Konfuzius Zitate stehen auf Teebeuteln, in Glückskeksen und unter unzähligen Motivationsbildern, oft mit dem knappen Vorspann „Konfuzius sagt“. Viele dieser Sprüche lassen sich in den überlieferten Worten des chinesischen Lehrers allerdings nirgends finden. Hier bekommst du rund 50 echte Konfuzius Zitate mit Buch und Abschnitt, nach Themen geordnet: Lernen, Leben, Freundschaft, Glück, Worte und Taten, die Goldene Regel und Trauer. Danach folgen sieben beliebte Sätze, die zu Unrecht unter seinem Namen laufen, jeweils mit ihrer tatsächlichen Herkunft, soweit sie bekannt ist.
Wörtlich zitieren wir aus der Übersetzung des Sinologen Richard Wilhelm (1873–1930), die 1910 als „Kungfutse. Gespräche (Lun Yü)“ bei Eugen Diederichs in Jena erschien. Sein Text ist gemeinfrei. Die alte Rechtschreibung („daß“) bleibt stehen, runde Klammern sind Wilhelms eigene Ergänzungen, und wo wir nacherzählen, steht „sinngemäß“.
Wer Konfuzius war und woher seine Worte stammen
Konfuzius hieß eigentlich Kong Qiu. Nach der traditionellen Zählung lebte er von 551 bis 479 vor unserer Zeitrechnung im Staat Lu, im Gebiet der heutigen Provinz Shandong. Seine Schüler nannten ihn Kong Fuzi, „Meister Kong“. Daraus machten jesuitische Missionare in Europa die latinisierte Form Confucius. Wilhelm schreibt den Namen „Kungfutse“ und nennt ihn im Text meist einfach „der Meister“.
Das Wichtigste vorweg: Konfuzius hat kein Buch hinterlassen. Was wir als seine Worte kennen, steht in den Gesprächen, chinesisch Lunyu. Aufgeschrieben haben sie Schüler und deren eigene Schüler, nach heutigem Forschungsstand über einen längeren Zeitraum nach seinem Tod. Die Sammlung besteht aus 20 Büchern mit kurzen, nummerierten Abschnitten. Viele beginnen mit der Formel „Der Meister sprach“, andere schildern ein Gespräch oder eine Szene aus seinem Alltag.
Für jedes Zitat heißt das: In den Gesprächen reden nicht nur der Meister, sondern auch Schüler wie Meister Dsong oder Dsï Hia, deren Sätze im Netz trotzdem gern bei Konfuzius landen. Und manche Sätze tauchen fast gleichlautend zweimal auf, etwa in I.8 und IX.24, was gut zu einer nach und nach gewachsenen Sammlung passt.
Oft verwechselt werden Laotse und Buddha, die zu anderen Traditionen gehören. Der Satz vom Weg über tausend Meilen, der mit dem ersten Schritt beginnt, steht sinngemäß im Daodejing, das Laotse zugeschrieben wird, und nicht in den Gesprächen. Echte Lehrworte Buddhas samt Fälschungen findest du bei unseren Buddha Zitaten mit Versnummer.
Konfuzius über das Lernen: Zitate zu Wissen und Denken
Die Gespräche beginnen mit dem Lernen, gemeint als lebenslanges Einüben, nicht als Pauken für eine Prüfung:
„Lernen und fortwährend üben: Ist das denn nicht auch befriedigend?“ – Lunyu I.1
Wer nach Konfuzius Zitaten zum Lernen sucht, trifft auf eine erstaunlich moderne Haltung: ehrliches Wissen, Denken und Lernen im Verbund, Lehrer, die selbst Schüler bleiben.
- „Lernen und nicht denken ist nichtig. Denken und nicht lernen ist ermüdend.“ – Lunyu II.15. In einer Anmerkung verweist Wilhelm dazu auf Kant.
