Den O Tannenbaum Text kennen die meisten bis zur zweiten Zeile, danach wird es dünn. Dabei hat das Lied nur drei Strophen, und die stehen hier vollständig: einmal so, wie du sie heute unterm Baum singst, und einmal im Wortlaut des Erstdrucks von 1824. Dazu bekommst du die Geschichte, die hinter dem scheinbar harmlosen Kinderlied steckt. Die erste Strophe stammt nämlich aus einem Lied über eine untreue Geliebte, und ausgerechnet Christus kommt in diesem Weihnachtslied gar nicht vor.
O Tannenbaum Text: alle drei Strophen zum Mitsingen
Die folgende Fassung entspricht dem Text von Ernst Anschütz aus dem Jahr 1824, angepasst an die heutige Rechtschreibung und mit der Zeile, die sich im 20. Jahrhundert durchgesetzt hat: „Wie grün sind deine Blätter“. So oder mit kleinen Abweichungen steht das Lied in den meisten Liederbüchern. Anschütz ist 1861 gestorben, sein Text ist seit Langem gemeinfrei. Du darfst ihn also abschreiben, ausdrucken und auf das Liedblatt für die Familie setzen.
O Tannenbaum, o Tannenbaum, / wie grün sind deine Blätter! / Du grünst nicht nur zur Sommerzeit, / nein, auch im Winter, wenn es schneit. / O Tannenbaum, o Tannenbaum, / wie grün sind deine Blätter!
O Tannenbaum, o Tannenbaum, / du kannst mir sehr gefallen! / Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit / ein Baum von dir mich hoch erfreut! / O Tannenbaum, o Tannenbaum, / du kannst mir sehr gefallen!
O Tannenbaum, o Tannenbaum, / dein Kleid will mir was lehren: / Die Hoffnung und Beständigkeit / gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit. / O Tannenbaum, o Tannenbaum, / dein Kleid will mir was lehren!
Wenn ihr gemeinsam singt, legt vorher eine Fassung fest und druckt sie für alle aus. Sonst singt die eine Hälfte des Tisches „treu“ und die andere „grün“.
Der O Tannenbaum Liedtext im Erstdruck von 1824
Gedruckt erschien das Lied zuerst im „Musikalischen Schulgesangbuch“, das Anschütz 1824 bei Reclam in Leipzig herausbrachte, dort auf den Seiten 134 und 135 unter dem schlichten Titel „Der Tannenbaum“. Ein Digitalisat stellt die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel bereit. So lautet der Text in der Schreibweise des Originals:
O Tannenbaum, o Tannenbaum! / Wie treu sind deine Blätter; / du grünst nicht nur zur Sommerzeit, / nein, auch im Winter, wenn es schneit. / O Tannenbaum, o Tannenbaum, / wie treu sind deine Blätter.
O Tannenbaum, o Tannenbaum, / du kannst mir sehr gefallen; / wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit / ein Baum von dir mich hoch erfreut. / O Tannenbaum, o Tannenbaum, / du kannst mir sehr gefallen.
O Tannenbaum, o Tannenbaum, / dein Kleid will mir was lehren: / die Hoffnung und Beständigkeit / giebt Trost und Kraft zu jeder Zeit! / O Tannenbaum, o Tannenbaum, / dein Kleid will mir was lehren.
Der auffälligste Unterschied steckt gleich in der zweiten Zeile. Ursprünglich hieß es „treu“, nicht „grün“. Das Wort ergibt erst Sinn, wenn du die Vorlage kennst, denn dort ging es um Treue und Untreue zwischen zwei Menschen. Im 20. Jahrhundert wurde dann die Fassung mit „grün“ geläufiger, so beschreibt es das Historisch-kritische Liederlexikon des Freiburger Zentrums für Populäre Kultur und Musik. Die Schreibung „giebt“ ist kein Druckfehler, sondern eine damals übliche Form.
