Es ist kurz nach zehn am Silvesterabend, auf dem Tisch steht eine Schüssel mit kaltem Wasser, und gerade ist ein Klecks Wachs hineingezischt. Jetzt beginnt der schönste Teil: das Rätseln. Ist das ein Anker oder doch ein Stiefel? Die Wachsgießen-Bedeutung einer Figur ist die Frage, um die sich an diesem Abend alles dreht – genau wie früher beim Bleigießen. Hier findest du über hundert überlieferte Deutungen von A bis Z, eine Anleitung für Kerzenreste, die wichtigsten Sicherheitsregeln und die ehrliche Antwort auf die Frage, warum das Blei aus den Läden verschwunden ist.
Eines vorweg: Die Bedeutungen stammen aus dem Volksbrauch, eine verbindliche Liste gibt es nicht. Nimm sie als Gesprächsanlass, nicht als Prophezeiung.
Was ist Bleigießen – und was ist Wachsgießen?
Beim Bleigießen wird ein Stück Metall auf einem Löffel über einer Flamme geschmolzen und dann mit Schwung in kaltes Wasser gekippt. Das flüssige Metall erstarrt in Sekundenbruchteilen zu einer bizarren, zerklüfteten Form. Diese Form – oder ihr Schatten an der Wand – wird anschließend gedeutet: Was sie darstellt, soll verraten, was das kommende Jahr bringt.
Wachsgießen funktioniert nach demselben Prinzip, nur eben mit Kerzenwachs statt Metall. Auch Zinngießen ist eine Variante, bei der das giftige Blei durch Zinn ersetzt wird. Für alle drei Formen gelten dieselben Deutungen.
Der Fachbegriff für das Orakel lautet Molybdomantie. Er setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen: mólybdos heißt Blei, manteía bedeutet Weissagung. Wörtlich also: Wahrsagen mit Blei.
Herkunft: vom Losorakel zum Silvesterspaß
Wie alt der Brauch genau ist, lässt sich schwer sagen. Viele Darstellungen führen das Gießen von Metall bis in die römische Antike zurück; handfeste Einzelheiten dazu sind allerdings spärlich. Sicher ist, dass Orakel mit geschmolzenem Blei, Zinn oder Wachs in weiten Teilen Europas verbreitet waren. Volkskundliche Nachschlagewerke wie das „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“, erschienen zwischen 1927 und 1942, zeigen, wie dicht das Netz solcher Zukunftsbräuche einmal war.
Gegossen und gedeutet wurde vor allem in den sogenannten Losnächten. So nannte man Nächte, in denen der Blick in die Zukunft der Überlieferung nach besonders leicht gelingen sollte: die Andreasnacht Ende November, die Thomasnacht im Dezember, die Weihnachtszeit und eben Silvester. Häufig ging es dabei um die Liebe – wen man heiraten würde und wann. Heute hat sich das Gießen in Deutschland, Österreich und der Schweiz fast vollständig auf den 31. Dezember verlagert. Die dunklen Tage zwischen den Jahren und ihre eigenen Bräuche stellen wir im Beitrag über die Rauhnächte ausführlich vor.
In Finnland gießt man an Neujahr traditionell Zinn, in Tschechien gehört das Gießen zu den Weihnachtsbräuchen, in der Türkei ist ein ähnliches Ritual bekannt. In Polen wird am Andreasabend Wachs in kaltes Wasser gegossen – dort ist das Wachsgießen also kein Ersatz, sondern seit Langem die eigentliche Tradition.
Warum Bleigießen abgeschafft wurde
Seit 2018 dürfen in der EU keine Bleigieß-Sets mehr an Privatleute verkauft werden. Den Ausschlag gab das europäische Chemikalienrecht: Blei wurde als fortpflanzungsgefährdend eingestuft, und für Produkte, die an Verbraucherinnen und Verbraucher gehen, gilt seither ein strenger Grenzwert für den Bleigehalt. Das Gießmetall aus den klassischen Sets bestand aber zum größten Teil aus Blei – Untersuchungen von Verbraucherorganisationen fanden Anteile von über 70 Prozent. Damit lagen die Sets um ein Vielfaches über dem Erlaubten.
