Schopenhauer Zitate haben einen eigenen Ton: trocken, scharf, oft bitter und gerade deshalb überraschend tröstlich. Arthur Schopenhauer (1788–1860) gilt als der große Pessimist der deutschen Philosophie, und doch hat er ein ganzes Buch voller Ratschläge für ein halbwegs glückliches Leben geschrieben. Hier findest du seine bekanntesten Sätze nach Themen geordnet, jeweils mit Werk und Kapitel, an den Originalausgaben nachgelesen und kurz eingeordnet. Dazu kommen beliebte Netz-Sprüche, die unter seinem Namen kursieren, aber so nie bei ihm stehen.
Die meisten Zitate stammen aus den „Aphorismen zur Lebensweisheit“. Sie bilden den größten Teil des ersten Bandes von „Parerga und Paralipomena“, erschienen 1851 in Berlin. Den Wortlaut haben wir mit dem Erstdruck verglichen und nur die Rechtschreibung angepasst, also „dass“ statt „daß“ und „sein“ statt „seyn“. Wo ein Satz erst in einer späteren Auflage steht, sagen wir es dazu.
Arthur Schopenhauer Zitate: der Pessimist mit Lebenstipps
Sein Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ erschien 1819 bei Brockhaus in Leipzig und blieb lange fast unbeachtet. 1844 folgte eine zweite, um einen ganzen Band erweiterte Auflage. Bekannt wurde Schopenhauer erst im Alter, und zwar vor allem durch die „Parerga und Paralipomena“, den Band mit den leichter zugänglichen Essays.
Der Grundgedanke des Hauptwerks ist düster: Hinter allem, was wir erleben, steht ein blinder, nie zufriedener Drang, den er „Wille“ nennt. Weil dieser Wille immer weiter will, ist unser Leben in seinen Augen mehr von Mangel als von Erfüllung geprägt. Die „Aphorismen“ wechseln bewusst die Perspektive. Schopenhauer schreibt in der Einleitung, er verlasse dort den höheren philosophischen Standpunkt und frage ganz praktisch, wie man möglichst angenehm und glücklich lebt. Genau diese Spannung macht ihn heute lesenswert: Er verspricht kein großes Glück, aber er zeigt, wie man unnötiges Unglück vermeidet.
Schopenhauer Zitate über das Glück: sein, haben, vorstellen
Gleich im ersten Kapitel der Aphorismen teilt Schopenhauer alles, was unser Los bestimmt, in drei Bereiche ein: was einer ist (Gesundheit, Temperament, Charakter, Verstand), was einer hat (Besitz) und was einer vorstellt (Ehre, Rang und Ruhm, also das Bild, das andere von ihm haben). Die Dreizahl übernimmt er von Aristoteles, füllt sie aber neu. Seine These: Der erste Bereich wiegt bei Weitem am schwersten.
„Denn was einer für sich selbst ist, was ihn in die Einsamkeit begleitet und was keiner ihm geben, oder nehmen kann, ist offenbar für ihn wesentlicher, als alles, was er besitzen, oder auch was er in den Augen anderer sein mag.“
Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel II „Von dem, was einer ist“. Das ist der Kern seiner Glückslehre in einem Satz: Was du in dir trägst, kann dir niemand wegnehmen, Besitz und Ansehen dagegen schon.
„Besonders überwiegt die Gesundheit alle äußern Güter so sehr, dass wahrlich ein gesunder Bettler glücklicher ist, als ein kranker König.“
Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel II. Der Vergleich ist bewusst überspitzt. Schopenhauer will zeigen, dass das Subjektive, also wie wir etwas empfinden, mehr zählt als die äußeren Umstände.
„Wer eben fröhlich ist hat allemal Ursach es zu sein: nämlich eben diese, dass er es ist.“
Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel II. Ausgerechnet der Pessimist erklärt die Heiterkeit zum unmittelbarsten Glück, weil sie keine Begründung braucht. Wer gute Laune hat, soll sie nicht erst auf Berechtigung prüfen. Mehr Sätze in diesem Geist sammeln unsere Glück Sprüche.
