Der Lucia-Tag fällt jedes Jahr auf den 13. Dezember und ist mitten im Advent ein Fest des Lichts. In Schweden zieht an diesem Morgen eine junge Frau im weißen Kleid mit einem Kranz aus Kerzen auf dem Kopf durch Schulen, Kirchen und Wohnzimmer, in Sizilien kommt gekochter Weizen auf den Tisch, und in Norditalien bringt Lucia den Kindern die ersten Geschenke. Hinter all dem steht eine Märtyrerin aus Syrakus, über die man mehr weiß als über viele andere Adventsheilige, aber längst nicht alles.
Hier erfährst du, was an der Lucia-Geschichte belegt ist, warum der 13. Dezember mit der längsten Nacht verbunden wurde, wie der Luciazug abläuft, woher die Lussekatter ihren Namen haben und wie der Tag in Italien, Bayern und Österreich begangen wird. Zum Schluss gibt es Ideen für zu Hause.
Datum des Luciatags: Name, Kalender und Feiertag
Der Gedenktag der heiligen Lucia ist der 13. Dezember. So steht es im römischen Heiligenkalender, und auch mehrere lutherische Kirchen kennen den Tag. Im Jahr 2026 fällt er auf einen Sonntag und damit genau auf den dritten Advent. Was es mit den Kerzen am Kranz und ihren Farben auf sich hat, liest du im Beitrag zur Bedeutung des Adventskranzes. Im Jahr 2027 ist der Luciatag ein Montag.
Der Name geht auf das lateinische Wort lux zurück, das Licht bedeutet. Diese sprachliche Nähe hat viel dazu beigetragen, dass sich gerade um diese Heilige so viele Lichterbräuche gebildet haben. Je nach Sprache heißt sie Lucia, Luzia, Lucie oder Luzie. Wer einen dieser Namen trägt, feiert am 13. Dezember Namenstag; passende Worte findest du bei den Glückwünschen zum Namenstag. Ein gesetzlicher Feiertag ist der Tag weder in Deutschland noch in Österreich, der Schweiz oder Schweden.
Heilige Lucia von Syrakus: was belegt ist und was Legende
Bei vielen Heiligen des Advents ist offen, ob es sie überhaupt gegeben hat. Bei der heiligen Barbara etwa fehlen historische Nachrichten ganz, wie der Beitrag über die Barbarazweige erklärt. Bei Lucia ist die Lage besser. In der Katakombe San Giovanni in Syrakus wurde eine Grabinschrift aus der Zeit um 400 gefunden, die sie erwähnt. Zusammen mit ihrer frühen Aufnahme in die Märtyrerverzeichnisse gilt das als starkes Indiz, dass eine Christin dieses Namens dort verehrt wurde. Sie wird außerdem im ältesten Hochgebet der römischen Messe genannt. Als Todesjahr nennt die Überlieferung 304, die Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian.
Alles Weitere stammt aus Leidensberichten, die erst im 5. oder 6. Jahrhundert aufgeschrieben und mit Wundern ausgeschmückt wurden. Grob zusammengefasst: Lucia stammt aus einer wohlhabenden Familie, ihre Mutter Eutychia hat sie einem jungen Mann versprochen, Lucia möchte aber unverheiratet bleiben. Nach einer Pilgerfahrt zum Grab der heiligen Agatha in Catania wird die kranke Mutter geheilt und willigt ein. Lucia verteilt daraufhin ihre Mitgift an Arme. Der abgewiesene Bräutigam zeigt sie als Christin an. Der Versuch, sie zur Strafe in ein Bordell zu schaffen, scheitert, weil sie sich nicht von der Stelle bewegen lässt, nicht einmal von einem Ochsengespann. Auch Feuer kann ihr nichts anhaben, am Ende stirbt sie durch einen Schwertstich in den Hals.
Spätere Fassungen fügen ein Motiv hinzu, das die Kunst geprägt hat: Lucia soll sich die Augen ausgerissen haben, Gott habe ihr neue, noch schönere geschenkt. Deshalb wird sie oft mit zwei Augen auf einer Schale gemalt und bei Augenleiden angerufen. Sie ist Schutzpatronin von Syrakus und Venedig, wo ihre Reliquien in der Kirche San Geremia ruhen, außerdem der Blinden und der Armen. Was die heilige Lucia gemacht hat, lässt sich also knapp sagen: Der Legende nach gab sie ihren Besitz an Bedürftige, blieb bei ihrem Glauben und starb dafür.