Und warum „Blätter“, obwohl Tannen Nadeln tragen? Der Freiburger Musikwissenschaftler Michael Fischer erklärte das in einem Zeitungsbericht zum 200. Jubiläum des Liedes mit dem Sprachgebrauch um 1800: Damals nannte man auch die Nadeln von Fichten und Tannen Blätter.
O Tannenbaum Strophen: was jede einzelne erzählt
Die drei Strophen bauen aufeinander auf, was beim schnellen Singen kaum auffällt.
- Erste Strophe: Sie lobt den Baum dafür, dass er im Sommer wie im Winter grün bleibt. Weihnachten kommt hier noch gar nicht vor, es geht nur um Natur und Jahreszeiten.
- Zweite Strophe: Erst hier taucht das Fest auf. Das Ich erinnert sich an viele Weihnachtsabende, an denen ein geschmückter Baum Freude gemacht hat. Es ist die einzige Stelle im ganzen Lied, an der das Wort „Weihnachtszeit“ fällt.
- Dritte Strophe: Aus dem grünen Kleid des Baumes wird eine kleine Lebenslehre. Hoffnung und Beständigkeit sollen Trost und Kraft geben, und zwar nicht nur im Dezember, sondern zu jeder Zeit.
Vom Beobachten über das Erinnern zur Moral: Dieser Dreischritt passt zu einem Lied, das Anschütz ausdrücklich für den Schulunterricht veröffentlicht hat.
O Tannenbaum Ursprung: ein Baumlied aus dem 16. Jahrhundert
Die Tanne als Sinnbild der Treue ist viel älter als das Weihnachtslied. Schon im 16. Jahrhundert kursierte ein Lied mit einer Strophe, die das Immergrün der Tanne lobt. Die Volksliedforscher Ludwig Erk und Franz Magnus Böhme führen sie im „Deutschen Liederhort“ (1893) auf ein Lied mit dem Anfang „Es hing ein Stallknecht seinen Zaum“ zurück. Gedruckt ist sie auch im Ambraser Liederbuch von 1582. In heutiger Schreibweise lautet sie etwa so:
O Tanne, du bist ein edler Zweig, / du grünest Winter und die liebe Sommerzeit. / Wenn alle Bäume dürre sein, / so grünest du, edles Tannenbäumelein.
Eine Zeile aus diesem Liedkreis zitierte der Komponist Melchior Franck Anfang des 17. Jahrhunderts in einem Quodlibet, also einem Stück, das bekannte Melodien aneinanderreiht. Die Jahresangaben dafür schwanken in der Literatur. Aus denselben alten Vorlagen ging außerdem das Volkslied „O Tannenbaum, du trägst ein’ grünen Zweig“ hervor, das mit seiner heute bekannten Melodie seit dem frühen 19. Jahrhundert aus Westfalen überliefert ist. Mit dem Weihnachtslied ist es verwandt, aber nicht identisch.
Zarnacks Liebeslied von 1819: die Tanne gegen das Mägdelein
Die direkte Vorlage schrieb August Zarnack (1777–1827), Prediger, Pädagoge und Volksliedsammler, ab 1815 Erziehungsdirektor am Großen Militärwaisenhaus in Potsdam. Er verfasste das Lied 1819 und veröffentlichte es 1820 im zweiten Teil seiner „Deutschen Volkslieder mit Volksweisen für Volksschulen“. Dort stellt ein enttäuschter Liebender die beständige Tanne dem wankelmütigen Mädchen gegenüber, das ihn verlassen hat, als er arm wurde. Der Text folgt der Wiedergabe bei Wikisource nach dem Allgemeinen Deutschen Kommersbuch:
O Tannenbaum, o Tannenbaum, / wie treu sind deine Blätter! / Du grünst nicht nur zur Sommerzeit, / nein auch im Winter, wenn es schneit. / O Tannenbaum, o Tannenbaum, / wie treu sind deine Blätter!
O Mägdelein, o Mägdelein, / wie falsch ist dein Gemüte! / Du schwurst mir Treu in meinem Glück, / nun arm ich bin, gehst du zurück. / O Mägdelein, o Mägdelein, / wie falsch ist dein Gemüte!
