Die Wintersonnenwende ist der Moment, in dem die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren tiefsten Stand im Jahreslauf erreicht. Im Jahr 2026 tritt sie am Montag, dem 21. Dezember, ein, genau um 21:50 Uhr. Danach beginnt das Licht zurückzukehren, allerdings so langsam, dass du es in den ersten Tagen kaum bemerkst. Hier erfährst du, wie kurz der Tag in Flensburg, Berlin oder München tatsächlich ist, warum es abends schon vor der Wende wieder später dunkel wird, worin sich Sonnenwende und Tagundnachtgleiche unterscheiden und welche Feste Menschen rund um den Globus in dieser Zeit begehen. Zum Schluss gibt es Ideen, wie du den Abend selbst gestalten kannst, und einen nüchternen Blick darauf, was die dunklen Wochen mit der Stimmung machen.
Wintersonnenwende 2026: Datum und genaue Uhrzeit
Astronomisch ist die Sonnenwende kein ganzer Tag, sondern ein Zeitpunkt. Er ist für die ganze Erde derselbe, nur die Uhrzeit auf dem Zifferblatt hängt von der Zeitzone ab. In Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt die Uhr dann 21:50 Uhr Winterzeit, und zwar am Montag, 21. Dezember 2026. Der kürzeste lichte Tag ist damit derselbe Montag, auch wenn der exakte Moment erst am späten Abend liegt.
Wer gern vorausplant, kann sich die benachbarten Jahre gleich mit notieren. Nach den Tabellen von timeanddate.de gilt in mitteleuropäischer Zeit:
- 2025: 21. Dezember, 16:03 Uhr
- 2026: 21. Dezember, 21:50 Uhr
- 2027: 22. Dezember, 03:42 Uhr
- 2028: 21. Dezember, 09:19 Uhr
Die Liste zeigt das typische Muster: Der Zeitpunkt rutscht von Jahr zu Jahr um knapp sechs Stunden nach hinten, bis der Schalttag ihn wieder nach vorn holt. Deshalb landet die Wende in manchen Jahren knapp nach Mitternacht und damit auf dem 22. Dezember. Einen festen Kalendertag hat sie also nicht, sie pendelt in unserer Zeitzone zwischen dem 21. und 22. Dezember.
Was bei der Wintersonnenwende am Himmel passiert
Der Name verrät schon viel. Das lateinische solstitium bedeutet sinngemäß „Stillstand der Sonne“. Gemeint ist, dass die Sonne ihre langsame Wanderung nach Süden, die sie seit dem Hochsommer am Himmel vollzieht, für einige Tage scheinbar anhält, bevor sie wieder nach Norden zurückläuft. Mittags steht sie in diesen Tagen kaum merklich höher oder tiefer als am Vortag.
Der Grund ist die Schrägstellung der Erde. Ihre Rotationsachse steht nicht senkrecht auf der Umlaufbahn, sondern ist um rund 23,4 Grad gekippt, und diese Neigung behält sie während des ganzen Jahres im Raum bei. Im Dezember zeigt der Nordpol deshalb von der Sonne weg. Senkrecht über dem Kopf steht die Sonne zu diesem Zeitpunkt nur für Orte auf dem südlichen Wendekreis, dem Wendekreis des Steinbocks.
Für uns heißt das: Die Sonne geht weit im Südosten auf, zieht einen flachen, kurzen Bogen und verschwindet im Südwesten. In Flensburg klettert sie am 21. Dezember mittags nur auf knapp 12 Grad über den Horizont, in Berlin auf gut 14 Grad. Ein einfaches Experiment macht das greifbar: Bei einem Sonnenstand von 14 Grad wirft jeder Gegenstand einen Schatten, der ungefähr viermal so lang ist wie er selbst. Ein Mensch von 1,70 Metern hat zur Mittagszeit also einen Schatten von fast sieben Metern.
Der kürzeste Tag des Jahres: Tageslängen in Deutschland
Wie viel Licht der 21. Dezember bringt, hängt stark davon ab, wo du wohnst. Je weiter nördlich, desto flacher der Sonnenbogen und desto kürzer die Zeit zwischen Aufgang und Untergang. Die Werte von timeanddate.de für den 21. Dezember 2026 zeigen das deutlich:
- Flensburg: Sonnenaufgang 8:43 Uhr, Sonnenuntergang 15:56 Uhr, Tageslänge rund 7 Stunden und 13 Minuten
- Hamburg: 8:34 bis 16:01 Uhr, rund 7 Stunden und 28 Minuten
- Berlin: 8:14 bis 15:54 Uhr, rund 7 Stunden und 39 Minuten
- München: 8:01 bis 16:22 Uhr, rund 8 Stunden und 21 Minuten
Zwischen dem nördlichsten und dem südlichen Beispiel liegen also mehr als eine Stunde Tageslicht. Auffällig ist auch, dass Berlin den Sonnenuntergang früher erlebt als Hamburg, obwohl Hamburg weiter nördlich liegt. Das liegt an der geografischen Länge: Berlin liegt weiter östlich, die Sonne erreicht dort ihren Höchststand eher, und damit verschiebt sich der ganze Tag nach vorn.
