Jingle Bells Text: alle Strophen, Übersetzung & Vokabeln

Jingle Bells Text: Refrain und erste Strophe zum Mitsingen, alle vier Originalstrophen von 1857, deutsche Übersetzung, Vokabeln und die Geschichte des Liedes.

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von Daniel Weber14 Min. Lesezeit
Jingle Bells Text: alle Strophen, Übersetzung & Vokabeln
Inhalt 10 Abschnitte
  1. Jingle Bells Text: Refrain und erste Strophe zum Mitsingen
  2. Jingle Bells Lyrics: alle vier Strophen im Original von 1857
  3. Kurzfassung und Original: was sich am Jingle Bells Text geändert hat
  4. Jingle Bells Text Deutsch: die Übersetzung aller Strophen
  5. Was heißt Jingle Bells übersetzt?
  6. Jingle Bells Vokabeln: 12 Wörter aus dem Lied erklärt
  7. Entstehung: Boston, Medford oder Savannah?
  8. Warum Jingle Bells eigentlich kein Weihnachtslied ist
  9. Gemeinfrei oder geschützt: Original, deutsche Fassungen und Jingle Bell Rock
  10. Jingle Bells singen: Tipps für Feier, Kita und Englischunterricht

Der Refrain sitzt nach zwei Durchgängen, bei der ersten Strophe wird es schon dünn, und spätestens danach summen alle nur noch mit. Damit es diesmal anders läuft, findest du hier den kompletten Jingle Bells Text: die heute übliche Singfassung, alle vier Strophen in James Lord Pierponts Original von 1857 und eine sinngemäße deutsche Übersetzung. Dazu erklären wir die Wörter, über die fast jeder stolpert, erzählen, warum Boston, Medford und Savannah sich um die Herkunft streiten, und zeigen, weshalb das berühmteste Glöckchenlied der Welt eigentlich gar nicht von Weihnachten handelt.

Jingle Bells Text: Refrain und erste Strophe zum Mitsingen

Gesungen wird fast überall nur die erste Strophe, eingerahmt vom Refrain, der meist zweimal hintereinander kommt. Das genügt für den Kindergarten, die Firmenfeier und den Englischunterricht. So sieht die gebräuchliche Fassung aus, wie sie heute in Liederbüchern und auf den meisten Aufnahmen steht:

Dashing through the snow / in a one-horse open sleigh, / o’er the fields we go, / laughing all the way. / Bells on bobtail ring, / making spirits bright. / What fun it is to ride and sing / a sleighing song tonight!

Jingle bells, jingle bells, / jingle all the way! / Oh, what fun it is to ride / in a one-horse open sleigh, hey! / Jingle bells, jingle bells, / jingle all the way! / Oh, what fun it is to ride / in a one-horse open sleigh!

James Lord Pierpont (1822–1893), Text und Melodie. Heute gebräuchliche Singfassung; gemeinfrei.

Das „hey!“ nach der vierten Refrainzeile steht nicht in der Druckausgabe von 1857. Es hat sich beim Singen eingebürgert, und manche lassen es weg. Ob ihr es ruft oder nicht, ist reine Geschmackssache.

Jingle Bells Lyrics: alle vier Strophen im Original von 1857

Pierpont hat nicht eine, sondern vier Strophen geschrieben. Der folgende Wortlaut folgt der Erstausgabe, die der Bostoner Musikverlag Oliver Ditson & Co. im September 1857 unter dem Titel „The One Horse Open Sleigh“ herausbrachte. Schreibweisen wie „thro’“ oder „to night“ stammen aus dem Notendruck; „up sot“ ist kein Tippfehler, sondern eine alte Dialektform.

Dashing thro’ the snow, / in a one horse open sleigh, / o’er the hills we go, / laughing all the way; / bells on bob tail ring, / making spirits bright, / oh what sport to ride and sing / a sleighing song to night.

Jingle bells, jingle bells, / jingle all the way; / oh! what joy it is to ride / in a one horse open sleigh.

A day or two ago / I tho’t I’d take a ride / and soon Miss Fannie Bright / was seated by my side, / the horse was lean and lank, / misfortune seem’d his lot, / he got into a drifted bank / and we – we got up sot.