Warum der Luciatag mit Licht und langer Nacht verbunden ist
Dass der 13. Dezember zum Lichterfest wurde, hat neben dem Namen einen kalendarischen Grund. Der julianische Kalender war etwas zu lang, sodass sich die Daten über die Jahrhunderte gegenüber dem Sonnenstand verschoben. Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit lag die Wintersonnenwende nach julianischer Rechnung deshalb in der Nähe des 13. Dezember. Für die Menschen war der Luciatag damit ungefähr der kürzeste Tag, die Luciennacht die längste Nacht des Jahres.
Die Reihenfolge wird oft verdreht: Der Gedenktag stand schon fest, bevor die Verschiebung so groß war. Man hat Lucia also nicht auf die Sonnenwende gelegt, vielmehr ist die Sonnenwende im Kalender zu Lucia gewandert. Mit dem gregorianischen Kalender rückte sie wieder auf den 21. oder 22. Dezember, Schweden stellte erst 1753 um. Der Gedenktag blieb, und mit ihm die Erinnerung an die einst längste Nacht. Der englische Dichter John Donne nennt den Luciatag schon im Titel eines Gedichts den kürzesten Tag.
In Schweden kursiert zusätzlich eine jüngere Erklärung für den Lichterkranz: Lucia habe verfolgten Christen in den Katakomben Essen gebracht und sich Kerzen auf den Kopf gesetzt, um die Hände frei zu haben. In den alten Leidensberichten steht das nicht. Es ist eine spätere Deutung, die gut zum Brauch passt.
Luciafest Schweden: vom Gutshof zum Nationalbrauch
So uralt, wie das Luciafest wirkt, ist es in seiner heutigen Form nicht. Die Gestalt einer weiß gekleideten Frau mit Kerzen, die am frühen Morgen Speisen serviert, ist erst ab den 1760er Jahren belegt, und zwar auf Gutshöfen in Westschweden rund um den Vänern-See, in Värmland, Dalsland, Bohuslän und Västergötland. Ältere Bräuche rund um die Luciennacht gab es schon vorher, die freundliche Lichterbraut aber ist eine vergleichsweise junge Figur.
Im 19. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch über Pfarrhäuser und Studentenkreise in die Dörfer. Ende des Jahrhunderts griff das Freilichtmuseum Skansen in Stockholm die westschwedischen Traditionen auf. Landesweit populär wurde das Fest, als Stockholmer Zeitungen Ende der 1920er Jahre erstmals eine Lucia für die Hauptstadt bestimmen ließen und mit einem öffentlichen Zug feierten; ob 1927 oder 1928, wird unterschiedlich angegeben. Heute ist das Luciafest in Schweden eher Brauchtum als Kirchenfest, an dem sich Menschen unabhängig vom Glauben beteiligen. Viele Gemeinden der Schwedischen Kirche laden trotzdem zu Luciakonzerten ein.
Luciazug und Lichterkrone: wer mitläuft und was erklingt
Das Herzstück ist der Luciazug, das Luciatåg. Vorne geht Lucia: weißes Gewand, rotes Band um die Taille und auf dem Kopf eine Krone mit Kerzen in grünem Laub. Weiß und Rot werden gern als Zeichen für Reinheit und Martyrium gelesen, verbindlich ist diese Deutung nicht. Hinter ihr folgen die Begleiterinnen, tärnor genannt, mit je einer Kerze in der Hand, dazu Sternknaben mit spitzen Hüten und Sternstäben, je nach Ort auch Wichtel und Lebkuchenmännchen.
