kann hoffen und trotzdem realistisch bleiben. Beides passt in einen Kopf.
  • Hoffnung beginnt dort, wo du aufhörst, nur auf das Ergebnis zu starren.
  • Ein hoffnungsvoller Mensch ist nicht naiv. Er hat nur entschieden, wohin er schaut.
  • Hoffnung hält dich als Hauptfigur in deiner eigenen Geschichte.
  • Die stillste Form von Hoffnung ist, morgens trotzdem aufzustehen.

Hoffnung in der Bibel: Verse nach Luther 1912

In der Bibel ist Hoffnung ein zentrales Wort, vor allem in den Psalmen und in den Briefen des Paulus. Wir zitieren nach der Lutherbibel in der revidierten Fassung von 1912, deren Wortlaut gemeinfrei ist. Alte Schreibweisen wie „daß“ haben wir übernommen. Spätere Revisionen formulieren manche Verse anders.

  • „Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei“ – 1. Korinther 13,13. Mit diesem Vers endet das sogenannte Hohelied der Liebe; im zweiten Teil nennt Paulus die Liebe die größte der drei.
  • „… wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringt; Geduld aber bringt Erfahrung; Erfahrung aber bringt Hoffnung; Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden.“ – Römer 5,3–5. Eine Kette, die ausgerechnet beim Leid beginnt.
  • „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal“ – Römer 12,12, erste Vershälfte.
  • „Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung“ – Römer 8,24.
  • „Der Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben“ – Römer 15,13. Ein alter Segenswunsch, der gut auf Karten passt.
  • „Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hofft“ – Hebräer 11,1, erste Vershälfte.
  • „Nun, HERR, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.“ – Psalm 39,8.
  • „Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung.“ – Psalm 62,6.
  • „Ich harre des HERRN; meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort.“ – Psalm 130,5. „Harren“ heißt geduldig warten.
  • „Das nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich noch.“ – Klagelieder 3,21.
  • „Ein Baum hat Hoffnung, wenn er schon abgehauen ist, daß er sich wieder erneue“ – Hiob 14,7. Im Zusammenhang stellt Hiob dem Baum den Menschen gegenüber, für den er diese Hoffnung nicht sieht; der Vers gehört also zu einer Klage, wird heute aber oft als Bild für einen neuen Austrieb gelesen.
  • „Die Hoffnung, die sich verzieht, ängstet das Herz; wenn’s aber kommt, was man begehrt, das ist wie ein Baum des Lebens.“ – Sprüche 13,12.
  • „Denn bei allen Lebendigen ist, was man wünscht: Hoffnung“ – Prediger 9,4. Der Prediger, sonst eher skeptisch, fährt mit dem Bild fort, ein lebendiger Hund sei besser als ein toter Löwe.

Hoffnung Zitate von Dichtern und Denkern

Zu kaum einem Thema kursieren so viele falsch zugeschriebene Zitate wie zur Hoffnung. Die folgenden Stellen haben wir am Originaltext geprüft, ihre Verfasser sind seit Langem gemeinfrei. Fremdsprachige Stellen sind eigene, sinngemäße Übersetzungen.