A day or two ago, / the story I must tell, / I went out on the snow / and on my back I fell; / a gent was riding by / in a one horse open sleigh, / he laughed as there I sprawling lie, / but quickly drove away.

Now the ground is white, / go it while you’re young, / take the girls to night / and sing this sleighing song; / just get a bob tailed bay, / two forty as his speed, / hitch him to an open sleigh / and crack, you’ll take the lead.

James Lord Pierpont, „The One Horse Open Sleigh“, Boston 1857. Nach jeder Strophe folgt der Refrain. Text gemeinfrei.

Wer genau liest, merkt: Die vier Strophen erzählen keine zusammenhängende Geschichte. Erst eine fröhliche Ausfahrt, dann ein Unfall mit einer jungen Frau auf dem Beifahrersitz, dann ein Sturz zu Fuß, über den ein Fremder lacht, und zum Schluss ein augenzwinkernder Rat an junge Männer. Das passt zu einer Bühnennummer, die Szenen aneinanderreiht, mehr als zu einem Lied mit Handlung.

Kurzfassung und Original: was sich am Jingle Bells Text geändert hat

Der heute bekannte Wortlaut weicht an einigen Stellen vom Druck aus dem Jahr 1857 ab. Wer die Änderungen vorgenommen hat, weiß niemand; der amerikanische Musikhistoriker James J. Fuld vermerkt in seinem Nachschlagewerk zu weltberühmten Melodien, dass der Bearbeiter unbekannt ist. Die wichtigsten Unterschiede:

  • Aus „o’er the hills we go“ wurde „o’er the fields we go“.
  • „Oh what sport to ride and sing“ heißt heute „What fun it is to ride and sing“.
  • Im Refrain wurde aus „what joy it is to ride“ das vertraute „what fun it is to ride“.
  • Das stockende „and we – we got up sot“ in der zweiten Strophe wird heute meist als „and then we got upsot“ gesungen.

Noch größer ist der Unterschied bei der Musik. Die Strophenmelodie ist bis heute fast gleich geblieben, nur leicht vereinfacht. Der Refrain klang 1857 dagegen deutlich anders, mit einer absteigenden Akkordfolge, die Musikkundige an den Kanon von Pachelbel erinnert. Woher die einfachere Refrainmelodie stammt, die wir heute singen, ist ungeklärt. Belegt ist sie spätestens durch eine Edison-Aufnahme von 1898, die älteste erhaltene Tonaufnahme des Liedes.

Warum die Strophen zwei bis vier in Vergessenheit geraten sind, ist nirgends dokumentiert. Naheliegend ist eine praktische Erklärung: Die erste Strophe mit Refrain ist kurz, eingängig und passt zu jedem Anlass, während ein Unfall im Schneehaufen und ein Flirt-Ratschlag für Schulklassen und Gottesdienste weniger taugen. Das ist allerdings eine Einschätzung, keine überlieferte Tatsache.

Jingle Bells Text Deutsch: die Übersetzung aller Strophen

Eine wörtliche Übertragung lässt sich nicht singen, sie hilft aber beim Verstehen. Die folgende Prosafassung ist eine sinngemäße Übersetzung der Redaktion und folgt dem Original von 1857. Sie ist zum Nachlesen gedacht, nicht zum Mitsingen.

Strophe 1: Wir sausen durch den Schnee, in einem offenen Schlitten, den ein einzelnes Pferd zieht. Wir fahren über die Hügel und lachen dabei die ganze Zeit. Die Schellen am kurzen Pferdeschweif klingeln und heben die Laune. Was für ein Spaß, heute Abend zu fahren und dabei ein Schlittenlied zu singen.

Refrain: Klingelt, Schellen, klingelt, den ganzen Weg entlang. Wie herrlich ist es, in einem offenen Einspänner zu fahren.

Strophe 2: Vor ein paar Tagen bekam ich Lust auf eine Ausfahrt, und schon saß Miss Fannie Bright neben mir. Das Pferd war mager und schlaksig, das Pech schien an ihm zu kleben. Es geriet in eine Schneewehe, und wir kippten um.

