Den O du fröhliche Text singen viele am Heiligabend aus dem Gedächtnis, oft zum Schluss des Gottesdienstes, wenn die Kerzen schon brennen. Bei der zweiten Strophe wird es dann meist leiser. Hier findest du alle drei Strophen so, wie sie heute in den Gesangbüchern stehen, und daneben die ursprüngliche Fassung, mit der das Lied 1816 in Weimar begann. Die hatte nämlich mit Weihnachten nur zu einem Drittel zu tun: Johannes Daniel Falk schrieb ein Lied für drei Feste, und erst ein junger Mitarbeiter machte zehn Jahre später ein reines Weihnachtslied daraus. Dazu bekommst du die Geschichte der Melodie, die angeblich aus Sizilien stammt, und eine Antwort auf die Frage, ob man „O“ oder „Oh“ schreibt.
O du fröhliche Text: alle drei Strophen zum Mitsingen
Abgedruckt ist hier der Wortlaut aus dem Evangelischen Gesangbuch (Nr. 44) und dem katholischen Gotteslob (Nr. 238); regionale Liederhefte weichen höchstens in Kleinigkeiten ab. Jede Strophe hat denselben Rahmen, nur die mittlere Zeile wechselt. Wer den Anfang kann, kann also fast schon alles.
O du fröhliche, o du selige, / gnadenbringende Weihnachtszeit! / Welt ging verloren, Christ ist geboren: / Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, / gnadenbringende Weihnachtszeit! / Christ ist erschienen, uns zu versühnen: / Freue, freue dich, o Christenheit!
O du fröhliche, o du selige, / gnadenbringende Weihnachtszeit! / Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: / Freue, freue dich, o Christenheit!
Strophe 1: Johannes Daniel Falk (1768–1826); Strophen 2 und 3: Heinrich Holzschuher (1798–1847) nach Falks Vorlage. Melodie: „O sanctissima“, Herkunft unbekannt. Text und Melodie sind gemeinfrei.
O du fröhliche original: Falks Lied für drei Feste
Gedruckt erschien das Lied zuerst Anfang 1817 im „Zweyten Bericht“ der Weimarer „Gesellschaft der Freunde in der Noth“, eines Hilfsvereins, den Falk mitgegründet hatte. Dort steht es in einer Liste von Liedern, die jeder Zögling der Sonntagsschule auswendig wissen und singen musste. Ein Digitalisat besitzt die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, eine Transkription bietet Wikisource. So lautet der Text in der Schreibweise dieses Erstdrucks:
O du fröliche, / O du selige, / Gnadenbringende Weihnachtszeit! / Welt ging verloren, / Christ ist geboren, / Freue, freue dich, Christenheit!
O du fröliche, / O du selige, / Gnadenbringende Osterzeit! / Welt liegt in Banden, / Christ ist erstanden, / Freue, freue dich, Christenheit!
O du fröliche, / O du selige, / Gnadenbringende Pfingstenzeit! / Christ, unser Meister, / Heiligt die Geister, / Freue, freue dich, Christenheit!
Über den Strophen steht die Angabe „Alter Kirchengesang des Palaestrina, nach der Weise des O sanctissima!“, und zum Schluss folgt ein kurzer Lobpreis auf die Dreieinigkeit, der mit einem dreifachen „Gloria!“ endet. Falk selbst nannte das Stück ein „Allerdreifeiertagslied“: Es führt durch Weihnachten, Ostern und Pfingsten, die drei großen Feste des Kirchenjahres, und lässt sich darum von Dezember bis Juni singen.
Lange galt Falks Sammelband „Auserlesene Werke“ von 1819 als Erstveröffentlichung. Erst Günter Balders fand in der Bibliothek der freikirchlichen Hochschule in Elstal bei Berlin die Broschüre, die den früheren Druck belegt. Der Bericht wurde am 30. Januar 1817 abgeschlossen; Falk hält darin fest, dass seine Schüler das Lied im Jahr 1816 gelernt hatten. Der Weimarer Johannes-Falk-Verein hält es sogar für möglich, dass Falk den Text schon im Advent 1815 schrieb, und berief sich dabei auf Forschungen des Kirchenhistorikers Herbert von Hintzenstern. Gesichert ist das nicht, das Evangelische Gesangbuch nennt weiterhin 1816.