- „Was man weiß, als Wissen gelten lassen, was man nicht weiß, als Nichtwissen gelten lassen: das ist Wissen.“ – Lunyu II.17, gerichtet an den Schüler Dsï Lu, den der Meister hier mit seinem Rufnamen Yu anspricht.
- „Das Alte üben und das Neue kennen: dann kann man als Lehrer gelten.“ – Lunyu II.11
- „Lerne, als hättest du’s nicht erreicht, und dennoch fürchtend, es zu verlieren.“ – Lunyu VIII.17
- „Wenn ich selbdritt gehe, so habe ich sicher einen Lehrer. Ich suche ihr Gutes heraus und folge ihm, ihr Nichtgutes und verbessere es.“ – Lunyu VII.21. „Selbdritt“ heißt: zu dritt, also mit zwei anderen Menschen.
- „Ich bin nicht geboren mit der Kenntnis (der Wahrheit); ich liebe das Altertum und bin ernst im Streben (nach ihr).“ – Lunyu VII.19
- „Beim Lehren gibt es keine Standesunterschiede.“ – Lunyu XV.38
- Sinngemäß Lunyu XV.30: Ganze Tage und Nächte habe er ohne Essen und Schlaf nur nachgedacht, erzählt der Meister. Gebracht habe es nichts; Lernen sei besser.
Vom Schüler Dsï Hia, nicht vom Meister, stammt dieses Wort: „Wer täglich weiß, was ihm noch fehlt, und monatlich nicht vergißt, was er kann, der kann ein das Lernen Liebender genannt werden.“ (Lunyu XIX.5)
Konfuzius Zitate über das Leben und seine Stufen
Die berühmteste Stelle über das Leben ist zugleich die persönlichste der ganzen Sammlung. Konfuzius blickt auf seine eigenen Jahrzehnte zurück:
„Ich war fünfzehn, und mein Wille stand aufs Lernen, mit dreißig stand ich fest, mit vierzig hatte ich keine Zweifel mehr, mit fünfzig war mir das Gesetz des Himmels kund, mit sechzig war mein Ohr aufgetan, mit siebzig konnte ich meines Herzens Wünschen folgen, ohne das Maß zu übertreten.“ – Lunyu II.4
Meist liest man diese Stelle als Spruch übers Alter; weitere Altersstellen findest du bei unseren Sprüchen übers Älterwerden. Sie lässt sich aber auch als Bildungsweg lesen: Am Anfang steht der Entschluss zu lernen, am Ende eine Freiheit, die das Maß von selbst hält. Weitere Konfuzius Zitate über das Leben:
- „So fließt alles dahin, wie dieser Fluß, ohne Aufhalten Tag und Nacht!“ – Lunyu IX.16, gesprochen am Ufer eines Flusses.
- „In der Frühe die Wahrheit vernehmen und des Abends sterben: das ist nicht schlimm.“ – Lunyu IV.8
- „Der Mensch lebt durch Geradheit. Ohne sie lebt er von glücklichen Zufällen und Ausweichen.“ – Lunyu VI.17
- „Wenn das Jahr kalt wird, dann erst merkt man, daß Föhren und Lebensbäume immergrün sind.“ – Lunyu IX.27. Ein Bild dafür, dass sich Charakter erst in harten Zeiten zeigt.
- „Von Natur stehen (die Menschen) einander nahe, durch Übung entfernen sie sich voneinander.“ – Lunyu XVII.2
- „Einem Heer von drei Armeen kann man seinen Führer nehmen; dem geringsten Mann aus dem Volk kann man nicht seinen Willen nehmen.“ – Lunyu IX.25
- Sinngemäß Lunyu IX.18: Fehlt einem Hügel nur noch ein Korb Erde und man hört auf, ist das Stillstand. Liegt auf ebenem Boden erst ein Korb, aber es geht weiter, ist das Fortschritt.
Meister Dsong, wieder ein Schüler, ergänzt: Wer lernt, trage eine schwere Last auf einem weiten Weg, „Im Tode erst ist er am Ziel“ (Lunyu VIII.7).