Die Gründe für die Regel sind gut nachvollziehbar. Beim Erhitzen können Bleidämpfe entstehen, die man einatmet. Beim Anfassen der Figuren bleibt Blei an den Händen hängen und gelangt über Essen und Trinken in den Körper. Besonders empfindlich reagieren Ungeborene, Babys und kleine Kinder; für die Wirkung von Blei auf das Nervensystem ist nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung kein unbedenklicher Schwellenwert bekannt.
Verboten ist der Verkauf – nicht das Bleigießen als solches. Wer noch ein altes Set in der Schublade hat, sollte es trotzdem nicht mehr benutzen. Blei gehört nicht in den Hausmüll, sondern zur Schadstoffsammlung deines Wertstoffhofs oder Schadstoffmobils.
Zinngießen oder Wachsgießen: die Alternativen im Vergleich
Seit das Blei aus den Regalen verschwunden ist, haben sich zwei Ersatzmaterialien durchgesetzt.
Zinngießen
Zinn kommt dem alten Gießgefühl am nächsten. Es schmilzt bei rund 232 Grad und damit deutlich früher als Blei, das erst bei etwa 327 Grad flüssig wird. Metallisches Zinn ist nach Einschätzung der Stiftung Warentest ungiftig, und das Bundesinstitut für Risikobewertung hat keine Hinweise auf Gesundheitsschäden durch Zinngießen. Ein Haken bleibt: Wirklich bleifrei ist nur Reinzinn. Gießzinn, das eigentlich für Zinnfiguren gedacht ist, kann Blei enthalten. Schau deshalb auf die Materialangabe, bevor du Zinn aus einer unklaren Quelle schmilzt.
Wachsgießen
Wachs ist die einfachste und günstigste Lösung, denn Kerzenreste hat fast jeder Haushalt. Es braucht keine offene Flamme unter einem Metalllöffel und eignet sich deshalb besonders, wenn Kinder mitmachen. Die Nachteile: Wachsfiguren brechen leichter, wenn du sie aus dem Wasser fischst, und manche Wachssorten breiten sich als flache Scheibe auf der Oberfläche aus, statt abzusinken.
Wachsgießen-Anleitung: so klappt es mit Kerzenresten
Du brauchst kein fertiges Set. Diese Dinge genügen:
- Kerzenreste oder Teelichter, gern in verschiedenen Farben
- einen alten Esslöffel, den du danach nicht mehr für Essen brauchst
- ein Teelicht oder eine standfeste Kerze als Wärmequelle
- eine Schüssel mit sehr kaltem Wasser, ruhig mit ein paar Eiswürfeln
- ein Küchenhandtuch und eine abwaschbare Unterlage
- eine Taschenlampe oder eine helle Kerze für den Schatten
So gehst du vor:
- Arbeitsplatz vorbereiten: Stell die Wasserschüssel auf eine feste, nicht brennbare Unterlage. Halte Abstand zu Vorhängen, Servietten und Tannengrün.
- Wachs zerkleinern: Brich die Kerzenreste in daumennagelgroße Stücke und entferne Dochtreste, so weit es geht.
- Schmelzen: Leg ein Stück Wachs auf den Löffel und halte ihn über die Flamme, bis alles flüssig ist. Die Einfachvariante kommt ohne Löffel aus: Lass ein Teelicht so lange brennen, bis die Oberfläche komplett geschmolzen ist, puste es aus und gieße das flüssige Wachs direkt aus dem Schälchen.
- Gießen: Kipp das Wachs zügig und mit etwas Schwung ins Wasser. Je schneller und kälter, desto zerklüfteter die Figur. Langsames Tröpfeln ergibt eher Pfannkuchen.
- Erstarren lassen: Warte ein paar Sekunden, dann nimm die Figur vorsichtig mit den Fingern oder einem Löffel heraus und tupfe sie trocken.
- Deuten: Halte die Figur zwischen Lichtquelle und Wand und dreh sie langsam, bis der Schatten etwas erzählt.
Tipp für bessere Formen: Paraffinreste von schlichten Haushaltskerzen erstarren meist schneller und formschöner als sehr weiches Wachs. Wenn das Wachs auf dem Wasser zerfließt, hilft kälteres Wasser oder ein kräftigerer Schwung beim Gießen.
