Karneval ist das komplizierteste Fest im deutschen Kalender. Es heißt je nach Region anders, beginnt im November, findet im Februar statt, dauert je nach Zählweise fünf Tage oder drei Monate — und sein Termin hängt an Ostern, das wiederum am Mond hängt. Kein Wunder, dass die häufigste Suchanfrage schlicht lautet, wann er denn nun ist.
Diese Seite beantwortet das für die kommenden Jahre, erklärt die Rechnung dahinter, sortiert die Namen — Karneval, Fastnacht, Fasching — und geht die tollen Tage der Reihe nach durch. Dazu die praktischen Fragen: Wer hat frei, was zieht man an, und was gilt beim Bützchen.
Wann ist Karneval?
Die Karnevalssession beginnt jedes Jahr am 11. November um 11:11 Uhr — dieses Datum ist fix. Die eigentlichen Feiertage, die tollen Tage, liegen dagegen im Februar oder Anfang März und wandern jedes Jahr.
Die Termine für die kommenden Jahre:
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Kostenlos registrieren💕 100.000+ Singles sind schon dabei- 2027: Weiberfastnacht 4. Februar, Rosenmontag 8. Februar, Aschermittwoch 10. Februar
- 2028: Weiberfastnacht 24. Februar, Rosenmontag 28. Februar, Aschermittwoch 1. März
- 2029: Weiberfastnacht 8. Februar, Rosenmontag 12. Februar, Aschermittwoch 14. Februar
- 2030: Weiberfastnacht 28. Februar, Rosenmontag 4. März, Aschermittwoch 6. März
- 2031: Weiberfastnacht 20. Februar, Rosenmontag 24. Februar, Aschermittwoch 26. Februar
Zwei Besonderheiten fallen auf. 2029 fällt der Aschermittwoch auf den 14. Februar — also auf den Valentinstag. Und zwischen 2027 und 2028 liegen zwanzig Tage Unterschied beim Rosenmontag. Wer Urlaub plant, sollte also nicht aus dem Vorjahr schließen.
Warum der Termin wandert
Karneval ist die Zeit unmittelbar vor der vierzigtägigen Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt und bis Ostern läuft. Damit hängt der Termin an Ostern — und Ostern ist ein bewegliches Fest, das auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fällt.
Praktisch rechnet man rückwärts vom Ostersonntag:
- Aschermittwoch: 46 Tage vor Ostersonntag
- Rosenmontag: 48 Tage vor Ostersonntag
- Weiberfastnacht: 52 Tage vor Ostersonntag
Der 11. November als Sessionsbeginn hat damit nichts zu tun — er stammt aus einer anderen Logik. Vor der Kirchenreform gab es vor Weihnachten eine vierzigtägige Fastenzeit, die am 11. November begann. Der Tag davor war entsprechend der letzte, an dem geschlemmt wurde. Die Elf gilt zudem seit dem Mittelalter als „närrische Zahl“, weil sie über die zehn Gebote hinausgeht und unter den zwölf Aposteln bleibt.
Karneval, Fastnacht oder Fasching?
Die drei Begriffe meinen dasselbe Fest, sind aber regional klar verteilt — und die Verwechslung gilt vor Ort als Fauxpas.
Karneval sagt man im Rheinland: Köln, Düsseldorf, Bonn, Aachen, dazu große Teile von Nordrhein-Westfalen. Auch in Berlin und weiten Teilen Ostdeutschlands ist der Begriff üblich.
Fastnacht — oder Fasnacht, Fasnet — heißt es in Mainz, in Rheinhessen, in Baden-Württemberg und in der Schweiz. Die schwäbisch-alemannische Fasnet unterscheidet sich dabei nicht nur im Namen: Statt der rheinischen Sitzungen mit Büttenreden stehen Masken, Zünfte und jahrhundertealte Figuren im Mittelpunkt.
Fasching ist der Begriff in Bayern, Sachsen, Thüringen und Österreich.
Wer unsicher ist, richtet sich nach dem Ort, an dem er feiert. In Köln „Fasching“ zu sagen, wird korrigiert; in München „Karneval“ ebenso.
Die tollen Tage im Überblick
Weiberfastnacht (Donnerstag) eröffnet die Straßenkarneval-Tage. Traditionell übernehmen Frauen symbolisch die Macht, in vielen Städten wird das Rathaus gestürmt. Der bekannteste Brauch: Krawatten werden abgeschnitten. Wer an diesem Tag im Rheinland zur Arbeit geht, trägt besser keine, an der etwas hängt.
Karnevalsfreitag und -samstag gehören den Veranstaltungen und Partys, dazu kommen vielerorts die Schull- und Veedelszöch, also Umzüge von Schulen und Stadtvierteln.
Tulpensonntag ist der Tag der kleineren Umzüge in den Vororten.
Rosenmontag ist der Höhepunkt mit den großen Umzügen in Köln, Düsseldorf und Mainz. Kein gesetzlicher Feiertag — dazu unten mehr.
Veilchendienstag bringt letzte Umzüge, am Abend wird vielerorts der Nubbel verbrannt: eine Strohpuppe, die stellvertretend alle Sünden der Session auf sich nimmt.
