Vertrauen Sprüche: 120 Sätze für Liebe, Freundschaft & dich

Vertrauen Sprüche für Liebe, Freundschaft und Selbstvertrauen: kurze Sätze, Bibelverse nach Luther, belegte Zitate und Worte nach einem Vertrauensbruch.

von Daniel Weber15 Min. Lesezeit
Vertrauen Sprüche: 120 Sätze für Liebe, Freundschaft & dich
Inhalt 12 Abschnitte
  1. Was Vertrauen ausmacht, bevor es um Sprüche geht
  2. Vertrauen Sprüche kurz: Sätze für jeden Tag
  3. Vertrauen Sprüche Liebe: Sätze für die Beziehung
  4. Sprüche über Vertrauen in der Freundschaft
  5. Selbstvertrauen Sprüche: an dich selbst glauben
  6. Vertrauen ins Leben: Sprüche für unsichere Zeiten
  7. Gottvertrauen: Bibelverse nach Luther 1912
  8. Vertrauensbruch Sprüche: wenn Vertrauen zerbrochen ist
  9. Sprüche über Vertrauen, das neu wachsen darf
  10. Sprüche über Vertrauen und Ehrlichkeit
  11. Vertrauen Zitate mit geprüfter Fundstelle
  12. Vertrauen auf, in oder zu? Präpositionen und andere Wörter

Vertrauen Sprüche haben eine eigenartige Aufgabe: Sie sollen etwas greifbar machen, das man meist erst bemerkt, wenn es wackelt. Solange du dich auf jemanden verlassen kannst, denkst du kaum darüber nach. Hier findest du Sätze für genau diese stillen Momente – kurze Sprüche über Vertrauen für die Liebe, für Freundschaften und für dich selbst, dazu Bibelverse, Zitate mit nachprüfbarer Fundstelle und Worte für die Zeit, nachdem Vertrauen enttäuscht wurde.

Fast alle Sprüche sind eigens für diesen Artikel formuliert. Du darfst sie kürzen, umstellen und mit eigenen Erinnerungen füllen: Ein Satz, der nach dir klingt, trägt weiter als jede glatte Formulierung. Suchst du eher Antworten darauf, wie Vertrauen in einer Partnerschaft entsteht und wächst, lies den Ratgeber Vertrauen aufbauen in der Beziehung.

Was Vertrauen ausmacht, bevor es um Sprüche geht

Die Sozialpsychologen John K. Rempel, John G. Holmes und Mark P. Zanna haben 1985 Vertrauen in engen Beziehungen untersucht und dabei drei Komponenten beschrieben. Die erste ist Vorhersagbarkeit: Du hast erlebt, wie sich jemand verhält, und kannst es deshalb einschätzen. Die zweite ist Verlässlichkeit: Du schreibst dem Menschen Eigenschaften zu, die ihn auch in heiklen Lagen tragfähig machen. Die dritte nennen sie im Englischen faith, auf Deutsch am ehesten Zuversicht: das Zutrauen, dass der andere auch künftig für dich da sein wird, obwohl niemand das garantieren kann.

Noch früher setzt der Psychoanalytiker Erik H. Erikson an. In seinem Modell der Lebensphasen steht am Anfang die Spannung zwischen Urvertrauen und Urmisstrauen – die Erfahrung eines kleinen Kindes, ob die Welt im Großen und Ganzen verlässlich ist. Im Alltag sprechen wir von Vertrauen in andere, von Selbstvertrauen und von Vertrauen ins Leben oder in Gott – entlang dieser Linien sind die Abschnitte sortiert.

Vertrauen Sprüche kurz: Sätze für jeden Tag

Kurze Sprüche über Vertrauen passen auf eine Karte, unter ein Foto oder in eine Nachricht zwischendurch und lassen Raum für deine eigene Geschichte.

  • Vertrauen ist leise. Man hört es erst, wenn es fehlt.
  • Ich muss nicht alles wissen. Ich weiß, dass du da bist.
  • Vertrauen wächst in Schritten, nicht in Sprüngen.
  • Wer dir vertraut, leiht dir ein Stück von sich.
  • Verlässlichkeit ist die stillste Form von Zuneigung.
  • Ein gehaltenes Wort wiegt mehr als zehn neue Versprechen.
  • Vertrauen ist ein Vorschuss, den man nicht zurückfordert.
  • Nähe ohne Vertrauen bleibt ein Nebeneinander.
  • Vertrauen entsteht dort, wo jemand auch an schweren Tagen bleibt.
  • Ich vertraue dir nicht, weil ich muss, sondern weil du es mir leicht machst.
  • Vertrauen heißt, die Tür offen zu lassen, ohne Wache zu halten.
  • Kleine Zusagen, gehalten, bauen große Sicherheit.
  • Wem du vertraust, dem zeigst du dein ungeschminktes Gesicht.
  • Vertrauen schenkt man – und hofft, dass es behutsam getragen wird.
  • Wo Vertrauen ist, darf Schweigen gemütlich sein.
  • Vertrauen braucht kein Publikum.

