Laotse Zitate gehören zu den meistgeteilten Weisheiten überhaupt, doch ein erstaunlich großer Teil davon steht nirgends im Taoteking, dem einzigen Buch, das unter seinem Namen überliefert ist. Hier findest du echte Sprüche des alten Chinesen, jeweils mit der Nummer des Abschnitts, sortiert nach den großen Themen des Buchs: Wasser und Weichheit, Nicht-Handeln, Genügsamkeit, Führung, Worte und Schweigen. Danach prüfen wir die beliebtesten Sätze, die ihm nur angedichtet werden, vom „Weg, der das Ziel ist“ bis zum Trauerspruch mit der Raupe.
Wörtlich zitieren wir aus der Übertragung des Sinologen Richard Wilhelm (1873–1930), die 1911 unter dem Titel „Laotse: Taoteking. Das Buch des Alten vom Sinn und Leben“ bei Eugen Diederichs in Jena erschien. Wilhelm ist seit Jahrzehnten gemeinfrei. Den Wortlaut haben wir am Digitalisat bei Projekt Gutenberg geprüft, die alte Schreibung („daß“) bleibt stehen. Freie Paraphrasen sind als solche gekennzeichnet.
Wer war Laotse? Was über Lao-tse und sein Buch bekannt ist
Schon der Name ist kein Name im üblichen Sinn. Laotse, in heutiger Umschrift Laozi, bedeutet so viel wie „der Alte“ oder „der alte Meister“. Lao-tse, Lao Tse oder englisch Lao Tzu sind nur verschiedene Arten, dieselben chinesischen Zeichen in lateinische Buchstaben zu bringen. Wer „Laozi Zitate“ sucht, meint also dasselbe wie bei „Laotse Zitate“.
Fast alles, was über sein Leben erzählt wird, geht auf den Geschichtsschreiber Sima Qian zurück, der um 100 vor unserer Zeitrechnung in seinen „Aufzeichnungen des Historikers“ eine kurze Biografie aufschrieb. Darin heißt der Weise mit Familiennamen Li und arbeitet als Archivar am Hof der Zhou. Als der Staat zerfällt, zieht er nach Westen. Am Grenzpass bittet ihn ein Beamter, etwas Schriftliches zurückzulassen, und so entsteht, der Legende nach in einem Zug, ein Text von gut fünftausend Schriftzeichen. Sima Qian selbst kannte widersprüchliche Überlieferungen und war sich nicht sicher, wer genau gemeint ist.
Wilhelm hielt Laotse für eine historische Person, etwas älter als Konfuzius, räumte aber offen ein, dass sich über ihn kaum etwas sicher sagen lässt. Viele heutige Forschende sehen das skeptischer: Das Buch dürfte eher aus älteren, zunächst mündlich weitergegebenen Sprüchen gewachsen sein, die erst später einem einzigen Urheber zugeschrieben wurden. Funde aus chinesischen Gräbern stützen das Bild eines Textes, der sich über die Zeit verändert hat. In Mawangdui kamen 1973 zwei Fassungen auf Seide ans Licht, in denen der zweite Teil vor dem ersten steht. Die 1993 in Guodian entdeckten Bambusstreifen sind noch älter und enthalten nur etwa zwei Fünftel des heute bekannten Texts.
Die vertraute Gliederung in 81 kurze Abschnitte ist ebenfalls nicht ursprünglich, wie Wilhelm in seiner Einleitung festhält. Der Titel Daodejing, bei Wilhelm „Taoteking“, entsteht unter den Han-Kaisern und heißt etwa „Klassisches Buch vom Weg und seiner Wirkkraft“. Wilhelm wählte dafür bewusst eigene Wörter: Für Tao setzt er „Sinn“, angelehnt an die Szene in Goethes „Faust“, in der Faust den Anfang des Johannesevangeliums mit „Im Anfang war der Sinn“ zu übersetzen versucht. Für De schreibt er „Leben“. Ein Jahr zuvor hatte er bereits die Gespräche des Konfuzius übertragen; die beiden Denker kommentieren sich bei ihm gegenseitig. Was Konfuzius tatsächlich gesagt hat, sammeln unsere Konfuzius Zitate mit Buch und Abschnitt.
Tao te king Zitate über den Sinn, der sich nicht sagen lässt
Das Buch beginnt mit einem Paradox, und das ist Programm. Gleich der erste Satz stellt klar, dass sich das Eigentliche nicht in Begriffe fassen lässt, über das dann 81 Abschnitte lang geschrieben wird.
