Ihr Kinderlein kommet Text: alle 8 Strophen und Herkunft

Ihr Kinderlein kommet Text mit der üblichen Singfassung und allen acht Strophen von Christoph von Schmid, dazu der Erstdruck von 1811 und die Melodie von Schulz.

von Laura Bergmann13 Min. Lesezeit
Ihr Kinderlein kommet Text: alle 8 Strophen und Herkunft
Inhalt 8 Abschnitte
  1. Ihr Kinderlein kommet Text: die übliche Singfassung
  2. Ihr Kinderlein, kommet Liedtext: alle Strophen im Original
  3. Was die Strophen erzählen: vom Stall bis zum eigenen Herzen
  4. Christoph von Schmid: Priester, Lehrer und Kinderbuchautor
  5. Entstehung und Erstdruck: was sich belegen lässt
  6. Die Melodie: ein Frühlingslied von Johann Abraham Peter Schulz
  7. Bedeutung: warum es ein typisches Kinderweihnachtslied ist
  8. Mit Kindern singen: Kita, Familie und Krippenspiel

Den Ihr Kinderlein kommet Text singen viele Familien jedes Jahr, meist ohne zu wissen, dass sie nur einen Teil davon kennen. Christoph von Schmid hat dem Lied acht Strophen gegeben, gesungen werden in der Regel vier. Hier findest du beides: die übliche Singfassung zum Mitsingen und die übrigen Strophen aus dem Original, dazu das, was sich über den Dichter, den Erstdruck von 1811 und die Melodie wirklich belegen lässt. Und du erfährst, warum ausgerechnet ein Frühlingslied aus Kopenhagen die Musik zu einem der bekanntesten Weihnachtslieder für Kinder geliefert hat.

Ihr Kinderlein kommet Text: die übliche Singfassung

Die meisten Liederbücher für Familie, Kita und Schule drucken die Strophen 1, 2, 3 und 6 des Originals. Diese Auswahl steht hier in heutiger Rechtschreibung. Weil Christoph von Schmid 1854 gestorben ist, ist der Text seit Langem gemeinfrei. Du darfst ihn abschreiben, ausdrucken und an alle verteilen, die mitsingen.

Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all! / Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall / und seht, was in dieser hochheiligen Nacht / der Vater im Himmel für Freude uns macht.

O seht in der Krippe, im nächtlichen Stall, / seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl / in reinlichen Windeln das himmlische Kind, / viel schöner und holder, als Engel es sind.

Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh; / Maria und Josef betrachten es froh; / die redlichen Hirten knien betend davor, / hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.

O beugt wie die Hirten anbetend die Knie, / erhebet die Hände und danket wie sie! / Stimmt freudig, ihr Kinder, wer wollt sich nicht freun, / stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!

Beim Vergleich verschiedener Ausgaben stößt du vor allem in der zweiten Strophe auf Abweichungen. Nach dem Historischen Lexikon Bayerns steht in Schmids Handschrift „in reinlichen Windeln“. Manche Liederbücher drucken an dieser Stelle „den lieblichen Knaben“, und die letzte Zeile endet mal mit „als Engel es sind“, mal mit „als Engelein sind“. Gib beim gemeinsamen Singen deshalb allen dasselbe Blatt, sonst singt die eine Hälfte des Tisches Windeln und die andere den Knaben.

Ihr Kinderlein, kommet Liedtext: alle Strophen im Original

Ursprünglich hieß das Gedicht „Die Kinder bey der Krippe“, und es hatte acht Strophen. Die vier, die in der Singfassung fehlen, stehen im Original an den Stellen 4, 5, 7 und 8. Auf die Krippenszene der dritten Strophe folgen zunächst die Gaben der Hirtenkinder:

Manch Hirtenkind trägt wohl mit freudigem Sinn / Milch, Butter und Honig nach Bethlehem hin, / ein Körblein voll Früchte, das purpurrot glänzt, / ein schneeweißes Lämmchen mit Blumen bekränzt.

Dann wird der Ton ernster. Die fünfte Strophe ist als Gebet formuliert und schaut über die Krippe hinaus:

O betet: Du liebes, du göttliches Kind, / was leidest du alles für unsere Sünd! / Ach hier in der Krippe schon Armut und Not, / am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod.

