Trauersprüche Vater: über 100 Worte für Anzeige und Karte

Trauersprüche Vater: über 100 Zeilen für Anzeige, Karte und Grabstein, von Tochter, Sohn und Enkeln, christlich oder weltlich, mit geprüften Zitaten.

von Markus Lehner15 Min. Lesezeit
Trauersprüche Vater: über 100 Worte für Anzeige und Karte
Inhalt 15 Abschnitte
  1. Trauerspruch Vater kurz: knappe Zeilen für jede Karte
  2. Welche Bilder zu deinem Vater passen
  3. Trauersprüche für den Vater in der Traueranzeige
  4. Sprüche zum Tod des Vaters: für Freunde, Kollegen und Nachbarn
  5. Abschied vom Vater: Sprüche von der Tochter
  6. Trauersprüche für Papa vom Sohn
  7. Worte der Enkel für den Opa
  8. Nach langer Krankheit: wenn der Abschied sich angekündigt hat
  9. Vater plötzlich gestorben: Sprüche für den Schock
  10. Wenn das Verhältnis zum Vater schwierig war
  11. Christliche Trauersprüche und Bibelverse für den Vater
  12. Weltliche Trauersprüche für Papa
  13. Zitate zum Vaterverlust aus Literatur und Philosophie
  14. Trauerspruch Vater für den Grabstein
  15. Gedenktage: Vatertag, Geburtstag und Todestag ohne ihn

Wenn der Vater stirbt, fehlt plötzlich eine Stimme, die dich dein ganzes Leben begleitet hat: mal laut, mal leise, manchmal nur als Räuspern aus dem Nebenzimmer. Gute Trauersprüche für den Vater treffen genau diesen Ton. Hier findest du über 100 Zeilen für Anzeige, Karte und Grabstein, für Tochter, Sohn und Enkel, nach langer Krankheit oder plötzlichem Tod, christlich und weltlich, dazu geprüfte Zitate und Bibelverse. Allgemeine Sprüche für jeden Verlust sammelt unsere Übersicht der Trauersprüche, und wer um die Mutter trauert, findet eigene Worte bei den Trauersprüchen für die Mutter.

Trauerspruch Vater kurz: knappe Zeilen für jede Karte

Ein Kranzband, die Rückseite eines Sterbebildes, eine Zeile in der Familiengruppe: Für solche Stellen brauchst du Sätze, die mit einem einzigen Bild auskommen.

  • Was deine Hände geschaffen haben, trägt uns weiter.
  • Papa, du fehlst bei jedem Fest und an jedem gewöhnlichen Dienstag.
  • Deine Ratschläge hat nie jemand aufgeschrieben. Wir können sie trotzdem auswendig.
  • Leise gegangen, laut vermisst.
  • Du hast uns Wurzeln gegeben. Jetzt halten sie uns.
  • Danke für jedes Mal, an dem du einfach da warst.
  • Du bist gegangen. Dein Werk ist geblieben.
  • Ein Leben lang Vater. Für immer unser Papa.
  • Du warst der ruhige Punkt in unserem Trubel.
  • Was du repariert hast, hält noch. Wir halten auch.
  • Ausgeruht nach einem langen, guten Tagwerk.
  • Dein Lachen fing immer in den Augen an. Dort sehen wir es noch.

Welche Bilder zu deinem Vater passen

Viele fertige Sprüche zeichnen denselben Vater: stark, schweigsam, mit Werkzeug in der Hand. Manche Väter waren genau so, viele andere nicht. Ein Spruch berührt dann, wenn er den Menschen zeigt, der er wirklich war. Frag dich deshalb vor der Auswahl: Wo sehe ich ihn, wenn ich die Augen schließe?

  • Die Hände: beim Hobeln, beim Kochen, beim Klavierspielen, beim Halten eines Enkelkindes.
  • Der Rat: ein Satz, den er immer wieder gesagt hat und der inzwischen dein eigener geworden ist.
  • Das Schweigen: gemeinsame Autofahrten, Angeln, Abende vor dem Fernseher, an denen niemand reden musste.
  • Der Humor: sein trockener Kommentar, sein Lieblingswitz, das Augenzwinkern bei Familienfeiern.
  • Der Ort: Werkstatt, Küche, Garten, Schreibtisch, Bücherregal, Vereinsheim.

