Lichtmess fällt jedes Jahr auf den 2. Februar, genau 40 Tage nach Weihnachten. Kirchlich heißt der Tag heute „Darstellung des Herrn“, im Volksmund bleibt er Mariä Lichtmess: der Tag, an dem in vielen Kirchen Kerzen gesegnet werden, an dem in manchen Familien erst jetzt der Christbaum und die Krippe abgebaut werden und an dem früher auf den Höfen Knechte und Mägde ihren Jahreslohn bekamen. Dazu kommen Bauernregeln, die das Wetter des Tages als Hinweis auf den restlichen Winter lesen.
Hier erfährst du, was hinter dem Namen steckt, welche biblische Szene gefeiert wird und warum der Tag lange als Schluss der Weihnachtszeit galt. Dazu kommen alte Bräuche vom Zahltag bis zum Blasiussegen, die Verwandtschaft mit dem amerikanischen Murmeltiertag und Ideen für heute.
Lichtmess 2027: Datum und Wochentag
Lichtmess ist ein fester Termin und kein beweglicher Feiertag wie Ostern oder Pfingsten. Er liegt immer auf dem 2. Februar. Der Grund ist eine einfache Rechnung: Vom 25. Dezember aus gezählt ist der 2. Februar der 40. Tag. Diese Zahl hat einen biblischen Hintergrund, zu dem du weiter unten mehr liest.
- Lichtmess 2027: Dienstag, 2. Februar 2027
- Blasiustag 2027: Mittwoch, 3. Februar 2027
- Zum Vergleich: 2026 fiel Lichtmess auf einen Montag, 2028 liegt es auf einem Mittwoch.
Ein gesetzlicher Feiertag ist der Tag in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht. Kirchliche Quellen aus Bayern erwähnen, dass Lichtmess dort bis 1912 als Feiertag galt; die Landesverwaltung von Liechtenstein führt den 2. Februar bis heute als Feiertag. Katholische Gemeinden feiern das Fest an seinem Datum, meist mit einer Abendmesse und der Kerzensegnung.
Lichtmess Bedeutung: was der Name verrät
Das Wort setzt sich aus „Licht“ und „Messe“ zusammen. Gemeint ist der Gottesdienst, in dem die Kerzen für das kommende Jahr gesegnet und in einer Prozession durch die Kirche getragen werden. Der Tag trägt mehrere Namen, jeder mit eigenem Schwerpunkt:
- Mariä Reinigung: die frühere offizielle Bezeichnung in der katholischen Kirche. Sie stellt Maria in die Mitte, die nach jüdischem Gesetz 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes ein Reinigungsopfer brachte.
- Mariä Lichtmess: der volkstümliche Name, der vor allem in Süddeutschland und Österreich bis heute gebräuchlich ist.
- Darstellung des Herrn: der heutige Name im katholischen Kalender. Er rückt Jesus in den Vordergrund, der als erstgeborener Sohn im Tempel Gott „dargestellt“, also übergeben wurde.
- Hypapante: der Name in den Ostkirchen, griechisch für „Begegnung“. Gemeint ist die Begegnung des Kindes mit dem alten Simeon und der Prophetin Hanna.
Die Volksfrömmigkeit hält oft an einem Namen fest, auch wenn die Liturgie längst einen anderen verwendet. Wer heute von Lichtmess spricht, meint deshalb meist beides: das Kirchenfest und den Termin, an dem der Winter langsam seinen Griff lockert.
Darstellung des Herrn: die Szene im Tempel
Die biblische Grundlage steht im Lukasevangelium, Kapitel 2, Verse 22 bis 39. Maria und Josef bringen das Kind nach Jerusalem, um zwei Vorschriften zu erfüllen: die Reinigung der Mutter nach der Geburt, wie sie im 3. Buch Mose (Kapitel 12) geregelt ist, und die Weihe des Erstgeborenen an Gott nach dem 2. Buch Mose (Kapitel 13). Als Opfer bringen sie zwei Tauben, die Gabe, die das Gesetz für Familien vorsah, die sich kein Schaf leisten konnten.