Es folgt die sechste Strophe, die du oben als vierte der Singfassung findest („O beugt wie die Hirten“). Den Schluss bilden zwei Strophen, in denen die Kinder selbst sprechen:

Was geben wir Kinder, was schenken wir dir, / du Bestes und Liebstes der Kinder, dafür? / Nichts willst du von Schätzen und Freuden der Welt, / ein Herz nur voll Unschuld allein dir gefällt.

So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin; / wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn, / und mache sie heilig und selig wie deins / und mach sie auf ewig mit deinem nur eins.

Auch die Gesangbücher der beiden großen Kirchen treffen eine Auswahl. Das Evangelische Gesangbuch führt das Lied unter der Nummer 43 mit sechs Strophen in der Reihenfolge 1, 2, 3, 6, 5, 8. Das katholische Gotteslob von 2013 hat es als Nummer 248 mit den Strophen 1, 3, 6, 5 und 8. Die vierte und die siebte Strophe fehlen also in beiden.

Was die Strophen erzählen: vom Stall bis zum eigenen Herzen

Liest du alle acht Strophen am Stück, ergibt sich ein klarer Weg. Er beginnt mit einer Einladung, führt über das Schauen und Staunen zu einer ernsten Pause und endet bei einer Frage, die Kinder unmittelbar betrifft.

Einladung (Strophe 1): Das Lied ruft, bevor es erzählt. „Kommet“ steht gleich zweimal in der ersten Zeile, und angesprochen sind nicht Gläubige, Christen oder Menschen allgemein, sondern Kinder. Sie sollen sich auf den Weg machen und mit eigenen Augen sehen, was in dieser Nacht geschieht.

Schauen (Strophen 2 und 3): Nun wird beschrieben, was es im Stall zu sehen gibt: ein Licht im Dunkeln, Windeln, Heu und Stroh, Maria und Josef, knieende Hirten, darüber singende Engel. Das Bild entspricht fast genau einer aufgebauten Weihnachtskrippe. Die Hirten stammen aus dem Lukasevangelium (Lukas 2,8–20), wo sie nach der Botschaft der Engel nach Bethlehem eilen und das Kind in der Krippe finden.

Gaben (Strophe 4): Milch, Butter, Honig, Früchte und ein bekränztes Lamm: Diese Geschenke stehen nicht in der Bibel. Lukas erwähnt keine Gaben der Hirten, Schmid malt die Szene aus. Dass er ausgerechnet Hirtenkinder die Körbe tragen lässt, ist ein geschickter Zug, denn so finden sich die singenden Kinder in der Geschichte wieder.

Ernst (Strophe 5): Mitten in der Freude erinnert das Lied daran, wie die Geschichte nach christlichem Glauben weitergeht: von der Armut der Krippe bis zum Kreuz. Diese Verbindung von Geburt und Passion war in der Frömmigkeit jener Zeit verbreitet. Heute empfinden viele sie in einem Kinderlied als schwer, was erklären dürfte, warum die Strophe in den meisten Liederbüchern fehlt.

Mitfeiern (Strophe 6): Die Kinder sollen es den Hirten nachtun, knien, danken und in den Gesang der Engel einstimmen. Mit dieser freudigen Strophe enden die meisten Singfassungen.

Schenken (Strophen 7 und 8): Am Ende dreht Schmid die Blickrichtung um. An Weihnachten bekommen Kinder Geschenke, hier aber fragen sie, was sie selbst geben könnten. Die Antwort fällt bescheiden aus: keine Schätze, sondern das eigene Herz. Wer mit Kindern über den Sinn des Festes jenseits der Bescherung sprechen möchte, findet in diesen beiden Strophen einen guten Anfang.

Christoph von Schmid: Priester, Lehrer und Kinderbuchautor

Christoph Schmid wurde am 15. August 1768 in Dinkelsbühl geboren, als ältestes von neun Kindern. In Dillingen studierte er Philosophie und Theologie, geprägt vor allem von dem Theologen Johann Michael Sailer, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. 1791 wurde er zum Priester geweiht. Nach Stationen als Hilfsgeistlicher in Nassenbeuren und Seeg kam er 1796 nach Thannhausen in Schwaben, wo er als Benefiziat die Schule leitete und später als Distriktschulinspektor tätig war. 1816 wurde er Pfarrer in Oberstadion bei Ehingen, 1827 Domkapitular in Augsburg. Den Adelstitel „von“ erhielt er 1837 mit dem Verdienstorden der Bayerischen Krone, verliehen von König Ludwig I. Er starb am 3. September 1854 in Augsburg während einer Choleraepidemie.