Vertrauen Sprüche Liebe: Sätze für die Beziehung

In einer Partnerschaft zeigt sich Vertrauen selten in großen Schwüren. Es steckt in der Selbstverständlichkeit, mit der zwei Menschen einander Raum lassen und trotzdem beieinander ankommen. Diese Sätze passen zum Jahrestag oder auf einen Zettel am Küchentisch.

  • Ich lege mein Herz nicht in deine Hände, weil sie stark sind, sondern weil sie vorsichtig sind.
  • Bei dir muss ich nicht auf der Hut sein. Das ist mein liebstes Gefühl.
  • Liebe ist das Gefühl, Vertrauen die Entscheidung, die es trägt.
  • Ich frage nicht, wo du warst. Ich freue mich, dass du heimkommst.
  • Mit dir darf ich zerbrechlich sein, und du gehst sorgsam damit um.
  • Wir müssen nicht alles teilen. Aber das Wichtige erfahren wir zuerst voneinander.
  • Ich vertraue nicht darauf, dass nie etwas schiefgeht. Ich vertraue darauf, dass wir darüber reden.
  • Eifersucht fragt: Wer noch? Vertrauen fragt: Wie geht es dir?
  • Du bist der Ort, an dem ich die Rüstung ablegen kann.
  • Treue ist kein Käfig, sondern ein Versprechen, das wir jeden Morgen erneuern.
  • Ich glaube dir, auch wenn du müde bist und deine Worte holpern.
  • Unsere Liebe braucht keine Kontrolle, nur Aufmerksamkeit.
  • Zwischen uns gibt es Freiraum – und keiner davon fühlt sich leer an.
  • Ich habe dir meine Geheimnisse gegeben, und du hast sie behütet wie deine eigenen.

Mit einem konkreten Anlass davor („Danke, dass du gestern einfach zugehört hast“) wirkt jeder dieser Sätze persönlicher. Romantischere Formulierungen sammelt die Seite mit Liebessprüchen.

Sprüche über Vertrauen in der Freundschaft

Unter Freunden hat Vertrauen eine besondere Form: Es gibt keinen Vertrag, kein offizielles Versprechen, und trotzdem wissen beide, was zwischen ihnen gilt. Vieles davon beweist sich, wenn der andere gar nicht im Raum ist.

  • Ein Freund ist jemand, bei dem dein Geheimnis alt werden darf.
  • Ich erzähle dir Dinge, die ich mir selbst kaum eingestehe.
  • Echte Freunde hüten, was du ihnen anvertraust – auch dann, wenn ihr gerade streitet.
  • Mit dir darf ein Gedanke unfertig sein.
  • Freundschaft ist, wenn ein halber Satz reicht und der Rest in Sicherheit ist.
  • Du hast nie weitergegeben, was ich dir nachts am Telefon erzählt habe. Danke dafür.
  • Vertrauen unter Freunden zeigt sich, wenn der andere nicht dabei ist.
  • Ich weiß nicht, was morgen kommt. Aber ich weiß, wen ich dann anrufe.
  • Eine Freundin, der du vertraust, ist ein Zuhause mit Telefonnummer.
  • Monate ohne Treffen, und trotzdem kein Zweifel: Das zwischen uns hält.
  • Gute Freunde verteidigen dich auch dort, wo du es nie erfährst.
  • Lieber drei Menschen, denen ich alles sagen kann, als dreißig, denen ich nichts sage.

Für Geburtstage, Abschiede oder den Dank an die Clique findest du weitere Ideen bei den Freundschaftssprüchen.

Selbstvertrauen Sprüche: an dich selbst glauben

Selbstvertrauen ist der Teil des Themas, den man am leichtesten übersieht. Gemeint ist nicht die Überzeugung, alles zu können, sondern das Zutrauen, mit dem fertigzuwerden, was kommt. Diese Sprüche passen an den Spiegel oder in ein Notizbuch – dorthin, wo du sie täglich siehst.