Im Tempel treffen sie auf Simeon, einen frommen alten Mann, dem verheißen worden war, er werde nicht sterben, bevor er den Messias gesehen habe. Er nimmt das Kind auf die Arme und spricht einen Lobgesang, der in der Kirche als „Nunc dimittis“ bekannt ist. In der Übersetzung Martin Luthers in der revidierten Fassung von 1912 beginnt er so:
HERR, nun läßt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; / denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.
(Lukas 2,29–30, Luther 1912)
Wenig später nennt Simeon das Kind „ein Licht, zu erleuchten die Heiden“ (Lukas 2,32). Aus genau diesem Wort leitet sich die Lichtsymbolik des Festes ab. Danach tritt die hochbetagte Witwe Hanna hinzu, die Tag und Nacht im Tempel betete, und spricht über das Kind zu allen, die auf die Erlösung warteten. Die Szene ist eine Begegnung der Generationen: zwei sehr alte Menschen, die ein Leben lang gewartet haben, und ein Säugling.
Mariä Lichtmess: vom Jerusalemer Fest zum Februartermin
Das Fest gehört zu den ältesten im Kirchenjahr. Bezeugt ist es zuerst in Jerusalem im späten 4. Jahrhundert, und zwar durch den Reisebericht der Pilgerin Egeria. Gefeiert wurde damals allerdings am 14. Februar. Das passt zur Rechnung mit den 40 Tagen, denn die Jerusalemer Gemeinde beging die Geburt Christi zu dieser Zeit noch am 6. Januar.
Mit der Verbreitung des Weihnachtsfestes am 25. Dezember rückte auch der Folgetermin nach vorn. Nach der gängigen Darstellung legte Kaiser Justinian das Fest im Jahr 542 für das Oströmische Reich auf den 2. Februar. Von dort gelangte es in den Westen, wo es im Mittelalter immer stärker als Marienfest verstanden wurde, daher der Name Mariä Reinigung. Auch die Lichterprozession, die dem Tag seinen deutschen Namen gab, ist früh belegt.
Die Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil kehrte die Gewichtung wieder um. Im erneuerten römischen Kalender von 1969 heißt der Tag „Darstellung des Herrn“ und zählt als Herrenfest, also als Fest, das in erster Linie Christus gilt. Seit 1997 ist der 2. Februar zusätzlich der Tag des geweihten Lebens, der Ordensleuten gewidmet ist. In der evangelischen Kirche wird das Fest nur noch in einzelnen Gemeinden eigens gefeiert, taucht aber im Kirchenjahr als Schlusspunkt der Epiphaniaszeit wieder auf.
Kerzenweihe und Lichterprozession
Das sichtbarste Element des Tages ist die Segnung der Kerzen. Am Beginn des Gottesdienstes werden die Kerzen geweiht, die im kommenden Jahr in der Kirche brennen sollen, häufig in einer Prozession, bei der die Gläubigen brennende Kerzen in den Händen tragen. Viele bringen auch eigene Kerzen für zu Hause mit.
Im Volksbrauch hatten diese Kerzen feste Aufgaben. Überliefert ist etwa die Wetterkerze, die bei Gewitter angezündet wurde, oder die Kerze, die man Sterbenden in die Hand gab. In Bayern und Österreich verbreitet war der Wachsstock, ein langer, dünner Wachsfaden, der kunstvoll zu einem Päckchen oder einer Figur aufgewickelt war und als Geschenk diente. Volkskundliche Nachschlagewerke wie das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens haben die regionalen Vorstellungen rund um geweihte Lichtmesskerzen gesammelt. Sie sind als Überlieferung zu lesen, nicht als Anleitung.
Die Symbolik ist schlicht: Anfang Februar sind die Abende noch dunkel, aber spürbar länger als zur Wintersonnenwende. Ein ähnlicher Gedanke steckt in den Barbarazweigen, die im Advent mitten im Winter blühen sollen.
Ende der Weihnachtszeit: alte Tradition und heutige Liturgie
Ob Weihnachten an Lichtmess endet, hängt vom Kalender ab. Hier gehen Brauchtum und Liturgie auseinander.
- Katholisch heute: Seit der Kalenderreform von 1969 endet die liturgische Weihnachtszeit mit dem Fest der Taufe des Herrn am Sonntag nach dem 6. Januar. 2027 ist das Sonntag, der 10. Januar. Danach beginnt die Zeit im Jahreskreis.