Strophe 3: Vor ein paar Tagen, das muss ich einfach erzählen, ging ich hinaus in den Schnee und landete auf dem Rücken. Ein Herr kam in einem offenen Einspänner vorbei. Er lachte, als ich da ausgestreckt lag, fuhr aber schnell weiter.

Strophe 4: Jetzt ist der Boden weiß, also nutze die Zeit, solange du jung bist. Nimm heute Abend die Mädchen mit und sing dieses Schlittenlied. Besorg dir einen Braunen mit gestutztem Schweif, der die Meile in zwei Minuten und vierzig Sekunden schafft, spann ihn vor einen offenen Schlitten, und mit einem Peitschenknall liegst du vorn.

Wer beim Lesen schmunzelt, liegt richtig: Das Lied ist frecher, als sein Ruf als Kinderlied vermuten lässt. Fannie Bright ist übrigens keine belegte historische Person. Ob Pierpont an eine reale Frau dachte oder den Namen erfand, ist unbekannt.

Was heißt Jingle Bells übersetzt?

„Jingle“ bedeutet klingeln, bimmeln oder klimpern, „bells“ sind Glocken oder Schellen. Gemeint sind hier keine Kirchenglocken, sondern die kleinen Schellen, die an Riemen über das Geschirr eines Zugpferdes gelegt wurden. Im verschneiten Neuengland des 19. Jahrhunderts glitten Schlitten nahezu lautlos dahin, und das Geläut soll auch dazu gedient haben, andere Fahrer an unübersichtlichen Stellen zu warnen.

Spannend ist die Grammatik. Fuld weist darauf hin, dass „jingle“ im Titel und in der ersten Refrainzeile vermutlich als Befehlsform gemeint ist: „Klingelt, Schellen!“ Im Alltag wird „jingle bells“ aber meist als Hauptwort verstanden, also als „Schellen“ oder „Glöckchen“. Beide Lesarten sind verbreitet, und für die deutsche Übersetzung des Titels findest du deshalb sowohl „Klingende Glöckchen“ als auch „Klingelt, Glöckchen“. Die Melodie mit ihrem gleichmäßigen Tempo wird oft als Nachahmung eines trabenden Pferdes gehört.

Jingle Bells Vokabeln: 12 Wörter aus dem Lied erklärt

Das Lied ist rund 170 Jahre alt, und einige Wörter benutzt heute niemand mehr. Für den Englischunterricht oder für die eigene Neugier hier die schwierigsten Begriffe:

  • dashing: stürmen, flitzen, mit Schwung dahinjagen.
  • one-horse open sleigh: ein offener Schlitten ohne Verdeck, gezogen von einem einzigen Pferd, also ein Einspänner.
  • o’er: dichterische Kurzform von „over“, über.
  • bobtail: ein kurz gestutzter Pferdeschweif; als „bobtailed bay“ ein Pferd mit eben solchem Schweif.
  • making spirits bright: die Stimmung heben, gute Laune machen.
  • sleighing song: Schlittenlied, damals eine eigene beliebte Liedgattung.
  • lean and lank: mager und schlaksig, ein eher kläglicher Gaul.
  • drifted bank: eine vom Wind aufgetürmte Schneewehe.
  • upsot: altertümliche oder mundartliche Vergangenheitsform von „upset“, umkippen; sie reimt sich auf „lot“.
  • sprawling: ausgestreckt, alle viere von sich gestreckt.
  • bay: ein Brauner, also ein Pferd mit braunem Fell und dunkler Mähne.
  • two forty: eine Meile in 2 Minuten und 40 Sekunden im Trab, umgerechnet etwa 36 Kilometer pro Stunde; für einen Traber ein ordentliches Tempo.

Wenn du mit Kindern übst, reichen fürs Erste „sleigh“, „bells“, „snow“ und „ride“. Die übrigen Wörter sind eher etwas für Jugendliche, die gern verstehen, was sie singen. Für weitere Formulierungen rund ums Fest lohnt ein Blick in die englischen Weihnachtsgrüße mit Übersetzung.