Wer gern gelesen hat, verdient eine Zeile über Bücher statt über Werkbänke. Wer die Familie allein großgezogen hat, braucht kein Heldenbild, sondern Dank für genau das.

Trauersprüche für den Vater in der Traueranzeige

Über Name und Lebensdaten gesetzt, spricht ein Spruch in der Zeitung für alle, die unterschreiben. Er darf deshalb etwas allgemeiner bleiben. Manche Familien sprechen den Vater direkt an, andere erzählen in der dritten Person von ihm.

  • Nach einem erfüllten Leben voller Arbeit, Fürsorge und stiller Freundlichkeit nehmen wir Abschied von unserem Vater.
  • Er hat nie Aufhebens um sich gemacht und hinterlässt doch eine Lücke, die niemand schließen kann.
  • Seine Hände haben gebaut, gehalten und getröstet. Nun hält ihn unsere Erinnerung.
  • In Liebe und Dankbarkeit für alles, was er uns auf den Weg mitgegeben hat.
  • Sein Humor hat uns durch viele schwere Tage getragen. Heute vermissen wir ihn am meisten.
  • Er konnte zuhören wie kaum ein anderer. Ohne ihn ist es stiller geworden.
  • Traurig, weil er gehen musste. Dankbar, weil er so lange bei uns war.
  • Er liebte seinen Garten, seine Bücher und vor allem seine Familie. In allen dreien lebt er weiter.
  • Bescheiden war sein Leben, reich ist, was er uns hinterlässt.
  • Du hast uns gezeigt, was Verlässlichkeit heißt, Papa. Wir versuchen, sie weiterzutragen.

Ob in der Anzeige „Vater“ oder „Papa“ steht, entscheidet die Familie. Unterschreiben die Kinder allein, wirkt „Papa“ oft wärmer. Steht die ganze Familie samt Partnerin oder Partner darunter, ist „unser Vater, Schwiegervater und Opa“ die verbreitete Form.

Sprüche zum Tod des Vaters: für Freunde, Kollegen und Nachbarn

Ist der Vater eines Freundes, einer Kollegin oder eines Nachbarn gestorben, hilft ein schlichter Satz mehr als ein großes Zitat. Am stärksten wirkt eine eigene kleine Erinnerung an den Verstorbenen.

  • Es tut mir so leid, dass dein Vater gestorben ist. Ich denke an dich und an alles, was er dir bedeutet hat.
  • Dein Vater hat mich immer mit einem festen Händedruck und einer Frage nach meinem Befinden begrüßt. Ich werde ihn nicht vergessen.
  • Einen Vater zu verlieren heißt, einen Zeugen der eigenen Kindheit zu verlieren. Ich bin in Gedanken bei dir.
  • Ich habe ihn als warmherzigen Menschen erlebt. In dir sehe ich so viel von ihm.
  • Mein aufrichtiges Mitgefühl zum Tod Ihres Vaters. Möge die Erinnerung an ihn Ihnen Halt geben.
  • Ich weiß nichts Kluges zu sagen. Nur so viel: Ich bin da, wenn du reden willst, und auch, wenn du lieber schweigst.
  • Wir trauern mit Ihnen um einen Mann, der vielen in unserer Straße ein guter Nachbar war.
  • Ich erinnere mich, wie dein Vater uns nach jedem Training heimgefahren hat, bei jedem Wetter und ohne ein Wort der Klage. Solche Menschen fehlen.
  • In stiller Anteilnahme und mit Dankbarkeit, dass ich deinen Vater kennen durfte.

Im beruflichen Umfeld ist die Sie-Form der sichere Weg, unter Freunden darf es persönlich werden. Weitere Formulierungen für Kondolenzkarte, Nachricht und Gespräch am Grab findest du bei den Beileid-Sprüchen.

Abschied vom Vater: Sprüche von der Tochter

Töchter schreiben oft über das Zutrauen, das der Vater in sie gesetzt hat, und über kleine Rituale, die nur ihnen beiden gehörten. Diese Zeilen kommen ohne die üblichen Prinzessinnenbilder aus.