- Katholisch früher: Lange galt der 2. Februar im Volksempfinden als Abschluss des weihnachtlichen Festkreises. Mit der Tempelszene war die Geschichte um die Geburt Jesu erzählerisch abgeschlossen.
- Evangelisch: Mit der Ordnung gottesdienstlicher Texte, die seit dem Kirchenjahr 2018/19 gilt, endet die Epiphaniaszeit mit der Woche, in die der 2. Februar fällt. Damit reicht der weihnachtliche Festkreis dort wieder bis Lichtmess.
- Altkatholisch: Die altkatholische Kirche hält am 2. Februar als Ende der Weihnachtszeit fest.
Vor Lichtmess liegt der Dreikönigstag, für viele Haushalte der eigentliche Abschluss der Feiertage. Was am 6. Januar gefeiert wird und wo er arbeitsfrei ist, liest du im Beitrag über die Heiligen Drei Könige. Mit diesem Datum enden auch die Rauhnächte, die zwölf Nächte zwischen den Jahren. Lichtmess ist der leise Nachklang, wenn der Alltag längst begonnen hat.
Christbaum bis Lichtmess: warum Baum und Krippe stehen bleiben
Aus diesem älteren Verständnis stammt der Brauch, den Christbaum bis zum 2. Februar stehen zu lassen. Wer Weihnachten als Zeit von 40 Tagen versteht, räumt den Baum nicht nach Neujahr weg, sondern erst, wenn diese Zeit vorbei ist. Ähnlich verhält es sich mit der Krippe: In vielen Kirchen bleibt sie bis Lichtmess aufgebaut, und manche Familien halten es zu Hause genauso.
Regional ist das unterschiedlich verbreitet. Genannt werden vor allem Teile Süd- und Westdeutschlands, Sachsen und das Erzgebirge sowie Tirol. Anderswo gilt der Dreikönigstag als Stichtag, und viele Gemeinden sammeln die Bäume Anfang Januar ein. Eine Parallele findet sich übrigens beim Weihnachtsgrün in England: Wie der Mistelzweig blieb es dort in manchen Gegenden ebenfalls bis Anfang Februar hängen.
Wenn du den Baum so lange behalten möchtest:
- Wasser: Ein Ständer mit Wasserbehälter, regelmäßig nachgefüllt, hält den Baum länger frisch.
- Brandschutz: Ein ausgetrockneter Baum brennt schnell. Echte Wachskerzen gehören ab Mitte Januar nicht mehr an die Zweige, eine elektrische Lichterkette ist die sichere Wahl.
- Kompromiss: Den Baum früher entsorgen und nur die Krippe bis Lichtmess stehen lassen.
Lichtmess im Bauernjahr: Zahltag und Schlenkeltage
Für die ländliche Bevölkerung war Lichtmess über Jahrhunderte vor allem ein wirtschaftlicher Stichtag. Mit dem 2. Februar begann das Bauernjahr, und das Dienstjahr der Knechte und Mägde endete. Sie erhielten an diesem Tag den Lohn für das vergangene Jahr, oft zusammen mit Naturalien oder Kleidung, und entschieden, ob sie auf dem Hof blieben oder sich eine neue Stelle suchten. Verträge wurden häufig per Handschlag für ein Jahr geschlossen.
Wer wechselte, packte seine Habseligkeiten in eine Truhe oder ein Bündel und zog weiter. Für die Tage zwischen Lichtmess und dem Agathatag am 5. Februar sind regional Bezeichnungen wie Schlenkeltage, Schlenggeltage oder Schlenkerertag überliefert. Der Name wird meist vom „Schlenkern“ abgeleitet, also vom Umherziehen mit dem Gepäck. Diese Tage waren für die Dienstboten frei, etwa für den Umzug oder einen Besuch bei der Familie.
Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft verschwand das Gesinde weitgehend, und mit ihm der Zahltag. Geblieben ist das Bild eines Tages, an dem Bilanz gezogen und neu verhandelt wurde. Die langen Winterabende in der Stube, an denen gesponnen und repariert wurde, gingen zu Ende, die Feldarbeit rückte näher.
