Heilige Drei Könige: Bibel, Legende, Feiertag und Sternsinger

Heilige Drei Könige am 6. Januar: was Matthäus wirklich erzählt, woher Caspar, Melchior und Balthasar stammen, wo Feiertag ist und was C+M+B bedeutet.

von Sophia Richter15 Min. Lesezeit
Heilige Drei Könige: Bibel, Legende, Feiertag und Sternsinger
Inhalt 11 Abschnitte
  1. Heilige Drei Könige in der Bibel: was Matthäus erzählt
  2. Von Sterndeutern zu Königen: wie die Legende gewachsen ist
  3. Heilige Drei Könige Namen: Caspar, Melchior und Balthasar
  4. Welcher König ist schwarz? Erdteile, Lebensalter und Bilder
  5. Die Reliquien im Kölner Dom: von Mailand an den Rhein
  6. Epiphanias: was am Dreikönigstag eigentlich gefeiert wird
  7. Heilige Drei Könige Feiertag: Deutschland, Österreich und die Schweiz
  8. Sternsinger und C+M+B: der Segen an der Haustür
  9. Schwarz geschminkte Sternsinger: worum es in der Debatte geht
  10. Dreikönigstag-Bräuche: Kuchen, Kreide und das Ende der Weihnachtszeit
  11. Heilige Drei Könige mit Kindern: Ideen für den Dreikönigstag

Am 6. Januar stehen sie an vielen Haustüren: drei Kinder mit Krone, Umhang und einem Stern an der Stange, die singen, einen Segen sprechen und mit Kreide Buchstaben an den Türrahmen schreiben. Heilige Drei Könige, so nennt der Volksmund die Besucher aus dem Morgenland, gehören zu den bekanntesten Figuren der Weihnachtszeit, dabei steht in der Bibel weder, dass sie Könige waren, noch, dass es drei gewesen sind. Was ist also biblisch, was Legende, und warum ist der Dreikönigstag nur in manchen Regionen ein freier Tag?

In diesem Ratgeber findest du den Bibeltext im Wortlaut, die Geschichte der Legende von den Namen bis zur Hautfarbe, die Reise der Reliquien nach Köln, eine Übersicht, wo der 6. Januar ein Feiertag ist, und alles über Sternsinger und die Buchstaben C+M+B. Dazu kommen Bräuche aus Europa und Ideen für den Tag mit Kindern.

Heilige Drei Könige in der Bibel: was Matthäus erzählt

Die gesamte Geschichte stützt sich auf eine einzige Stelle im Neuen Testament: das zweite Kapitel des Matthäusevangeliums, Verse 1 bis 12. Lukas, der die Hirten und die Krippe schildert, erwähnt die Besucher aus dem Osten mit keinem Wort. Bei Matthäus klingt der Anfang in der Lutherübersetzung von 1912 so:

„Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.“ (Matthäus 2,1–2)

„Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.“ (Matthäus 2,9–11)

Im griechischen Original heißen die Besucher magoi. Das Wort bezeichnete ursprünglich Angehörige einer persischen Priesterkaste und wurde später allgemein für Gelehrte verwendet, die den Himmel beobachteten und Zeichen deuteten. Luther übersetzte es mit „Weise“, neuere Bibelausgaben sprechen meist von Sterndeutern. Eine Zahl nennt der Text nicht, einen Königstitel auch nicht, und Namen schon gar nicht. Bemerkenswert ist noch ein Detail: Die Fremden finden das Kind in einem Haus, nicht in einem Stall.

Theologisch zählt für Matthäus der Kontrast: Fremde erkennen in dem Kind einen König, der eigene Herrscher Herodes sieht in ihm eine Bedrohung. Die Auslegung las darin früh, dass die Botschaft allen Völkern gilt. Wer die Geschichte für Kinder nacherzählen möchte, findet eine kindgerechte Fassung in unserer Weihnachtsgeschichte für Kinder.

Von Sterndeutern zu Königen: wie die Legende gewachsen ist

Dass aus namenlosen Sterndeutern drei gekrönte Häupter wurden, ist das Ergebnis jahrhundertelanger Ausschmückung, deren Schritte sich gut verfolgen lassen.