Entstehung: Boston, Medford oder Savannah?

Gesichert sind nur wenige Daten. Am 16. September 1857 ließ James Lord Pierpont das Lied als „The One Horse Open Sleigh“ beim Verlag Oliver Ditson & Co. in Boston eintragen. Der Notendruck nennt ihn als Verfasser von Wort und Musik und widmet das Stück John P. Ordway, dem Leiter einer Bostoner Showtruppe. 1859 brachte derselbe Verlag das Lied erneut heraus, nun unter dem Titel „Jingle Bells, or The One Horse Open Sleigh“.

Die früheste bekannte Aufführung fand nach den Recherchen der Bostoner Theaterhistorikerin Kyna Hamill am 15. September 1857 in der Ordway Hall statt. Gesungen wurde es von Johnny Pell aus Ordways Ensemble in einer Minstrel-Show, einer damals populären Bühnenform, in der weiße Darsteller mit geschwärzten Gesichtern rassistische Zerrbilder Schwarzer Menschen spielten. Hamill hat zudem gezeigt, dass Pierponts Verse stark an andere Schlittenlieder jener Jahre angelehnt sind.

Wo und wann Pierpont das Lied tatsächlich schrieb, ist bis heute offen. Drei Versionen sind im Umlauf:

  • Medford, Massachusetts: Eine Gedenktafel in der High Street behauptet, das Lied sei 1850 in der damaligen Simpson Tavern entstanden, angeregt von Schlittenrennen im Ort. Laut Hamill taucht diese Geschichte erst 1946 in einem Zeitungsartikel auf; sie hält sie für nicht haltbar.
  • Savannah, Georgia: Pierpont arbeitete dort ab 1857 als Organist der unitarischen Gemeinde, in der sein Bruder Pfarrer war. Die Stadt stellte 1985 eine eigene Gedenktafel auf und beansprucht das Lied ebenfalls für sich.
  • Boston: Hamill hält es für am wahrscheinlichsten, dass Pierpont das Lied noch in Boston schrieb, bevor er im Laufe des Jahres 1857 in den Süden zog. Einen eindeutigen Beleg gibt es aber auch dafür nicht.

Hinzu kommt eine besonders hartnäckige Erzählung: Pierpont habe das Lied für eine Thanksgiving-Feier der Sonntagsschule komponiert, die Kinder hätten es so geliebt, dass sie es an Weihnachten wiederholen sollten. Diese Geschichte wird in vielen Varianten weitergegeben, mal in Medford, mal in Savannah, mal mit abweichenden Jahreszahlen. Ein zeitgenössischer Beleg ist nicht bekannt, sie gilt deshalb als unbelegte Legende. Gegen sie spricht auch der Inhalt: Flirts, Stürze und Schlittenrennen waren kaum Stoff für eine kirchliche Kinderstunde der 1850er-Jahre.

Pierpont selbst wurde 1822 in Boston geboren, Sohn des unitarischen Pfarrers John Pierpont und Onkel des späteren Bankiers J. P. Morgan. Er führte ein unstetes Leben, ging zur See, versuchte sein Glück im kalifornischen Goldrausch und diente im Bürgerkrieg auf Seiten der Konföderierten. Er starb 1893 in Winter Haven, Florida, und wurde auf eigenen Wunsch in Savannah beigesetzt. 1970 nahm ihn die amerikanische Songwriters Hall of Fame auf.

Warum Jingle Bells eigentlich kein Weihnachtslied ist

In keiner der vier Strophen kommen Weihnachten, das Christkind, der Weihnachtsmann oder ein Tannenbaum vor. Das Lied handelt vom Schlittenfahren im Winter, vom Spaß junger Leute und ein bisschen vom Wettrennen. Es gehörte zur Gattung der „sleighing songs“, die in den 1850er-Jahren auf amerikanischen Bühnen in Mode waren.