  • Papa, du hast mir zugetraut, was ich mir selbst noch nicht zugetraut habe. Das nehme ich mit.
  • Du hast mir gezeigt, wie man einen Reifen wechselt und wie man sich aufrichtig entschuldigt. Beides brauche ich bis heute.
  • Ich habe deine Hände geerbt und hoffentlich ein wenig von deiner Geduld.
  • Wenn ich heute Rat brauche, frage ich mich, was du sagen würdest. Meistens weiß ich es sofort.
  • Du warst nicht immer meiner Meinung, aber immer auf meiner Seite.
  • Danke, Papa, dass du mich hast ziehen lassen und trotzdem jedes Mal am Bahnsteig standest, wenn ich heimkam.
  • Dein letzter Satz an mich war ganz alltäglich. Gerade deshalb halte ich ihn fest.
  • Ich bleibe deine Tochter, auch über diesen Abschied hinaus.

Wie sehr ein Vater das eigene Leben geprägt hat, wird vielen erst nach seinem Tod bewusst. Gedanken dazu findest du im Beitrag über die Vater-Tochter-Beziehung.

Trauersprüche für Papa vom Sohn

Zwischen Vätern und Söhnen bleibt manches unausgesprochen. Ein Trauerspruch kann nachholen, was zu Lebzeiten nicht gesagt wurde, ohne dabei pathetisch zu werden.

  • Vieles hast du mir nie erklärt. Ich habe es dir beim Tun abgeschaut.
  • In deiner Werkstatt roch es nach Holz und Geduld. Beides bewahre ich auf.
  • Wir haben oft zusammen geschwiegen, Papa. Es war ein gutes Schweigen.
  • Ich trage deinen Namen weiter und hoffe, dass ich ihm Ehre mache.
  • Von dir weiß ich, dass auch Väter weinen dürfen. Heute weine ich um dich.
  • Jetzt bin ich derjenige, den meine Kinder fragen. Bei jeder Antwort denke ich an dich.
  • Wir waren uns selten einig. Aber ich wusste immer, wo ich dich finde.
  • Danke für die Abende am Küchentisch, an denen du einfach zugehört hast.

Warum gerade zwischen Vätern und Söhnen so oft geschwiegen wird, beleuchtet der Artikel zur Vater-Sohn-Beziehung.

Worte der Enkel für den Opa

Für die Enkel war der Vater ihrer Eltern der Opa, und Großväter haben oft eine eigene, gelassenere Rolle. Diese Sprüche eignen sich für eine gemeinsame Karte der Enkelkinder oder als eigene Zeile in der Familienanzeige.

  • Opa, du hattest immer Zeit, auch wenn alle anderen keine hatten.
  • Du hast uns das Kartenspielen beigebracht und das Verlieren mit Würde.
  • Deine Geschichten von früher erzählen jetzt wir.
  • In deinen Taschen fand sich immer etwas für uns: ein Bonbon, ein Taschenmesser, ein guter Satz.
  • Wir waren deine Enkel und du unser liebster Verbündeter.
  • Danke, dass du uns die Welt erklärt hast, einen Handgriff nach dem anderen.

Nach langer Krankheit: wenn der Abschied sich angekündigt hat

Wer einen Vater lange gepflegt hat, spürt neben dem Schmerz manchmal auch Ruhe, weil das Ringen ein Ende hat. Ein Spruch darf beides zeigen, ohne kühl zu wirken.

  • Du hast lange getragen, was kaum zu tragen war. Jetzt ist es leicht.
  • Wir haben dich Schritt für Schritt gehen sehen. Am Ende stand der Frieden.
  • In den letzten Wochen haben wir mehr miteinander geredet als in vielen Jahren davor.
  • Erlöst von den Schmerzen, geborgen in unserer Liebe.
  • Auch im Krankenbett hast du noch Witze gemacht. Wir erzählen sie für dich weiter.
  • Am Ende hast du nur noch genickt. Wir haben trotzdem alles verstanden.

Vater plötzlich gestorben: Sprüche für den Schock

Kam der Tod ohne Vorwarnung, bleibt keine Zeit für letzte Worte. Sprüche für diese Situation müssen nichts erklären. Sie dürfen das Unfassbare einfach benennen.