Der Zug bewegt sich langsam und singend, oft in einem abgedunkelten Raum. Das bekannteste Lied ist Sankta Lucia auf eine Melodie aus Neapel. Kurios ist deren Herkunft: Das Original ist eine Barkarole, ein Bootslied, das 1849 im Musikverlag der Familie Cottrau in Neapel erschien. Besungen wird darin nicht die Heilige, sondern das nach ihr benannte Hafenviertel Santa Lucia. Für Schweden entstanden später mehrere eigene Texte über Licht und Dunkelheit. Die Sternknaben singen traditionell das Staffanslied über den Stallknecht Staffan. Echte Kerzen auf dem Kopf sind heute die Ausnahme, in Schulen und Kitas leuchten aus Brandschutzgründen fast immer Batterielichter.
Lussekatter: das Safrangebäck zum Luciafest
Zum Luciazug gehören Lussekatter, gelbe Hefebrötchen mit Safran. Die klassische Form ist ein S mit eingerollten Enden, in jede Schnecke kommt eine Rosine. Serviert werden sie mit Kaffee oder Glögg, dem skandinavischen Glühwein, oft zusammen mit Pfefferkuchen.
Der Name gibt mehr Rätsel auf als das Rezept. Ältere Bezeichnungen lauten dövelskatt oder dyvelkatt, und weil dövel früher Teufel bedeutete, wird gern von einer Teufelskatze erzählt, die der Safran vertreiben sollte. Das Nordische Museum in Stockholm hält diese Namen eher für Umformungen eines niederländischen und norddeutschen Gebäcknamens, ohne Bezug zu Katzen oder Teufeln. Die Silbe lusse lässt sich vom mittelalterlichen Namen für den Luciatag ableiten, die Herleitung von Lucifer gilt als Volksetymologie. Schriftlich belegt ist das Wort Lussekatt erst Ende des 19. Jahrhunderts, und auch der Safran wurde vermutlich erst damals üblich.
Wenn du sie selbst backen möchtest, nimm die Mengen aus einem erprobten Rezept. Der Ablauf ist fast immer derselbe:
- Safranfäden mit etwas Zucker zerreiben und in warmer Milch mit geschmolzener Butter auflösen.
- Mit Hefe, Mehl, Zucker und einer Prise Salz zu einem weichen Hefeteig kneten, manche Rezepte geben Quark dazu.
- Den Teig abgedeckt warm gehen lassen, bis er deutlich aufgegangen ist.
- Kleine Stücke zu Strängen rollen, als S legen und die Enden gegenläufig einrollen.
- In jede Schnecke eine Rosine drücken und die Brötchen noch einmal gehen lassen.
- Mit verquirltem Ei bestreichen und goldgelb backen.
Frisch schmecken sie am besten. Viele kneten am Vorabend und stellen den Teig über Nacht kühl, damit morgens nur noch geformt und gebacken werden muss.
Lussinatt: die dunkle Seite der Luciennacht
Bevor die freundliche Lichterkönigin kam, galt die Nacht auf den 13. Dezember in Skandinavien als unheimlich. In Schweden hieß sie Lussinatt. Nach altem Volksglauben waren in dieser längsten Nacht böse Mächte unterwegs, und mit Lussi gab es eine gefürchtete Gestalt, die bestrafte, wer in dieser Nacht arbeitete oder mit den Weihnachtsvorbereitungen im Rückstand war. Man hielt deshalb Wache, woraus später ausgelassene Feiern und Streiche wurden.
Ähnliches kennt der süddeutsche Raum. In Teilen Bayerns trat die Luzie, auch Lutzelfrau oder Heuluzi genannt, bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als Schreckgestalt für Kinder auf; sie steht den Perchten nahe. Im Frankenjura sollten in der Luziennacht Backen, Spinnen und Nähen ruhen. Solche Verbote erinnern an die Regeln für die Zwölf Nächte nach Weihnachten, die der Beitrag über die Rauhnächte einordnet. Das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens verzeichnet viele solcher Luzienbräuche. Sie zeigen den Volksglauben früherer Jahrhunderte, keine Tatsachen über die Nacht.
Santa Lucia in Italien: Syrakus, Cuccìa und Geschenke im Norden
In Syrakus ist der 13. Dezember ein großes Stadtfest. Eine silberne Statue der Heiligen wird in einer Prozession aus der Kathedrale zur Kirche Santa Lucia al Sepolcro im Stadtteil Borgata getragen, die über ihrem überlieferten Begräbnisort steht. Nach acht Tagen kehrt sie in einer zweiten Prozession zurück.