  • Die Dreizahl: Matthäus zählt drei Gaben auf, Gold, Weihrauch und Myrrhe. Daraus schloss man auf drei Überbringer. Als einer der ersten Autoren, bei denen die Zahl drei auftaucht, gilt der Kirchenschriftsteller Origenes im 3. Jahrhundert. In der östlichen Tradition kursierten zeitweise auch andere Zahlen, bis hin zu zwölf.
  • Der Königstitel: Der nordafrikanische Theologe Tertullian beschrieb die Magier zu Beginn des 3. Jahrhunderts als beinahe königlich. Vollständig zu Königen wurden sie in der lateinischen Kirche erst einige Generationen später, unter anderem bei Caesarius von Arles im 6. Jahrhundert.
  • Der Bezug zum Alten Testament: Den Königstitel legten zwei Bibelstellen nahe, die man als Vorausdeutung las. In Psalm 72,10 heißt es in der Lutherbibel von 1912: „Die Könige zu Tharsis und auf den Inseln werden Geschenke bringen; die Könige aus Reicharabien und Seba werden Gaben zuführen.“ Und bei Jesaja 60,6 kommen Menschen aus Saba, die „Gold und Weihrauch bringen“.
  • Die Deutung der Gaben: Theologen lasen die drei Geschenke symbolisch, verbreitet ist die Zuordnung Gold für den König, Weihrauch für Gott und Myrrhe als Hinweis auf Leiden und Tod, denn Myrrhe diente auch zum Einbalsamieren.

Fälschungen im heutigen Sinn sind diese Erweiterungen nicht: Prediger und Künstler füllten eine knappe Erzählung mit Bildern, die für sie Sinn ergaben.

Heilige Drei Könige Namen: Caspar, Melchior und Balthasar

Die Frage, wie die Heiligen Drei Könige wirklich heißen, hat eine ehrliche Antwort: Wir wissen es nicht. Die Bibel nennt keine Namen. Die heute vertrauten Namen Caspar, Melchior und Balthasar tauchen in lateinischen Texten seit dem frühen Mittelalter auf. Als einer der ältesten Belege gilt eine lateinische Weltchronik, die unter dem Titel Excerpta Latina Barbari bekannt ist und meist ins 6. Jahrhundert datiert wird. Die Namen stehen dort noch in abweichenden Schreibweisen.

Durchgesetzt haben sich die Namen im Westen erst im Lauf der folgenden Jahrhunderte. Andere christliche Traditionen kannten ganz andere Namen, die syrische Überlieferung etwa persisch klingende Bezeichnungen. Auch die Schreibweise schwankt bis heute zwischen Caspar, Kaspar und Gaspar.

Namensbedeutungen werden oft mit großer Sicherheit angegeben, obwohl schon die Herkunft der Namen unklar ist. Balthasar erinnert an den babylonischen Namen Belsazar aus dem Buch Daniel, Melchior wird oft aus dem Hebräischen als „König des Lichts“ gedeutet. Beides sind Deutungsversuche, keine gesicherten Herleitungen.

Welcher König ist schwarz? Erdteile, Lebensalter und Bilder

Ein Text aus dem frühen Mittelalter, der lange dem englischen Gelehrten Beda Venerabilis zugeschrieben wurde, beschreibt die drei sehr anschaulich: Melchior als alten Mann mit weißem Bart, Caspar als bartlosen Jüngling und Balthasar als Mann mittleren Alters mit dunklem Bart. Das lateinische Wort für dunkel bezog sich dabei auf den Bart, nicht auf die Haut. Die drei standen damit für die Lebensalter, also dafür, dass Menschen jeden Alters dem Kind huldigen.

Eine zweite Deutung ordnete die drei den damals bekannten Erdteilen zu: Europa, Asien und Afrika. Ausgehend von dieser Idee wurde einer der Könige in der Kunst zunehmend mit dunkler Haut dargestellt. Vereinzelt geschah das seit dem 12. Jahrhundert, regelmäßig dann seit dem 15. und 16. Jahrhundert. Ein bekanntes Beispiel ist Albrecht Dürers „Anbetung der Könige“ von 1504.