  • Ohne Abschied bist du gegangen. Wir hätten dir noch so viel sagen wollen.
  • Mitten aus dem Leben, mitten aus unseren gemeinsamen Plänen.
  • Gestern hast du noch von morgen gesprochen.
  • Deine Brille liegt noch auf der Zeitung. Wir lassen sie dort, noch eine Weile.
  • Viel zu früh, viel zu schnell. Unsere Liebe geht dir nach.
  • Wir begreifen es nicht. Darum halten wir uns aneinander fest.

Wer bei der Trauerfeier über einen plötzlich verstorbenen Vater sprechen möchte, findet Aufbau und Beispiele im Ratgeber zur Trauerrede.

Wenn das Verhältnis zum Vater schwierig war

Nicht jede Vaterbeziehung war warm. Manche Väter waren abwesend, streng oder verletzend, manche Kinder hatten seit Jahren keinen Kontakt mehr. Dann klingt jeder überschwängliche Spruch falsch. Trauer muss nicht eindeutig sein, und ehrliche, zurückhaltende Worte sind hier die würdevollere Wahl.

  • Unser Weg miteinander war nicht leicht. Ich nehme Abschied mit allem, was dazugehört.
  • Vieles blieb ungesagt. Jetzt lasse ich es ruhen.
  • Du warst mein Vater. Das bleibt, ganz gleich, wie schwer es manchmal war.
  • Ich trauere um den Vater, den ich hatte, und um den, den ich mir gewünscht hätte.
  • Möge der Frieden, den wir miteinander nicht gefunden haben, jetzt bei dir sein.
  • In Stille nehmen wir Abschied.

Manchmal gehören die eigentlichen Worte nicht in die Anzeige, sondern auf ein Blatt, das nur für dich bestimmt ist. Franz Kafka schrieb im November 1919 einen langen Brief an seinen Vater. Nach dem Bericht seines Freundes Max Brod gab er ihn der Mutter zur Weitergabe, beim Vater kam er nie an. Gelesen wird er bis heute.

Christliche Trauersprüche und Bibelverse für den Vater

Alle Verse stammen aus der gemeinfreien Luther-Übersetzung von 1912; jeder einzelne ist mit einer Online-Ausgabe genau dieser Revision verglichen, geändert wurde nur „daß“ in „dass“. Steht „aus“ vor der Stelle, ist der Vers gekürzt. Auffällig viele Worte handeln von Arbeit, Alter und einem vollendeten Tagwerk.

  • „Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, so ihn fürchten.“ (Psalm 103,13)
  • „Und er nahm ab und starb in einem ruhigen Alter, da er alt und lebenssatt war, und ward zu seinem Volk gesammelt.“ (1. Mose 25,8, über Abraham)
  • „… und wirst im Alter zum Grab kommen, wie Garben eingeführt werden zu seiner Zeit.“ (Hiob 5,26)
  • „Selig sind die Toten, die in dem HERRN sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach.“ (aus Offenbarung 14,13)
  • „Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und wenn’s köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen.“ (aus Psalm 90,10)
  • „Aber der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht, das immer heller leuchtet bis auf den vollen Tag.“ (Sprüche 4,18)
  • „Ein Gerechter, der in seiner Frömmigkeit wandelt, des Kindern wird’s wohl gehen nach ihm.“ (Sprüche 20,7)
  • „Ja, ich will euch tragen bis ins Alter und bis ihr grau werdet.“ (aus Jesaja 46,4)
  • „In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.“ (Psalm 31,6)
  • „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.“ (Psalm 126,5)

Christliche Sprüche in heutiger Sprache:

  • Gott, der ihm das Leben geschenkt hat, nehme ihn nun freundlich bei sich auf.
  • Früher hast du das Tischgebet gesprochen. Heute sprechen wir es für dich.
  • Sein Tagwerk ist getan. Nun ruht er im Frieden Gottes.

Der Vers aus Psalm 90 klingt nüchtern, trifft aber oft genau das Leben eines Vaters, der viel gearbeitet hat. Für eine Familie, die vor allem Trost sucht, passen Psalm 103,13 oder Psalm 126,5 meist besser.

Weltliche Trauersprüche für Papa

War dein Vater nicht gläubig, sollten auch die Worte ohne Himmel und Auferstehung auskommen. Weltliche Sprüche halten sich an das, was bleibt: Gewohnheiten, Werte, Geschichten, die in der Familie weiterleben.