Übrigens ist der 22. Dezember praktisch genauso kurz. In Hamburg unterscheiden sich die beiden Tage um weniger als eine Sekunde, in Berlin um eine einzige. Wer also am Dienstag nach der Sonnenwende auf den ersten „längeren“ Tag hofft, wird vom Gefühl her nichts merken.
Wann werden die Tage wieder länger?
Streng genommen sofort nach der Sonnenwende, spürbar aber erst einige Wochen später. Die Zunahme startet bei nahezu null und beschleunigt sich dann. Am Beispiel Hamburg und Berlin sieht das so aus:
- Erste Tage nach der Wende: In Hamburg ist der 23. Dezember nur etwa acht Sekunden länger als der Vortag, an Heiligabend kommen rund 15 Sekunden dazu.
- Silvester: Der tägliche Zuwachs liegt erstmals bei etwa einer Minute.
- Mitte Januar: In Berlin wächst der Tag schon um gut zwei Minuten pro Tag.
- Ende Januar: Der Zuwachs beträgt in Berlin rund dreieinhalb Minuten täglich, insgesamt ist der Tag dann etwa 1 Stunde und 20 Minuten länger als zur Wende.
- März: Rund um die Tagundnachtgleiche ist der Zuwachs am größten, in Berlin sind es etwa vier Minuten pro Tag.
Dieses Muster folgt aus der Geometrie: Rund um die Wendepunkte ändert sich der Sonnenstand kaum, in der Mitte zwischen ihnen am schnellsten. Man kann es sich wie eine Schaukel vorstellen, die am äußersten Punkt kurz innehält und erst in der Mitte richtig Fahrt aufnimmt. Darum kommt es vielen so vor, als würde es im Januar plötzlich „auf einmal“ heller. Um Mariä Lichtmess Anfang Februar hat Berlin dann fast anderthalb Stunden mehr Tageslicht als zur Wende, und das ist im Alltag nicht mehr zu übersehen.
Früher Feierabend im Dunkeln, später Morgen: warum der Tag schief liegt
Wer im Dezember genau auf die Uhr schaut, entdeckt eine Ungereimtheit. In Berlin geht die Sonne am frühesten schon um den 13. Dezember unter, nämlich um 15:52 Uhr. Zur Sonnenwende ist es abends bereits wieder zwei Minuten länger hell. Morgens dagegen geht es noch lange in die falsche Richtung: Den spätesten Sonnenaufgang gibt es mit 8:17 Uhr erst um den Jahreswechsel. Der kürzeste Tag liegt also nicht symmetrisch zwischen frühestem Abend und spätestem Morgen.
Die Erklärung heißt Zeitgleichung. Unsere Uhren laufen gleichmäßig, die Sonne am Himmel nicht. Den Zeitpunkt, an dem sie am höchsten steht, nennt man wahren Mittag, und der wandert im Dezember sichtbar: In Berlin liegt er am 13. Dezember bei 12:00 Uhr, zur Sonnenwende bei 12:04 Uhr und an Silvester bei 12:09 Uhr. Von einem Sonnenhöchststand zum nächsten vergeht in diesen Wochen also etwa eine halbe Minute mehr als 24 Stunden.
Zwei Effekte wirken dabei zusammen. Erstens ist die Erdbahn leicht elliptisch, und Anfang Januar erreicht die Erde ihren sonnennächsten Punkt, das Perihel. Dort ist sie am schnellsten unterwegs, und die Erde muss sich ein wenig weiter drehen, bis die Sonne wieder im Süden steht. Zweitens verstärkt die schräge Achse diesen Effekt gerade um die Sonnenwenden. Weil Aufgang und Untergang sich symmetrisch um den wahren Mittag verteilen und dieser Mittag täglich später rückt, wandern beide Zeiten mit nach hinten. Solange sich die Tageslänge um die Wende kaum ändert, gewinnt diese Verschiebung die Oberhand: Abends wird es schon vor dem 21. Dezember später dunkel, morgens bleibt es bis in den Januar länger finster. Im Artikel zum Julfest ist dieser Effekt kurz angerissen, die Uhrzeiten oben zeigen, wie deutlich er ausfällt.