„Der Sinn, der sich aussprechen läßt, ist nicht der ewige Sinn. Der Name, der sich nennen läßt, ist nicht der ewige Name.“
Taoteking, Spruch 1. Wilhelm sieht darin eine Abgrenzung gegen die Gelehrten seiner Zeit, die das Tao als Sammlung von Regeln der alten Könige verstanden. Laotse meint etwas, das jedem Regelwerk vorausgeht.
„Ich weiß nicht seinen Namen. Ich bezeichne es als Sinn. Mühsam einen Namen ihm gebend, nenne ich es: groß.“
Taoteking, Spruch 25. Ein fast persönlicher Moment: Der Sprecher gibt zu, dass er nur ein Hilfswort benutzt. Am Ende desselben Abschnitts richtet sich der Mensch nach der Erde, die Erde nach dem Himmel und der Himmel nach dem Sinn.
Laotse Zitate über Wasser und die Kraft des Weichen
Kein Bild taucht im Taoteking so oft auf wie das Wasser. Es nimmt den niedrigsten Platz ein, gibt nach, streitet nicht und höhlt am Ende doch den Stein aus.
„Höchste Güte ist wie das Wasser. Des Wassers Güte ist es, allen Wesen zu nützen ohne Streit. Es weilt an Orten, die alle Menschen verachten.“
Taoteking, Spruch 8. Die Macht des Wassers liegt nach Wilhelms Erläuterung gerade darin, dass es unten bleibt. Am Schluss heißt es entsprechend, wer sich nicht selbst behaupte, bleibe eben dadurch frei von Tadel.
„Auf der ganzen Welt gibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser. Und doch in der Art, wie es dem Harten zusetzt, kommt nichts ihm gleich.“
Taoteking, Spruch 78. Der Abschnitt fügt bitter hinzu, dass jeder wisse, wie das Weiche das Harte besiegt, aber niemand danach handle. Er schließt mit dem Satz „Wahre Worte sind wie umgekehrt“, den Wilhelm modern mit „Die Wahrheit klingt oft paradox“ umschreibt.
„Das Allerweichste auf Erden überholt das Allerhärteste auf Erden.“
Taoteking, Spruch 43. Gemeint ist das Widerstandslose, das selbst dort eindringt, wo kein Spalt ist. Laotse leitet daraus unmittelbar den Wert des Nicht-Handelns ab.
„Der Mensch, wenn er ins Leben tritt, ist weich und schwach, und wenn er stirbt, so ist er hart und stark.“
Taoteking, Spruch 76. Dasselbe gilt im Text für Pflanzen: jung biegsam, tot dürr und starr. Daraus folgt die Pointe, dass das Harte zum Tod gehört und das Weiche zum Leben.
Laozi Zitate über Nicht-Handeln (Wu wei)
Wu wei, wörtlich „ohne Tun“, ist wohl der am häufigsten missverstandene Begriff des Buchs. Wilhelm betont in seiner Einleitung, dass damit keine Faulheit gemeint ist. Es geht um eine Haltung, die nichts erzwingt und offen bleibt für das, was ohnehin geschehen will. Wer gerade lernt, nicht alles kontrollieren zu müssen, findet passende Sätze auch bei unseren Loslassen Sprüchen.
„Der Sinn ist ewig ohne Machen, und nichts bleibt ungemacht.“
Taoteking, Spruch 37. Die Formel klingt nach einem Widerspruch und ist doch der Kern der Lehre: Was nicht drängt, lässt alles sich von selbst gestalten. Ganz ähnlich heißt es in Spruch 48: „Beim Nichtsmachen bleibt nichts ungemacht.“
„Plane das Schwierige da, wo es noch leicht ist! Tue das Große da, wo es noch klein ist!“
Taoteking, Spruch 63. Hier wird sichtbar, wie praktisch das Nicht-Handeln gemeint ist. Wer früh und im Kleinen wirkt, muss später nicht gewaltsam eingreifen. Im selben Abschnitt steht auch der Satz, Groll sei mit „Leben“ zu vergelten, also in Wilhelms Sprache mit innerer Güte.
„Er erzeugt und besitzt nicht. Er wirkt und behält nicht. Ist das Werk vollbracht, so verharrt er nicht dabei.“
Taoteking, Spruch 2. „Er“ ist bei Laotse fast immer „der Berufene“, das Idealbild des Weisen.