Typisch für Sizilien ist die Cuccìa aus gekochten ganzen Weizenkörnern, süß mit Ricotta oder Honig oder herzhaft. Erzählt wird, dass 1646 während einer Hungersnot ein Getreideschiff einlief und die Menschen den Weizen nicht erst mahlten, sondern gleich kochten. Ob das in Syrakus oder Palermo geschah, erzählen die Quellen unterschiedlich. Viele Sizilianerinnen und Sizilianer verzichten am Luciatag auf Brot und Nudeln, in Palermo greift man gern zu Arancine.
In Norditalien, etwa in Bergamo, Brescia, Verona, Cremona und Mantua sowie in Teilen des Trentino und Friauls, ist Lucia die Gabenbringerin. Sie kommt in der Nacht auf den 13. Dezember mit einem Esel, der die Geschenke trägt. Die Kinder schreiben ihr Briefe und stellen Heu oder eine Karotte für das Tier hin. Zuschauen dürfen sie nicht, sonst streut Lucia ihnen, so die scherzhafte Warnung, Asche in die Augen.
Lucia-Bräuche in Deutschland und Österreich: Lichterhäuschen und Luzienweizen
Der bekannteste deutsche Lucia-Brauch findet in Fürstenfeldbruck bei München statt. Am Abend des 13. Dezember setzen Kinder selbst gebaute Häuschen aus Holz oder Papier mit Kerzen auf die Amper und lassen sie flussabwärts treiben, nachdem sie in einem Gottesdienst gesegnet wurden. Die Stadt führt das Luzienhäuschen-Schwimmen auf ein Gelübde aus dem 18. Jahrhundert zurück, als Fürstenfeldbruck von einem großen Hochwasser verschont blieb; oft wird dafür 1785 genannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Brauch neu belebt. Wer Laternenumzüge kennt, erkennt das Motiv wieder, mehr dazu im Beitrag über Sankt Martin.
In Österreich zählt der Luzientag zu den Lostagen, an denen nach bäuerlicher Überlieferung Zeichen für das kommende Jahr abzulesen waren. Verbreitet ist der Luzienweizen: Am 13. Dezember werden Weizenkörner in eine Schale mit Erde gesät. Stehen die Halme an Heiligabend grün und kräftig, galt das als gutes Vorzeichen für die Ernte. Denselben Brauch kennen Ungarn und Kroatien. Aus Ungarn stammt außerdem die Überlieferung vom Lucia-Stuhl, an dem ab dem 13. Dezember jeden Tag ein Stück weitergebaut wird, bis er zu Weihnachten fertig ist.
Lucia in Finnland, Dänemark und Norwegen
Im 20. Jahrhundert verbreitete sich das Luciafest im ganzen Norden. In Finnland trugen es vor allem die schwedischsprachigen Schulen, größere Feiern gibt es seit etwa 1930, seit der Jahrhundertmitte wird eine Lucia für das ganze Land bestimmt. In Dänemark fand der erste offizielle Luciatag 1944 statt, während der deutschen Besatzung, und wird bis heute auch als stilles Zeichen nordischer Verbundenheit gedeutet. In Norwegen setzte sich der Lichterzug nach dem Zweiten Weltkrieg durch, vor allem über Kindergärten und Schulen.
Lucia-Tag zu Hause: mit Kindern und als Paar
Der Kern des Brauchs ist schlicht: Jemand weckt die anderen mit Licht, Gesang und etwas Warmem zu essen. Das lässt sich ohne großen Aufwand in den Alltag holen.
Mit Kindern funktioniert ein kleiner Luciazug durch die Wohnung. Ein weißes Nachthemd, ein rotes Band als Gürtel und ein Kranz aus Papier mit LED-Lichtern reichen; echte Kerzen gehören nicht auf Kinderköpfe. Beim Formen der Lussekatter helfen Kinder gern, und die Legende lässt sich kindgerecht über das Teilen erzählen. Dazu passt ein Vers aus den Adventsgedichten oder eine Rätselrunde aus dem Weihnachtsquiz, das auch eine Frage zum Luciafest enthält.