Konfuzius Weisheiten über Menschlichkeit und Freundschaft
Im Zentrum der Lehre steht ein Begriff, den Wilhelm meist mit „Sittlichkeit“ übersetzt, andere mit „Menschlichkeit“ oder „Güte“. Gefragt, was das sei, antwortet der Meister mit einem einzigen Wort: „Menschenliebe.“ Und auf die Frage nach der Weisheit: „Menschenkenntnis.“ (Lunyu XII.22). Beides spielt in seine Sätze über Freundschaft hinein.
„Freunde haben, die aus fernen Gegenden kommen: Ist das nicht auch fröhlich?“ – Lunyu I.1
- „Es gibt dreierlei Freunde, die von Nutzen sind, und dreierlei Freunde, die vom Übel sind. Freundschaft mit Aufrichtigen, Freundschaft mit Beständigen, Freundschaft mit Erfahrenen ist von Nutzen. Freundschaft mit Speichelleckern, Freundschaft mit Duckmäusern, Freundschaft mit Schwätzern ist vom Übel.“ – Lunyu XVI.4
- „Man soll sich gewissenhaft ermahnen und geschickt (zum Guten) führen. Wenn es nicht geht, so halte man inne. Man muß sich nicht selbst der Beschämung aussetzen.“ – Lunyu XII.23, die Antwort auf die Frage nach dem Wesen der Freundschaft.
- „Gute Menschen machen die Schönheit eines Platzes aus.“ – Lunyu IV.1
- „Innerer Wert bleibt nicht verlassen; er findet sicher Nachbarschaft.“ – Lunyu IV.25
- „Wenn du einen Würdigen siehst, so denke darauf, ihm gleich zu werden. Wenn du einen Unwürdigen siehst, so prüfe dich selbst in deinem Innern.“ – Lunyu IV.17
- Sinngemäß Lunyu IX.29: Nicht jeder, mit dem du zusammen lernst, geht den ganzen Weg mit dir.
Umstritten ist der Satz „Habe keinen Freund, der dir nicht gleich ist“ (I.8, wiederholt in IX.24). Man kann ihn als Warnung vor Umgang lesen, der dich herunterzieht, oder als Hinweis, dass Freundschaft unter Gleichgesinnten am besten trägt. Hochmut ist kaum gemeint, denn gleich danach mahnt der Meister, eigene Fehler zu verbessern. Und „der Edle“ meint bei Konfuzius keinen Adelsstand, sondern einen Menschen von gebildetem Charakter; sein Gegenbild, „der Gemeine“, schaut nur auf den eigenen Vorteil.
Konfuzius Zitate über Glück, Maß und Reichtum
Glück als Lebensziel oder Hochgefühl kommt in den Gesprächen kaum vor; Wilhelm spricht meist von „Freude“. Und die hängt bei Konfuzius auffallend wenig von Besitz ab:
„Gewöhnliche Speise zur Nahrung, Wasser als Trank und den gebogenen Arm als Kissen: auch dabei kann man fröhlich sein; aber ungerechter Reichtum und Ehren dazu sind für mich nur flüchtige Wolken.“ – Lunyu VII.15
Als Vorbild nennt er seinen Lieblingsschüler Yen Hui, der mit einer Schüssel Reis und einer Schale Wasser in einer armseligen Gasse lebte: „Aber Hui ließ sich seine Fröhlichkeit nicht rauben.“ (Lunyu VI.9). Weitere Konfuzius Zitate über Glück und Maß:
- „… arm und doch fröhlich sein, reich und doch die Regeln lieben.“ – Lunyu I.15, als Steigerung zu einem Schüler, der sich etwas darauf einbildete, als Armer nicht geschmeichelt und als Reicher nicht geprahlt zu haben.
- „Der Wissende ist noch nicht so weit wie der Forschende, der Forschende ist noch nicht so weit wie der heiter (Erkennende).“ – Lunyu VI.18
- „Der Edle ist ruhig und gelassen, der Gemeine ist immer in Sorgen und Aufregung.“ – Lunyu VII.36
- „Weisheit macht frei von Zweifeln, Sittlichkeit macht frei von Leid, Entschlossenheit macht frei von Furcht.“ – Lunyu IX.28, in ähnlicher Form noch einmal in XIV.30.
