Weihnachtslieder Englisch, das heißt für viele zuerst „Jingle Bells“ aus dem Kindergarten und „Last Christmas“ aus dem Kaufhausradio. Dahinter steht eine viel ältere Tradition: die Christmas Carols, die in Großbritannien und den USA seit Generationen gesungen werden. Hier findest du die bekanntesten englischen Weihnachtslieder mit Herkunft, Textdichter und erster Strophe im Original, dazu Lieder für Kinder, die großen Pop-Klassiker und Tipps, wie du mit den Texten nebenbei dein Englisch auffrischst.
Christmas Carol: was hinter dem Begriff steckt
Ein Carol ist im Englischen ein festliches Lied, meist mit religiösem Inhalt, aber nicht unbedingt für den Gottesdienst gedacht. Ursprünglich waren Carols Gemeinschaftslieder für Jahresfeste, manchmal mit Tanz verbunden; erst nach und nach wurden sie fest mit Weihnachten verknüpft. Die ältesten englischen Weihnachts-Carols sind in einer Handschrift von 1426 überliefert, in der der Kaplan John Awdlay aus Shropshire 25 „caroles of Cristemas“ aufschrieb.
Dass wir heute so viele dieser Lieder kennen, verdanken wir Sammlern des 19. Jahrhunderts. Der Jurist William Sandys veröffentlichte 1833 „Christmas Carols Ancient and Modern“, 1871 folgte „Christmas Carols, New and Old“ mit Chorsätzen von John Stainer. Charles Dickens nannte seine Geistergeschichte von 1843 „A Christmas Carol“. Im heutigen Sprachgebrauch meint Carol meist das traditionelle, oft geistliche Lied, Christmas Song dagegen den weltlichen Popsong. Ganz scharf ist die Grenze nicht: „Jingle Bells“ ist weder alt noch geistlich und steht trotzdem in vielen Carol-Sammlungen.
Englische Weihnachtslieder Texte: die klassischen Christmas Carols
Die folgenden Lieder sind gemeinfrei: Ihre Dichter und Übersetzer starben im 18. oder 19. Jahrhundert, bei den Volksliedern ist kein Verfasser bekannt. Zu jedem Carol bekommst du eine kurze Herkunftsgeschichte und die erste Strophe im Original. Die deutschen Erläuterungen sind sinngemäße Übersetzungen der Redaktion, keine singbaren Nachdichtungen.
Hark! The Herald Angels Sing
Den Text schrieb der englische Geistliche Charles Wesley (1707–1788), einer der Gründerväter der Methodisten. Er erschien 1739 als „Hymn for Christmas-Day“ in „Hymns and Sacred Poems“, herausgegeben mit seinem Bruder John. Wesleys Anfang lautete noch „Hark how all the welkin rings“, sinngemäß: Horch, wie das ganze Himmelsgewölbe klingt. Die heutige erste Zeile geht auf George Whitefield zurück, der das Lied 1753 überarbeitete. Für deutsche Ohren spannend ist die Melodie: Sie stammt aus Felix Mendelssohn Bartholdys „Festgesang“ von 1840, komponiert zum 400-jährigen Jubiläum des Buchdrucks. William Hayman Cummings legte Wesleys Text 1855 darauf.
Hark! the herald-angels sing / Glory to the new-born King, / Peace on earth, and mercy mild, / God and sinners reconciled. / Joyful, all ye nations, rise, / Join the triumph of the skies; / With the angelic host proclaim / Christ is born in Bethlehem. / Hark! the herald-angels sing / Glory to the new-born King.
Charles Wesley (1739), bearbeitet von George Whitefield (1753) und Martin Madan (1760); erste Strophe der heute gebräuchlichen Fassung.
Sinngemäß: Die Engel verkünden Ehre für den neugeborenen König, Frieden auf Erden und Versöhnung zwischen Gott und Mensch. Alle Völker sollen in den Jubel des Himmels einstimmen.
Joy to the World
Isaac Watts (1674–1748), ein englischer Prediger, veröffentlichte den Text 1719 unter der Überschrift „The Messiah’s Coming and Kingdom“ in „The Psalms of David Imitated in the Language of the New Testament“. Vorlage ist Psalm 98, christlich gedeutet. Ein Krippenlied ist es also nicht: Hirten, Stall und Kind kommen gar nicht vor. Gesungen wird es meist auf die Melodie „Antioch“ in einer Fassung des Amerikaners Lowell Mason von 1848; Masons Zuschreibung an Händel gilt als zweifelhaft. In Nordamerika ist es das meistgedruckte Weihnachtslied in Gesangbüchern. Das „Dictionary of North American Hymnology“ zählte bis Dezember 2009 genau 1.387 Gesangbücher mit diesem Lied.