Original und heutiger Liedtext im Vergleich
Legst du beide Fassungen nebeneinander, siehst du, dass nur die erste Strophe Falks Wortlaut fast unverändert bewahrt. Die wichtigsten Abweichungen:
- Festzeiten: Bei Falk heißt es in der zweiten und dritten Strophe „Osterzeit“ und „Pfingstenzeit“, heute dreimal „Weihnachtszeit“.
- Mittelzeilen: Auferstehung und Heiliger Geist sind verschwunden. An ihre Stelle treten zwei neue Bilder, die zur Krippe passen: die Versöhnung und der Gesang der Engel.
- „o Christenheit“: Im Erstdruck fehlt das zweite „o“ in der Schlusszeile. Es kam später hinzu und füllt die Melodie besser aus.
- „fröliche“: Die Schreibung ohne h ist kein Druckfehler, sondern eine damals noch verbreitete Form.
- Lobpreis: Das angehängte „Gloria“ auf die Dreieinigkeit wird heute nicht mehr gesungen.
Falk erzählte in drei Strophen das ganze Kirchenjahr, die heutige Fassung kreist dreimal um dieselbe Nacht. Das macht sie geschlossener, aber auch ein wenig ärmer. Wer mag, kann in einer Hausandacht zu Ostern oder Pfingsten ruhig einmal Falks alte Strophen anstimmen; Melodie und Rahmen kennen ohnehin alle.
O du fröhliche Strophen: was die Zeilen bedeuten
Ein paar Begriffe der knappen, etwas altertümlichen Sprache erschließen sich nicht sofort, gerade Kindern.
- „gnadenbringende Weihnachtszeit“: Gnade meint im christlichen Sinn ein Geschenk Gottes, das man sich nicht verdienen muss. Die Festzeit selbst wird hier als Überbringerin dieses Geschenks angesprochen.
- „Welt ging verloren“: Die Zeile spielt auf die christliche Vorstellung an, dass die Menschen von Gott getrennt waren. Die Geburt Jesu gilt als Wendepunkt, deshalb folgt direkt „Christ ist geboren“.
- „uns zu versühnen“: „Versühnen“ ist eine ältere Nebenform von „versöhnen“. Gemeint ist die Aussöhnung zwischen Gott und den Menschen.
- „Himmlische Heere“: Das Bild stammt aus dem Lukasevangelium. Dort erscheint den Hirten nach der Botschaft des Engels „die Menge der himmlischen Heerscharen“ (Lk 2,13, Luther 1912), die Gott lobt. Mit „Heer“ ist also kein Kriegsvolk gemeint, sondern eine große Schar von Engeln.
Die biblische Szene mit Hirten und Engeln kannst du Kindern vorher erzählen, dann verstehen sie die dritte Strophe sofort. Eine kindgerechte Fassung samt Erklärung, was im Bibeltext steht und was später dazugedichtet wurde, findest du in unserer Weihnachtsgeschichte für Kinder.
Johannes Daniel Falk: der Dichter und die Kinder in Weimar
Johannes Daniel Falk wurde 1768 in Danzig als Sohn eines Perückenmachers geboren. Nach einem Theologiestudium in Halle wurde er nicht Pfarrer, sondern Schriftsteller und Satiriker und zog 1797 nach Weimar, wo er mit Wieland, Goethe und Herder verkehrte.
1813 starben vier seiner zehn Kinder an Typhus. Zur selben Zeit hinterließen die Kriege gegen Napoleon auch in und um Weimar viele Kinder ohne Eltern und Zuhause. Falk gab seine literarischen Pläne weitgehend auf und gründete mit Weimarer Bürgern die „Gesellschaft der Freunde in der Not“. Zunächst nahm er mehr als dreißig Kinder in die eigene Wohnung auf, richtete eine Schule und eine Sonntagsschule ein und vermittelte Jugendliche in Lehrstellen bei Handwerkern. Für diese Kinder entstand „O du fröhliche“.