„Der Reichtum gleicht dem Seewasser: je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man.“
Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel III „Von dem, was einer hat“; im Erstdruck 1851 noch nicht enthalten, erstmals in der zweiten Auflage von 1862. Schopenhauer setzt gleich hinzu, dasselbe gelte vom Ruhm. Gemeint ist nicht, dass Geld unwichtig sei. Er rät sogar, ererbtes Vermögen zu bewahren, weil es Freiheit verschafft. Nur steigen mit jedem Gewinn auch die Ansprüche.
Die Kernaussage: zwischen Schmerz und Langeweile
Wenn du nur einen Gedanken von Schopenhauer mitnehmen willst, dann diesen: Unser Leben bewegt sich zwischen zwei Polen. Fehlt uns etwas, leiden wir. Haben wir alles, langweilen wir uns. In den Aphorismen klingt das noch nüchtern:
„Der allgemeinste Überblick zeigt uns, als die beiden Feinde des menschlichen Glückes, den Schmerz und die Langeweile.“
Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel II. Er beobachtet, dass Menschen in Not gegen den Mangel kämpfen, Wohlhabende dagegen oft verzweifelt gegen die Leere. Seine Folgerung ist praktisch: Wer einen reichen Geist hat, Interessen, Gedanken, eigene Beschäftigungen, ist gegen die Langeweile am besten geschützt.
Im Hauptwerk steht dieselbe Idee als berühmtes Bild:
„Sein Leben schwingt also, gleich einem Pendel, hin und her, zwischen dem Schmerz und der Langenweile, welche beide in der Tat dessen letzte Bestandteile sind.“
Die Welt als Wille und Vorstellung, Band I, Viertes Buch, § 57, Wortlaut der zweiten Auflage 1844. Eine Überraschung beim Nachlesen: Im Erstdruck von 1819 fehlt das Pendel noch. Dort heißt es nur, das Leben schwanke zwischen Schmerz und Langeweile hin und her. Das einprägsame Bild hat Schopenhauer also erst für die Neuauflage ergänzt.
Einsamkeit und Geselligkeit: das Stachelschwein-Gleichnis
Kaum ein Philosoph hat das Alleinsein so gelobt wie Schopenhauer. Im Abschnitt über unser Verhalten gegen uns selbst schreibt er:
„Sich selber genügen, sich selber alles in allem sein, und sagen können omnia mea mecum porto, ist gewiss für unser Glück die förderlichste Eigenschaft.“
Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel V „Paränesen und Maximen“, B, Nr. 9. Der lateinische Einschub heißt „Alles Meine trage ich bei mir“. Schopenhauer beruft sich dabei auf Aristoteles, nach dem das Glück denen gehört, die sich selbst genügen. Den Satz derselben Nummer, nach dem frei nur ist, wer die Einsamkeit liebt, findest du in unseren Einsamkeit Sprüchen.
Wichtig für die Einordnung: Schopenhauer spricht von gewählter Zurückgezogenheit, nicht von ungewollter Isolation. Den Hang zur Geselligkeit führt er allerdings recht hart auf innere Leere zurück, und diese Sicht muss man nicht teilen. Dass gewähltes Alleinsein und schmerzhafte Einsamkeit zwei verschiedene Dinge sind, erklärt unser Text Alleinsein vs. Einsamkeit.
„Übrigens kann man die Geselligkeit auch betrachten als ein geistiges Erwärmen der Menschen an einander, gleich jenem körperlichen, welches sie, bei großer Kälte, durch Zusammendrängen hervorbringen.“
Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel V, B, Nr. 9. Gleich danach verweist er auf eine selbst erdachte Fabel im zweiten Band. Das ist das berühmte Gleichnis von den Stachelschweinen:
„Eine Gesellschaft Stachelschweine drängte sich, an einem kalten Wintertage, recht nahe zusammen, um durch die gegenseitige Wärme, sich vor dem Erfrieren zu schützen. Jedoch bald empfanden sie die gegenseitigen Stacheln; welches sie dann wieder von einander entfernte.“
Parerga und Paralipomena, Band II, Kapitel XXXI „Gleichnisse, Parabeln und Fabeln“, § 396. Die Tiere pendeln so lange zwischen Frieren und Stechen, bis sie einen mittleren Abstand finden. Diesen Abstand deutet Schopenhauer selbst:
„Die mittlere Entfernung, die sie endlich herausfinden, und bei welcher ein Beisammensein bestehn kann, ist die Höflichkeit und feine Sitte.“
Ebenda, § 396. Das Gleichnis passt erstaunlich gut auf Freundschaften, Familien und Partnerschaften: Nähe wärmt, zu viel Nähe pikst, und gute Beziehungen finden ihren eigenen Abstand. Sigmund Freud hat die Parabel später aufgegriffen, was sie zusätzlich bekannt gemacht hat.