Joy to the world; the Lord is come! / Let earth receive her King; / Let every heart prepare Him room, / And heaven and nature sing, / And heaven and nature sing, / And heaven, and heaven, and nature sing.
Isaac Watts (1719), erste Strophe.
O Come, All Ye Faithful
Dieses Carol ist eigentlich ein lateinischer Hymnus: „Adeste fideles“. Meist wird er dem englischen Kopisten John Francis Wade (1711–1786) zugeschrieben, der ihn 1751 aufschrieb; geklärt ist die Urheberschaft nicht. Die englische Übersetzung schuf der Priester Frederick Oakeley (1802–1880) im Jahr 1841. Auf Deutsch kennst du das Lied als „Herbei, o ihr Gläubigen“.
O come, all ye faithful, joyful and triumphant! / O come ye, O come ye to Bethlehem; / Come and behold Him / Born the King of Angels: / O come, let us adore Him, / O come, let us adore Him, / O come, let us adore Him, / Christ the Lord.
Frederick Oakeley (1841) nach dem lateinischen „Adeste fideles“, erste Strophe.
O Holy Night
Das Lied kommt aus Frankreich. Placide Cappeau (1808–1877) schrieb das Gedicht „Minuit, chrétiens“ im Dezember 1847 für eine Christmette in seinem Heimatort Roquemaure, der Überlieferung nach auf einer Kutschfahrt nach Dijon. Adolphe Adam, bekannt durch das Ballett „Giselle“, vertonte es innerhalb weniger Tage. Die englische Fassung schrieb der amerikanische Musikkritiker John Sullivan Dwight (1813–1893) im Jahr 1855, eher frei nachgedichtet als übersetzt. Gern erzählt wird, das Lied sei 1906 das erste Musikstück im Radio gewesen. Belegt ist das nicht, es sollte als Legende gelten.
O holy night, the stars are brightly shining; / It is the night of the dear Saviour’s birth. / Long lay the world in sin and error pining, / Till He appeared and the soul felt its worth. / A thrill of hope, the weary world rejoices, / For yonder breaks a new and glorious morn! / Fall on your knees! O hear the angel voices! / O night divine, O night when Christ was born! / O night divine! O night, O night divine!
John Sullivan Dwight (1855) nach Placide Cappeau, erste Strophe.
Deck the Halls
Die Melodie ist walisisch und gehört zu „Nos Galan“, einem Lied für die Neujahrsnacht, 1794 erstmals gedruckt. Den englischen Text schrieb der Schotte Thomas Oliphant (1799–1873), veröffentlicht 1862. Bei ihm wird noch kräftig gebechert. Eine Version ohne Alkohol erschien 1877 in einer amerikanischen Schulzeitschrift, auf ihr beruht der heute gesungene Text. Aus „hall“ wurden um 1892 die „halls“.
Deck the halls with boughs of holly, / Fa la la la la, la la la la! / ’Tis the season to be jolly, / Fa la la la la, la la la la! / Don we now our gay apparel, / Fa la la, la la la, la la la! / Troll the ancient Christmas carol, / Fa la la la la, la la la la!
Thomas Oliphant (1862), in der Textform eines amerikanischen Drucks von 1877; erste Strophe.
Sinngemäß: Schmückt die Hallen mit Stechpalmenzweigen, es ist die Zeit, fröhlich zu sein. Zieht die Festkleider an und stimmt das alte Weihnachtslied an.
The First Noel
„The First Nowell“ ist ein traditionelles Carol aus Cornwall ohne bekannten Verfasser. Seine heutige Textform wurde in den 1820er- und 1830er-Jahren in den Sammlungen von Davies Gilbert und William Sandys gedruckt. „Nowell“ ist ein altes englisches Wort für Weihnachten, entlehnt aus dem französischen „Noël“, das auf das lateinische „natalis“ für Geburt zurückgeht. Kleines Detail: Das Lied lässt den Stern schon den Hirten erscheinen, in der Bibel gehört er zur Geschichte der Weisen.
