Macht hoch die Tür Text: alle 5 Strophen, Bedeutung, Herkunft

Macht hoch die Tür Text mit allen fünf Strophen von Georg Weissel, dazu Psalm 24 als Vorlage, die Entstehung in Königsberg 1623 und die Melodie von 1704.

von Sophia Richter13 Min. Lesezeit
Macht hoch die Tür Text: alle 5 Strophen, Bedeutung, Herkunft
Inhalt 11 Abschnitte
  1. Macht hoch die Tür Text: alle fünf Strophen von Georg Weissel
  2. Macht hoch die Tür Liedtext: die alten Wörter erklärt
  3. Macht hoch die Tür Bedeutung: vom Weltkönig zum eigenen Herzen
  4. Psalm 24: die biblische Vorlage für Macht hoch die Tür
  5. Entstehung in Königsberg: eine neue Kirche im Roßgarten
  6. Welche Geschichte steckt dahinter? Die Legende vom Händler Sturgis
  7. Georg Weissel: der Pfarrer hinter dem Adventslied
  8. Die Melodie: von Stobäus 1642 bis Freylinghausen 1704
  9. EG 1: das erste Lied im Evangelischen Gesangbuch
  10. Macht hoch die Tür als Adventslied: wann man es singt
  11. Übersetzungen, Kanon und neue Fassungen

Mit dem Macht hoch die Tür Text beginnt in vielen Kirchen das neue Jahr, und zwar nicht am 1. Januar, sondern am ersten Advent. Das Lied steht ganz vorn im Evangelischen Gesangbuch, und wer als Kind einmal einen Adventsgottesdienst erlebt hat, kann meist zumindest die Anfangszeile mitsingen. Hier findest du alle fünf Strophen von Georg Weissel, eine Erklärung der alten Wörter, den Psalm, aus dem der Anfang stammt, und die Geschichte des Liedes von einer kleinen Kirche in Königsberg bis zur Nummer 1 im Gesangbuch. Auch die bekannte Erzählung vom Händler Sturgis kommt vor, mit einem nüchternen Blick darauf, was an ihr belegt ist.

Macht hoch die Tür Text: alle fünf Strophen von Georg Weissel

Unsere Fassung folgt dem Wortlaut, den das Evangelische Gesangbuch unter Nummer 1 abdruckt. Weissel starb 1635, sein Text ist also längst frei von Urheberrechten. Kopieren, drucken und an die ganze Runde weitergeben ist erlaubt. Jede Strophe hat acht Zeilen, die letzten beiden bilden einen kurzen Lobruf, der immer mit „Gelobet sei mein Gott“ beginnt und jedes Mal anders endet.

1. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; / es kommt der Herr der Herrlichkeit, / ein König aller Königreich, / ein Heiland aller Welt zugleich, / der Heil und Leben mit sich bringt; / derhalben jauchzt, mit Freuden singt: / Gelobet sei mein Gott, / mein Schöpfer reich von Rat.

2. Er ist gerecht, ein Helfer wert; / Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, / sein Königskron ist Heiligkeit, / sein Zepter ist Barmherzigkeit; / all unsre Not zum End er bringt, / derhalben jauchzt, mit Freuden singt: / Gelobet sei mein Gott, / mein Heiland groß von Tat.

3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, / so diesen König bei sich hat. / Wohl allen Herzen insgemein, / da dieser König ziehet ein. / Er ist die rechte Freudensonn, / bringt mit sich lauter Freud und Wonn. / Gelobet sei mein Gott, / mein Tröster früh und spat.

4. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, / eu’r Herz zum Tempel zubereit’. / Die Zweiglein der Gottseligkeit / steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; / so kommt der König auch zu euch, / ja, Heil und Leben mit zugleich. / Gelobet sei mein Gott, / voll Rat, voll Tat, voll Gnad.

5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, / meins Herzens Tür dir offen ist. / Ach zieh mit deiner Gnade ein; / dein Freundlichkeit auch uns erschein. / Dein Heilger Geist uns führ und leit / den Weg zur ewgen Seligkeit. / Dem Namen dein, o Herr, / sei ewig Preis und Ehr.