Welcher König der schwarze ist, ist nicht festgelegt. In vielen deutschsprachigen Darstellungen und Krippen ist es Caspar, in anderen Ländern, etwa bei den großen Umzügen in Spanien, wird meist Balthasar als Afrikaner dargestellt. Weichen deine Krippenfiguren davon ab, ist also nichts falsch.

Die Reliquien im Kölner Dom: von Mailand an den Rhein

Dass die Heiligen Drei Könige gerade in Köln so präsent sind, hat einen handfesten Grund. Im Kölner Dom werden seit dem 12. Jahrhundert Gebeine verehrt, die als Reliquien der Könige gelten. Nach einer Legende soll Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, sie im 4. Jahrhundert im Osten gefunden haben, über Konstantinopel seien sie nach Mailand gelangt. Historisch greifbar werden sie erst in Mailand, in der Kirche Sant’Eustorgio.

Als Kaiser Friedrich Barbarossa Mailand 1162 erobert hatte, schenkte er die Reliquien 1164 seinem Kanzler Rainald von Dassel, der zugleich Erzbischof von Köln war. Am 23. Juli 1164 trafen sie in Köln ein. Für die Stadt war das ein enormer Gewinn an Ansehen: Pilger aus ganz Europa kamen, und der Strom der Besucher gilt als einer der Gründe, warum man 1248 mit dem Bau des gotischen Doms begann. Die drei Kronen im Kölner Stadtwappen erinnern bis heute an diese Verbindung.

Für die Gebeine entstand ungefähr zwischen 1190 und 1225 der Dreikönigenschrein, ein Werk aus vergoldetem Silber, Kupfer, Email und Edelsteinen, an dem maßgeblich die Werkstatt des Goldschmieds Nikolaus von Verdun beteiligt war. Er gilt als das größte und künstlerisch bedeutendste Reliquiar, das aus dem Mittelalter erhalten ist. Ob die Knochen tatsächlich von den Sterndeutern stammen, lässt sich nicht beweisen, als Kunstwerk ist der Schrein aber unbestritten.

Epiphanias: was am Dreikönigstag eigentlich gefeiert wird

Der kirchliche Name des Tages ist nicht „Dreikönigstag“, sondern Erscheinung des Herrn, griechisch Epiphanie, in der evangelischen Tradition meist Epiphanias. Gemeint ist das Sichtbarwerden Gottes in Jesus. Das Fest ist älter als das Weihnachtsfest am 25. Dezember. In den Kirchen des Ostens wurde der 6. Januar schon früh gefeiert, ursprünglich verband man dort Geburt und Taufe Jesu an einem Tag. Erst nachdem sich in Rom der 25. Dezember als Geburtsfest durchgesetzt hatte, übernahm der Westen den 6. Januar als eigenes Fest.

In der Westkirche verbinden sich mit dem Tag traditionell drei Ereignisse: der Besuch der Sterndeuter, die Taufe Jesu im Jordan und das Weinwunder bei der Hochzeit zu Kana. Im Volksmund hat sich der Besuch der Könige als Hauptthema durchgesetzt. In Süddeutschland und im Alpenraum kennt man auch ältere Namen wie Hochneujahr oder „Oberster“, die daran erinnern, dass hier lange das Ende des Festkreises rund um den Jahreswechsel lag.

Orthodoxe Kirchen, die nach dem julianischen Kalender feiern, begehen das Fest der Taufe Jesu, die Theophanie, am 19. Januar nach unserem Kalender. In der evangelischen Kirche schließt sich an den 6. Januar die Epiphaniaszeit an, die Sonntage danach werden als „Sonntage nach Epiphanias“ gezählt.

Heilige Drei Könige Feiertag: Deutschland, Österreich und die Schweiz

Ob du am 6. Januar frei hast, hängt davon ab, wo du lebst. In Deutschland sind Feiertage Ländersache, und Heilige Drei Könige ist in genau drei Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag:

  1. Baden-Württemberg
  2. Bayern
  3. Sachsen-Anhalt

Bayern und Baden-Württemberg sind stark katholisch geprägt, Sachsen-Anhalt dagegen historisch evangelisch, heute gehört dort die Mehrheit keiner Kirche an. In allen anderen Ländern, auch in Nordrhein-Westfalen mit seinem großen katholischen Bevölkerungsanteil und dem Kölner Dom, ist der 6. Januar ein normaler Arbeitstag. Kirchlich wird er trotzdem überall gefeiert.