Sonnenwende und Tagundnachtgleiche: die Eckpunkte des Jahres
Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen werden oft verwechselt, dabei markieren sie gegensätzliche Situationen. An den beiden Sonnenwenden erreicht die Sonne ihren nördlichsten oder südlichsten Stand, die Tageslänge ist dann extrem. An den beiden Tagundnachtgleichen, auch Äquinoktien genannt, steht die Sonne genau über dem Äquator, und Tag und Nacht sind überall auf der Erde annähernd gleich lang.
Die vier Termine des Jahres 2026 in deutscher Ortszeit:
- Frühlings-Tagundnachtgleiche: 20. März, 15:46 Uhr
- Sommersonnenwende: 21. Juni, 10:24 Uhr Sommerzeit
- Herbst-Tagundnachtgleiche: 23. September, 2:05 Uhr Sommerzeit
- Wintersonnenwende: 21. Dezember, 21:50 Uhr
Ganz exakt gleich lang sind Tag und Nacht auch an den Äquinoktien nicht. Die Atmosphäre bricht das Sonnenlicht und hebt die Sonne optisch ein wenig an, sodass sie etwas früher auf- und später untergeht, als es geometrisch zu erwarten wäre. In Berlin dauert der lichte Tag am Frühlingsanfang 2027 deshalb schon gut zwölf Stunden und neun Minuten.
Winteranfang: astronomisch oder meteorologisch?
Mit der Wintersonnenwende beginnt der astronomische Winter. Er dauert bis zur Frühlings-Tagundnachtgleiche im März. Diese Einteilung richtet sich allein nach dem Sonnenstand und ist deshalb von Jahr zu Jahr um Stunden verschoben.
Wetterdienste rechnen anders. Für sie beginnt der meteorologische Winter stets am 1. Dezember und umfasst die vollen Monate Dezember, Januar und Februar. Das hat praktische Gründe: Statistiken über Temperatur, Niederschlag oder Schnee lassen sich mit ganzen Monaten viel einfacher vergleichen als mit wechselnden Stichtagen. Wenn also in den Nachrichten Anfang Dezember vom Winterbeginn die Rede ist und kurz vor Weihnachten noch einmal, haben beide recht, sie zählen nur unterschiedlich.
Auf der Südhalbkugel ist alles spiegelverkehrt. Für Menschen in Australien, Südafrika oder Argentinien ist der 21. Dezember die Sommersonnenwende, also der längste Tag, und der astronomische Sommer beginnt. Die dortige Wintersonnenwende fällt auf den Juni.
Wintersonnenwende Bedeutung: Feste rund um die Welt
Dass die Sonne ihren Tiefpunkt erreicht und wieder steigt, haben viele Kulturen beobachtet und mit Bauwerken, Festen oder Speisen verbunden. Wie genau die Menschen früher dachten, ist oft schwer zu belegen. Die folgenden Beispiele sind gut dokumentiert oder werden heute lebendig gefeiert.
Newgrange in Irland
Das Ganggrab im irischen Boyne-Tal ist über 5.000 Jahre alt. Über dem Eingang liegt eine Öffnung, durch die an den Morgen um die Wintersonnenwende ein schmaler Lichtstrahl bis in die innere Kammer fällt, für etwa 17 Minuten. Die Plätze in der Kammer werden jedes Jahr verlost, draußen versammeln sich viele weitere Menschen. Auch die Steinachse von Stonehenge in England wird mit dem Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende in Verbindung gebracht.
Dongzhi in China und Ostasien
Im chinesischen Kalender ist Dongzhi, wörtlich etwa „Winter-Extrem“, einer von 24 Sonnenabschnitten des Jahres und zugleich ein Familienfest. Im Süden Chinas isst man traditionell Tangyuan, süße Klebreisbällchen in Brühe, im Norden eher Teigtaschen. Die runden Bällchen werden gern als Bild für Zusammenhalt gedeutet. Auch in Taiwan, Korea, Japan und Vietnam gibt es Bräuche zu diesem Tag.
Yalda im Iran und in Afghanistan
Die Yalda-Nacht, auch Chelle genannt, ist die letzte Herbstnacht und damit die längste des Jahres. Familien kommen bei den Älteren zusammen, essen rote Früchte wie Granatäpfel und Wassermelone, dazu Nüsse und Süßes, erzählen Geschichten und lesen Gedichte, häufig von Hafis. Seit 2022 steht Yalda/Chelle als gemeinsame Nominierung beider Länder auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.