Laotse Weisheiten über Bescheidenheit und Genügsamkeit
Besitz und Ruhm kommen im Taoteking schlecht weg, aber nicht aus Moral, sondern aus nüchterner Rechnung: Wer viel festhält, hat viel zu verlieren.
„Wer andre kennt, ist klug. Wer sich selber kennt, ist weise. Wer andere besiegt, hat Kraft. Wer sich selber besiegt, ist stark.“
Taoteking, Spruch 33. Eine Reihe von Gegensätzen, in denen jeweils das zweite Glied die höhere Stufe ist. Etwas später im selben Abschnitt heißt es: „Wer sich genügen läßt, ist reich.“
„Es gibt keine größere Sünde als viele Wünsche. Es gibt kein größeres Übel als kein Genüge kennen.“
Taoteking, Spruch 46. Der Abschnitt beginnt mit einem Bild aus dem Alltag: In friedlichen Zeiten ziehen Rennpferde den Mistwagen, in unruhigen werden Kriegsrösser gezüchtet. Das Ende fasst Wilhelm in einen Zungenbrecher: „Das Genügen der Genügsamkeit ist dauerndes Genügen.“
„Wer sich genügen lasset, kommt nicht in Schande. Wer Einhalt zu tun weiß, kommt nicht in Gefahr und kann so ewig dauern.“
Taoteking, Spruch 44. Davor stellt Laotse drei Fragen, die bis heute sitzen: ob der Name oder die Person näher stehe, die Person oder der Besitz mehr sei und ob Gewinnen oder Verlieren schlimmer sei.
„Ich habe drei Schätze, die ich schätze und wahre. Der eine heißt: die Liebe; der zweite heißt: die Genügsamkeit; der dritte heißt: nicht wagen, in der Welt voranzustehen.“
Taoteking, Spruch 67. Eine der wärmsten Stellen des Buchs. Aus der Liebe entsteht nach dem Text Mut, aus der Genügsamkeit Weitherzigkeit. Wer schöne Sätze für ein ruhigeres Lebensgefühl sucht, findet weitere bei unseren Sprüchen für die Seele.
Lao-tse Zitate über Führung und gutes Regieren
Viele Abschnitte richten sich ursprünglich an Fürsten. Heute landen sie gern, stark geglättet, in Büchern über Führung.
„Herrscht ein ganz Großer, so weiß das Volk kaum, daß er da ist. Mindere werden geliebt und gelobt, noch Mindere werden gefürchtet, noch Mindere werden verachtet.“
Taoteking, Spruch 17. Der Abschnitt endet damit, dass die Leute nach getaner Arbeit denken: ‚Wir sind frei.‘ Die beste Führung ist demnach die, die sich selbst überflüssig erscheinen lässt.
„Ein großes Land muß man leiten, wie man kleine Fischlein brät.“
Taoteking, Spruch 60. Den Rest des Abschnitts hält Wilhelm für teilweise verderbt, das Eingangsbild ist dagegen anschaulich. Eine verbreitete Lesart: Wer kleine Fische ständig wendet, zerfallen sie in der Pfanne. Zu viel Eingreifen schadet.
„Je mehr die Gesetze und Befehle prangen, desto mehr gibt es Diebe und Räuber.“
Taoteking, Spruch 57. Eine scharfe Kritik am Regeln um des Regelns willen. Wilhelm merkt an, dass Konfuzius in seinen Gesprächen zu einem ähnlichen Befund kommt, aber auf Sitte und Anstand als Gegenmittel setzt, die Laotse gering schätzt.
Laotse über Worte, Schweigen und Wahrheit
Für ein so oft zitiertes Buch misstraut das Taoteking der Sprache erstaunlich stark.
„Der Wissende redet nicht. Der Redende weiß nicht.“
Taoteking, Spruch 56. Vermutlich die schärfste Zuspitzung des Buchs. Wilhelm hält die beiden Zeilen für versprengt und meint, sie gehörten inhaltlich zum letzten Abschnitt.
„Wahre Worte sind nicht schön, schöne Worte sind nicht wahr.“
Taoteking, Spruch 81. Der Schlussabschnitt des Buchs. Wenig später heißt es dort: „Je mehr er anderen gibt, desto mehr hat er.“
„Macht selten die Worte, dann geht alles von selbst.“
Taoteking, Spruch 23. Der Abschnitt vergleicht lautes Auftreten mit einem Wirbelsturm, der keinen Morgen lang anhält. Seine Schlusszeilen über den Glauben stehen mit Fundstelle auch bei unseren Vertrauen Sprüchen.