Zum Festtagslied wurde es erst nach und nach. In den 1860er- und 1870er-Jahren nahmen Chöre es ins Winterprogramm, in den 1880er-Jahren stand es in Liederbüchern für Familien und Colleges. Die älteste erhaltene Aufnahme von 1898 steckt bereits in einem Medley mit weihnachtlichem Bezug. Eine noch frühere Aufnahme des Banjospielers Will Lyle von 1889 ist verschollen.

Ein weiterer Baustein der Weihnachtskarriere folgte am 16. Dezember 1965: Die Astronauten Tom Stafford und Wally Schirra meldeten aus der Raumkapsel Gemini 6 scherzhaft ein unbekanntes Flugobjekt und spielten dann „Jingle Bells“ auf einer kleinen Mundharmonika, begleitet von Schellen. Mehr solche Geschichten für einen Rateabend findest du im Weihnachtsquiz mit Lösungen.

Ähnlich ging es übrigens anderen Winterliedern, die heute selbstverständlich zum Advent gehören. Einen Überblick, welche Lieder tatsächlich vom Fest erzählen und welche nur von Schnee und Kälte, gibt dir unser großer Artikel über Weihnachtslieder und ihre Herkunft.

Gemeinfrei oder geschützt: Original, deutsche Fassungen und Jingle Bell Rock

Pierpont ist seit 1893 tot. Text und Melodie des Originals sind damit seit Langem gemeinfrei: Du darfst sie abschreiben, ausdrucken, auf ein Liedblatt setzen und öffentlich singen. Das gilt auch für die leicht geänderte moderne Fassung. Vorsicht ist nur bei bestimmten Arrangements und Aufnahmen geboten, an denen Musiker und Labels eigene Rechte haben.

Anders sieht es bei den deutschen Texten aus, die zur bekannten Melodie gesungen werden. Sie sind keine Übersetzungen, sondern eigenständige neue Lieder:

  • „Ein kleiner weißer Schneemann“: Roy Black machte diese Fassung 1968 bekannt, der Text stammt von Werner Twardy. Dieser Text ist noch geschützt und fehlt hier deshalb bewusst.
  • „Wenn die Winterwinde weh’n“: Diese Fassung kursiert auf vielen Liederseiten, ihr Verfasser ist aber nicht bekannt. Weil sich der Rechtsstatus so nicht klären lässt, verzichten wir auch hier auf den Abdruck.
  • „Vive le vent“: Die französische Version dichtete der Schauspieler Francis Blanche 1948, sie ist ebenfalls geschützt.
  • „Zimetschtern han i gärn“: Der Schweizer Liedermacher Andrew Bond schrieb 1998 einen zürichdeutschen Text übers Plätzchenbacken.

Völlig eigenständig ist „Jingle Bell Rock“, das Bobby Helms 1957 aufnahm. Der Song zitiert das alte Lied im Text, hat aber eine eigene Melodie und ist geschützt. Wer ein deutsches Lied mit Glöckchenklang sucht, das frei verwendet werden darf, greift zu „Kling, Glöckchen, klingelingeling“. Und wie ein englisches Lied entsteht, das aus einem deutschen Original übertragen wurde, siehst du an „Stille Nacht“ und „Silent Night“.

Jingle Bells singen: Tipps für Feier, Kita und Englischunterricht

Das Lied ist so bekannt, dass fast jeder einsteigen kann, und gerade deshalb lohnt ein bisschen Vorbereitung. Lege ein Blatt mit der ersten Strophe und dem Refrain aus; wer mag, bekommt auf der Rückseite die übrigen drei Strophen. Bei gemischten Gruppen hilft es, die Übersetzung daneben zu drucken, damit alle wissen, worüber sie gerade singen.

Für Kinder eignet sich ein einfaches Mitmachspiel: Bei jedem „jingle“ wird mit Glöckchen, Schlüsselbund oder Löffeln gerasselt, beim „hey!“ springen alle kurz hoch. Im Englischunterricht kannst du die vier Strophen als kleine Szenen behandeln und Gruppen jeweils eine davon pantomimisch vorspielen lassen. Wer die alten Wörter kennt, versteht plötzlich, warum die Klasse beim „up sot“ lacht.