Bauernregeln zu Lichtmess und was davon zu halten ist
Lichtmess gilt als einer der wichtigsten Lostage des Jahres, also als Tag, an dessen Wetter man den weiteren Verlauf ablesen wollte. Auffällig ist die Logik vieler Regeln: Schönes Wetter am 2. Februar gilt als schlechtes Zeichen, Sturm und Schnee als gutes. Die Sprüche sind Volksgut, in vielen Fassungen überliefert und regional verschieden. Verbreitet sind zum Beispiel:
- „Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird’s ein langer Winter sein.“
- „Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“
- „Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee.“
- „Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoche, geht er auf vier Wochen wieder zu Loche.“
- „Lichtmess, Spinnen vergess, bei Tag z’Nacht ess.“
Der letzte Spruch ist keine Wetterregel, sondern eine Beobachtung zum Tageslicht. Mit „z’Nacht essen“ ist das Abendessen gemeint: Ab Anfang Februar ist es abends lange genug hell, um es ohne Lampe einzunehmen, und die Spinnarbeit der Winterabende kann ruhen. Tatsächlich hat ein Ort in Mitteleuropa zu Lichtmess je nach Lage gut eine Stunde mehr Tageslicht als am kürzesten Tag des Jahres.
Als Wettervorhersage taugen die übrigen Regeln nicht. Das Wetter eines einzelnen Tages sagt nach heutigem meteorologischem Wissen nichts Verlässliches über die nächsten Wochen. Dazu kommt ein Kalenderproblem: Viele Lostagsregeln sind älter als die gregorianische Kalenderreform von 1582, bei der zehn Tage übersprungen wurden. Der Lichtmesstag der ursprünglichen Beobachtung lag also streng genommen später im Februar. Als Stück Sprachgeschichte zeigen die Sprüche trotzdem, wie sehnsüchtig Menschen auf das Ende des Winters gewartet haben.
Blasiussegen: der Tag nach Lichtmess
Direkt auf Lichtmess folgt der Gedenktag des heiligen Blasius. Über sein Leben ist wenig gesichert. Die Überlieferung macht ihn zu einem Bischof von Sebaste in Armenien, der Anfang des 4. Jahrhunderts als Märtyrer starb. Die bekannteste Legende erzählt, er habe einen Jungen gerettet, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Darauf geht seine Rolle als Patron bei Halsleiden zurück.
Beim Blasiussegen hält der Priester oder eine beauftragte Person zwei gekreuzte Kerzen vor den Hals des Gläubigen und spricht ein Segensgebet um Bewahrung vor Halskrankheiten und anderem Übel. Gespendet wird er in der katholischen Kirche seit dem 16. Jahrhundert, oft mit den gerade an Lichtmess geweihten Kerzen. Wer sich für Segensformeln interessiert, die auch außerhalb der Kirche funktionieren, findet in unseren Segenswünschen Anregungen für eigene Worte.
Murmeltiertag und Crêpes: Lichtmess in anderen Ländern
Am bekanntesten ist die Verwandtschaft mit dem amerikanischen Groundhog Day. Auch er fällt auf den 2. Februar. Die Idee stammt aus deutschsprachigen Einwandererfamilien in Pennsylvania, die die Wetterregel vom Dachs oder Igel mitbrachten, der an Lichtmess aus seinem Bau kommt. In der neuen Heimat übernahm das Waldmurmeltier diese Rolle. Sieht es seinen Schatten, soll der Winter noch sechs Wochen dauern. Als erste offizielle Feier gilt die in Punxsutawney im Jahr 1887; weltbekannt wurde der Brauch durch die Filmkomödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ von 1993.
In Frankreich heißt der Tag La Chandeleur, und dort gehören Crêpes dazu. Ihre runde, goldene Form wird gern als Bild für die zurückkehrende Sonne gedeutet. In Luxemburg ziehen Kinder am Liichtmëssdag mit Laternen von Haus zu Haus, singen ein Lied und bekommen Süßigkeiten, ein Brauch, der an den Laternenumzug zu Sankt Martin erinnert.
Lichtmess Bräuche für heute: Ideen für zu Hause
Du musst weder Bauer noch Kirchgänger sein, um mit dem Tag etwas anzufangen. Lichtmess eignet sich gut als persönlicher Wendepunkt zwischen Winter und Frühjahr:
- Ein Kerzenabend: Zünde bewusst eine neue Kerze an, ohne Bildschirm, mit einem Gespräch oder einem Buch. Passende Verse für die Jahreszeit findest du bei den Wintergedichten.