The first Nowell the angel did say / Was to certain poor shepherds in fields as they lay; / In fields where they lay, keeping their sheep, / On a cold winter’s night that was so deep: / Nowell, Nowell, Nowell, Nowell, / Born is the King of Israel.
Traditionell, Cornwall; Fassung nach Henry Ramsden Bramley und John Stainer (1871).
God Rest You Merry, Gentlemen
Eine frühe Fassung dieses Carols steht in einer Handschrift aus den 1650er-Jahren, ein gedrucktes Liedblatt ist auf etwa 1760 datiert. Populär machte es William Sandys 1833. Zehn Jahre später taucht es bei Dickens auf: In „A Christmas Carol“ singt ein Junge es durchs Schlüsselloch von Ebenezer Scrooge und wird prompt verjagt. Die Melodie steht in Moll, was das Lied unter den fröhlichen Carols sofort heraushören lässt.
God rest you merry, gentlemen, / Let nothing you dismay, / For Jesus Christ our Saviour / Was born upon this day, / To save us all from Satan’s power / When we were gone astray. / O tidings of comfort and joy, / For Jesus Christ our Saviour / Was born on Christmas day.
Traditionell; erste Strophe nach William Sandys, „Christmas Carols Ancient and Modern“ (1833).
Sinngemäß: Gott erhalte euch froh, ihr Herren, lasst euch durch nichts entmutigen, denn heute ist der Retter geboren. Warum das Komma hinter „merry“ steht, erfährst du weiter unten.
O Little Town of Bethlehem
Der amerikanische Pfarrer Phillips Brooks (1835–1893) besuchte 1865 Bethlehem und schrieb zu Weihnachten 1868 für die Sonntagsschule seiner Gemeinde in Philadelphia dieses Gedicht. Sein Organist Lewis Redner komponierte in großer Eile die Melodie „St. Louis“, die in den USA bis heute gesungen wird. In Großbritannien singt man den Text dagegen auf „Forest Green“, eine Volksweise, die Ralph Vaughan Williams 1906 im „English Hymnal“ veröffentlichte.
O little town of Bethlehem, / How still we see thee lie! / Above thy deep and dreamless sleep / The silent stars go by; / Yet in thy dark streets shineth / The everlasting Light; / The hopes and fears of all the years / Are met in thee tonight.
Phillips Brooks (1868), erste Strophe.
Good King Wenceslas
John Mason Neale (1818–1866) schrieb den Text 1853 mit seinem Musikherausgeber Thomas Helmore. Die Melodie entlehnten sie dem mittelalterlichen Frühlingslied „Tempus adest floridum“ aus der finnischen Sammlung „Piae Cantiones“ von 1582. Hauptfigur ist der heilige Wenzel von Böhmen, der im 10. Jahrhundert lebte und eigentlich Herzog war. Am Stephanstag, dem 26. Dezember, stapft er im Lied durch den Schnee, um einem armen Mann Essen und Feuerholz zu bringen.
Good King Wenceslas looked out / On the feast of Stephen, / When the snow lay round about, / Deep and crisp and even; / Brightly shone the moon that night, / Though the frost was cruel, / When a poor man came in sight, / Gath’ring winter fuel.
John Mason Neale (1853), erste Strophe.
We Wish You a Merry Christmas
Ein Volkslied aus dem Südwesten Englands, dem West Country, dessen genaue Herkunft ungeklärt ist. Wahrscheinlich gehört es zum Brauch, dass Sänger von Haus zu Haus zogen und dafür Leckereien bekamen, etwa den „figgy pudding“, den spätere Strophen lautstark einfordern. Bekannt wurde es erst durch den Bristoler Musiker Arthur Warrell, der es 1935 für seinen Universitätschor bearbeitete. Die erste Strophe besteht aus dreimal derselben Zeile und dem Neujahrswunsch, den du von jeder Grußkarte kennst.
Jingle Bells und Silent Night
Zwei der bekanntesten englischen Weihnachtslieder haben bei uns eigene Artikel. „Jingle Bells“ komponierte der US-Musiker James Lord Pierpont (1822–1893); es erschien 1857 als Lied über eine Schlittenfahrt und wurde erst später zum Weihnachtsklassiker; alle Strophen und die Geschichte stehen beim Jingle-Bells-Text. Die heute gesungene Übertragung von „Stille Nacht“ ins Englische schuf John Freeman Young; sie steht samt Vergleich mit Mohrs Original beim Stille-Nacht-Text.