Vierzig Zeilen sind für ein Adventslied eine ganze Menge. Wenn ihr zu Hause singt, darfst du ruhig auswählen: Die erste und die fünfte Strophe ergeben zusammen schon einen runden Bogen, vom lauten Ruf an die Tore bis zur leisen Bitte, hereinzukommen. Dass die vierte Strophe mit derselben Zeile beginnt wie die erste, ist übrigens Absicht.

Macht hoch die Tür Liedtext: die alten Wörter erklärt

Der Text ist rund vierhundert Jahre alt, und das hört man. Viele Wörter haben ihre Endung verloren, damit Reim und Silbenzahl passen, andere sind aus dem Alltag verschwunden. Eine kleine Übersetzungshilfe:

  • „die Tor“: eine Mehrzahl, gemeint sind die Tore. Das passt zum Psalm, in dem gleich mehrere Tore und Türen aufgehen sollen.
  • „ein König aller Königreich“: Auch hier fehlt ein Endungs-e. Gemeint ist ein König über sämtliche Reiche.
  • „derhalben“: ein älteres Wort für „deshalb“.
  • „reich von Rat“: Rat steht hier für Weisheit und kluge Planung.
  • „Sanftmütigkeit ist sein Gefährt“: Ein Gefährt ist ein Fahrzeug. Der König kommt nicht im Prunkwagen, sondern getragen von Sanftmut. Viele lesen darin eine Anspielung auf den Esel, auf dem Jesus in Jerusalem einzieht.
  • „insgemein“: so viel wie „allesamt“.
  • „früh und spat“: die alte Form von „früh und spät“, also jederzeit. Das „spat“ reimt sich auf Rat und Tat.
  • „Gottseligkeit“: ein Wort der Barockzeit für Frömmigkeit.

Die „Zweiglein“ der vierten Strophe greifen einen alten Gedanken auf: Für einen hohen Gast schmückt man Haus und Weg mit Grün, und beim Einzug in Jerusalem streut die Menge nach dem Matthäusevangelium Zweige auf den Weg. Grün im Winter kennst du im Advent vielleicht auch von den Barbarazweigen, die am 4. Dezember geschnitten werden. Ein anderer Brauch, aber ein verwandtes Bild.

Macht hoch die Tür Bedeutung: vom Weltkönig zum eigenen Herzen

Liest du die Strophen der Reihe nach, wird der Raum, in den der König einzieht, immer kleiner und persönlicher: erst die ganze Welt, dann Land und Stadt, schließlich das Herz jedes Einzelnen. Das Lied beginnt draußen vor den Toren und endet drinnen, in einem Gebet.

Die ersten beiden Strophen stellen den König vor. Dann folgt eine überraschende Wendung: Seine Krone heißt Heiligkeit, sein Zepter Barmherzigkeit, sein Fahrzeug Sanftmut. Die Zeichen königlicher Macht werden mit Eigenschaften gefüllt, die gerade nicht nach Macht klingen. Der Kulturbeauftragte der EKD, Johann Hinrich Claussen, hat 2023, vierhundert Jahre nach der Entstehung, genau diesen Punkt hervorgehoben: Der besungene König regiert nicht mit Gewalt, sondern mit Sanftmut.

Die dritte Strophe preist mit einem dreifachen „wohl“ die Orte, an denen er ankommt. Die vierte wiederholt den Anfang, verlegt ihn aber nach innen: Jetzt sollen sich die Herzen öffnen, die zum Tempel werden. Die fünfte verlässt das Königsbild. Statt „Macht hoch“ heißt es „Komm“, und aus dem Ruf an andere wird eine Bitte in der ersten Person.

Auch der Lobruf hat ein Muster. Gott wird als Schöpfer, Heiland und Tröster gelobt, was viele Auslegungen als Vater, Sohn und Heiligen Geist lesen. In der vierten Strophe laufen die Linien zusammen: „voll Rat, voll Tat, voll Gnad“. Rat und Tat sind die Schlusswörter der ersten beiden Strophen, die Gnade kommt dazu.

Psalm 24: die biblische Vorlage für Macht hoch die Tür

Die Anfangszeile hat Weissel nicht erfunden. Sie stammt aus dem 24. Psalm in der Übersetzung Martin Luthers. In der Lutherbibel von 1912 lauten die Verse 7 und 8:

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe! Wer ist derselbe König der Ehren? Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit.