Eine häufige Verwechslung betrifft den Ort. Den Weimarer Lutherhof, in dem Falk ein Rettungshaus einrichtete, erwarb er erst 1821, also einige Jahre nach dem Lied. Sein Haus gilt als Vorbild für das Rauhe Haus in Hamburg und damit als ein Vorläufer der Inneren Mission, aus der die heutige Diakonie hervorging. Falk starb am 14. Februar 1826 in Weimar. Die Evangelische Kirche in Deutschland erinnert an diesem Datum im Evangelischen Namenkalender an ihn.
Heinrich Holzschuher: wie aus drei Festen eines wurde
Das Weihnachtslied in seiner heutigen Form verdanken wir Heinrich Holzschuher, geboren 1798 im oberfränkischen Wunsiedel. Er hatte früher für Falk gearbeitet und engagierte sich wie dieser in der Erziehung verwahrloster Kinder. Holzschuher behielt bei der zweiten und dritten Strophe Falks Anfangs- und Schlusszeilen bei, tauschte die Festnamen gegen „Weihnachtszeit“ und schrieb jeweils die mittlere Zeile neu.
Gedruckt erschien diese Fassung zuerst zu Weihnachten 1826 in der Münchner Zeitung „Der Bayersche Landbote“, eingebettet in ein kleines Vortragsstück mit dem Titel „Die Kinder an der Krippe“. Holzschuher nannte dort seinen Namen nicht. Erst 1829 veröffentlichte er das Lied erneut in seinem Band „Harfenklänge“, gab sich als Bearbeiter zu erkennen und führte Falk als Dichter der ersten Strophe an. Deshalb findest du in manchen Liederheften 1829 als Jahr der Strophen zwei und drei; die frühere Veröffentlichung ist aber durch den Zeitungsabdruck von 1826 belegt.
Durchgesetzt hat sich das Lied als reines Weihnachtslied nur langsam. Dass gerade diese Fassung die Gesangbücher eroberte, passt zu einer Entwicklung, die Kulturhistoriker für diese Zeit beschreiben: Im Lauf des 19. Jahrhunderts rückte Weihnachten als Fest der bürgerlichen Familie immer stärker in den Mittelpunkt des Jahres, und mit ihm wuchs der Bedarf an Liedern, die sich zu Hause unter dem Baum singen ließen.
Eine Kuriosität am Rande: In einem Liederbuch, das nach Falks Tod 1830 in Leipzig erschien, tauchen sechs weitere Strophen auf, vier davon auf die „Martinszeit“ rund um Luthers Namenstag am 11. November, zwei auf Katharina von Bora. Wer sie verfasst hat, Falk, der Herausgeber Karl Reinthaler oder vielleicht Holzschuher, ist ungeklärt. Mehr zum Martinstag selbst steht in unserem Beitrag zu Sankt Martin.
Die Melodie: O sanctissima und die Spur nach Sizilien
Komponiert hat „O du fröhliche“ im engeren Sinn niemand, jedenfalls kein bekannter Name. Falk legte seinen Text auf die Melodie eines lateinischen Marienliedes, das mit „O sanctissima, o piissima, dulcis virgo Maria“ beginnt, auf Deutsch etwa: „O heiligste, o frömmste, süße Jungfrau Maria“. Die Zuschreibung an Palestrina im Erstdruck lässt sich nicht belegen: Der Renaissance-Komponist lebte im 16. Jahrhundert, Text und Melodie des Marienliedes sind aber erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts nachweisbar.
Der älteste bekannte Druck stammt von 1792. Damals veröffentlichte das Londoner „European Magazine“ das Stück als Hymne sizilianischer Seeleute an die Jungfrau Maria. Woher die Melodie wirklich kommt, ist offen; Belege für eine sizilianische Herkunft gibt es außer dieser Überschrift nicht. Nach Weimar gelangte sie vermutlich über Johann Gottfried Herder. In der zweiten Ausgabe seiner Sammlung „Stimmen der Völker in Liedern“, die 1807 nach seinem Tod erschien, steht sie als „sicilianisches Schifferlied“.