Englische Weihnachtslieder für Kinder
Für Kinder eignen sich Lieder mit kurzen Zeilen, vielen Wiederholungen und einem Refrain, bei dem alle sofort mitmachen können:
- „Away in a Manger“: ein sanftes Wiegenlied über das Jesuskind im Heu. Lange hieß es, Martin Luther habe es für seine Kinder geschrieben. Das stimmt nicht: Das Lied taucht 1883 und 1884 in amerikanischen Sonntagsschul- und Kirchenblättern auf, passend zu Luthers 400. Geburtstag mit seinem Namen versehen. Der wahre Verfasser ist unbekannt.
- „The Twelve Days of Christmas“: ein Kettenlied, bei dem jede Strophe ein Geschenk hinzufügt und alle vorherigen wiederholt, vom Rebhuhn im Birnbaum bis zu zwölf Trommlern. Gedruckt wurde der Text erstmals um 1780 in London, die bekannte Melodie geht auf Frederic Austin (1909) zurück.
- „We Wish You a Merry Christmas“: vier Zeilen, fast nur Wiederholung, ideal für den ersten Versuch.
- „Jingle Bells“: Den Refrain kennen viele Kinder, bevor sie ein Wort Englisch sprechen.
Away in a manger, no crib for a bed, / The little Lord Jesus laid down his sweet head. / The stars in the bright sky looked down where he lay, / The little Lord Jesus asleep on the hay.
Verfasser unbekannt; erste Strophe in der Fassung von William J. Kirkpatrick (1895).
Ausdrücklich für Kinder entstand auch „Once in Royal David’s City“: Cecil Frances Alexander (1818–1895) veröffentlichte es 1848 in ihrem Buch „Hymns for Little Children“, ein Jahr später vertonte es Henry Gauntlett. Lieder wie „Rudolph the Red-Nosed Reindeer“ oder „Frosty the Snowman“ sind bei Kindern genauso beliebt, stammen aber aus dem 20. Jahrhundert und sind geschützt. Singen darfst du sie, abdrucken oder in ein öffentliches Video einbauen nicht ohne Weiteres.
Bekannte englische Weihnachtslieder aus Pop und Film
Die meisten englischen Weihnachtslieder im Dezemberradio sind keine Carols, sondern Popsongs mit geschützten Texten und Melodien. Deshalb steht hier nur, wer sie gesungen hat und wann sie erschienen sind. Eine offizielle Bestenliste gibt es nicht; die Reihenfolge ist chronologisch und keine Wertung.
- Bing Crosby: „White Christmas“ (1942), laut Guinness World Records die meistverkaufte Single überhaupt, mit geschätzt über 50 Millionen physischen Exemplaren
- Judy Garland: „Have Yourself a Merry Little Christmas“ (1944), aus dem Film „Meet Me in St. Louis“
- Vaughn Monroe: „Let It Snow! Let It Snow! Let It Snow!“ (1945)
- Nat King Cole Trio: „The Christmas Song“ (1946)
- Gene Autry: „Rudolph the Red-Nosed Reindeer“ (1949)
- Bobby Helms: „Jingle Bell Rock“ (1957)
- Andy Williams: „It’s the Most Wonderful Time of the Year“ (1963)
- John Lennon mit der Plastic Ono Band: „Happy Xmas (War Is Over)“ (1971)
- Slade: „Merry Xmas Everybody“ (1973)
- Elton John: „Step into Christmas“ (1973)
- Paul McCartney: „Wonderful Christmastime“ (1979)
- Wham!: „Last Christmas“ (1984)
- Mariah Carey: „All I Want for Christmas Is You“ (1994), erst im Dezember 2019 erstmals auf Platz eins der US-Charts
- Kelly Clarkson: „Underneath the Tree“ (2013)
- Ariana Grande: „Santa Tell Me“ (2014)
Eine gemischte Auswahl mit deutschen Hits findest du im großen Überblick zu den Weihnachtsliedern.
Englisch lernen mit Christmas Carols
Carols sind ein überraschend guter Sprachkurs, gerade weil ihr Englisch altmodisch ist. Ein paar Wörter, die dir in den Texten oben begegnen:
- ye, thee, thy: alte Formen von „you“ und „your“. „O come, all ye faithful“ heißt schlicht: Kommt, all ihr Gläubigen.