- „Der Wissende freut sich am Wasser, der Fromme (‚Sittliche‘) freut sich am Gebirge.“ – Lunyu VI.21
- „Maß und Mitte sind der Höhepunkt menschlicher Naturanlage. Aber unter dem Volk sind sie seit langem selten.“ – Lunyu VI.27
- „Zu viel ist grade so (falsch) wie zu wenig.“ – Lunyu XI.15, als Urteil über zwei Schüler, von denen einer übers Ziel hinausschoss und der andere dahinter zurückblieb.
- „Wenn man selbst (lieber) zu viel tut und wenig von andern erwartet, so bleibt man fern vom Groll.“ – Lunyu XV.14
XV.14 kursiert auch frei umformuliert als Rat, viel von sich und wenig von anderen zu verlangen. Das ist keine Fälschung, aber eine Bearbeitung: Schreib „frei nach Konfuzius“ dazu.
Zitate von Konfuzius über Worte, Taten und Fehler
Immer wieder geht es in den Gesprächen um den Abstand zwischen Reden und Tun. Konfuzius misstraut schönen Worten und schätzt Menschen, die lieber zu wenig versprechen.
- „Der Edle liebt es, langsam im Wort und rasch im Tun zu sein.“ – Lunyu IV.24
- „Der Edle schämt sich davor, daß seine Worte seine Taten übertreffen.“ – Lunyu XIV.29
- „Glatte Worte und einschmeichelnde Mienen sind selten vereint mit Sittlichkeit.“ – Lunyu I.3
- „Jetzt stehe ich so zu den Menschen: Ich höre ihre Worte, und dann sehe ich nach ihren Taten.“ – Lunyu V.9. Anlass war ein Schüler, der sich am hellen Tag im Schlafzimmer aufhielt.
- „Der Edle stellt Anforderungen an sich selbst, der Gemeine stellt Anforderungen an die (andern) Menschen.“ – Lunyu XV.20
- „Die Pflicht sehen und nicht tun, ist Mangel an Mut.“ – Lunyu II.24
- „Einen Fehler machen und sich nicht bessern: das erst heißt fehlen.“ – Lunyu XV.29
Ein starkes Bild dazu stammt vom Schüler Dsï Gung: Die Fehler eines Edlen seien wie Finsternisse von Sonne oder Mond, alle sehen sie, und behebt er sie, schauen alle wieder zu ihm auf (sinngemäß Lunyu XIX.21).
Die Goldene Regel bei Konfuzius
Der vielleicht wichtigste einzelne Satz der Gespräche ist eine Antwort auf eine sehr große Frage. Der Schüler Dsï Gung will wissen, ob es ein einziges Wort gibt, nach dem man sein ganzes Leben lang handeln kann:
„Die Nächstenliebe. Was du selbst nicht wünschest, tu nicht an andern.“ – Lunyu XV.23
Das chinesische Schlüsselwort heißt shu. Wilhelm macht daraus „Nächstenliebe“, der schottische Missionar James Legge übersetzte es 1861 als reciprocity, Gegenseitigkeit. Schon ein Wort lässt also Spielraum. Fast dieselbe Regel steht an zwei weiteren Stellen:
- „Was du selbst nicht wünschest, das tue nicht den Menschen an.“ – Lunyu XII.2, als Teil einer Antwort auf die Frage nach der Sittlichkeit.
- „Was ich nicht mag, daß die Leute mir zufügen, das mag ich auch ihnen nicht zufügen.“ – Lunyu V.11. Hier spricht Dsï Gung, und der Meister bremst ihn: „Mein Sï, diese Stufe hast du noch nicht erreicht.“ Die Regel klingt einfach, ist nach dieser Stelle aber schwer zu leben.