Sicherheit beim Wachsgießen
Wachsgießen ist harmlos, solange ein paar Regeln gelten.
- Niemals Wasser ins heiße Wachs: Gerät Wasser in sehr heißes, flüssiges Wachs, kann es heftig spritzen. Gieße immer nur Wachs ins Wasser, nie umgekehrt.
- Brennendes Wachs nicht mit Wasser löschen: Fängt Wachs Feuer, ersticke die Flamme mit einem Deckel oder einer Löschdecke.
- Nichts überhitzen: Wachs nie direkt auf der Herdplatte schmelzen. Ein kleines Stück über dem Teelicht genügt, und den heißen Löffel fasst du mit einem Topflappen an.
- Kinder begleiten: Kleine Kinder gießen nur zusammen mit einem Erwachsenen. Die einfachste Variante für sie ist das ausgepustete Teelicht.
- Feuerwerk trennen: Gieße drinnen, bevor es draußen knallt, und nicht in der Nähe von Raketen oder Wunderkerzen.
Figuren deuten: so liest du Wachs, Zinn und Blei
Bevor du in der Liste unten nachschlägst, schau erst frei hin: Was dir spontan einfällt, sagt oft mehr als jede überlieferte Deutung.
- Der Schatten: Klassisch wird nicht die Figur selbst gedeutet, sondern ihr Schatten an der Wand. Dreh sie langsam im Licht – aus einem Klumpen wird so manchmal ein Drache, ein Hase oder ein Gesicht.
- Die Oberfläche: Eine glatte Figur wird gern als ruhiges, ausgeglichenes Jahr gelesen. Viele Bläschen, Löcher oder Perlen gelten in vielen Familien als Hinweis auf Geld.
- Zerbrochene Figuren: Ist die Form beim Herausnehmen zerbrochen, deuten manche das als kleine Hindernisse. Freundlicher und genauso überliefert: Jedes Teil steht für eine eigene Überraschung.
- Formlose Klumpen: Kein Grund zur Sorge. Ein unförmiger Klumpen wird oft als offenes Jahr gedeutet, in dem du vieles selbst gestalten kannst.
- Die Gruppe hat das letzte Wort: Wenn drei Leute drei verschiedene Tiere sehen, gilt die schönste Deutung.
Wachsgießen und Bleigießen: Bedeutungen von A bis Z
Die folgenden Bedeutungen sind volkstümlich überliefert und tauchen in ähnlicher Form in vielen Familien und Regionen auf – mit teils deutlichen Abweichungen. Sie passen auf Wachs-, Zinn- und Bleifiguren gleichermaßen. Wo eine Form traditionell zwei Lesarten hat, findest du beide.
A bis C
- Adler: steht für Weitblick und den Mut, dir höhere Ziele zu setzen.
- Affe: kündigt ein Jahr mit viel Albernheit an – oder jemanden, der dich nachahmt.
- Anker: gilt als Zeichen für Halt und Hoffnung, häufig auch für eine Bindung, die Stürme aushält.
- Apfel: wird als Gesundheit und Fruchtbarkeit gelesen, in manchen Deutungen auch als süße Versuchung.
- Auge: rät, genauer hinzusehen – oder verrät, dass jemand ein Auge auf dich geworfen hat.
- Auto: deutet auf Bewegung, eine Reise oder einen Ortswechsel hin.
- Ball: verspricht Leichtigkeit; vieles kommt ins Rollen.
- Baum: steht für Wachstum und Beständigkeit, mit vielen Ästen gern für eine große Familie.
- Berg: eine Herausforderung, die du mit Ausdauer meisterst.
- Biene: Fleiß, der sich am Ende auszahlt.
- Blitz: eine plötzliche Eingebung oder eine Überraschung, mit der niemand gerechnet hat.
- Blume: Freundschaft, Zuneigung und eine aufblühende Zeit.
- Boot: ein Aufbruch zu neuen Ufern, manchmal ganz wörtlich eine Reise übers Wasser.
- Brief: eine Nachricht, die dich erreicht und etwas in Gang setzt.