In Österreich ist der 6. Jänner bundesweit ein gesetzlicher Feiertag, er steht im Feiertagsruhegesetz von 1957. In der Schweiz regelt jeder Kanton seine Feiertage selbst. Laut der Übersicht des Staatssekretariats für Wirtschaft ist der Dreikönigstag nur im Tessin den Sonntagen gleichgestellt. In einigen weiteren katholischen Gegenden wird er nach regionalen Medienberichten ebenfalls arbeitsfrei begangen, etwa in Teilen der Kantone Schwyz, Uri und Graubünden. Wer dort arbeitet, fragt am besten beim Arbeitgeber oder beim Kanton nach.

Auch anderswo in Europa ist der Tag frei, unter anderem in Italien, Spanien, Polen, Kroatien, Griechenland und Finnland. Im Jahr 2027 fällt der 6. Januar auf einen Mittwoch.

Sternsinger und C+M+B: der Segen an der Haustür

Das Sternsingen ist älter, als viele denken. Erste Belege für Gruppen, die um den Dreikönigstag mit einem Stern von Haus zu Haus zogen, stammen aus dem 16. Jahrhundert, unter anderem aus dem Kloster St. Peter in Salzburg im Jahr 1541. Oft baten Schüler oder arme Leute mit ihrem Gesang um Gaben, weshalb manche Obrigkeiten den Brauch zeitweise als Bettelei verboten.

Seine heutige Form bekam er nach dem Zweiten Weltkrieg. In Österreich organisiert die Katholische Jungschar das Sternsingen seit 1954. In Deutschland startete 1959 die Aktion Dreikönigssingen, getragen vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und, seit 1961, vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend. Die gesammelten Spenden fließen in Projekte für Kinder in aller Welt. Seit 2015 steht das Sternsingen im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Traditionell empfangen auch der Bundespräsident und der Bundeskanzler eine Gruppe von Sternsingern.

Zum Abschluss des Besuchs schreiben die Kinder mit geweihter Kreide den Segen über die Tür, für 2027 etwa in der Form 20*C+M+B+27. Die Ziffern rahmen die Jahreszahl ein, der Stern steht für den Stern von Bethlehem, die Pluszeichen werden als Kreuze gelesen. Für die drei Buchstaben gibt es zwei Lesarten:

  • Christus mansionem benedicat: lateinisch für „Christus segne dieses Haus“. Diese Deutung wird von den kirchlichen Trägern verwendet und hat sich seit etwa den 1950er-Jahren als offizielle Lesart durchgesetzt.
  • Caspar, Melchior, Balthasar: die ältere volkstümliche Deutung als Anfangsbuchstaben der Königsnamen. Für sie spricht, dass man früher regional auch K+M+B schrieb, was zur lateinischen Formel nicht passt.

Viele Familien lassen den Segen bis zum nächsten Jahr stehen. Mehr über Segensformeln für Haus und Familie findest du in unserer Sammlung von Segenswünschen.

Schwarz geschminkte Sternsinger: worum es in der Debatte geht

Lange war es vielerorts üblich, das Kind, das den afrikanischen König darstellt, mit schwarzer Farbe im Gesicht zu schminken. Seit einigen Jahren wird diese Praxis kritisch diskutiert. Kritiker verweisen auf die Geschichte des sogenannten Blackfacing, bei dem dunkle Hautfarbe in Theater und Unterhaltung zur Karikatur gemacht wurde, und darauf, dass sich schwarze Menschen dadurch herabgesetzt fühlen können. Befürworter halten dagegen, gemeint sei Wertschätzung, nicht Spott.