Jul im Norden
Das germanische Mittwinterfest hieß Jul. Was davon vor der Christianisierung tatsächlich gefeiert wurde, ist allerdings nur bruchstückhaft überliefert, und vieles am heutigen Bild stammt aus der Romantik. Wortgeschichte, Belege und Bräuche wie Julbock und Julklapp findest du ausführlich im Artikel über das Julfest.
Saturnalien und Sol invictus im alten Rom
In Rom begannen Mitte Dezember die Saturnalien, ein ausgelassenes Fest mit Gelagen und kleinen Geschenken, das später über mehrere Tage ging. Ab dem 3. Jahrhundert gewann zudem der Kult des Sonnengottes Sol invictus an Bedeutung. Ob der 25. Dezember als Weihnachtsdatum etwas mit diesen Festen zu tun hat, ist eine viel diskutierte These und keine gesicherte Tatsache. Welche Argumente es dafür und dagegen gibt, liest du im Beitrag zur Bedeutung von Weihnachten.
Inti Raymi auf der Südhalbkugel
In den Anden liegt die Wintersonnenwende im Juni. Im Inkareich wurde um diese Zeit das Sonnenfest Inti Raymi gefeiert, nach der spanischen Eroberung wurde es verboten. Seit 1944 inszeniert Cusco am 24. Juni eine große Nachstellung an der Festungsanlage Sacsayhuamán, die heute Tausende Zuschauer anzieht.
Auch der Kalender selbst hat Spuren hinterlassen. Weil der julianische Kalender ein wenig zu lang war, lag die längste Nacht im späten Mittelalter in der Nähe des 13. Dezember. Daher rührt die Verbindung von Licht und Dunkelheit am Lucia-Tag, der bis heute vor allem in Schweden gefeiert wird.
Wintersonnenwende feiern: Rituale für den Abend zu zweit oder mit Freunden
Du brauchst keinen Glauben und keine Tradition, um die längste Nacht zu einem besonderen Abend zu machen. Ein Anlass, der sich nach dem Himmel richtet statt nach dem Einkaufskalender, ist mitten im Dezember sogar eine kleine Erholung. Ein paar Vorschläge, die sich mit Partner, Familie oder Freundeskreis umsetzen lassen:
- Den Mittagsschatten messen: Stellt euch um die Mittagszeit nach draußen und markiert mit Kreide oder einem Stock, wo euer Schatten endet. Wiederholt das im März und Juni am selben Ort, dann seht ihr den Jahreslauf auf dem Boden.
- Eine Yalda-Tafel decken: Granatapfel, Wassermelone oder Trauben, Nüsse und Trockenfrüchte, dazu jeder ein Gedicht, das er mitbringt und vorliest. Eine gute Auswahl für den Winter findest du in den Wintergedichten.
- Gemeinsam kochen wie zu Dongzhi: Klebreisbällchen oder Teigtaschen zu formen ist eine schöne Aufgabe für mehrere Hände und kommt ohne Vorkenntnisse aus.
- Ein Lichtkalender bis Februar: Notiert an der Küchentür einmal pro Woche, wann die Sonne untergeht. So wird sichtbar, wie viel Abendlicht bis Lichtmess zurückkehrt, und das hebt erfahrungsgemäß die Laune in grauen Januarwochen.
- Die lange Nacht draußen nutzen: Wenn der Himmel klar ist, lohnt ein Blick nach oben. Im Dezember steht abends der Orion im Südosten, mit seinen drei Gürtelsternen leicht zu finden. Warme Kleidung und eine Thermoskanne gehören dazu. Mehr Ideen für kalte Abende sammelt der Beitrag Date-Ideen im Winter.
- Licht bewusst wieder anmachen: Eine Viertelstunde im Dunkeln sitzen und erst dann die Kerzen anzünden, ist ein einfaches Bild für die Wende. Kerzen nur auf feuerfeste Unterlagen stellen, Abstand zu Tannengrün halten und beim Verlassen des Raums löschen.
Manche verbinden den Abend mit Räuchern. Eine schützende oder reinigende Wirkung ist nicht belegt, und Rauch in der Wohnung kann Atemwege, Kinder und Haustiere belasten. Wenn du es trotzdem ausprobieren möchtest, lies vorher die Sicherheitshinweise im Artikel über die Rauhnächte, die wenige Tage nach der Sonnenwende beginnen.