Früher hieß es, Herder habe das Lied auf seiner Italienreise selbst notiert, die ihn allerdings nicht weiter als bis Neapel führte. Barbara Boock vom Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg fand 2003 keine solche Aufzeichnung in seinem Nachlass; wahrscheinlicher ist, dass er die Melodie aus dem englischen Magazin kannte.
Um die Frage, wie Falk an die Weise kam, ranken sich mehrere hübsche Geschichten: ein fieberkranker Junge aus Sizilien in seinem Haus, der sie vor sich hin summte, oder Straßensänger auf den Stufen der Weimarer Stadtkirche. Belegt ist keine davon. Belegt ist dagegen, dass die Melodie auch unabhängig von Falk Karriere machte. Theodor Körner schrieb 1813 darauf ein Gebet vor der Schlacht, und Ludwig van Beethoven bearbeitete sie für Gesang, Violine, Violoncello und Klavier; die Fassung erschien 1860 aus seinem Nachlass.
O du fröhliche im Gottesdienst: das Schlusslied am Heiligabend
Heute gehört das Lied in fast allen großen Gesangbüchern des deutschen Sprachraums zum Weihnachtsteil, evangelisch wie katholisch, außerdem in freikirchlichen, methodistischen, mennonitischen und neuapostolischen Ausgaben. In den Stammteil des Evangelischen Kirchengesangbuchs, des Vorgängers, war es übrigens nicht aufgenommen worden; regionale Liederanhänge, etwa für Hessen, enthielten es aber, und im katholischen Gotteslob von 1975 stand es in vielen Diözesananhängen.
In vielen evangelischen Gemeinden ist es Tradition, die Christvesper am 24. Dezember mit „O du fröhliche“ zu beschließen, mancherorts läuten dazu alle Glocken. Verbindlich vorgeschrieben ist das nirgends; ob dein Gottesdienst so endet, hängt von der Gemeinde ab. Wenn danach noch Zeit für Nachrichten an Menschen bleibt, die nicht dabei sein konnten, findest du passende Zeilen bei unseren Heiligabend-Grüßen.
Übersetzt wurde das Lied unter anderem ins Englische, Französische, Italienische und Schwedische. Die schwedische Fassung „O du saliga, o du heliga“ stammt von 1859. Wie ein anderes deutschsprachiges Weihnachtslied seinen Weg um die Welt fand, zeichnen wir im Beitrag zum Stille Nacht Text nach.
O oder Oh du fröhliche: die richtige Schreibweise
Gesucht wird oft „Oh du fröhliche“, im Gesangbuch und in Falks Erstdruck steht aber „O du fröhliche“ ohne h. Für dieses Lied gibt es dafür einen guten Grund: Das „O“ leitet hier eine feierliche Anrede ein. Der Text spricht die Weihnachtszeit direkt mit „du“ an, so wie andere Kirchenlieder Jesus oder Gott anreden, etwa in „O Heiland, reiß die Himmel auf“ oder „O Haupt voll Blut und Wunden“. In dieser Liedsprache ist das kurze „O“ seit Jahrhunderten üblich.
„Oh“ mit h steht dagegen eher für einen spontanen Ausruf des Staunens oder Bedauerns. Falsch ist die Schreibung mit h nicht, sie trifft aber den Ton des Liedes weniger gut. Für ein Liedblatt, eine Karte oder ein Zitat nimmst du am besten die Form, die im Gesangbuch steht. Wer Zeilen aus Kirchenliedern in einen Weihnachtsgruß einbauen möchte, findet weitere Beispiele mit sauberer Quellenangabe bei unseren Weihnachtszitaten. Wie dieselbe Frage bei einem ganz anders gebauten Lied ausfällt, liest du im Abschnitt zur Schreibweise beim O Tannenbaum Text.