- Brücke: Versöhnung oder der Übergang in einen neuen Lebensabschnitt.
- Buch: du lernst etwas Neues oder schreibst ein eigenes Kapitel.
- Burg: Schutz, Geborgenheit und ein sicherer Rückzugsort.
D bis G
- Delfin: Lebensfreude, Verspieltheit und gute Gesellschaft.
- Drache: große Energie und Leidenschaft; manche lesen ihn auch als Kraftprobe.
- Dreieck: wird unterschiedlich gedeutet – als Erfolgszeichen oder als Hinweis auf eine Dreierkonstellation.
- Ei: ein Neubeginn oder eine Idee kurz vor dem Schlüpfen.
- Eichhörnchen: kluge Vorsorge; was du jetzt zurücklegst, hilft dir später.
- Elefant: Stärke, ein gutes Gedächtnis und Glück, besonders mit erhobenem Rüssel.
- Engel: Schutz, Beistand und gute Nachrichten.
- Ente: ein gemütliches, geselliges Jahr mit viel Geplauder.
- Eule: Weisheit und kluge Entscheidungen.
- Fächer: ein Flirt, der Luft in den Alltag bringt.
- Feder: Leichtigkeit; Sorgen wiegen weniger schwer.
- Fisch: Glück und Geldsegen.
- Flasche: Grund zum Feiern – und ein augenzwinkernder Hinweis aufs rechte Maß.
- Flügel: Freiheit und Aufschwung.
- Frosch: eine Verwandlung oder ein unverhofftes Glück.
- Gabel: eine Weggabelung, an der du dich entscheiden darfst.
- Geige: Harmonie, Romantik und schöne Stunden zu zweit.
- Gesicht: eine neue Bekanntschaft, die dir wichtig wird.
- Glocke: frohe Botschaften, ein Fest, vielleicht sogar eine Hochzeit.
H bis K
- Hand: Hilfe, Freundschaft und Menschen, die dir beistehen.
- Hase: Fruchtbarkeit und Glück; in manchen Familien auch ein Zeichen für Schüchternheit.
- Haus: Geborgenheit, ein Umzug oder Zuwachs in der Familie.
- Herz: Liebe, Verliebtheit oder eine Herzensangelegenheit, die gut ausgeht.
- Hufeisen: klassisches Glückssymbol, vor allem mit der Öffnung nach oben.
- Hund: Treue und verlässliche Freundschaft.
- Hut: Anerkennung und Ehre.
- Igel: Vorsicht; du schützt, was dir wichtig ist.
- Insel: eine Auszeit, Ruhe und Zeit für dich.
- Kamel: Ausdauer, mit der du auch lange Strecken schaffst.
- Katze: Unabhängigkeit; ältere Listen lesen sie auch als Warnung vor Falschheit.
- Kerze: Licht, Hoffnung und besinnliche Momente.
- Kette: eine feste Bindung, mitunter auch eine Verpflichtung.
- Kirche: ein Fest im Familienkreis – Hochzeit, Taufe oder Jubiläum.
- Kleeblatt: Glück, je mehr Blätter, desto mehr.
- Knoten: eine Verbindung oder ein Problem, das sich löst.
- Koffer: eine Reise steht an.
- Krone: Erfolg, Anerkennung und ein persönlicher Triumph.
- Kreuz: wird verschieden gelesen: als Glaube, als Last oder als Kreuzung, an der du eine Richtung wählst.
- Kugel: etwas rundet sich ab und gelingt.
L bis P
- Laterne: Orientierung in einer unübersichtlichen Zeit.
- Leiter: beruflicher oder persönlicher Aufstieg, Stufe für Stufe.
- Löwe: Mut, Stärke und Selbstvertrauen.
- Maus: kleine Ersparnisse, die sich summieren.
- Messer: in manchen Listen ein Hinweis auf Streit, in anderen der klare Schnitt mit Altem.
- Mond: Romantik und Träume; als Sichel steht er für Wandel.
- Muschel: ein Geheimnis, das gut aufgehoben ist.
- Nadel: kleine Sticheleien oder Ärgernisse, die schnell vergehen.
- Nest: Familie, ein Zuhause und Wärme.