  • „Die Welt wird alt und wird wieder jung, / Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.“ – Friedrich Schiller, „Hoffnung“ (1797), Ende der ersten Strophe.
  • „Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf, / Noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.“ – Schiller, ebenda, zweite Strophe.
  • „Im Herzen kündet es laut sich an: / Zu was Besserm sind wir geboren“ – Schiller, ebenda, dritte Strophe. Franz Schubert hat das Gedicht später vertont.
  • „Aus Wolkendecke, Nebel, Regenschauer / Erhebt sie uns, mit ihr, durch sie beflügelt“ – Johann Wolfgang von Goethe, „Urworte. Orphisch“, Strophe „Hoffnung“. Sie endet mit dem Vers: „Ein Flügelschlag – und hinter uns Äonen!“
  • „O Hoffnung! holde! gütiggeschäftige! / Die du das Haus der Trauernden nicht verschmähst“ – Friedrich Hölderlin, „An die Hoffnung“.
  • „Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden jähen Bach des Lebens“ – Friedrich Nietzsche, nachgelassenes Fragment aus den Jahren 1876/77.
  • Die Hoffnung sei „in Wahrheit das übelste der Uebel, weil sie die Qual der Menschen verlängert“ – ebenfalls Nietzsche, „Menschliches, Allzumenschliches“ (1878), Aphorismus 71 über Pandoras Fass.
  • „Du wirst aufhören zu fürchten, wenn du aufgehört hast zu hoffen.“ – Seneca, 5. Brief an Lucilius, dort als Gedanke des Stoikers Hekaton zitiert. Seneca folgert: Der Hoffnung folgt die Furcht.
  • Hoffnung sei „der Traum eines Wachenden“ – so lautet die Antwort, die Diogenes Laertius im fünften Buch seiner Philosophenbiografien dem Aristoteles zuschreibt.
  • „Hope is the thing with feathers / That perches in the soul“ – Emily Dickinson, Gedicht „Hope“, gedruckt 1891 in „Poems, Second Series“. Sinngemäß: Die Hoffnung ist das Wesen mit Federn, das sich in der Seele niederlässt.
  • „Hope springs eternal in the human breast“ – Alexander Pope, „An Essay on Man“, erste Epistel. Sinngemäß: Die Hoffnung entspringt im Menschenherzen immer wieder neu.
  • „The miserable have no other medicine / But only hope.“ – William Shakespeare, „Maß für Maß“, 3. Akt, 1. Szene, gesprochen von Claudio. Sinngemäß: Die Elenden haben keine andere Arznei als allein die Hoffnung.

Bewusst nicht aufgenommen haben wir den Satz von den „zwei schönen Töchtern“ der Hoffnung, Wut und Mut, der fast immer Augustinus zugeschrieben wird: Ein Nachweis in seinen Schriften ist nicht bekannt. Ähnlich steht es um das berühmte Apfelbäumchen. Der Satz, man würde selbst vor dem Weltuntergang noch einen Apfelbaum pflanzen, wird Martin Luther in den Mund gelegt, findet sich in seinen Werken aber nicht; der früheste bekannte Beleg ist ein kirchlicher Rundbrief aus dem Jahr 1944.

Woher kommt „Die Hoffnung stirbt zuletzt“?

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist wohl der bekannteste Hoffnungsspruch im Deutschen. Einen Urheber hat er nicht, die Wendung gilt als volkstümliches Sprichwort. Der Gedanke dahinter ist allerdings sehr alt. Beim griechischen Dichter Theokrit (3. Jahrhundert v. Chr.) heißt es sinngemäß, Hoffnungen gebe es bei den Lebenden, hoffnungslos seien nur die Toten. Cicero greift in einem Brief an Atticus (Buch 9, Brief 10) eine Redensart auf, nach der ein Kranker Hoffnung hat, solange noch Leben in ihm ist. Die lateinische Kurzform „Dum spiro, spero“ ist dagegen in diesem Wortlaut in keinem antiken Text belegt, ihre Herkunft gilt als ungeklärt.

Und dann ist da Pandora. In Hesiods „Werke und Tage“ öffnet sie ein großes Vorratsgefäß, aus dem die Übel in die Welt ausschwärmen; nur die Hoffnung bleibt darin zurück. Ob das ein Trost ist oder eine Strafe, darüber wird seit der Antike gestritten. Nietzsche hat sich, wie oben zitiert, für die dunkle Lesart entschieden. Diese Sprichwörter und Redensarten rund um die Hoffnung sind bis heute lebendig:

  • Die Hoffnung stirbt zuletzt.
  • Solange ich atme, hoffe ich. Lateinisch: Dum spiro, spero.
  • Hoffen und Harren macht manchen zum Narren. Die skeptische Gegenstimme, die vor bloßem Abwarten warnt.
  • Nach Regen kommt Sonnenschein.
  • Es ist noch nicht aller Tage Abend.