Die Organisatoren haben sich klar positioniert. Das Kindermissionswerk empfiehlt, auf das Schminken zu verzichten, und wirbt mit dem Motto „Kommt so, wie ihr seid!“. Im Herbst 2021 schlossen sich die katholischen Jugendverbände in den Erzbistümern Bamberg und Köln mit einem ausdrücklichen Appell an. Auch die Dreikönigsaktion in Österreich und missio in der Schweiz raten davon ab. Ziehen Kinder unterschiedlicher Herkunft gemeinsam los, zeigt die Gruppe auch ohne Farbe, dass der Segen allen gilt.

Dreikönigstag-Bräuche: Kuchen, Kreide und das Ende der Weihnachtszeit

Neben den Sternsingern gibt es rund um den 6. Januar weitere Bräuche, manche regional, manche europaweit.

  • Dreikönigskuchen: In der Schweiz gehört ein Hefegebäck aus mehreren Kugeln zum Tag. In einer davon ist eine kleine Königsfigur versteckt, wer sie findet, darf eine Papierkrone tragen. Der Brauch ist alt, war aber zwischenzeitlich weitgehend vergessen und wurde 1952 auf Anregung des Berner Brotforschers Max Währen von den Bäckern wiederbelebt. Früher entschied eine eingebackene Bohne über den „König“ des Tages.
  • Galette des Rois und Roscón de Reyes: In Frankreich isst man rund um Epiphanias einen Blätterteigkuchen mit Mandelfüllung, in Spanien einen Hefekranz mit kandierten Früchten. Auch hier ist eine kleine Figur verborgen.
  • Geschenke von den Königen: In Spanien bringen traditionell nicht Christkind oder Weihnachtsmann, sondern die Heiligen Drei Könige die Geschenke. Am Abend des 5. Januar ziehen in vielen Städten prächtige Umzüge durch die Straßen. In Italien kommt in der Nacht zum 6. Januar die Befana, eine gutmütige Hexe, die Kindern Süßigkeiten bringt.
  • Segnungen in der Kirche: In katholischen Gemeinden werden am Dreikönigstag vielerorts Wasser, Salz und Kreide gesegnet, mit denen Familien ihr Zuhause segnen.
  • Ende der Rauhnächte: Mit der Nacht auf den 6. Januar endet die Zeit der Rauhnächte. Was es mit den zwölf Nächten auf sich hat und welche Rituale dazugehören, steht ausführlich in unserem Ratgeber zu den Rauhnächten.

Viele Familien nehmen den Dreikönigstag außerdem zum Anlass, den Weihnachtsbaum abzuschmücken. Eine feste Regel gibt es nicht. Wer es traditionell mag, lässt Krippe und Grün bis zum 2. Februar stehen, an dem nach alter Zählung die Weihnachtszeit endet; mehr dazu im Artikel über Mariä Lichtmess. Auch der Mistelzweig wird je nach Region um Dreikönig oder erst Anfang Februar abgenommen, wie wir beim Mistelzweig beschreiben.

Heilige Drei Könige mit Kindern: Ideen für den Dreikönigstag

Für Kinder ist der Dreikönigstag ein schöner Abschluss der Feiertage, ganz ohne Geschenkestress. Ein paar einfache Ideen:

  • Die Könige wandern lassen: Stell die drei Krippenfiguren nach Weihnachten ein Stück entfernt auf, etwa auf ein Regal im Flur, und lass die Kinder sie jeden Tag ein Stück näher rücken. Am 6. Januar kommen sie an der Krippe an.
  • Kronen basteln: Tonkarton, Goldpapier und ein Pappstern am Kochlöffel ergeben in einer halben Stunde die Verkleidung.
  • Selbst einen Kuchen backen: Ein einfacher Hefezopf oder Rührkuchen mit einer versteckten Mandel tut es auch. Wer sie erwischt, ist König für den Tag und darf zum Beispiel das Abendessen aussuchen.
  • Über die Gaben sprechen: Gold, Weihrauch und Myrrhe sind für Kinder rätselhaft. Ein Stückchen Weihrauch zum Riechen, eine Goldmünze aus Schokolade und die Frage, was man selbst einem Baby schenken würde, öffnen ein gutes Gespräch.
  • Sternsinger empfangen oder mitmachen: Viele Pfarreien suchen jedes Jahr Kinder zum Mitlaufen. Bekommst du Besuch, freuen sich die Gruppen über eine Tasse Tee.