  • Was ein Vater gibt, misst man nicht in Geschenken, sondern in Jahren.
  • Du lebst weiter in der Art, wie wir den Kaffee trinken, die Zeitung falten und die Welt betrachten.
  • Du warst wie ein alter Schattenbaum: kein Aufsehen, nur Schutz.
  • Ein Leben ist ein Werkstück. Deines ist gut geworden.
  • Ein guter Vater hinterlässt kein Denkmal, sondern Menschen, die wissen, wohin sie gehören.
  • Was du gesät hast, wächst weiter, auch ohne dich.
  • Wir erzählen deine Witze schlechter als du. Aber wir erzählen sie.
  • Die Sternbilder hast du uns im Garten gezeigt. Jetzt suchen wir dich dort oben, nur so zum Trost.

Zitate zum Vaterverlust aus Literatur und Philosophie

Unter berühmten Namen kursiert im Netz viel, was in deren Büchern nie stand. Die folgenden drei Stellen sind an Textausgaben nachgeprüft, und weil ihre Verfasser vor langer Zeit gestorben sind, darfst du sie frei verwenden.

Rainer Maria Rilke beschreibt in seinem Gedicht „Jugend-Bildnis meines Vaters“ (Neue Gedichte, 1907) eine alte Fotografie, die den Vater als jungen Mann in Uniform zeigt. Das Gedicht endet mit zwei Zeilen, die sich für eine Karte mit Foto anbieten:

„Du schnell vergehendes Daguerreotyp / in meinen langsamer vergehenden Händen.“

Matthias Claudius richtete 1799 einen Abschiedsbrief an seinen Sohn Johannes, voller Ratschläge für ein gutes Leben. Der Anfang klingt wie das Vermächtnis vieler Väter (zitiert nach einer heutigen Textausgabe mit modernisierter Schreibung):

„Die Zeit kömmt allgemach heran, dass ich den Weg gehen muss, den man nicht wieder kömmt. Ich kann dich nicht mitnehmen und lasse dich in einer Welt zurück, wo guter Rat nicht überflüssig ist.“

Der römische Kaiser Marc Aurel verlor seinen leiblichen Vater sehr früh. In seinen Selbstbetrachtungen zählt er zu Beginn auf, was er von wem gelernt hat. Über den Vater heißt es sinngemäß (eigene Übertragung, Buch I, 2): „Aus dem Ruf meines Vaters und der Erinnerung an ihn: Zurückhaltung und Festigkeit.“ Der Gedanke tröstet gerade Kinder, die ihren Vater kaum kennenlernen durften. Weitere Verse im geprüften Wortlaut sammelt der Artikel mit Trauergedichten.

Trauerspruch Vater für den Grabstein

Auf einem Grabstein zählt jeder Buchstabe. Steinmetze rechnen je nach Material und Schrift mit begrenztem Platz, deshalb sind zwei bis sechs Wörter ideal.

  • Ein Leben für die Seinen.
  • Er war für uns da.
  • Ruhe sanft, Papa.
  • Er hielt Wort.
  • Er säte, wir ernten.
  • Ruhend nach getaner Arbeit.
  • Vater. Freund. Ratgeber.
  • Still gelebt, tief geliebt.

Gedenktage: Vatertag, Geburtstag und Todestag ohne ihn

Besonders schwer sind die Tage, an denen früher gefeiert wurde. Der Vatertag mit seiner Werbung, der Geburtstag mit dem leeren Platz am Tisch, der Todestag mit seiner Erinnerung an die letzten Stunden. Der Ethnologe Arnold van Gennep beschrieb 1909 Trauer als eine Übergangszeit für die Hinterbliebenen, die mit Ritualen beginnt und mit Ritualen wieder endet. Ein Gang über seinen alten Spazierweg, ein Glas auf sein Wohl oder eine Nachricht an die Geschwister können solche kleinen Rituale sein.