  • Ich muss nicht sicher sein, um anzufangen.
  • Selbstvertrauen heißt nicht, keine Angst zu haben, sondern ihr nicht das Steuer zu geben.
  • Ich habe schon schwierige Tage überstanden. Dieser ist nur einer davon.
  • Meine Stimme zittert vielleicht – sie zählt trotzdem.
  • Ich vertraue meinem Bauchgefühl und höre auch meinem Kopf zu.
  • Jeder kleine Schritt, den ich wage, ist ein Beweis an mich selbst.
  • Ich darf mir glauben.
  • Wer sich selbst traut, braucht weniger Applaus.
  • Fehler sind Notizen, keine Urteile.
  • Ich werde nicht alles können. Aber ich kann dazulernen.
  • Selbstvertrauen wächst, wenn du dir selbst gegenüber Wort hältst.
  • Heute wage ich etwas, wovor mein früheres Ich zurückgeschreckt wäre.

Selbstvertrauen und Selbstliebe hängen eng zusammen, sind aber nicht dasselbe: Das eine betrifft, was du dir zutraust, das andere, wie du mit dir umgehst. Sätze für den zweiten Teil stehen bei den Selbstliebe Sprüchen.

Vertrauen ins Leben: Sprüche für unsichere Zeiten

Manchmal geht es weder um einen Menschen noch um dich, sondern um die Frage, ob sich die Dinge irgendwie fügen. Vertrauen ins Leben ist dabei kein Versprechen, dass alles gut ausgeht. Es ist eher die Bereitschaft, den nächsten Schritt zu gehen, obwohl der Weg noch nicht sichtbar ist. Sätze für Momente, in denen genau dieser Glaube fehlt, sammeln die Hoffnung-Sprüche.

  • Nicht jeder Umweg ist ein Irrweg.
  • Ich kenne den Weg nicht, aber ich gehe ihn trotzdem.
  • Manches ordnet sich erst, wenn ich aufhöre, daran zu zerren.
  • Das Leben schuldet mir keine Garantie – und schenkt mir trotzdem immer wieder Gutes.
  • Vertrauen ins Leben heißt nicht, dass nichts passiert, sondern dass ich weitergehe, wenn etwas passiert.
  • Heute reicht der nächste Schritt.
  • Nach jeder Nacht ist bisher ein Morgen gekommen.
  • Ich lasse los, was ich nicht halten kann, und halte fest, was mich hält.
  • Zuversicht ist Vertrauen, das nach vorne schaut.
  • Auch Samen liegen eine Weile im Dunkeln, bevor sie wachsen.

Wenn die Lage schwerer wiegt als ein unsicherer Moment, etwa bei Krankheit oder Verlust, braucht es meist leisere Worte als einen Spruch über Zuversicht.

Gottvertrauen: Bibelverse nach Luther 1912

Für viele Menschen ist Vertrauen auch eine Glaubensfrage. Die folgenden Verse stehen im Wortlaut der Lutherbibel in der Revision von 1912, einschließlich der damaligen Schreibweise. Sie eignen sich als Konfirmations- oder Trauspruch, für eine Karte in schwieriger Zeit oder als persönlicher Leitsatz.

  • „Verlaß dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlaß dich nicht auf deinen Verstand; …“ – Sprüche 3,5
  • „Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen; denn du verlässest nicht, die dich, HERR, suchen.“ – Psalm 9,11
  • „Es ist gut, auf den HERRN zu vertrauen, und nicht sich verlassen auf Menschen.“ – Psalm 118,8
  • „Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HERRN verläßt und des Zuversicht der HERR ist.“ – Jeremia 17,7
  • „Verlasset euch auf den HERRN ewiglich; denn Gott der HERR ist ein Fels ewiglich.“ – Jesaja 26,4
  • „Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“ – Psalm 91,2
  • „Die auf den HERRN hoffen, die werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion.“ – Psalm 125,1
  • „Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.“ – Hebräer 10,35
  • „Wenn eine Plage kommen will, so fürchtet er sich nicht; sein Herz hofft unverzagt auf den HERRN.“ – Psalm 112,7

Psalm 112,7 eignet sich besonders für Menschen, die gerade vor etwas Bedrohlichem stehen. Psalm 118,8 stellt dagegen das Vertrauen auf Gott dem Vertrauen auf Menschen gegenüber – für eine Freundschaftskarte taugt er darum weniger.