- Ohr: Neuigkeiten, die dir zu Ohren kommen – und die Kunst des Zuhörens.
- Palme: Erholung, Urlaub und ein Hauch Fernweh.
- Pfeil: ein klares Ziel, auf das du zusteuerst.
- Pferd: Kraft und schnelles Vorankommen.
- Pilz: ein Glücksfall, der plötzlich aus dem Boden schießt.
- Pinsel: Kreativität und neue Ideen.
R bis S
- Rad: Veränderung und Bewegung; das Leben dreht sich weiter.
- Rakete: ein steiler Aufstieg, besonders passend in der Silvesternacht.
- Ring: Treue, Verbundenheit und manchmal eine Verlobung.
- Rose: Liebe und Romantik.
- Schere: du trennst dich von Ballast; manche lesen sie auch als Streit.
- Schiff: eine große Reise oder ein neuer Lebensabschnitt.
- Schlange: Klugheit und Heilung, in anderen Deutungen eine Warnung vor Misstrauen.
- Schlüssel: eine Lösung oder eine Tür, die sich öffnet.
- Schmetterling: Verwandlung und Schmetterlinge im Bauch.
- Schnecke: Geduld; was langsam wächst, hält länger.
- Schuh: ein neuer Weg oder ein Schritt in eine neue Richtung.
- Schwan: Anmut und eine treue Partnerschaft.
- Schwein: eines der beliebtesten Glückssymbole überhaupt.
- Sonne: Lebensfreude, Wärme und Erfolg.
- Spinne: Fleiß und ein gutes Netzwerk; volkstümlich manchmal auch Geldglück.
- Stern: ein Wunsch, der in Erfüllung geht.
- Stiefel: du kommst gut voran, auch auf holprigem Weg.
- Stuhl: eine neue Position oder endlich Zeit zum Ausruhen.
T bis Z
- Taube: Frieden und eine liebevolle Botschaft.
- Tisch: Geselligkeit, Gäste und gemeinsame Mahlzeiten.
- Tor: neue Möglichkeiten, die sich auftun.
- Treppe: schrittweiser Aufstieg.
- Tropfen: viele kleine Tropfen gelten als Geldsegen, ein einzelner großer manchmal als Träne.
- Turm: Ehrgeiz und der Überblick von oben.
- Uhr: Zeit für eine Veränderung – oder ein Aufruf zur Geduld.
- Vase: ein Geschenk oder eine Freundschaft, die gepflegt werden will.
- Vogel: gute Nachrichten und Freiheit.
- Vulkan: Leidenschaft und Gefühle, die nach außen wollen.
- Waage: Ausgleich und eine faire Entscheidung.
- Wal: ein großes Vorhaben, das Raum braucht.
- Welle: ein Auf und Ab, das dich in Bewegung hält.
- Wolke: Träumereien oder Unklarheit, die sich bald lichtet.
- Würfel: ein Risiko, das sich lohnen kann.
- Zelt: Abenteuer und Ausflüge ins Ungewisse.
- Zug: eine Reise oder ein Aufbruch, bei dem du nicht allein bist.
- Zwerg: kleine Helfer und Glück im Verborgenen.
Deine Figur fehlt? Dann überleg, wofür das Ding im Alltag steht, und mach daraus einen Wunsch: Eine Tasse wird so zu gemütlichen Abenden, ein Fahrrad zu mehr Bewegung.
Deuten als Spiel: in der Gruppe, als Paar, mit Kindern
Am meisten Spaß macht das Gießen, wenn das Deuten selbst zum Spiel wird.
In der Gruppe
Jede Person gießt, aber deuten dürfen nur die anderen. Wer die Figur gegossen hat, hört zu und wählt am Ende die Deutung, die ihm am besten gefällt. So entsteht ein Wettbewerb um die freundlichste Idee. Wer mag, notiert die Ergebnisse und liest sie nächstes Silvester wieder vor – ein Mini-Jahresrückblick, zu dem auch die Sprüche zum Jahreswechsel passen.