Auf der Weihnachtsfeier funktioniert das Lied gut als Auftakt, weil es niemanden überfordert. Lass es etwas schneller angehen als gewohnt, denn ein trabendes Pferd schleicht nicht. Weitere Programmpunkte für einen gelungenen Abend sammeln die Ideen für die Weihnachtsfeier. Und wenn du nach dem Singen Lust auf mehr englische Klassiker hast, findest du eine Auswahl bei den englischen Weihnachtsliedern; kurze Sätze für Karten und Anhänger stehen bei den englischen Sprüchen mit Übersetzung.

Häufige Fragen

Wie geht der Text von Jingle Bells?

Die bekannte erste Strophe beginnt mit „Dashing through the snow in a one-horse open sleigh“, der Refrain mit „Jingle bells, jingle bells, jingle all the way“. Meist singt man nur diese Strophe und den Refrain. Pierpont schrieb 1857 insgesamt vier Strophen; den vollständigen Wortlaut findest du oben im Artikel.

Wie lautet der Text von Jingle Bells auf Deutsch?

Eine offizielle deutsche Übersetzung gibt es nicht. Sinngemäß heißt der Anfang: „Wir sausen durch den Schnee in einem offenen Einspänner.“ Bekannte deutsche Singfassungen wie „Ein kleiner weißer Schneemann“ sind eigenständige neue Texte zur gleichen Melodie und urheberrechtlich geschützt.

Was heißt Jingle Bells übersetzt auf Deutsch?

„Jingle Bells“ bedeutet etwa „Klingelt, Schellen“ oder „Klingende Glöckchen“. Gemeint sind die kleinen Schellen am Geschirr eines Schlittenpferdes. Musikhistoriker lesen „jingle“ im Titel als Befehlsform, umgangssprachlich wird der Ausdruck aber meist als Bezeichnung für die Glöckchen selbst verstanden.

Warum ist Jingle Bells kein Weihnachtslied?

Weil Weihnachten im Text gar nicht vorkommt. Pierpont schrieb 1857 ein Schlittenlied über Ausfahrten, Stürze und Wettrennen im Schnee. Erst in den Jahrzehnten danach wurde es zum Festtagslied, weil es zur Winterstimmung passt und Chöre es in der Adventszeit sangen.

Wer hat Jingle Bells geschrieben?

Text und Melodie stammen von James Lord Pierpont (1822–1893), einem amerikanischen Komponisten und Organisten aus Boston. Er veröffentlichte das Lied 1857 als „The One Horse Open Sleigh“, der Titel „Jingle Bells“ kam 1859 hinzu. Wo genau er es schrieb, ist bis heute umstritten.

Wie viele Strophen hat Jingle Bells?

Das Original von 1857 hat vier Strophen und einen Refrain. Gesungen wird heute fast immer nur die erste Strophe mit dem Refrain. Die anderen drei erzählen von einem Unfall mit Miss Fannie Bright, einem Sturz im Schnee und einem Rat an junge Leute.

Fazit: ein Schlittenlied, das zum Weihnachtsklassiker wurde

Hinter dem bekanntesten Glöckchenrefrain der Welt steckt ein Bühnenlied aus dem Boston des Jahres 1857, das von Schnee, Tempo und jungen Leuten erzählt und mit Weihnachten ursprünglich nichts zu tun hatte. Wer die vier Originalstrophen kennt, entdeckt einen ziemlich verschmitzten Text, der sich prima zum Englischlernen eignet. Weil Pierpont seit über 130 Jahren tot ist, darfst du ihn frei verwenden, ausdrucken und weitergeben. Nur die deutschen Neudichtungen zur selben Melodie sind geschützt. Also: Liedblatt ausdrucken, Glöckchen bereitlegen und diesmal auch die zweite Strophe wagen.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. James Lord Pierpont (1857): The One Horse Open Sleigh (Liedtext). Oliver Ditson & Co., Boston
Verfasst von Daniel Weber1 Quellen angegeben
Daniel Weber

Daniel Weber

Daniel ist Dating-Coach und Kommunikationsexperte. Er zeigt dir, wie du mit Charme und Selbstbewusstsein überzeugst – vom Flirt bis zum ersten Date.

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