Als Paar eignet sich der Tag für ein ruhiges Ritual. Einer von euch steht früher auf, deckt im Kerzenlicht den Tisch und weckt den anderen mit Kaffee und frischem Gebäck, im nächsten Jahr wechselt ihr. Abends bietet sich ein Spaziergang zu einem Ort mit Lichtern an. Oder ihr sät gemeinsam eine Schale Luzienweizen und schaut zu, wie die Halme bis Weihnachten wachsen. Wenn ihr zum ersten Mal zusammen auf das Fest zugeht, findest du weitere Anregungen im Beitrag über die ersten Weihnachten als Paar.
Häufige Fragen
Was wird am Luciafest gefeiert?
Am Luciafest wird an die heilige Lucia von Syrakus erinnert, eine frühchristliche Märtyrerin, deren Name Licht bedeutet. Vor allem in Schweden ist der 13. Dezember ein Lichterfest im Advent, mit Luciazug, Kerzenkrone, Liedern und Safrangebäck, das viele auch ohne religiösen Bezug feiern.
Was hat die Heilige Lucia gemacht?
Der Legende nach verzichtete Lucia auf eine arrangierte Ehe, verteilte ihre Mitgift an Arme und hielt in der Christenverfolgung unter Diokletian an ihrem Glauben fest. Dafür wurde sie um 304 in Syrakus hingerichtet. Belegt ist ihre frühe Verehrung durch eine Grabinschrift, die Einzelheiten sind fromme Erzählung.
Wann ist der Lucia-Tag?
Der Lucia-Tag ist jedes Jahr am 13. Dezember. 2026 fällt er auf einen Sonntag und damit auf den dritten Advent, 2027 auf einen Montag. In Schweden beginnt die Feier meist früh am Morgen, in Norditalien kommt Lucia schon in der Nacht davor zu den Kindern.
Wie wird das Luciafest in Italien gefeiert?
In Italien wird das Luciafest regional unterschiedlich gefeiert. In Syrakus gibt es eine große Prozession mit einer silbernen Statue, in Sizilien isst man Cuccìa aus gekochtem Weizen statt Brot. In Teilen Norditaliens bringt Lucia mit ihrem Esel in der Nacht Geschenke für die Kinder.
Was sind Lussekatter?
Lussekatter sind schwedische Hefebrötchen mit Safran, die zum Luciatag gebacken werden. Typisch ist die S-Form mit eingerollten Enden und je einer Rosine darin. Der Name ist nicht eindeutig geklärt, die Silbe lusse wird meist mit dem Luciatag in Verbindung gebracht.
Warum trägt Lucia einen Kranz mit Kerzen?
Der Kerzenkranz verbindet den Namen Lucia, abgeleitet von lux für Licht, mit der Erinnerung an die einst längste Nacht des Jahres. Eine spätere Erzählung sagt, Lucia habe Kerzen auf dem Kopf getragen, um verfolgten Christen mit freien Händen Essen zu bringen. In den alten Quellen steht das nicht.
Ist der Lucia-Tag ein Feiertag?
Nein, ein gesetzlicher Feiertag ist der Lucia-Tag weder in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch in Schweden. Begangen wird er in Schweden trotzdem fast überall, in Kitas, Schulen, Kirchen und am Arbeitsplatz. Kirchlich ist er ein Gedenktag.
Fazit: ein Licht, das viele Geschichten trägt
Der Lucia-Tag verbindet eine historisch gut verankerte Märtyrerin aus Syrakus mit Bräuchen, die zum Teil erst wenige Jahrhunderte alt sind. Die Lichterkrone stammt von westschwedischen Gutshöfen, das bekannteste Lied besingt eigentlich einen Hafen in Neapel, und die längste Nacht ist eine Folge des alten Kalenders. Ob du Lussekatter backst, Luzienweizen säst oder jemanden mit Kerzenlicht weckst: Du knüpfst an eine Tradition an, die von Sizilien bis Finnland anders erzählt wird und überall dasselbe meint, Licht in der dunkelsten Zeit des Jahres.