Als Paar
Gießt füreinander statt für euch selbst: Du gießt die Figur deines Gegenübers und erklärst, was du ihm oder ihr für das neue Jahr wünschst. Das führt oft zu einem ehrlichen Gespräch darüber, was euch im neuen Jahr wichtig ist. Wer daraus konkrete Pläne machen möchte, findet Anregungen bei den Vorsätzen für die Beziehung.
Allein
Auch wer den Abend für sich verbringt, kann gießen. Ein Teelicht, eine Schüssel Wasser, ein Notizbuch – mehr braucht es nicht für ein kleines Ritual. Weitere Ideen für einen entspannten Abend ohne Partystress sammelt der Beitrag über Silvester als Single.
Mit Kindern
Kinder lieben das Schattenraten. Lass sie zuerst sagen, was sie sehen, und ergänze nur freundliche Deutungen. Wer gar nicht gießen möchte, findet bei den Silvesterspielen Ideen, die ohne Wachs und Flamme auskommen.
Und wenn die Figuren gedeutet und die Schüsseln weggeräumt sind, ist es meist nicht mehr weit bis Mitternacht. Passende Worte für diesen Moment findest du in unseren Silvester-Sprüchen und in den Grüßen für einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Häufige Fragen
Was bedeuten die Figuren beim Bleigießen?
Die Figuren beim Bleigießen werden als Hinweise auf das kommende Jahr gedeutet: Ein Herz steht etwa für Liebe, ein Schwein oder Kleeblatt für Glück, ein Schiff für eine Reise. Die Deutungen sind volkstümlich überliefert und gelten für Wachs- und Zinnfiguren genauso. Eine verbindliche Liste gibt es nicht.
Ist Zinngießen noch erlaubt?
Ja, Zinngießen ist erlaubt, und Zinn-Sets dürfen verkauft werden. Metallisches Zinn gilt als ungiftig. Achte aber auf die Materialangabe: Nur Reinzinn ist sicher bleifrei, Gießzinn für Zinnfiguren kann Blei enthalten. Wie beim Wachs gilt: Kinder nur mit Erwachsenen gießen lassen.
Was ist das Bleigießen?
Bleigießen ist ein alter Orakelbrauch, der heute vor allem an Silvester gepflegt wird. Man schmilzt Metall über einer Flamme, gießt es in kaltes Wasser und deutet die entstandene Form oder ihren Schatten als Vorzeichen für das neue Jahr. Der Fachbegriff dafür lautet Molybdomantie.
Warum wurde Bleigießen abgeschafft?
Bleigießen wurde nicht als Brauch verboten, aber seit 2018 dürfen in der EU keine Bleigieß-Sets mehr an Verbraucher verkauft werden. Blei ist giftig und wurde im europäischen Chemikalienrecht als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Das Gießmetall der Sets lag weit über dem zulässigen Bleigehalt.
Was mache ich mit einem alten Bleigieß-Set?
Benutze es nicht mehr und wirf es auch nicht in den Hausmüll. Alte Bleirohlinge und bereits gegossene Bleifiguren gehören zur Schadstoffsammlung, etwa auf dem Wertstoffhof. Bis dahin bewahrst du sie außer Reichweite von Kindern auf.
Kann man Wachsgießen auch mit Kindern machen?
Ja, Wachsgießen eignet sich gut für Kinder, solange ein Erwachsener dabei ist. Am sichersten ist die Teelicht-Variante: Wachs schmelzen lassen, Flamme auspusten, Wachs ins kalte Wasser gießen. Heißes Wachs kann trotzdem brennen, also langsam und mit Abstand arbeiten.
Fazit: Wachs statt Blei, Freude statt Prophezeiung
Das Bleigießen hat seine giftige Zutat verloren, aber nichts von seinem Reiz. Mit Kerzenresten, einer Schüssel kaltem Wasser und einer Lampe für den Schatten holst du dir den alten Brauch sicher an den Silvestertisch. Die überlieferten Bedeutungen geben dir dabei Stoff zum Lachen und Wünschen – wirklich ernst nehmen musst du sie nicht. Am schönsten ist das Gießen ohnehin dann, wenn ihr euch gegenseitig nur Gutes aus dem Wachs lest und ein paar dieser Wünsche mit ins neue Jahr nehmt.