So findest du den passenden Hoffnungsspruch

Ob ein Spruch tröstet, hängt weniger von seiner Schönheit ab als vom Moment. Ein paar Faustregeln:

  • Erst zuhören, dann schreiben: Frag dich, ob dein Gegenüber gerade Hoffnung hören möchte oder erst einmal nur Verständnis.
  • Persönlich ergänzen: Ein Spruch mit einem eigenen Satz darunter wirkt wie eine Hand auf der Schulter, ein Spruch ganz allein schnell wie ein Kalenderblatt.
  • Keine Versprechen: Sag nicht, wie etwas ausgehen wird. Sag, dass du mithoffst.
  • Glauben respektieren: Bibelverse passen zu Menschen, denen sie etwas bedeuten. Für alle anderen sind weltliche Sätze die bessere Wahl.
  • Aus der Ich-Perspektive: „Ich hoffe für dich“ lässt dem anderen mehr Raum als „Es wird schon“.

Häufige Fragen

Welche kurzen Zitate gibt es über Hoffnung?

Kurze, gut belegte Zitate über Hoffnung sind etwa Emily Dickinsons „Hope is the thing with feathers“, Alexander Popes „Hope springs eternal in the human breast“ und der Bibelvers „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal“ aus dem Römerbrief. Im Deutschen am bekanntesten ist „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, ein Sprichwort ohne festen Urheber.

Was ist ein kurzes positives Zitat?

Gemeint ist ein knapper Satz, der den Blick nach vorn richtet und sich sofort einprägt. Zum Thema Hoffnung passt etwa Schillers Zeile „Zu was Besserm sind wir geboren“ oder ein eigener Satz wie „Es gibt ein Danach“.

Welche Sprüche geben Kraft und Mut?

Kraft und Mut geben Sätze, die das Schwere anerkennen und trotzdem einen nächsten Schritt zeigen, zum Beispiel „Manche Tage muss man nicht gewinnen, nur überstehen“. Hoffnung ist dabei die stillere Schwester des Mutes: Sie hält durch, bis man wieder handeln kann. Eine eigene Sammlung zum Aufrichten bieten die Mut-mach-Sprüche.

Welche positiven Sprüche geben Kraft, positiv zu denken?

Am meisten Kraft geben Sätze, die Positives nicht erzwingen, sondern als Möglichkeit offenhalten, etwa „Die Hoffnung fragt nicht, wie wahrscheinlich etwas ist, sondern ob es möglich ist“. Sie lenken den Blick auf das, was noch beeinflussbar ist. Wer mehr Schwung für den Alltag sucht, wird bei den motivierenden Sprüchen fündig.

Was sagt die Bibel über Hoffnung?

Die Bibel beschreibt Hoffnung als Haltung, die sich auf Gott richtet und gerade im Leid wachsen kann. Paulus nennt sie im 1. Korintherbrief neben Glaube und Liebe, im Römerbrief entsteht sie über Geduld und Erfahrung aus der Trübsal. In den Psalmen wird sie zum Gebet, etwa in Psalm 39,8: „Ich hoffe auf dich.“

Was schreibt man jemandem, der Hoffnung braucht?

Schreib etwas, das Nähe zeigt, ohne einen Ausgang zu versprechen, zum Beispiel: „Ich denke an dich und hoffe mit dir, besonders dann, wenn dir selbst gerade die Zuversicht fehlt.“ Ergänze ein konkretes Angebot wie einen Anruf oder einen Besuch.

Fazit: Hoffnung braucht keine großen Worte

Die besten Hoffnungssprüche sind selten laut. Sie behaupten nicht, dass alles gut wird, sondern halten einen Platz frei für den Fall, dass es besser wird. Ob du einen eigenen kurzen Satz wählst, einen Psalm oder eine Zeile von Schiller: Entscheidend ist, dass er zu dem Menschen passt, dem du ihn schenkst, und zu dem Moment, in dem er ihn liest. Und wenn dir selbst gerade die Hoffnung fehlt, darfst du sie dir eine Weile von anderen leihen.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Luther, M. (Übers.) (1912): Die Bibel nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers, revidierter Text 1912. Privilegierte Württembergische Bibelanstalt
  2. Kant, I. (1781): Kritik der reinen Vernunft. Johann Friedrich Hartknoch
  3. Seligman, M. E. P. (1975): Helplessness: On Depression, Development, and Death. W. H. Freeman
Redaktionell geprüft von Markus Lehner3 Quellen angegeben
Markus Lehner

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