Die Reise von tausend Meilen: Was in Spruch 64 wirklich steht
Das bekannteste aller Laotse Zitate ist echt, aber fast nie im Wortlaut. Im Netz liest du meist: „Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt.“ Bei Wilhelm steht etwas anderes:
„Ein Baum von einem Klafter Umfang entsteht aus einem haarfeinen Hälmchen. Ein neun Stufen hoher Turm entsteht aus einem Häufchen Erde. Eine tausend Meilen weite Reise beginnt vor deinen Füßen.“
Taoteking, Spruch 64. Im Chinesischen ist von tausend Li die Rede, einem alten Wegmaß, und von dem, was „unter den Füßen“ liegt. Von einem „ersten Schritt“ spricht der Text nicht. Der Spruch feiert also nicht den Mut zum Aufbruch, er erinnert daran, dass alles Große aus Kleinem wächst und dass man dort ansetzen muss, wo man gerade steht.
Auch der Zusammenhang wird meist weggelassen. Der Abschnitt beginnt damit, dass sich Dinge leicht lenken lassen, solange sie noch ruhig und klein sind, und endet mit einer Warnung: Viele verderben ihre Sache kurz vor dem Ziel. Man solle „das Ende ebenso in acht nehmen wie den Anfang“. Wilhelm verweist dazu auf eine verwandte Stelle bei Konfuzius, Gespräche XV,11. Wer den Satz für einen Neubeginn nutzen möchte, findet ihn samt anderen Worten für den Aufbruch bei unseren Neuanfang Sprüchen.
Falsche Laotse Zitate: 6 Sprüche, die nicht im Taoteking stehen
Laotse hat nur dieses eine kurze Buch hinterlassen. Das macht die Prüfung leicht: Was dort nicht steht, ist nicht von ihm, auch wenn es tausendfach unter seinem Namen geteilt wird. Wir haben die folgenden Sätze gegen Wilhelms vollständigen Text abgeglichen.
- „Der Weg ist das Ziel.“ Im Taoteking findet sich dieser Satz nicht, ebenso wenig in den Gesprächen des Konfuzius, dem er noch häufiger zugeschrieben wird. Ein belegter Urheber ist nicht bekannt. Bei Laotse wäre er auch inhaltlich schief, weil das Buch kaum von Zielen spricht.
- „Wenn du die Richtung nicht änderst, kommst du dort an, wohin du unterwegs bist.“ Diese Mahnung kursiert vor allem auf Englisch, abwechselnd unter Laotse und Buddha. Eine Fundstelle wird dabei nicht genannt, und im Taoteking gibt es keine entsprechende Stelle.
- Der Satz von der Raupe, die vom Ende der Welt spricht, während andere einen Schmetterling sehen. Er steht auf vielen Trauerkarten mit Laotses Namen. Tatsächlich stammt er aus dem Roman „Illusions“ des Amerikaners Richard Bach von 1977, in dem allerdings ein Meister vom Schmetterling spricht. Sein Text ist urheberrechtlich geschützt.
- „Die Natur eilt nicht, und doch wird alles vollbracht.“ Der Gedanke klingt nach Spruch 37, steht aber so nirgends im Buch. Woher die griffige Fassung stammt, ist offen.
- „Tief geliebt zu werden gibt dir Kraft, jemanden tief zu lieben gibt dir Mut.“ Laut der Zitatsammlung Wikiquote ist der früheste bekannte Beleg der Roman „Lightning“ von Dean Koontz aus dem Jahr 1988, der Laotse ohne Fundstelle nennt. Im Taoteking fehlt er.
- „Gib einem Mann einen Fisch, und du ernährst ihn für einen Tag.“ Das Sprichwort wird außer Laotse auch Konfuzius und anderen zugeschrieben. Seine Herkunft ist ungeklärt. Im Taoteking tauchen Fische nur zweimal auf, in Spruch 36 und in den Fischlein von Spruch 60, und beide Male geht es nicht ums Lehren.
Ähnlich ergeht es Buddha, dem noch weit mehr Kalendersprüche untergeschoben werden. Wie man dort echte Verse von Fälschungen trennt, zeigen unsere Buddha Zitate mit Versnummer.
Laotse richtig zitieren: Abschnitt, Übersetzung, Schreibweise
Ein verlässliches Laotse Zitat trägt immer die Nummer eines der 81 Abschnitte. Wilhelm nennt sie „Abschnitte“, andere Ausgaben sprechen von Kapiteln oder Sprüchen. Die traditionelle Zählung hat sich weitgehend durchgesetzt; nur Ausgaben, die den alten Seidenmanuskripten folgen, ordnen die Abschnitte teils anders.