Wer im Herbst schon Sankt Martin mit Laterne gefeiert hat, wird Parallelen entdecken: Auch beim Sternsingen ziehen Kinder durch die Straßen, singen und teilen. Und wer zum Jahreswechsel noch Karten verschickt, findet passende Formulierungen bei den Neujahrswünschen.

Häufige Fragen

Wo ist am 06.01. überall Feiertag?

In Deutschland ist der 6. Januar nur in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt ein gesetzlicher Feiertag. In Österreich ist er landesweit frei, in der Schweiz hängt es vom Kanton ab. Auch Italien, Spanien, Polen, Kroatien, Griechenland und Finnland haben an diesem Tag einen Feiertag.

Wie heißen die Heiligen Drei Könige wirklich?

Ihre wirklichen Namen kennt niemand, denn das Matthäusevangelium nennt weder Namen noch Zahl. Caspar, Melchior und Balthasar sind Namen aus der späteren Überlieferung, die in lateinischen Texten seit dem frühen Mittelalter belegt sind. Andere christliche Traditionen kannten abweichende Namen.

Welcher von den drei Königen ist schwarz?

Das ist nicht festgelegt. In vielen deutschsprachigen Krippen und Bildern ist es Caspar, in Spanien und anderen Ländern meist Balthasar. Hinter der Darstellung steht die mittelalterliche Idee, dass die drei Könige die damals bekannten Erdteile Europa, Asien und Afrika vertreten.

Ist am 6.1 in Österreich ein Feiertag?

Ja. In Österreich ist der 6. Jänner, Heilige Drei Könige, in allen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Er ist im Feiertagsruhegesetz festgeschrieben, Geschäfte bleiben in der Regel geschlossen. Sternsinger sind dort rund um den Jahreswechsel unterwegs.

Ist Heilige Drei Könige in NRW ein Feiertag?

Nein. In Nordrhein-Westfalen ist der 6. Januar ein normaler Arbeitstag, obwohl in Köln die Reliquien der Könige verehrt werden. Gesetzlich frei ist der Tag in Deutschland nur in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt. Gottesdienste und Sternsingerbesuche gibt es trotzdem auch in NRW.

Was bedeutet 20*C+M+B+27 an der Tür?

Die Kreideschrift ist ein Haussegen der Sternsinger für das Jahr 2027. C+M+B wird kirchlich als „Christus mansionem benedicat“ gelesen, also „Christus segne dieses Haus“. Volkstümlich deutet man die Buchstaben auch als Initialen von Caspar, Melchior und Balthasar. Der Stern steht für den Stern von Bethlehem.

Warum feiert man Heilige Drei Könige am 6. Januar?

Der 6. Januar ist das alte Fest der Erscheinung des Herrn, das in der Ostkirche schon vor dem Weihnachtsfest am 25. Dezember gefeiert wurde. Im Westen erinnert es vor allem an den Besuch der Sterndeuter, dazu an die Taufe Jesu und die Hochzeit zu Kana.

Fazit: eine kurze Bibelstelle mit langer Wirkung

Die Heiligen Drei Könige zeigen, wie aus zwölf Versen bei Matthäus über Jahrhunderte ein ganzer Kosmos an Bildern, Namen und Bräuchen entstanden ist. Die Dreizahl, die Kronen, die Namen und die Zuordnung zu den Erdteilen sind Legende, aber eine, die viel über die Menschen erzählt, die sie weitergegeben haben. Ob du den 6. Januar als Feiertag, als Ende der Weihnachtszeit oder als Kuchentag begehst: Die Geschichte von Fremden, die weit reisen, um ein Kind zu beschenken, trägt auch ohne alle Details. Und wenn im Januar Kinder mit Stern an deiner Tür klingeln, weißt du jetzt, was hinter dem Kreidesegen steckt.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Luther, M. (Übers.) (1912): Die Bibel nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers, revidierter Text 1912. Privilegierte Württembergische Bibelanstalt
Redaktionell geprüft von Sophia Richter1 Quellen angegeben
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