Vertrauensbruch Sprüche: wenn Vertrauen zerbrochen ist

Ein gebrochenes Vertrauen hinterlässt oft mehr Fragen als Wut. Diese Sätze sind zum Sortieren gedacht, für ein Tagebuch oder für dich allein – als Status oder Spitze gegen jemanden richten sie meist mehr Schaden an, als sie helfen.

  • Du hast nicht nur ein Versprechen gebrochen, sondern meine Leichtigkeit.
  • Verzeihen kann ich vielleicht. Vergessen ist eine andere Baustelle.
  • Die Lüge war klein. Der Riss ist es nicht.
  • Seit ich es weiß, lese ich jede Nachricht zweimal.
  • Am schwersten ist nicht der Zweifel an dir, sondern der Zweifel an dem, was ich gesehen habe.
  • Eine Entschuldigung ist ein Anfang, kein Schlussstrich.
  • Ich war nicht naiv. Ich habe dir geglaubt, und das war richtig – bis du es falsch gemacht hast.
  • Dass ich offen war, spricht für mich. Was du daraus gemacht hast, spricht für sich.
  • Gebrochenes Vertrauen heilt nicht durch Zeit allein, sondern durch das, was in dieser Zeit geschieht.
  • Ich brauche keine großen Worte von dir, sondern dieselben Taten, immer wieder.
  • Meine Vorsicht ist keine Strafe. Sie ist eine Narbe, die noch empfindlich ist.
  • Heute schütze ich mein Herz – und lasse trotzdem ein Fenster offen.

Ob und wie es nach einem solchen Bruch weitergeht, entscheidet kein Spruch. Was dabei innerlich passiert und was in den ersten Wochen hilft, beschreibt der Artikel über den Vertrauensbruch. Geht es konkret um Untreue, findest du mehr unter Vertrauen nach Betrug. Und wenn vor allem Enttäuschung bleibt, auch über Freunde oder Familie, helfen die Enttäuschung Sprüche beim Einordnen.

Sprüche über Vertrauen, das neu wachsen darf

Wenn beide Seiten weitermachen wollen, verändert sich die Sprache. Es geht nicht mehr um den Schmerz, sondern um die vorsichtige Frage, ob wieder etwas wachsen kann. Diese Sätze passen zu einer Nachricht nach einem klärenden Gespräch.

  • Vertrauen wächst zurück wie Haut: langsam und von den Rändern her.
  • Ich gebe dir keinen Blankoscheck, aber eine neue Seite.
  • Jede gehaltene Kleinigkeit ist ein Stein für die neue Brücke.
  • Wir fangen nicht bei null an. Wir fangen bei der Wahrheit an.
  • Ich übe wieder, dir zu glauben. Sei geduldig mit mir.
  • Neues Vertrauen ist zarter als altes, aber oft ehrlicher.
  • Ich will nicht kontrollieren müssen. Hilf mir dabei, dass ich es nicht muss.
  • Vertrauen kehrt nicht auf Zuruf zurück, sondern durch Wiederholung.
  • Ich frage öfter nach als früher. Das heißt nicht, dass ich aufgegeben habe.
  • Zwei Menschen, die reparieren wollen, sind mehr wert als einer, der angeblich nie Fehler macht.

Sprüche über Vertrauen und Ehrlichkeit

Ehrlichkeit und Vertrauen hängen so eng zusammen, dass viele sie in einem Atemzug nennen. Wer dir die Wahrheit sagt, auch wenn sie unbequem ist, gibt dir etwas, worauf du bauen kannst.

  • Lieber eine unbequeme Wahrheit als eine bequeme Ausrede.
  • Ehrlichkeit ist der Boden, auf dem Vertrauen steht.
  • Sag mir, was ist – auch wenn es nicht schön ist.
  • Eine ehrliche Antwort ist manchmal das größte Geschenk.
  • Halbwahrheiten sind ganze Risse.
  • Was du sagst, wenn niemand zuhört, verrät mir mehr als jede Rede.
  • Offenheit braucht Mut auf beiden Seiten: zu sprechen und zuzuhören.
  • Ich höre lieber ein ehrliches „Ich weiß es nicht“ als eine schöne Erklärung.
  • Wahrheit, freundlich gesagt, verletzt seltener als Schweigen.
  • Ein Versprechen ist nur so viel wert wie die Ehrlichkeit dessen, der es gibt.