Über Neid, Ehre und den Wert der Dinge
„Neid ist dem Menschen natürlich: dennoch ist er ein Laster und ein Unglück zugleich.“
Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel V, B, Nr. 10. Schopenhauer moralisiert hier nicht von oben herab. Er gibt zu, dass Neid zur menschlichen Natur gehört, und empfiehlt mit Seneca, öfter auf die zu schauen, denen es schlechter geht, statt auf die, denen es scheinbar besser geht.
„Statt dessen sollten wir öfter fragen ‚wie, wenn das nicht mein wäre?‘“
Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel V, B, Nr. 14. Der Gedanke beginnt mit dem Blick auf das, was andere haben und wir nicht. Schopenhauer dreht ihn um: Stell dir vor, du hättest verloren, was du besitzt, Gesundheit, Freunde, die Menschen, die du liebst. Denn, so heißt es dort weiter, meistens belehre uns erst der Verlust über den Wert der Dinge. Eine Übung in Dankbarkeit, lange bevor das Wort Mode wurde.
„Die Ehre ist, objektiv, die Meinung anderer von unserm Wert, und subjektiv, unsere Furcht vor dieser Meinung.“
Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel IV „Von dem, was einer vorstellt“. Diese Definition ist erstaunlich modern. Schopenhauer hält es für einen der häufigsten Fehler, zu viel Gewicht darauf zu legen, was andere über uns denken. Wer sich davon löst, gewinnt nach seiner Überzeugung mehr Ruhe als durch jeden Rang. Wie bissig er über bloß gespielte Freundschaft schreibt, zeigt seine Bemerkung über Hunde, die wir in unseren Hunde Sprüchen eingeordnet haben.
Schopenhauer über Alter, Zeit und Schicksal
„Vom Standpunkte der Jugend aus gesehn, ist das Leben eine unendlich lange Zukunft; vom Standpunkte des Alters aus, eine sehr kurze Vergangenheit.“
Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel VI „Vom Unterschiede der Lebensalter“. Er vergleicht das mit einem Opernglas: Am Anfang schauen wir durch die eine Seite, am Ende durch die andere. Das Kapitel enthält auch seinen bekannten Satz über Text und Kommentar des Lebens, den du mit weiteren Gedanken zum Älterwerden in unseren Älter werden Sprüchen findest.
„Kürzer können wir sagen: das Schicksal mischt die Karten und wir spielen.“
Aphorismen zur Lebensweisheit, Kapitel V, D, Nr. 48. Der Satz ist Schopenhauers eigene Verkürzung eines Vergleichs des römischen Komödiendichters Terenz, der das Leben mit einem Würfelspiel verglich. Gleich danach greift er zum Schach: Wir machen Pläne, doch der Gegner, das Schicksal, zwingt uns immer wieder zu neuen Zügen. Kein Fatalismus also, sondern die Aufforderung, mit dem Blatt zu spielen, das man bekommen hat.
Schopenhauer Zitate über die Liebe
Bei der Liebe ist Schopenhauer am wenigsten romantisch, aber er nimmt sie ernster als die meisten Philosophen vor ihm. Im zweiten Band seines Hauptwerks widmet er ihr ein ganzes Kapitel, die „Metaphysik der Geschlechtsliebe“. Seine These: Verliebtheit fühlt sich an wie ein höchst persönliches Schicksal, dient aber einem größeren Zweck.
„Der Endzweck aller Liebeshändel, sie mögen auf dem Soccus oder dem Kothurn gespielt werden, ist wirklich wichtiger, als alle andern Zwecke im Menschenleben, und daher des tiefen Ernstes, womit jeder ihn verfolgt, völlig wert.“
Die Welt als Wille und Vorstellung, Band II (1844), Kapitel 44 „Metaphysik der Geschlechtsliebe“. Soccus und Kothurn sind die Schuhe der antiken Komödien- und Tragödienschauspieler, gemeint ist also: ob heiter oder tragisch. Den Zweck nennt er gleich danach, nämlich die Zusammensetzung der nächsten Generation. Das ist ernüchternd, aber auch eine Verteidigung der Liebe gegen alle, die sie als Kleinigkeit abtun.