- „Durch Geradheit vergelte man Unrecht, durch Güte vergelte man Güte.“ – Lunyu XIV.36
Bei Konfuzius steht die Goldene Regel verneint, wie im deutschen Sprichwort mit dem Reim auf „zu“. Die Bergpredigt formuliert sie positiv, sinngemäß: Behandle andere so, wie du behandelt werden willst (Matthäus 7,12). XIV.36 zeigt zudem, dass Konfuzius keine Feindesliebe lehrt: Wer Unrecht mit Güte vergilt, fragt er, womit solle er dann Güte vergelten?
Konfuzius über Trauer und Abschied
Wer nach einem Konfuzius Trauerspruch für eine Karte sucht, landet meist bei Sätzen, die gar nicht von ihm stammen (mehr dazu im nächsten Abschnitt). Dabei enthalten die Gespräche bewegende Stellen über Verlust, vor allem rund um den frühen Tod seines Lieblingsschülers Yen Hui. Als der Meister so heftig weint, dass seine Umgebung ihn ermahnt, antwortet er:
„Klage ich zu heftig? Wenn ich um diesen Mann nicht bitterlich weine, um wen sollte ich es dann tun?“ – Lunyu XI.9
Eine bemerkenswerte Erlaubnis zu trauern, von einem Lehrer, der sonst so viel aufs Maß gibt. Weitere Stellen:
- „Wehe, Gott verläßt mich, Gott verläßt mich.“ – Lunyu XI.8, ebenfalls beim Tod Yen Huis. Wilhelm übersetzt das chinesische Wort für Himmel hier mit „Gott“.
- „Bei Trauerfällen ist wertvoller als Leichtigkeit die Trauer.“ – Lunyu III.4. Gemeint ist: Echtes Gefühl zählt mehr als eine glatt erledigte Zeremonie.
- „Wenn man noch nicht das Leben kennt, wie sollte man den Tod kennen?“ – Lunyu XI.11, die Antwort an einen Schüler, der nach dem Wesen des Todes fragt.
- Sinngemäß Lunyu XVII.21: Ein Schüler findet die dreijährige Trauerzeit um die Eltern zu lang. Konfuzius erinnert ihn daran, dass ein Kind die ersten drei Jahre kaum aus den Armen seiner Eltern kommt.
Für eine Trauerkarte eignen sich am ehesten XI.9 oder XI.11, jeweils mit Fundstelle. Viele weitere tröstende Worte mit geprüfter Herkunft sammeln unsere Trauersprüche.
„Konfuzius sagt“: 7 Sprüche, die nicht von ihm stammen
Der Name Konfuzius wirkt wie ein Gütesiegel für Weisheit. Im Englischen gibt es sogar ein Witzformat, das mit „Confucius say …“ beginnt und Pointen als altchinesische Lehre verkleidet. Diese sieben Sprüche begegnen dir häufig, stehen aber nicht in den Gesprächen:
- „Leuchtende Tage. Nicht weinen, dass sie vorüber. Lächeln, dass sie gewesen.“ Er kursiert oft als Konfuzius Trauerspruch. Er stammt aus dem Gedicht „Leuchtende Tage“ des deutschen Lyrikers Ludwig Jacobowski (1868–1900), nach den Recherchen von Quote Investigator bereits 1899 gedruckt. Bei Jacobowski heißt es: „Nicht weinen, weil sie vorüber! / Lächeln, weil sie gewesen!“ Da er 1900 starb, darfst du die Zeilen frei verwenden, nur eben mit seinem Namen.
- „Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen.“ Auch dieser Satz steht oft auf Trauerkarten. Der früheste Beleg bei Quote Investigator ist eine Predigt von William L. Watkinson aus dem Jahr 1907; „Konfuzius“ und „chinesisches Sprichwort“ kamen erst Jahrzehnte später dazu.