Vertrauen Zitate mit geprüfter Fundstelle

Viele Netzzitate über Vertrauen tragen große Namen, aber keine Quelle. Diese Auswahl lässt sich dagegen am Originaltext nachlesen. Alle Verfasser sind seit Langem gemeinfrei. Lateinische und englische Sätze sind eigene, sinngemäße Übersetzungen; das Original steht jeweils dabei. Die Aphorismen von Ebner-Eschenbach sind in heutige Rechtschreibung übertragen.

  • „Nach dem Beginn einer Freundschaft soll man vertrauen, davor prüfen.“ – Seneca, Briefe an Lucilius, 3. Brief (post amicitiam credendum est, ante amicitiam iudicandum)
  • „Hältst du ihn für treu, machst du ihn treu.“ – Seneca, Briefe an Lucilius, 3. Brief (fidelem si putaveris, facies)
  • „Manche haben andere das Täuschen gelehrt, weil sie fürchteten, getäuscht zu werden.“ – Seneca, Briefe an Lucilius, 3. Brief (quidam fallere docuerunt dum timent falli)
  • „Beides ist ein Fehler: allen zu vertrauen und keinem.“ – Seneca, Briefe an Lucilius, 3. Brief (utrumque enim vitium est, et omnibus credere et nulli)
  • „Das Vertrauen ist etwas so Schönes, dass selbst der ärgste Betrüger sich eines gewissen Respekts nicht erwehren kann vor dem, der es ihm schenkt.“ – Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen, in: Gesammelte Schriften, Band 1 (1893)
  • „Der am unrechten Orte vertraute, wird dafür am unrechten Orte misstrauen.“ – Marie von Ebner-Eschenbach, ebenda
  • „Ein Nichts vermag das Vertrauen in die eigene Kraft zu erschüttern, aber nur ein Wunder vermag es wieder zu befestigen.“ – Marie von Ebner-Eschenbach, ebenda
  • „Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.“ – Marie von Ebner-Eschenbach, ebenda
  • „Und wenn Ihr Euch nur selbst vertraut, / Vertrauen Euch die andern Seelen.“ – Johann Wolfgang von Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil (1808), Szene Studierzimmer
  • „Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn“ – Friedrich Schiller, Die Bürgschaft (Erstdruck 1799)
  • „Liebe alle, vertraue wenigen, tu keinem Unrecht.“ – William Shakespeare, Ende gut, alles gut, 1. Akt, 1. Szene (Love all, trust a few, do wrong to none)
  • „Vertraue dir selbst: Jedes Herz schwingt mit dieser eisernen Saite.“ – Ralph Waldo Emerson, Self-Reliance (1841) (Trust thyself: every heart vibrates to that iron string)
  • „Vertraue den Menschen, und sie werden dir treu sein.“ – Ralph Waldo Emerson, Prudence (1841) (Trust men and they will be true to you)
  • „Ein Freund ist ein Mensch, mit dem ich aufrichtig sein darf.“ – Ralph Waldo Emerson, Friendship (1841) (A friend is a person with whom I may be sincere)
  • „Wo aber der Glaube nicht stark genug ist, da findet man keinen Glauben.“ – Laotse, Tao te king, Abschnitt 23, in der Übersetzung von Richard Wilhelm (1911)

Zum Kontext: Der Faust-Vers ist ein ironischer Ratschlag des Mephistopheles an einen Studenten, keine ernst gemeinte Lebensweisheit. Shakespeares Satz gehört zu den Abschiedsworten einer Gräfin an ihren Sohn. Emerson spricht im Essay über Klugheit eigentlich von Geschäftsbeziehungen, in denen Offenheit sich auszahlt. Und Senecas Brief richtet sich an einen Freund, der einen anderen zwar Freund nennt, ihm aber nicht alles anvertrauen will – daraus entwickelt Seneca seinen Rat, erst zu prüfen und dann ganz zu vertrauen.

Vertrauen auf, in oder zu? Präpositionen und andere Wörter

Wer einen Spruch selbst formuliert, stolpert schnell über die Grammatik. Der Duden unterscheidet zwischen Verb und Nomen. Das Verb vertrauen steht entweder mit dem Dativ – du vertraust jemandem, seinen Worten oder deinem Gefühl – oder mit auf: Man vertraut auf Gott oder auf sein Glück.