Ganz anders klingt Schopenhauer, wenn er nicht über Begehren, sondern über Güte spricht:
„Alle wahre und reine Liebe ist Mitleid, und jede Liebe, die nicht Mitleid ist, ist Selbstsucht.“
Die Welt als Wille und Vorstellung, Band I, Viertes Buch, § 67. Mitleid meint bei ihm kein Herabschauen, sondern ein echtes Mitfühlen, bei dem der Unterschied zwischen dir und dem anderen für einen Moment verschwindet. Auf diesem Gedanken baut seine ganze Ethik auf.
Zur Ehrlichkeit gehört auch die Schattenseite. Im zweiten Band der Parerga steht das Kapitel „Über die Weiber“ (Kapitel XXVII). Darin spricht er Frauen pauschal Urteilskraft und Gleichrangigkeit ab. Das ist aus heutiger Sicht schlicht frauenfeindlich, und wir zitieren daraus bewusst nichts. Wer Schopenhauer liest, kann seine Einsichten über Glück und Leid schätzen, ohne diese Vorurteile mitzunehmen.
Echt oder zugeschrieben? Bekannte Netz-Sprüche im Check
Bei Schopenhauer ist die Lage besser als bei vielen anderen Denkern, weil seine Werke vollständig digitalisiert sind. Trotzdem kursieren einige Sätze, die man so nicht bei ihm findet, und andere, die zwar echt sind, aber nicht aus dem Erstdruck stammen.
„Jede Wahrheit durchläuft drei Stufen …“
Der Spruch, nach dem jede Wahrheit erst verlacht, dann bekämpft und schließlich als selbstverständlich angenommen wird, steht in keinem seiner Werke. Die Rechercheplattform Quote Investigator fand die früheste Zuschreibung an Schopenhauer erst 1913, über fünfzig Jahre nach seinem Tod. Echt ist dagegen ein verwandter Gedanke aus der Vorrede zur ersten Auflage seines Hauptwerks (1819): Der Wahrheit sei „nur ein kurzes Siegesfest beschieden“, zwischen den langen Zeiten, in denen sie als paradox verdammt und als trivial geringgeschätzt werde. Zwei Phasen also, keine drei, und ein deutlich bittererer Ton.
„Der Mensch kann tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will“
In dieser glatten Form ist der Satz nicht belegt. Er verdichtet eine Stelle aus der Preisschrift „Über die Freiheit des menschlichen Willens“, gedruckt 1841 in „Die beiden Grundprobleme der Ethik“, Abschnitt II. Dort lautet die Antwort an jemanden, der auf seine Freiheit pocht: „du kannst tun was du willst: aber du kannst, in jedem gegebenen Augenblick deines Lebens, nur ein Bestimmtes wollen und schlechterdings nichts anderes als dieses Eine.“ Populär wurde die Kurzform auch, weil Albert Einstein sie in einem bekannten Bekenntnistext sinngemäß zitierte.
„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“
Diese Formel findest du bei Schopenhauer nicht. Sie ist eine spätere Zuspitzung seiner echten Aussage, dass 9/10 unseres Glücks allein auf der Gesundheit beruhen (Aphorismen, Kapitel II). Den Originalsatz findest du mit Fundstelle in der oben verlinkten Sammlung mit Glück Sprüchen.
„Jeder Tag ist ein kleines Leben“
Echt, aber mit Sternchen. Der Satz gehört zu den Aphorismen (Kapitel V, B, Nr. 13), steht jedoch nicht im Erstdruck von 1851. Er erscheint erst in der zweiten Auflage von 1862, die Julius Frauenstädt nach Schopenhauers Tod mit Ergänzungen aus dessen Nachlass herausgab. Dasselbe gilt für den beliebten Satz über das Schwanzwedeln eines ehrlichen Hundes und für das Seewasser-Bild. Wer exakt zitieren will, schreibt deshalb besser „Aphorismen zur Lebensweisheit“ ohne die Jahreszahl 1851.
„Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt“
In diesem Wortlaut haben wir den Satz in den Aphorismen nicht gefunden. Er erinnert an Nr. 14 aus Kapitel V, die oben zitierte Frage „wie, wenn das nicht mein wäre?“. Ordne ihn deshalb am besten als „frei nach Schopenhauer“ ein.