Die Nachtigall / nahmst du dir zum Exempel. / Sie bleibt so lang der Sommer lacht, / im Herbst sie sich von dannen macht. / Die Nachtigall, die Nachtigall / nahmst du dir zum Exempel.
Der Bach im Thal / ist deiner Falschheit Spiegel. / Er strömt allein, wenn Regen fließt, / bei Dürr er bald den Quell verschließt. / Der Bach im Thal, der Bach im Thal / ist deiner Falschheit Spiegel.
Zarnack arbeitete mit drei Bildern: Tanne, Nachtigall und Bach. Die Tanne hält das ganze Jahr, die Nachtigall verschwindet im Herbst, der Bach führt nur Wasser, solange es regnet. Daher das „treu“ in der zweiten Zeile, das im Weihnachtslied zunächst stehen blieb, obwohl die untreue Geliebte längst gestrichen war. Wie viel davon Zarnack selbst gedichtet und wie viel er mündlich überliefert vorgefunden hat, lässt sich nicht sicher sagen.
Ernst Anschütz: der Leipziger Lehrer hinter dem O Tannenbaum Lied
Ernst Gebhard Salomon Anschütz wurde 1780 in Goldlauter bei Suhl geboren und starb 1861 in Leipzig. Er unterrichtete rund fünfzig Jahre an Leipziger Schulen, war Organist und Kantor und sammelte Volks- und Kinderlieder, die er für den Unterricht bearbeitete. Für sein Schulgesangbuch übernahm er 1824 Zarnacks erste Strophe fast unverändert, strich die drei übrigen und schrieb zwei neue, in denen nur noch vom Baum die Rede ist.
Ob ihm klar war, dass er ein frisch verfasstes Liebeslied umbaute, ist unsicher. Das Stadtarchiv Leipzig geht in einem Beitrag im Sächsischen Archivblatt (2008) davon aus, dass Anschütz die Vorlage für ein altes Volkslied hielt. Dort liegt heute auch eine Handschrift des Liedes, die Nachfahren der Familie dem Archiv geschenkt haben. Ein Großteil des Familiennachlasses war zuvor bei einem Luftangriff auf Leipzig im Dezember 1943 verbrannt.
Die Melodie: vom Studentenlied bis zur Staatshymne
Eine eigene Komposition gibt es nicht, das Lied wird auf eine Volksweise gesungen. Sowohl Zarnack als auch Anschütz setzten ihren Text auf eine Melodie, die sich schon 1799 im Mildheimischen Liederbuch findet, dort zum Text „Es lebe hoch der Zimmermannsgeselle“. Später setzte sich laut Liederlexikon die Melodie des lateinischen Studentenliedes „Lauriger Horatius“ durch, und auf sie singst du das Lied bis heute.
Diese Melodie ist weit gereist. Mehrere US-Bundesstaaten nutzten oder nutzen sie für ihre Hymnen, darunter Maryland und Iowa. Die britische Arbeiterbewegung singt darauf „The Red Flag“, Fans des FC Chelsea einen Vereinsgesang.
Ein Weihnachtslied ohne Krippe und Christkind
Anders als „Stille Nacht“, dessen Entstehung du im Beitrag zum Stille Nacht Text nachlesen kannst, erzählt „O Tannenbaum“ nichts von Geburt, Stall oder Engeln. Es ist ein Lied über einen Baum. Dass es trotzdem zu den bekanntesten Weihnachtsliedern im deutschsprachigen Raum gehört, hängt mit dem Brauch zusammen, den es besingt.
Der geschmückte Tannenbaum verbreitete sich im 19. Jahrhundert zunächst in bürgerlichen Familien, bevor er nach und nach in fast allen Wohnzimmern stand. Die Volkskundlerin Ingeborg Weber-Kellermann hat diese Entwicklung in ihrer Kulturgeschichte des Weihnachtsfestes ausführlich beschrieben. Das Lied von Anschütz traf genau diesen Moment. Der Freiburger Liedforscher Tobias Widmaier hält es nach dem genannten Jubiläumsbericht vermutlich für das erste Lied, das Tannenbaum und Weihnachtsfest miteinander verbindet.