Beim Nomen Vertrauen ist die Auswahl größer. Duden nennt unter anderem Vertrauen zu jemandem haben, Vertrauen in etwas, etwa in ein politisches System, und Vertrauen auf Gott. Wer sein Vertrauen jemandem schenkt, kann es auf oder in diese Person setzen. Daneben gibt es feste Wendungen wie etwas im Vertrauen sagen oder jemanden ins Vertrauen ziehen.

Sinnverwandte Wörter listet der Duden ebenfalls; sie stehen unten in den häufigen Fragen. Ein Unterschied im Ton lohnt sich trotzdem: Zuversicht blickt eher in die Zukunft, Zutrauen eher auf einen bestimmten Menschen.

Häufige Fragen

Welche Arten von Vertrauen gibt es?

Im Alltag unterscheidet man meist Vertrauen in andere Menschen, Selbstvertrauen und Vertrauen ins Leben oder in Gott. Die Psychologie kennt feinere Einteilungen: etwa das Urvertrauen der frühen Kindheit nach Erik H. Erikson oder die drei Komponenten Vorhersagbarkeit, Verlässlichkeit und Zuversicht nach Rempel, Holmes und Zanna.

Welche Zitate gibt es über Vertrauen und Ehrlichkeit?

Gut belegt sind zum Beispiel Senecas Satz „Hältst du ihn für treu, machst du ihn treu“ aus dem 3. Brief an Lucilius und Emersons Gedanke aus seinem Essay über Freundschaft, ein Freund sei jemand, mit dem man aufrichtig sein darf. Beide Zitate stehen oben mit Original und eigener Übersetzung.

Welche Präposition mit Vertrauen?

Das Verb steht mit dem Dativ („jemandem vertrauen“) oder mit „auf“ („auf Gott vertrauen“). Beim Nomen nennt der Duden „Vertrauen zu jemandem“, „Vertrauen in etwas“ und „Vertrauen auf Gott“; sein Vertrauen setzt man „auf“ oder „in“ jemanden. Feste Wendungen sind „im Vertrauen“ und „ins Vertrauen ziehen“.

Welche anderen Wörter gibt es für „vertrauen“?

Für das Verb nennt der Duden „bauen auf“, „hoffen auf“, „rechnen mit“ und „seine Hoffnung setzen auf“. Für das Nomen „Vertrauen“ stehen dort „Glaube“, „Grundvertrauen“, „Optimismus“ und „Zutrauen“. Im Alltag passen je nach Satz auch „sich verlassen auf“, „zählen auf“ oder „Zuversicht“.

Was ist ein schöner kurzer Spruch über Vertrauen?

Kurz und vielseitig ist zum Beispiel „Vertrauen ist leise. Man hört es erst, wenn es fehlt.“ Für eine Partnerschaft passt „Bei dir muss ich nicht auf der Hut sein“, für eine Freundschaft „Ein Freund ist jemand, bei dem dein Geheimnis alt werden darf“.

Von wem stammt „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“?

Der Satz wird oft Lenin zugeschrieben, lässt sich in seinen Werken aber nicht nachweisen. Vermutlich geht er auf ein russisches Sprichwort zurück, das sinngemäß „Vertraue, aber prüfe nach“ bedeutet. Der Duden führt ihn als Redensart, also ohne festen Urheber.

Fazit: Vertrauen braucht kleine Worte

Die meisten Sätze über Vertrauen wirken nicht, weil sie besonders klug klingen, sondern weil sie etwas bestätigen, das schon da ist: ein gehütetes Geheimnis, ein gehaltenes Wort, einen Menschen, der geblieben ist. Nimm einen Spruch, der zu deinem Moment passt, ergänze einen eigenen Satz und gib ihn weiter. Ist Vertrauen beschädigt, ersetzt kein Spruch das ehrliche Gespräch – aber er kann helfen, die eigenen Gedanken zu ordnen.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Rempel, J. K., Holmes, J. G. & Zanna, M. P. (1985): Trust in close relationships. Journal of Personality and Social Psychology, 49(1), 95-112
  2. Erikson, E. H. (1968): Identity: Youth and Crisis. W. W. Norton
  3. Luther, M. (Übers.) (1912): Die Bibel nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers, revidierter Text 1912. Privilegierte Württembergische Bibelanstalt
Redaktionell geprüft von Daniel Weber3 Quellen angegeben
Daniel Weber

Daniel Weber

Daniel ist Dating-Coach und Kommunikationsexperte. Er zeigt dir, wie du mit Charme und Selbstbewusstsein überzeugst – vom Flirt bis zum ersten Date.

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