Was die dunkle Jahreszeit mit der Stimmung macht
Viele Menschen fühlen sich in den Wochen um die Wintersonnenwende müder, antriebsloser oder gereizter als im Sommer. Das ist verständlich: Licht ist der wichtigste Taktgeber für die innere Uhr. Es beeinflusst, wann der Körper das Schlafhormon Melatonin ausschüttet und wann wir wach werden. Wer morgens im Dunkeln aufsteht und abends im Dunkeln heimkommt, bekommt im Winter oft nur wenig Tageslicht ab.
Umgangssprachlich heißt dieses Tief Winterblues. Es ist keine Diagnose, sondern eine Beschreibung für eine Stimmungslage, die viele kennen und die mit den längeren Tagen meist von selbst nachlässt. Davon unterscheiden Fachleute die saisonal abhängige Depression, bei der die Beschwerden deutlich stärker sind, über Wochen anhalten und den Alltag spürbar einschränken. Ob so etwas vorliegt, kann nur eine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung klären, nicht ein Online-Text.
Für den gewöhnlichen Durchhänger helfen oft einfache Dinge. Draußen ist es selbst an einem bedeckten Wintertag meist um ein Vielfaches heller als in einem beleuchteten Zimmer, ein Spaziergang in der Mittagspause bringt also mehr Licht, als viele denken. Feste Schlafzeiten, Bewegung und Verabredungen, die nicht ausfallen, wenn es draußen ungemütlich ist, geben der Woche Struktur. Und manchmal tut es einfach gut, zu wissen, dass die Dunkelheit ein Datum hat: Ab dem 21. Dezember geht es wieder bergauf, auch wenn man es zuerst nur auf der Uhr sieht.
Häufige Fragen
Wann ist der kürzeste Tag?
Der kürzeste Tag ist 2026 auf der Nordhalbkugel Montag, der 21. Dezember. Die Sonnenwende tritt an diesem Tag um 21:50 Uhr ein. In Flensburg dauert der lichte Tag dann nur gut sieben Stunden, in München knapp achteinhalb. Der 22. Dezember ist fast auf die Sekunde genauso kurz.
Was passiert bei der Wintersonnenwende?
Bei der Wintersonnenwende erreicht die Sonne ihren südlichsten Stand und steht senkrecht über dem Wendekreis des Steinbocks. Auf der Nordhalbkugel ist ihr Mittagsbogen dann am niedrigsten, die Nacht am längsten. Danach kehrt sich ihre scheinbare Bewegung um und die Tage werden wieder länger. Ursache ist die um etwa 23,4 Grad geneigte Erdachse.
Wie viele Minuten pro Tag wird es heller?
Direkt nach der Wintersonnenwende wird es täglich nur wenige Sekunden heller, an Silvester etwa eine Minute pro Tag. Mitte Januar sind es in Berlin gut zwei Minuten, Ende Januar rund dreieinhalb und im März etwa vier Minuten täglich. Danach nimmt der Zuwachs bis zur Sommersonnenwende wieder ab.
Wie hieß das germanische Fest der Wintersonnenwende?
Das germanische Mittwinterfest hieß Jul, im Englischen Yule. In Skandinavien ist jul bis heute das normale Wort für Weihnachten. Wie und wann die Menschen es in vorchristlicher Zeit begingen, wissen wir nur aus wenigen, späten Quellen. Ob das Fest exakt auf die Sonnenwende fiel, lässt sich aus den Quellen nicht sicher sagen.
Ist die Wintersonnenwende immer am 21. Dezember?
Nein, die Wintersonnenwende fällt in Mitteleuropa auf den 21. oder 22. Dezember. Weil das Sonnenjahr knapp sechs Stunden länger ist als 365 Tage, wandert der Zeitpunkt jedes Jahr nach hinten, bis ein Schalttag ihn zurücksetzt. 2027 etwa liegt die Wende am 22. Dezember um 3:42 Uhr.
Fazit: ein Wendepunkt, den man auf der Uhr ablesen kann
Die Wintersonnenwende am 21. Dezember 2026 ist ein präzises astronomisches Ereignis mit spürbaren Folgen: Der Tag ist so kurz wie sonst nie, die Sonne so tief, die Schatten so lang. Dass es abends schon vorher wieder später dunkel wird und morgens noch bis Januar länger finster bleibt, ist kein Messfehler, sondern Folge der Zeitgleichung. Von Newgrange über Yalda bis Dongzhi haben Menschen diesem Moment Bedeutung gegeben, und du kannst es ihnen auf deine Art gleichtun, mit einem Gedicht, einem Spaziergang oder einem Lichtkalender an der Küchentür. Die Tage werden ab jetzt länger, langsam zuerst, dann immer schneller.