Wie fest es sich eingeprägt hat, zeigte eine Emnid-Umfrage für das evangelische Magazin chrismon aus dem Jahr 2010. Von 1.001 Befragten gaben 90 Prozent an, die erste Strophe auswendig mitsingen zu können, mehr als bei jedem anderen abgefragten Weihnachtslied. „Stille Nacht“ lag knapp dahinter.
Weil Christus nicht vorkommt, eignet sich das Lied gut für gemischte Runden: in der Kita, auf der Betriebsfeier oder in einer Familie, in der nicht alle religiös sind. Manche Fassungen ersetzen die „Weihnachtszeit“ in der zweiten Strophe sogar durch die „Winterzeit“, dann wird es zu einem reinen Winterlied. Wer lieber noch mehr Verse für die kalte Jahreszeit sucht, findet sie bei den Wintergedichten.
O oder Oh Tannenbaum: welche Schreibweise stimmt?
Viele suchen nach „Oh Tannenbaum“, im Erstdruck steht aber „O Tannenbaum“, und so heißt das Lied auch in fast allen Liederbüchern. Beides ist ein Ausruf. Wörterbücher führen in vielen Verbindungen beide Schreibungen, falsch ist „Oh Tannenbaum“ also nicht. Wenn du aber ein Liedblatt druckst oder den Titel zitierst, bleib beim Original. Historisch und regional findest du übrigens auch die Form „O Tannebaum“, die Kurt Tucholsky in seinem Gedicht „Weihnachten“ von 1918 aufgreift.
O Christmas Tree: die englische Version
Im Englischen heißt das Lied meist „O Christmas Tree“, oft wird auch der deutsche Titel beibehalten. Eine verbindliche Übersetzung gibt es nicht, sondern zahlreiche Fassungen. Viele neuere sind urheberrechtlich geschützt. Gemeinfrei ist eine Fassung, die 1913 im amerikanischen „Bay View Magazine“ erschien, ohne dass dort ein Übersetzer genannt wird. Ihre erste Strophe lautet:
O Christmas tree, O Christmas tree! / How are thy leaves so verdant! / Not only in the summertime, / But even in winter is thy prime. / O Christmas tree, O Christmas tree, / How are thy leaves so verdant!
Inhaltlich bleibt sie nah am Deutschen: Die Blätter sind grün, im Sommer wie im Winter. Diese Fassung hat insgesamt fünf Strophen und fügt eigene Bilder hinzu, etwa leuchtende Kerzen und Gottvertrauen. Der deutsche Text kommt dagegen ganz ohne religiöse Bezüge aus.
Parodien und Umdichtungen
Eine Melodie, die jeder kennt und die sich leicht singen lässt, lädt zum Umdichten ein. Weber-Kellermann hat in ihrem „Buch der Weihnachtslieder“ mehrere Spottfassungen dokumentiert. Bekannt wurde eine Variante nach der Abdankung von Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1918, in der der Kaiser seinen Posten hinwirft und als Arbeiter bei Krupp in Essen anfängt. Unter Schulkindern kursierte eine Fassung, in der sich der Ärger über einen strengen Lehrer Luft macht. Eine weitere verwandelt die Furcht vor dem Weihnachtsmann in Spott: Er schleicht auf Pantoffeln herum, um Äpfel zu stehlen.
Man parodiert nur, was alle kennen. Wenn du selbst Spaß an Versen mit Augenzwinkern hast, schau bei den lustigen Weihnachtsgedichten vorbei, dort hat der Baum ebenfalls seinen großen Auftritt.
O Tannenbaum singen: Tipps für den Heiligabend
Das Lied ist kurz, die Melodie liegt in bequemer Lage, und jede Strophe wiederholt am Ende ihre Anfangszeilen. Damit ist es ideal für Runden, in denen nicht alle textsicher sind.