Aschermittwoch beendet alles. „Aschermittwoch ist alles vorbei“ ist keine Floskel, sondern wird ernst genommen — die Fastenzeit beginnt, und in vielen Gegenden gibt es traditionell Fischessen.
Hat man an Rosenmontag frei?
Nein — Rosenmontag ist in keinem Bundesland ein gesetzlicher Feiertag. Das überrascht viele, die in Köln oder Mainz waren und den Eindruck hatten, die halbe Stadt hätte frei.
In der Praxis läuft es über andere Wege: Viele Unternehmen in Karnevalshochburgen geben freiwillig frei oder rechnen den Tag als Betriebsurlaub. In manchen Tarifverträgen ist er geregelt. Schulen haben in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz häufig bewegliche Ferientage auf Rosenmontag und Veilchendienstag gelegt. Und wer nichts davon hat, nimmt Urlaub — weshalb der Tag in den Hochburgen zu den beliebtesten Urlaubstagen des Jahres zählt.
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Kostenlos testen →⭐ Von über 100.000 Singles empfohlenWer an Rosenmontag arbeiten muss, hat also keinen Anspruch auf frei. Umgekehrt gilt: Wer freibekommt, sollte das nicht als selbstverständlich verbuchen.
Kostüm, Bützchen und Kamelle
Ein paar Dinge, die Ortsfremde regelmäßig falsch machen:
- Kostümpflicht gibt es nicht, aber wer in Köln an Weiberfastnacht ohne Kostüm unterwegs ist, fällt auf. Es muss nichts Aufwendiges sein — ein Hut und eine rote Nase reichen.
- Das Bützchen, das rheinische Küsschen auf die Wange, ist ein Brauch unter Fremden. Es ist kurz, unverbindlich und nicht sexuell gemeint. Und es gilt selbstverständlich nur, wenn beide wollen — ein Nein ist ein Nein, auch im Karneval.
- Kamelle sind die Süßigkeiten, die von den Wagen geworfen werden. Wer sie fangen will, stellt sich nicht in die erste Reihe direkt an den Wagen, sondern eine Reihe zurück.
- Strüßjer sind die kleinen Blumensträuße, die ebenfalls geworfen werden — und in Köln beliebter als Bonbons.
- Alaaf oder Helau? In Köln, Aachen und Bonn ruft man Alaaf. In Düsseldorf, Mainz und weiten Teilen des übrigen Gebiets Helau. Die beiden zu vertauschen, ist der klassische Anfängerfehler.
Was schreibt man zu Karneval?
Karnevalsgrüße dürfen albern sein und kurz. Wortspiele, der passende Narrenruf und ein Bezug auf die Stadt funktionieren zuverlässiger als jeder ernst gemeinte Wunsch.
Wichtig ist nur, den richtigen Ruf zu treffen: Ein „Helau“ nach Köln oder ein „Alaaf“ nach Mainz kommt an, aber anders als gedacht.
Für andere Anlässe im Jahreskreis hält michverlieben.com eigene Textsammlungen bereit.
Häufige Fragen zu Karneval
Wann ist Rosenmontag 2027?
Am 8. Februar 2027. Rosenmontag liegt immer 48 Tage vor Ostersonntag und wandert deshalb jedes Jahr — 2028 fällt er auf den 28. Februar, 2029 auf den 12. Februar.
Ist Rosenmontag ein gesetzlicher Feiertag?
Nein, in keinem Bundesland. Viele Unternehmen in Karnevalsregionen geben freiwillig frei oder verbuchen den Tag als Betriebsurlaub, und Schulen legen dort oft bewegliche Ferientage darauf. Einen Rechtsanspruch gibt es aber nicht.
Warum beginnt Karneval am 11. November?
Vor der Kirchenreform gab es vor Weihnachten eine vierzigtägige Fastenzeit, die am 11. November begann — der Tag davor war der letzte zum Schlemmen. Dazu gilt die Elf seit dem Mittelalter als närrische Zahl, weil sie die zehn Gebote überschreitet und unter den zwölf Aposteln bleibt.
Was ist der Unterschied zwischen Karneval, Fasching und Fastnacht?
Inhaltlich keiner, es sind regionale Bezeichnungen für dasselbe Fest. Karneval sagt man im Rheinland und in Ostdeutschland, Fastnacht in Mainz, Rheinhessen, Baden-Württemberg und der Schweiz, Fasching in Bayern, Sachsen, Thüringen und Österreich. Unterschiede gibt es dagegen in den Bräuchen — die schwäbisch-alemannische Fasnet mit ihren Masken und Zünften unterscheidet sich deutlich vom rheinischen Sitzungskarneval.
Heißt es Alaaf oder Helau?
Beides, je nach Ort. In Köln, Bonn und Aachen ruft man Alaaf, in Düsseldorf, Mainz und vielen anderen Regionen Helau. Wer den falschen Ruf verwendet, wird sofort erkannt — und meist gutmütig korrigiert.
Was ist ein Bützchen?
Ein kurzes Küsschen auf die Wange, das im rheinischen Karneval auch unter Fremden üblich ist. Es ist ausdrücklich nicht romantisch gemeint. Wie überall gilt aber: nur mit Einverständnis — der Brauch hebt keine Grenzen auf.