Schon die Form verrät den Gottesdienst: Ein Ruf fordert die Tore auf, sich zu öffnen, eine Frage will wissen, wer kommt, eine Antwort nennt den Namen. Ausleger vermuten dahinter eine Feier am Tempel in Jerusalem, möglicherweise den Einzug der Bundeslade, die für die Gegenwart Gottes stand. Die Kirche hat das Bild früh auf den Advent übertragen.

In der zweiten Strophe klingt ein weiterer Bibeltext an. „Er ist gerecht, ein Helfer wert“ erinnert an den Propheten Sacharja, bei dem der kommende König „ein Gerechter und ein Helfer“ heißt und auf einem Esel reitet. Aus diesem Vers ist ein weiteres bekanntes Adventslied hervorgegangen, das wir im Beitrag zum Tochter Zion Text vorstellen. In evangelischen Gemeinden gehören Psalm 24 als Wochenpsalm, ein Satz aus Sacharja 9 als Wochenspruch und der Einzug in Jerusalem als Evangelium bis heute zum ersten Advent. Weissels Lied bündelt also die Texte dieses Sonntags.

Entstehung in Königsberg: eine neue Kirche im Roßgarten

Das Lied entstand 1623 in Königsberg, der damaligen Hauptstadt des Herzogtums Preußen, heute Kaliningrad. Im Stadtteil Roßgarten war eine neue evangelische Kirche fertig geworden, zunächst ein kleiner Bau, der am zweiten Adventssonntag 1623 eingeweiht wurde. Für diesen Gottesdienst schrieb Georg Weissel „Macht hoch die Tür“. Der Anlass erklärt das Bild: Eine Gemeinde öffnet die Türen ihrer neuen Kirche und fragt, wer da einziehen soll.

Eine Woche später wurde Weissel dort als erster Pfarrer eingeführt. Auch dafür dichtete er ein Lied, „Such, wer da will, ein ander Ziel“, heute Nummer 346 im Evangelischen Gesangbuch. Die Altroßgärter Kirche wuchs später: Ab 1651 entstand um die Kapelle herum ein größerer Bau. 1945 wurde er bei der Eroberung Königsbergs zerstört, die Trümmer räumte man in den 1970er-Jahren ab.

Gedruckt erschien der Text erst 1642, sieben Jahre nach Weissels Tod, in der Sammlung „Erster Theil der Preussischen Fest-Lieder“, die in Elbing herauskam. Dort steht er mit einem mehrstimmigen Chorsatz des Königsberger Musikers Johann Stobäus.

Welche Geschichte steckt dahinter? Die Legende vom Händler Sturgis

Wer nach der Geschichte des Liedes sucht, stößt fast immer auf diese Erzählung: Ein wohlhabender Kaufmann namens Sturgis soll ein Grundstück neben der Kirche besessen haben. Über sein Land führte ein Weg, den die Bewohner des nahen Armenhauses zum Gottesdienst nahmen. Sturgis habe den Weg versperrt. Daraufhin sei Weissel mit der Gemeinde vor sein Haus gezogen, man habe „Macht hoch die Tür“ gesungen, und der Kaufmann sei so gerührt gewesen, dass er das Tor wieder öffnete.

In Predigten, Gemeindebriefen und Adventskalendern wird die Geschichte bis heute gern weitergegeben. Belegt ist sie nicht. Schon die Datierung schwankt: Manche Fassungen nennen 1624, andere 1642, wieder andere machen daraus die erste Aufführung des Liedes. Der Hymnologe Harald Storz hat die Überlieferung untersucht und 2024 im Jahrbuch für Liturgik und Hymnologie veröffentlicht. Sein Ergebnis: Ein historischer Kern lässt sich nicht nachweisen, es handelt sich um eine Legende.

Warum sie sich hält, ist leicht zu verstehen. Sie macht aus dem Bild des Liedes eine Szene mit verschlossener Tür, Menschen, die draußen bleiben, und einem Herzen, das sich öffnet. Erzählen darfst du sie trotzdem, etwa bei einer Adventsfeier, am besten mit dem Zusatz, dass es eine Legende ist.