O du fröhliche Lied singen: Tipps für zu Hause
Kurz und eingängig ist das Lied, ein paar Stolperstellen gibt es trotzdem.
- Die Mittelzeile ansagen: Nur sie wechselt von Strophe zu Strophe. Wenn eine Person vor jeder Strophe kurz das Stichwort nennt, „erschienen“ oder „Heere“, singen alle sicher weiter.
- Das Ende nicht hetzen: Die Schlusszeile mit dem doppelten „freue“ steigt in zwei Anläufen an, bevor sie zum Schlusston absinkt. Lass dir dort Zeit, gerade wenn Kinder mitsingen.
- Als Abschluss nutzen: Wie in der Kirche passt das Lied gut ans Ende eines Abends. Nach der Bescherung oder bevor das Christkind geklingelt hat, setzt es einen festlichen Schlusspunkt.
- Mit Rätsel: Frag nach dem Singen, für welche drei Feste das Lied ursprünglich gedacht war. Weitere Fragen dieser Art enthält unser Weihnachtsquiz.
Häufige Fragen
Wie schreibt man O du fröhliche?
Richtig ist „O du fröhliche“, mit großem O ohne h, so steht es im Erstdruck und in den Gesangbüchern. Das „O“ leitet eine feierliche Anrede an die Weihnachtszeit ein, wie in vielen alten Kirchenliedern. „Oh du fröhliche“ ist nicht falsch, wirkt aber eher wie ein spontaner Ausruf.
Wie lautet der Text von O du fröhliche?
Die erste Strophe lautet: „O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!“ In den Strophen zwei und drei wechselt nur die Mittelzeile zu „Christ ist erschienen, uns zu versühnen“ und „Himmlische Heere jauchzen dir Ehre“.
Wo kommt das Lied Oh du fröhliche her?
Das Lied stammt aus Weimar. Johannes Daniel Falk dichtete es 1816 für Kinder, die er nach den Napoleonischen Kriegen aufgenommen hatte, ursprünglich für Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Zum reinen Weihnachtslied machte es Heinrich Holzschuher 1826. Die Melodie geht auf das Marienlied „O sanctissima“ zurück.
Wer hat O du Fröhliche komponiert?
Einen bekannten Komponisten gibt es nicht. Die Melodie ist die des lateinischen Marienliedes „O sanctissima“; der älteste bekannte Druck erschien 1792 in London und schrieb sie Seeleuten aus Sizilien zu. Den Text schrieb Johannes Daniel Falk, die Strophen zwei und drei ergänzte Heinrich Holzschuher.
Wie viele Strophen hat O du fröhliche?
Das Lied hat drei Strophen, sowohl in Falks Original als auch in der heutigen Weihnachtsfassung. Bei Falk galten sie Weihnachten, Ostern und Pfingsten, heute besingen alle drei die Weihnachtszeit. Sechs zusätzliche Strophen aus einem Liederbuch von 1830 werden praktisch nie gesungen.
Darf ich den Text von O du fröhliche frei verwenden?
Ja. Falk starb 1826, Holzschuher 1847, und auch die Melodie ist alt genug, um gemeinfrei zu sein. Liedblätter für Familie, Kita oder Gemeinde sind also kein Problem. Eigene Rechte können allerdings jüngere Chorsätze, Notenausgaben und Übersetzungen haben, die solltest du nicht ungeprüft kopieren.
Fazit: ein Lied für drei Feste, das bei einem blieb
„O du fröhliche“ klingt wie aus einem Guss, ist aber die Arbeit zweier Männer: Falk schrieb es 1816 für Kinder, die der Krieg ohne Familie zurückgelassen hatte, und führte sie damit durch das ganze Kirchenjahr. Holzschuher machte daraus zehn Jahre später das Weihnachtslied, das heute viele Gottesdienste am Heiligabend beschließt. Wenn du es diesmal anstimmst, kennst du alle drei Strophen, weißt, warum vorn ein O ohne h steht, und kannst zu Ostern verraten, dass das Lied eigentlich auch dann passt.