- „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben zu arbeiten.“ Nichts Vergleichbares steht in den Gesprächen. Der älteste Fund von Quote Investigator ist von 1982: Ein amerikanischer Philosophieprofessor zitierte ihn als Weisheit eines namenlosen alten Mannes. Mehr dazu bei unseren lustigen Sprüchen über die Arbeit.
- „Unser größter Ruhm ist es, nach jedem Fall wieder aufzustehen.“ Der Gedanke stammt nach Quote Investigator von dem irischen Schriftsteller Oliver Goldsmith, aus seinem Briefroman „The Citizen of the World“ (Buchausgabe 1762). Die Briefe gibt er als Post eines erfundenen chinesischen Reisenden aus, eine Vorbemerkung zum siebten Brief nennt sogar Konfuzius als Vorlage. Mehr dazu bei unseren Erfolg-Sprüchen.
- „Sage es mir, und ich vergesse; zeige es mir, und ich erinnere mich; lass es mich tun, und ich verstehe.“ Eine entfernte Vorform findet sich laut Quote Investigator bei Xunzi, einem Philosophen aus der konfuzianischen Schule, der rund zwei Jahrhunderte nach Konfuzius lebte. Die heutige dreiteilige Fassung taucht erst in den 1950er-Jahren in den USA auf, zunächst als „chinesisches Sprichwort“.
- „Bevor du dich auf den Weg der Rache machst, grabe zwei Gräber.“ Der früheste verwandte Beleg bei Quote Investigator ist ein Buch über Japan von 1876, das einen ähnlichen Satz übers Verfluchen als japanisches Sprichwort führt.
- „Der Weg ist das Ziel.“ Hierzulande gern Konfuzius zugeschrieben, in den Gesprächen nicht zu finden, Ursprung ungeklärt. Meister Dsong sagt in VIII.7 eher das Gegenteil: Der Weg ist lang, am Ziel ist man erst am Lebensende.
Ein Sonderfall ist Friedrich Schiller. Er veröffentlichte Gedichte mit dem Titel „Spruch des Confucius“, die trotz der Überschrift seine eigenen Verse sind. Wer die Zeilen über die Zeit kennen möchte, findet sie bei unseren Zeit-Sprüchen. Auch der Rat, wer ständig glücklich sein wolle, müsse sich oft verändern, fehlt in den Gesprächen. Das schließt andere alte Schriften nicht aus, aber zu den Gesprächen gehört er nicht.
Konfuzius richtig zitieren: Fundstelle, Übersetzung, Zählung
Ob Karte, Rede oder Hausarbeit: So wird aus einem schönen Satz ein belastbares Zitat.
- Fundstelle nennen: „Lunyu“ oder „Gespräche“, dazu Buch (römisch) und Abschnitt (arabisch), also zum Beispiel Lunyu XV.23.
- Zählung prüfen: Die Nummerierung der Abschnitte ist nicht in allen Ausgaben gleich. In einigen Büchern weicht sie um eine Stelle ab. Die Angaben in diesem Artikel folgen Wilhelm.
- Übersetzung angeben: Jede deutsche Fassung ist eine Deutung. Wilhelm darfst du frei zitieren, aus neueren, meist noch geschützten Übersetzungen nur kurz mit Quelle.
- Sprecher prüfen: Nicht jeder Satz der Gespräche stammt vom Meister. Die berühmte dreifache tägliche Selbstprüfung in I.4 etwa ist ein Wort seines Schülers Meister Dsong.
- Freie Fassungen kennzeichnen: Die verbreitete Version „Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert …“ geht auf XV.29 zurück, ist aber stark umformuliert. Ein „frei nach Konfuzius“ ist hier ehrlicher als ein einfaches „Konfuzius“.
Begegnet dir ein Spruch ohne Fundstelle, such ein markantes Stichwort im Text der Gespräche. Findest du nichts, ist Vorsicht angebracht. So arbeiten wir in der ganzen Zitate-Reihe, etwa bei den Goethe Zitaten mit Werk und Fundstelle. Zeitlose Sätze ohne fragwürdigen Absender sammeln außerdem unsere Lebensweisheiten.