  • Heute ist Vatertag, und ich feiere dich still. Danke, Papa.
  • Andere schreiben heute Karten. Ich repariere etwas, so wie du es mir gezeigt hast, und denke an dich.
  • Kein Ausflug, kein Anruf, nur ein Gedanke an dich, der den ganzen Tag bleibt.
  • Heute wärst du 80 geworden. Wir stoßen auf dich an, mit den Gläsern, die du immer für Gäste aufgehoben hast.
  • Alles Gute zum Geburtstag, Papa, wo immer du jetzt bist.
  • An deinem Geburtstag erzählen wir die Geschichten, über die du am lautesten gelacht hast.
  • Ein Jahr ohne dich und doch kein Tag ohne dich.
  • Die Zeit vergeht. Du bleibst.
  • Drei Jahre nun. Wir haben gelernt, mit der Lücke zu leben, nicht, sie zu füllen.

Häufige Fragen

Was schreibt man, wenn von jemand der Vater gestorben ist?

Schreib kurz und ehrlich, dass es dir leidtut, und nenne, wenn möglich, eine eigene Erinnerung an den Vater. Ein Satz wie „Ich denke an dich und an alles, was er dir bedeutet hat“ genügt. Ein konkretes Hilfsangebot ist besser als eine allgemeine Floskel. Vermeide Vergleiche mit eigenen Verlusten und gut gemeinte Erklärungen.

Welches ist ein schönes Zitat zum Thema Vaterverlust?

Sehr passend ist der Schluss von Rilkes „Jugend-Bildnis meines Vaters“: „Du schnell vergehendes Daguerreotyp / in meinen langsamer vergehenden Händen.“ Wer einen Vater als Ratgeber erinnert, findet in Matthias Claudius’ Brief an seinen Sohn Johannes von 1799 tröstliche Worte. Beide Texte sind gemeinfrei.

Was ist ein schönes tröstendes Zitat?

Für gläubige Familien tröstet Psalm 126,5: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.“ Ohne religiösen Bezug wirkt ein Gedanke Marc Aurels: Er hat aus der Erinnerung an seinen früh verstorbenen Vater Haltung gewonnen. Am tröstlichsten ist oft trotzdem ein Satz, den der Vater selbst gern gesagt hat.

Wie schreibe ich eine Trauerkarte, wenn mein Vater verstorben ist?

Als Angehörige oder Angehöriger beginnst du mit einem Spruch, dann folgen der volle Name des Vaters, Geburts- und Sterbedatum, Ort und Zeit der Beisetzung sowie die Namen der Familie. Ein Hinweis auf Blumen- oder Spendenwünsche ist möglich. Wie du umgekehrt anderen kondolierst, erklärt die Anleitung Trauerkarte schreiben.

Darf in der Traueranzeige „Papa“ statt „Vater“ stehen?

Ja. „Papa“ ist in Traueranzeigen heute verbreitet und wirkt persönlich, vor allem wenn die Kinder unterschreiben. „Vater“ klingt förmlicher und passt, wenn mehrere Generationen und angeheiratete Angehörige gemeinsam auftreten. Wichtig ist nur, dass Spruch und Anrede zusammenpassen.

Darf ein Trauerspruch für den Vater humorvoll sein?

Ein Augenzwinkern ist möglich, wenn der Humor zu deinem Vater gehörte und die ganze Familie damit einverstanden ist. Besser als ein Witz wirkt dann eine Zeile, die an seinen Humor erinnert, etwa: „Wir erzählen deine Witze schlechter als du. Aber wir erzählen sie.“ In offiziellen Anzeigen ist Zurückhaltung meist die bessere Wahl.

Fazit: Ein Spruch, der ihm ähnlich sieht

Der beste Trauerspruch für deinen Vater ist der, bei dem andere sofort an ihn denken. Ob Werkstatt oder Bücherregal, ruhiger Rat oder trockener Kommentar: Nimm das Bild, das wirklich zu ihm gehört. Wenn das Verhältnis schwierig war, sind leise und ehrliche Worte genug. Und wenn dir an Vatertag, Geburtstag oder Todestag die Worte fehlen, darf es auch einfach eine Zeile sein, die du nur für dich aufschreibst.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Luther, M. (Übers.) (1912): Die Bibel nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers, revidierter Text 1912. Privilegierte Württembergische Bibelanstalt
  2. van Gennep, A. (1909): Les rites de passage. Émile Nourry
Redaktionell geprüft von Markus Lehner2 Quellen angegeben
Markus Lehner

Markus Lehner

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