- ’tis: die alte Kurzform von „it is“. „’Tis the season“ ist bis heute eine feste Wendung für die Festtage.
- gay apparel: „gay“ bedeutete hier fröhlich oder bunt, „apparel“ ist Kleidung, gemeint ist die Festgarderobe.
- troll: hat mit Fabelwesen nichts zu tun, sondern heißt im alten Englisch, ein Lied kräftig oder im Wechsel zu singen.
- yonder: dort drüben, in der Ferne.
- God rest you merry: Die Wendung bedeutet etwa „Gott erhalte euch froh“ und ist seit dem 16. Jahrhundert belegt. Deshalb gehört das Komma hinter „merry“. Wer „merry gentlemen“ zusammen liest, versteht fröhliche Herren, die ruhen sollen, ein verbreitetes Missverständnis.
Ein praktischer Tipp: Hör dir ein Lied erst an, lies dann den Text halblaut mit und sing beim dritten Durchgang. Reime wie „holly“ und „jolly“ prägen sich fast von selbst ein. Wenn du die neuen Wörter gleich auf einer Karte verwenden willst, helfen dir die Weihnachtsgrüße auf Englisch, und für alle anderen Anlässe gibt es englische Sprüche mit Übersetzung.
Deutsche Weihnachtslieder auf Englisch und umgekehrt
Zwischen deutschen und englischen Weihnachtsliedern gibt es mehr Verbindungen, als man denkt:
- „Stille Nacht“ und „Silent Night“: Die verbreitete englische Fassung übernimmt nur drei von Joseph Mohrs sechs Strophen.
- „O Tannenbaum“ und „O Christmas Tree“: Eine verbindliche Übersetzung gibt es nicht, im Umlauf sind viele Fassungen, auch geschützte neuere.
- „Es ist ein Ros entsprungen“ und „Lo, How a Rose E’er Blooming“: Diese Übersetzung veröffentlichte der amerikanische Musikwissenschaftler Theodore Baker 1894.
- „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ und „From Heaven Above to Earth I Come“: Luthers Lied übertrug Catherine Winkworth, die viele deutsche Choräle ins Englische brachte; ihre Fassung erschien 1855.
- „O du fröhliche“: Für den Text gibt es keine englische Standardfassung, die Melodie aber ist dort bekannt. Sie stammt aus dem lateinischen Marienlied „O sanctissima“, das 1792 in London als Hymne sizilianischer Seeleute gedruckt wurde, und heißt in englischen Gesangbüchern bis heute „Sicilian Mariners“. Mehr dazu beim O-du-fröhliche-Text.
- Umgekehrt: „Hark! The Herald Angels Sing“ wird auf Mendelssohn gesungen, und „Away in a Manger“ galt jahrzehntelang als Lied von Luther.
Für ein zweisprachiges Liederblatt kannst du solche Paare nebeneinanderstellen. Prüf dabei für jede Übersetzung, wer sie wann geschrieben hat: Ältere Fassungen wie die von Young, Baker oder Winkworth sind gemeinfrei, viele moderne Übertragungen nicht.
Carol Singing: englische Weihnachtslieder gemeinsam singen
In England hat das gemeinsame Carol-Singen eine eigene Form, die sich gut abwandeln lässt. 1880 hielt Edward White Benson, damals Bischof von Truro, an Heiligabend einen Gottesdienst, in dem sich neun kurze Bibellesungen und Lieder abwechseln. 1918 übernahm das King’s College in Cambridge die Idee als „Festival of Nine Lessons and Carols“. Seit 1919 beginnt es dort mit „Once in Royal David’s City“, dessen erste Strophe ein Chorknabe allein singt, und seit 1928 überträgt die BBC den Gottesdienst im Radio.
Für eine englischsprachige Runde, einen Sprachkurs oder ein internationales Team funktioniert eine einfache Variante:
- Wähle fünf bis sieben Lieder, mit „Jingle Bells“ zum Aufwärmen und „O Holy Night“ zum Schluss.
- Lass zwischen den Liedern jemanden kurz die Geschichte des nächsten Carols erzählen.
- Verteile bei „Deck the Halls“ die Rollen: Eine Hälfte singt den Text, die andere das „Fa la la“.