Georg Weissel: der Pfarrer hinter dem Adventslied

Georg Weissel wurde 1590 in Domnau in Ostpreußen geboren. Mit elf Jahren kam er nach Königsberg, besuchte das Kneiphöfische Gymnasium und studierte an der Albertus-Universität Theologie, nach Angaben in Nachschlagewerken auch Musik. Johann Stobäus, der später den ersten Chorsatz zu seinem Adventslied schrieb, kannte er aus dieser Zeit. Nach einigen Jahren als Rektor in Friedland übernahm er 1623 die neue Pfarrstelle im Roßgarten und blieb dort bis zu seinem Tod am 1. August 1635.

Überliefert sind von ihm 23 Lieder. Neben „Macht hoch die Tür“ und dem Einführungslied steht im Evangelischen Gesangbuch auch „O Tod, wo ist dein Stachel“ unter Nummer 113. Bekannt ist Weissel aber durch ein einziges Lied: Viele kennen die Zeile, kaum jemand den Namen dahinter.

Die Melodie: von Stobäus 1642 bis Freylinghausen 1704

Die erste Vertonung war der Chorsatz von Johann Stobäus aus dem Druck von 1642. Er war für einen geübten Chor gedacht und konnte sich als Gemeindelied nicht durchsetzen.

Die Melodie, die du im Ohr hast, erschien zuerst 1704 in Halle, im „Geistreichen Gesang-Buch“ des Theologen Johann Anastasius Freylinghausen. Wer sie komponiert hat, ist unbekannt. Sie steht im Dreivierteltakt und wirkt dadurch beschwingt, die lang gehaltenen Töne am Ende des Lobrufs geben jeder Strophe einen festen Schluss. Dieser Weise verdankt das Lied seine Beliebtheit, weit über den deutschen Sprachraum hinaus. Chorsätze gibt es unter anderem von Friedrich Silcher und, fünfstimmig, von Max Reger. Anders als bei O Tannenbaum, dessen Melodie eine weltliche Vorgeschichte hat, gehörte diese Weise von Anfang an zu einem geistlichen Lied.

EG 1: das erste Lied im Evangelischen Gesangbuch

Das Evangelische Gesangbuch, in den 1990er-Jahren in den Landeskirchen eingeführt, ordnet seine Lieder nach dem Kirchenjahr. Weil das Kirchenjahr mit dem Advent beginnt, steht „Macht hoch die Tür“ ganz am Anfang. Unter Nummer 2 folgt gleich ein Ableger: der Kanon „Er ist die rechte Freudensonn“, für den Paul Ernst Ruppel 1955 Zeilen aus der zweiten, dritten und fünften Strophe neu vertont hat.

Auch katholische Gemeinden singen das Lied. Im Gotteslob von 2013 hat es die Nummer 218, im älteren Gotteslob von 1975 stand es unter Nummer 107. Das Gesangbuch der Neuapostolischen Kirche führt es ebenfalls als Nummer 1, und in vielen Freikirchen gehört es zum festen Bestand.

Macht hoch die Tür als Adventslied: wann man es singt

Seinen festen Platz hat das Lied am ersten Advent, dem Sonntag, an dem das Kirchenjahr beginnt. 2026 fällt er auf den 29. November. Die Bibeltexte dieses Tages passen so genau zum Lied, dass es in vielen Gottesdiensten dann erklingt. Gesungen wird es aber die ganze Adventszeit über. Eine kleine Pointe: Geschrieben wurde es für einen Gottesdienst am zweiten, nicht am ersten Advent. Für zu Hause ein paar Anregungen:

  • Zum Kranz: Zünde die erste Kerze an und singt danach die erste Strophe. Warum der Kranz vier Kerzen hat, liest du im Beitrag zur Adventskranz Bedeutung.
  • Jeden Sonntag eine Strophe mehr: Am vierten Advent habt ihr vier Strophen beisammen, die fünfte hebt ihr für Heiligabend auf.
  • Die Tür wörtlich nehmen: Mit Kindern könnt ihr bei der ersten Zeile die Wohnungstür öffnen. Das macht den Sinn greifbar und führt zur Frage, wen man im Advent gern hereinlassen würde.
  • Lied und Gedicht abwechseln: Zwischen zwei Strophen passt ein kurzes Gedicht, etwa aus unseren Adventsgedichten.