Wichtiger noch ist die Frage, wessen Worte du eigentlich zitierst. Jede deutsche Fassung ist eine Deutung, und die Unterschiede sind groß: Wo Wilhelm „Sinn“ und „Leben“ schreibt, lesen andere „Weg“ und „Tugend“ oder lassen „Tao“ einfach stehen. Wilhelm darfst du wörtlich übernehmen, weil er 1930 gestorben ist. Neuere Übertragungen sind meist noch urheberrechtlich geschützt, ebenso die freien Nachdichtungen, die im Netz oft als Originale ausgegeben werden. Wilhelm selbst spottete schon 1910 im Vorwort über Bearbeiter, deren Laotse erstaunlich genau denke wie sie selbst.
Häufige Fragen
Was sind die berühmtesten Zitate?
Die berühmtesten Laotse Zitate sind die Reise von tausend Meilen (Spruch 64), „Wer andre kennt, ist klug. Wer sich selber kennt, ist weise“ (Spruch 33) und „Wahre Worte sind nicht schön, schöne Worte sind nicht wahr“ (Spruch 81). Dazu kommt der Anfang des Buchs über den Sinn, der sich nicht aussprechen lässt. Viele noch bekanntere Sätze unter seinem Namen sind dagegen falsch zugeschrieben.
Was ist der Trauerspruch von Laotse?
Einen festen Trauerspruch von Laotse gibt es nicht. Der verbreitete Satz von Raupe und Schmetterling stammt von Richard Bach (1977), für Sätze wie „Das Leben ist ein Kommen und Gehen“ fehlt jeder Beleg im Taoteking. Echte Stellen, die zum Abschied passen, sind „Wer auch im Tode nicht untergeht, der lebt“ (Spruch 33) und „Ausgehen ist Leben, eingehen ist Tod“ (Spruch 50). Wilhelm deutet das Letzte als Weg aus dem Nichtsein ins Sein und zurück. Weitere Worte für Karte und Anzeige findest du bei unseren Trauersprüchen.
Was sind 5 weise Zitate?
Aus dem Taoteking, im Wortlaut von Wilhelm: „Höchste Güte ist wie das Wasser“ (8), „Wer sich genügen läßt, ist reich“ (33), „Plane das Schwierige da, wo es noch leicht ist“ (63), „Der Wissende redet nicht“ (56) und „Je mehr er anderen gibt, desto mehr hat er“ (81). Weitere Weisheiten verschiedener Herkunft sammeln unsere Lebensweisheiten.
Was ist ein schönes Lebenszitat?
Ein schönes Lebenszitat von Laotse ist „Der Mensch, wenn er ins Leben tritt, ist weich und schwach“ aus Spruch 76, das im Weichen ein Zeichen von Lebendigkeit sieht. Wer es knapper mag, nimmt die drei Schätze aus Spruch 67: Liebe, Genügsamkeit und der Verzicht darauf, immer vorn stehen zu wollen.
Was bedeutet Tao?
Tao, in heutiger Umschrift Dao, heißt wörtlich „Weg“, als Verb auch „sagen“ oder „leiten“. Im Taoteking steht es für den Urgrund, aus dem alles hervorgeht und zu dem alles zurückkehrt, und der sich nicht benennen lässt. Richard Wilhelm übersetzte es mit „Sinn“, weil das deutsche Wort ursprünglich ebenfalls Weg und Richtung bedeutete.
Hat Laotse wirklich gelebt?
Das ist ungeklärt. Die einzige frühe Biografie stammt von Sima Qian, der selbst unsichere und widersprüchliche Quellen hatte. Viele Forschende halten Laotse heute eher für eine Symbolfigur, unter deren Namen ältere Spruchtraditionen gesammelt wurden. Sicher ist nur, dass es das Buch gibt, und das war schon Wilhelms Pointe.
Fazit: Die echten Laotse Zitate sind leiser und klüger als ihre Kopien
Wer nur die Kalendersprüche kennt, verpasst das Beste. Das Taoteking ist kurz, voller Paradoxien und an vielen Stellen überraschend konkret: kleine Fische in der Pfanne, ein Turm aus einem Häufchen Erde, Wasser, das am tiefsten Ort wohnt. Wenn du ein Laotse Zitat teilen möchtest, nimm eines mit Abschnittsnummer, gern in Wilhelms Wortlaut, und lass die Raupe bei Richard Bach.