Weitere Anregungen, wie du so einen Abend mit Kolleginnen und Kollegen gestaltest, bekommst du bei den Weihnachtsfeier-Ideen. Fragen zu Mendelssohn, Wenzel von Böhmen oder dem Stern über den Hirten passen außerdem gut ins Weihnachtsquiz.
Häufige Fragen
Was sind die beliebtesten englischen Weihnachtslieder?
Zu den beliebtesten englischen Weihnachtsliedern zählen bei den Carols „Silent Night“, „Joy to the World“, „O Come, All Ye Faithful“, „Hark! The Herald Angels Sing“ und „Jingle Bells“, bei den Popsongs „White Christmas“, „Last Christmas“ und Mariah Careys Weihnachtshit von 1994. Eine offizielle Rangliste gibt es nicht; Umfragen und Charts unterscheiden sich je nach Land und Jahr.
Was ist das bekannteste Weihnachtslied auf Englisch?
Einen einzigen Sieger gibt es nicht, wohl aber messbare Rekorde. „White Christmas“ von Bing Crosby gilt laut Guinness World Records als meistverkaufte Single überhaupt. „Joy to the World“ steht in mehr nordamerikanischen Gesangbüchern als jedes andere Weihnachtslied. Und „Jingle Bells“ oder „Silent Night“ kennen auch Menschen, die kaum Englisch sprechen.
Was sind die Top 10 Weihnachtslieder?
Eine verbindliche Top 10 existiert nicht, jede Liste spiegelt die Vorlieben ihrer Macher. Englische Lieder, die auf fast jedem Liederblatt stehen, sind „Silent Night“, „Joy to the World“, „O Come, All Ye Faithful“, „Hark! The Herald Angels Sing“, „Deck the Halls“, „The First Noel“, „God Rest You Merry, Gentlemen“, „O Little Town of Bethlehem“, „Away in a Manger“ und „Jingle Bells“.
Welche 20 Weihnachtslieder auf Englisch sind die Top 20?
Eine offizielle Top 20 gibt es nicht. Die folgende Liste ist daher keine Rangfolge, sondern eine Auswahl von 20 englischen Weihnachtsliedern, die du in Kirchen, Schulen und im Radio immer wieder hörst, erst Carols, dann Popsongs:
- Silent Night
- Joy to the World
- O Come, All Ye Faithful
- Hark! The Herald Angels Sing
- O Holy Night
- Deck the Halls
- The First Noel
- God Rest You Merry, Gentlemen
- O Little Town of Bethlehem
- Away in a Manger
- Good King Wenceslas
- Once in Royal David’s City
- The Twelve Days of Christmas
- We Wish You a Merry Christmas
- Jingle Bells
- White Christmas
- Let It Snow! Let It Snow! Let It Snow!
- Rudolph the Red-Nosed Reindeer
- Last Christmas
- All I Want for Christmas Is You
Darf man die Texte englischer Weihnachtslieder abdrucken?
Bei den traditionellen Carols meistens ja, denn Wesley, Watts, Oakeley, Dwight, Neale und Brooks starben im 18. oder 19. Jahrhundert. Moderne Popsongs aus Radio und Film sind dagegen urheberrechtlich geschützt. Vorsicht auch bei alten Liedern: Neue Arrangements, Übersetzungen oder Aufnahmen können eigene Rechte haben.
Was bedeutet „Christmas Carol“ auf Deutsch?
„Christmas Carol“ heißt auf Deutsch Weihnachtslied, genauer ein traditionelles, meist geistliches Lied zur Weihnachtszeit. Das Wort „carol“ bezeichnete ursprünglich ein festliches Gemeinschaftslied, das auch zu anderen Jahresfesten gesungen und manchmal getanzt wurde.
Fazit: alte Carols, neue Hits und viele Brücken nach Deutschland
Englische Weihnachtslieder sind mehr als Popsongs aus dem Radio. Hinter Klassikern wie „Hark! The Herald Angels Sing“ oder „Good King Wenceslas“ stecken Geschichten über Methodistenprediger, finnische Liederbücher und eine Melodie von Mendelssohn. Die alten Carols kannst du frei ausdrucken, mitsingen und zum Englischlernen nutzen, die modernen Hits darfst du singen, aber nicht einfach abdrucken. Am schönsten wird es, wenn du beides mischst und zwischendurch ein deutsches Lied anstimmst, das auf Englisch plötzlich ganz neu klingt.