Häufige Fragen
Was sind die berühmtesten Zitate?
Zu den berühmtesten Konfuzius Zitaten gehören die Goldene Regel „Was du selbst nicht wünschest, tu nicht an andern“ (Lunyu XV.23), der Satz über Lernen und Denken (II.15) und sein Rückblick auf die Lebensstufen von fünfzehn bis siebzig (II.4). Mindestens ebenso oft geteilt werden allerdings Sprüche, die nicht in den Gesprächen stehen, etwa der vom Beruf, den man liebt.
Was sind 5 weise Zitate?
Fünf weise Sätze aus den Gesprächen, jeweils nach Wilhelm: „Lernen und nicht denken ist nichtig“ (II.15), „Was man weiß, als Wissen gelten lassen, was man nicht weiß, als Nichtwissen gelten lassen“ (II.17), „Zu viel ist grade so (falsch) wie zu wenig“ (XI.15), „Der Edle liebt es, langsam im Wort und rasch im Tun zu sein“ (IV.24) und „Einen Fehler machen und sich nicht bessern: das erst heißt fehlen“ (XV.29). Alle fünf passen auf eine Karte und lassen sich mit Fundstelle belegen.
Was ist der Trauerspruch von Konfuzius?
Der bekannte Trauerspruch „Leuchtende Tage. Nicht weinen, dass sie vorüber. Lächeln, dass sie gewesen“ stammt nicht von Konfuzius, sondern aus einem Gedicht des deutschen Lyrikers Ludwig Jacobowski, gedruckt 1899. Echte Worte des Meisters zur Trauer stehen in den Gesprächen, etwa seine Klage um den Schüler Yen Hui (XI.9) oder die Frage, wie man den Tod kennen solle, wenn man das Leben noch nicht kennt (XI.11).
Was sagt Konfuzius zum Glück?
Konfuzius verbindet Freude nicht mit Besitz, sondern mit Lernen, Freundschaft und einem geraden Leben. Auch mit einfachem Essen und Wasser könne man fröhlich sein, unrechter Reichtum sei nur eine flüchtige Wolke (VII.15). Dazu gehört das Maß: Zu viel sei ebenso falsch wie zu wenig (XI.15).
Welches Buch hat Konfuzius geschrieben?
Nachweislich keines. Seine Aussprüche wurden nach seinem Tod von Schülern und deren Schülern in den Gesprächen (Lunyu) gesammelt, 20 Bücher mit kurzen Abschnitten. Die chinesische Tradition schreibt ihm zusätzlich die Bearbeitung älterer Klassiker zu, darunter das Liederbuch, und die Chronik „Frühling und Herbst“. Wie viel davon tatsächlich auf ihn zurückgeht, ist in der Forschung umstritten.
Darf ich Konfuzius-Zitate frei verwenden?
Die chinesischen Texte selbst sind frei, geschützt sein können aber Übersetzungen. Wilhelms Fassung ist gemeinfrei, da er 1930 starb, und darf wörtlich verwendet werden. Aus modernen Übersetzungen zitierst du nur kurz und mit Quelle oder gibst sie in eigenen Worten wieder.
Fazit: Die echten Konfuzius Zitate sind praktischer als ihr Ruf
Die echten Worte aus den Gesprächen klingen weniger nach Glückskeks, als man erwarten würde. Sie handeln vom Lernen, von verlässlichen Freunden, von Worten, die nicht größer sein sollen als die Taten, und von einer Freude, die ohne viel Besitz auskommt. Wenn du einen Satz von Konfuzius teilen möchtest, nimm einen mit Buch und Abschnitt, nenne bei Schülerworten den Schüler und schreib bei freien Fassungen „frei nach“ dazu. Und wenn ein besonders hübscher Spruch nirgends in den Gesprächen auftaucht, gib ihm seinen wahren Urheber zurück, ob er nun Jacobowski, Goldsmith oder ganz anders heißt.