Ein gemeinsames Liedblatt mit weiteren Klassikern aus unserer Übersicht der Weihnachtslieder erspart das Suchen nach der dritten Strophe. Und wer am ersten Advent nicht dabei sein kann, verschickt vielleicht die Anfangszeile als Gruß; mehr Ideen stehen in unseren Adventsgrüßen.

Übersetzungen, Kanon und neue Fassungen

Catherine Winkworth übertrug das Lied 1853 unter dem Titel „Lift up your heads, ye mighty gates“ ins Englische. In Dänemark dichtete Niels Johannes Holm es 1829 nach und erweiterte es auf sieben Strophen, später bearbeitete Nikolai Frederik Severin Grundtvig den Text. Eine dänische Fassung steht bis heute im dänischen Kirchengesangbuch, gesungen auf eine Genfer Melodie von 1551.

Dazu kommen Chor- und Orgelsätze, Arrangements in vielen Stilrichtungen und Zitate in der Rockmusik, etwa bei Subway to Sally und Oomph!. Gemeinden und kirchliche Hilfswerke nutzen das Bild der geöffneten Tür außerdem gern für Adventsaktionen. Für Liedblätter gilt: Weissels Text und die Melodie von 1704 sind gemeinfrei, jüngere Umdichtungen, Zusatzstrophen, Notensätze und Aufnahmen nicht automatisch. Ruppels Kanon etwa ist eine Komposition des 20. Jahrhunderts. Vor dem Druck oder einer öffentlichen Aufführung solcher Fassungen lohnt ein Blick auf die Rechte.

Häufige Fragen

Welche Geschichte hat das Lied „Macht hoch die Tür“?

Georg Weissel schrieb das Lied 1623 für die Einweihung einer neuen Kirche im Königsberger Stadtteil Roßgarten, gefeiert am zweiten Advent. Die oft erzählte Geschichte vom Kaufmann Sturgis, der einen Weg zur Kirche versperrt haben soll, gilt nach heutigem Forschungsstand als Legende ohne historischen Beleg.

Wie viele Strophen hat Macht hoch die Tür?

„Macht hoch die Tür“ hat fünf Strophen mit je acht Zeilen, so stehen sie im Evangelischen Gesangbuch unter Nummer 1. Die erste und die vierte Strophe beginnen mit derselben Zeile, die fünfte ist als Gebet an Jesus Christus formuliert.

Wer hat Macht hoch die Tür geschrieben?

Den Text schrieb der Königsberger Pfarrer Georg Weissel, der von 1590 bis 1635 lebte. Die heute übliche Melodie stammt von einem unbekannten Komponisten und erschien 1704 im Gesangbuch von Johann Anastasius Freylinghausen in Halle.

Wann singt man Macht hoch die Tür?

Traditionell singt man das Lied am ersten Advent, mit dem das Kirchenjahr beginnt; 2026 ist das der 29. November. Es passt aber in die gesamte Adventszeit, etwa beim Anzünden der Kerzen am Adventskranz oder bei einer Adventsfeier.

Welche Nummer hat Macht hoch die Tür im Gesangbuch?

Im Evangelischen Gesangbuch ist es Nummer 1, im katholischen Gotteslob von 2013 Nummer 218. Im älteren Gotteslob von 1975 stand es unter Nummer 107. Auch das Gesangbuch der Neuapostolischen Kirche beginnt mit diesem Lied.

Fazit: ein Lied, das Türen von außen nach innen öffnet

„Macht hoch die Tür“ wurde für einen konkreten Tag geschrieben, die Einweihung einer kleinen Kirche in Königsberg im Advent 1623. Die Kirche gibt es nicht mehr, das Lied steht heute an erster Stelle im Gesangbuch. Es beginnt mit dem großen Ruf aus Psalm 24, beschreibt einen König, der mit Sanftmut statt mit Macht regiert, und endet bei der Tür des eigenen Herzens. Die beschwingte Melodie von 1704 tut den Rest. Und die Geschichte vom Kaufmann Sturgis darfst du weitererzählen, solange du dazusagst, dass sie eine Legende ist.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Georg Weissel (1642): Macht hoch die Tür (Liedtext). Nachdruck gemeinfrei
Redaktionell geprüft von Sophia Richter1 Quellen angegeben
Sophia Richter

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