Schopenhauer selbst lesen: wo du anfangen kannst
Für den Einstieg sind die „Aphorismen zur Lebensweisheit“ ideal. Sie sind in kurze, nummerierte Abschnitte gegliedert, und du kannst jederzeit einsteigen. Das Hauptwerk ist anspruchsvoller. Hier lohnt es sich, mit dem vierten Buch anzufangen, in dem es um Leiden, Mitleid und Lebensbejahung geht.
Einer seiner berühmtesten Leser war Friedrich Nietzsche, der „Die Welt als Wille und Vorstellung“ als Student entdeckte und später den Essay „Schopenhauer als Erzieher“ schrieb. Wie sehr sich der Schüler vom Lehrer entfernte, zeigen unsere Nietzsche Zitate. Wenn dich Schopenhauers Fragen nach Glück, Freiheit und Sinn weiter beschäftigen, findest du in unseren philosophischen Fragen Stoff für lange Gespräche. Und wer kürzere Weisheiten aus vielen Epochen sucht, stöbert in den Lebensweisheiten.
Häufige Fragen
Was ist ein berühmtes Zitat von Schopenhauer?
Besonders berühmt ist der Satz aus dem Hauptwerk, nach dem das Leben „gleich einem Pendel“ zwischen Schmerz und Langeweile hin und her schwingt (Die Welt als Wille und Vorstellung, § 57). Ebenso bekannt sind das Stachelschwein-Gleichnis aus den Parerga und der Vergleich, ein gesunder Bettler sei glücklicher als ein kranker König.
Was ist die Kernaussage von Schopenhauer?
Die Kernaussage lautet: Hinter allem steht ein blinder, nie gestillter Wille, deshalb ist Leben vor allem Streben, Mangel und Leid. Erlösung sieht Schopenhauer in Kunst, Mitleid und der Abkehr vom Wollen. Für den Alltag rät er, das Glück eher in der eigenen Persönlichkeit als in Besitz oder Ansehen zu suchen.
Was sind die bekanntesten Zitate?
Zu den bekanntesten Schopenhauer-Zitaten gehören „Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen“, der Satz über Reichtum und Seewasser, das Pendel zwischen Schmerz und Langeweile und die Behauptung, 9/10 unseres Glücks beruhten auf der Gesundheit. Der oft zitierte Spruch über die drei Stufen der Wahrheit stammt dagegen nicht aus seiner Feder.
Was sind 5 weise Zitate?
Belegt und lebensklug sind etwa diese fünf Sätze Schopenhauers: „Wer eben fröhlich ist hat allemal Ursach es zu sein“, „wie, wenn das nicht mein wäre?“, „Neid ist dem Menschen natürlich: dennoch ist er ein Laster und ein Unglück zugleich“, „das Schicksal mischt die Karten und wir spielen“ und sein Vergleich des Talents mit einem Schützen, der ein Ziel trifft, das andere nicht erreichen, während das Genie eines trifft, das sie nicht einmal sehen (Die Welt als Wille und Vorstellung, Band II, Kapitel 31).
Was sagt Schopenhauer über die Liebe?
Schopenhauer sieht in der Verliebtheit den Willen der Natur, die nächste Generation zu formen, und nennt den Zweck aller Liebesgeschichten deshalb wichtiger als alle anderen Zwecke im Leben (Band II, Kapitel 44). Die reine, selbstlose Liebe dagegen setzt er mit Mitleid gleich, also mit echtem Mitfühlen (Band I, § 67).
Fazit: Schopenhauer Zitate trösten, weil sie nichts beschönigen
Schopenhauer verspricht dir kein dauerhaftes Glück. Gerade deshalb wirken seine Ratschläge so glaubwürdig: Pflege, was du bist, statt nur zu sammeln, was du hast. Nimm Heiterkeit an, wenn sie kommt. Halte zu anderen den Abstand, der wärmt, ohne zu stechen. Und frag dich ab und zu, wie es wäre, das zu verlieren, was du für selbstverständlich hältst. Wenn du seine Sätze weitergibst, nenn am besten das Werk und das Kapitel dazu. Dann zitierst du den echten Schopenhauer und nicht den aus dem Internet.