- Mit kleinen Kindern: Lass sie nur die Rahmenzeilen „O Tannenbaum, o Tannenbaum“ mitsingen, den Mittelteil übernehmen die Erwachsenen. Passende Verse zum Aufsagen findest du bei den Weihnachtsgedichten für Kinder.
- In gemischten Gruppen: Druckt alle drei Strophen aus. Die erste kennt fast jeder, bei der dritten wird es erfahrungsgemäß leise.
- Als Rätsel: Frag in die Runde, wovon das Vorgängerlied handelte. Die Antwort sorgt meist für Überraschung. Mehr Fragen dieser Art hat das Weihnachtsquiz.
- Zweisprachig: Singt die erste Strophe auf Deutsch und gleich danach auf Englisch. Das passt gut, wenn Gäste aus anderen Ländern dabei sind.
Häufige Fragen
Wer hat „O Tannenbaum“ geschrieben?
Den heutigen Text veröffentlichte der Leipziger Lehrer und Organist Ernst Anschütz 1824. Die erste Strophe übernahm er von August Zarnack, der 1819 ein Liebeslied über eine untreue Geliebte geschrieben hatte. Die Melodie ist eine Volksweise, ein Komponist ist nicht bekannt.
Wie viele Strophen hat „O Tannenbaum“?
Das Weihnachtslied von Ernst Anschütz hat drei Strophen. Zarnacks älteres Liebeslied hatte vier, von denen nur die erste ins Weihnachtslied übernommen wurde. Einige englische Fassungen haben mehr Strophen, weil die Übersetzer eigene hinzugedichtet haben.
Ist „O Tannenbaum“ ein Weihnachtslied?
Ja, aber eines ohne christliche Erzählung. Weihnachten wird nur in der zweiten Strophe erwähnt, Christus gar nicht. Zum Weihnachtslied wurde es, weil es den geschmückten Baum besingt, der sich im 19. Jahrhundert als Festbrauch durchsetzte.
Wie lautet die englische Version von „O Tannenbaum“?
Auf Englisch heißt das Lied meist „O Christmas Tree“. Es gibt viele Übersetzungen. Eine gemeinfreie aus dem Jahr 1913 beginnt mit „O Christmas tree, O Christmas tree! How are thy leaves so verdant!“ und bleibt inhaltlich nah am deutschen Original.
Heißt es „wie treu“ oder „wie grün sind deine Blätter“?
Beides ist richtig. Im Original von 1824 steht „wie treu sind deine Blätter“, ein Überbleibsel aus Zarnacks Liebeslied. Im 20. Jahrhundert setzte sich „wie grün“ durch, so steht es heute in den meisten Liederbüchern.
Warum singt man von Blättern, obwohl die Tanne Nadeln hat?
Um 1800 bezeichnete man auch die Nadeln von Nadelbäumen als Blätter. Der Text bewahrt also einen älteren Sprachgebrauch, er ist kein botanischer Fehler.
Auf welche Melodie wird „O Tannenbaum“ gesungen?
Heute wird es auf die Melodie des Studentenliedes „Lauriger Horatius“ gesungen. Zarnack und Anschütz verwendeten ursprünglich eine etwas andere Volksweise aus dem Mildheimischen Liederbuch von 1799. Dieselbe Melodie tragen auch mehrere amerikanische Staatshymnen und „The Red Flag“.
Fazit: ein Treuelied, das zum Weihnachtsklassiker wurde
„O Tannenbaum“ wirkt wie das harmloseste Lied der Saison, hat aber eine verwickelte Vorgeschichte: ein Baumvers aus dem 16. Jahrhundert, ein Liebeslied über Untreue von 1819 und ein Leipziger Schulmann, der daraus 1824 ein Lied über den Christbaum machte. Wenn du es diesmal singst, kennst du alle drei Strophen und weißt, warum in alten Ausgaben „treu“ statt „grün“ steht. Mehr gemeinfreie Klassiker für die Feiertage findest du bei den Weihnachtsgedichten.