- Bilanz wie früher am Zahltag: Was hat dir der Winter gebracht, was nimmst du mit, was lässt du zurück? Zu zweit kann das ein ehrliches Gespräch darüber sein, wie ihr eure gemeinsame Zeit gestalten wollt, sobald die Abende wieder hell sind.
- Aufgaben neu verteilen: Die alte Tradition des Dienstwechsels lässt sich mit einem Augenzwinkern übertragen. Wer übernimmt im neuen Halbjahr was im Haushalt?
- Abschmücken als Familienritual: Mit Kindern wird das Wegräumen von Krippe und Baum zum kleinen Fest, wenn jede Figur einzeln verabschiedet und eine Kerze angezündet wird.
Für Paare liegt Lichtmess zudem günstig im Kalender. Bis zum Valentinstag sind es noch knapp zwei Wochen, genug Zeit, um sich etwas zu überlegen, ohne in Hektik zu geraten.
Häufige Fragen
Warum lässt man den Christbaum bis Lichtmess stehen?
Weil Lichtmess lange als Abschluss der 40-tägigen Weihnachtszeit galt. Wer dem folgt, lässt Christbaum und Krippe bis zum 2. Februar stehen, verbreitet etwa in Teilen Süddeutschlands, in Sachsen und in Tirol. Eine Pflicht ist das nicht: Liturgisch endet die katholische Weihnachtszeit heute schon im Januar.
Ist Mariä Lichtmess immer am 2. Februar?
Ja. Mariä Lichtmess ist ein festes Datum und liegt immer auf dem 2. Februar, 40 Tage nach dem 25. Dezember. Nur der Wochentag wechselt: 2027 fällt der Tag auf einen Dienstag. In der Frühzeit feierte Jerusalem noch am 14. Februar, weil dort Weihnachten am 6. Januar begangen wurde.
Wie heißt der Spruch „zu Mariä Lichtmess“?
Am bekanntesten ist „Lichtmess, Spinnen vergess, bei Tag z’Nacht ess“: Die Tage sind wieder so lang, dass man abends bei Tageslicht isst und das Spinnen ruhen lässt. Daneben kursieren Wetterregeln wie „Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit“, die als Volksgut gelten.
Was wird zu Lichtmess gefeiert?
Gefeiert wird die Darstellung Jesu im Tempel, wie sie Lukas 2,22–39 erzählt: Maria und Josef bringen das Kind nach Jerusalem, wo Simeon und Hanna es als Messias erkennen. Weil Simeon es ein Licht für die Völker nennt, werden an diesem Tag Kerzen gesegnet und in einer Prozession getragen.
Ist Lichtmess ein Feiertag?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Lichtmess kein gesetzlicher Feiertag, Schulen und Geschäfte haben normal geöffnet. Kirchlich ist es ein Fest, das katholische Gemeinden mit Gottesdienst und Kerzensegnung begehen. In Liechtenstein ist der 2. Februar arbeitsfrei, in Bayern war er es bis 1912.
Wann endet die Weihnachtszeit wirklich?
Katholisch endet die Weihnachtszeit heute mit dem Fest Taufe des Herrn am Sonntag nach dem 6. Januar, 2027 also am 10. Januar. In der evangelischen Kirche reicht der Festkreis bis in die Woche um den 2. Februar. Im Brauchtum gilt vielerorts noch Lichtmess als Schlusspunkt.
Fazit: ein stiller Tag zwischen Winter und Frühjahr
Lichtmess ist kein lautes Fest. Es hat keinen Gabenbringer und keine Feiertagsruhe, aber es verbindet auf erstaunlich dichte Weise Bibel, Kirchengeschichte, Bauernleben und Wetterglauben. Tempelszene, Kerzen, Zahltag und Murmeltier kreisen um denselben Gedanken: Nach der dunkelsten Zeit beginnt etwas Neues. Ob du den Baum bis zum 2. Februar stehen lässt, eine Kerze anzündest oder einfach Crêpes backst, entscheidest du selbst. Der Tag lädt dazu ein, den Winter bewusst zu verabschieden, statt ihn nur auszusitzen.