Bekannt war Schmid zu Lebzeiten weniger als Liederdichter denn als Erzähler für junge Leser. Er schrieb rund 50 kleinere Erzählungen in einfacher, kindgerechter Sprache, in denen sich das Gute am Ende durchsetzt. Am erfolgreichsten waren „Genovefa“ (1810), „Die Ostereyer“ (1816), „Rosa von Tannenburg“ (1823) und „Das Blumenkörbchen“ (1823); dazu kommen eine „Biblische Geschichte für Kinder“ und die Erzählung „Der Weihnachtsabend“ (1825). Seine Geschichten wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Wie bekannt die Ostereier-Erzählung war, zeigt ein Detail: Eine Gedichtsammlung von 1819 nennt als Autor nur den „Verfasser der Ostereyer“, und jeder wusste, wer gemeint war.

Entstehung und Erstdruck: was sich belegen lässt

Über die Entstehung des Liedes kursieren mehrere Geschichten. Nach einer heute verschollenen Chronik soll Schmid das Gedicht schon vor 1795 als junger Kaplan in Nassenbeuren bei Mindelheim geschrieben haben, in der dortigen Kapelle Maria Schnee. Andere Angaben, auch in Gesangbüchern, nennen 1798. Für beides fehlen Belege aus Schmids eigenen Briefen und Aufzeichnungen.

Belastbarer ist die einzige erhaltene Handschrift, die in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg liegt. Die vielen Streichungen und Korrekturen sprechen dafür, dass es sich um einen ersten Entwurf handelt. Die Wasserzeichen des Papiers zeigen, dass es nicht vor 1803 hergestellt wurde. Der Augsburger Ausstellungskatalog von 2018, herausgegeben von Karl-Georg Pfändtner, datiert das Gedicht deshalb auf etwa 1808 bis 1810, entstanden in Thannhausen.

Diese Datierung passt zum Erstdruck. Schmid gab für seine Thannhausener Gemeinde ein Gesangbuch heraus, „Christliche Gesänge zur öffentlichen Gottesverehrung“. In der ersten Auflage von 1807 fehlt das Lied noch, in der zweiten von 1811 steht es, ohne Noten und ohne Verfassernamen. 1819 nahm Schmid es in seine Sammlung „Blüthen, dem blühenden Alter gewidmet“ auf, erschienen in Landshut. Ganz einheitlich ist die Literatur hier nicht: Manche Darstellungen nennen 1818 für diesen Band.

Die Melodie: ein Frühlingslied von Johann Abraham Peter Schulz

Die bekannte Melodie war ursprünglich gar nicht für Weihnachten gedacht. Johann Abraham Peter Schulz, 1747 in Lüneburg geboren und von 1787 bis 1795 Hofkapellmeister in Kopenhagen, komponierte sie 1794 zu dem Frühlingsgedicht „Wie reizend, wie wonnig ist alles umher“ von Wilhelm Gottlieb Becker. Gedruckt wurde sie zuerst im „Taschenbuch zum geselligen Vergnügen auf das Jahr 1795“. Schulz wollte mit schlichten Liedern „im Volkston“ möglichst viele Menschen erreichen. Von ihm stammt auch die bekannte Weise zu „Der Mond ist aufgegangen“ und zu „Wir pflügen und wir streuen“. Er starb 1800 in Schwedt.

Zusammengeführt hat Text und Melodie ein anderer: Friedrich Hermann Eickhoff (1807–1886), Volksschullehrer und Organist in Gütersloh. Er fand die Melodie in Schulz’ Nachlass und legte Schmids Gedicht darunter. Nach verbreiteter Darstellung erklang das Lied so erstmals zu Weihnachten 1829 in der Gütersloher Apostelkirche. Anfang der 1830er Jahre veröffentlichte Eickhoff es in seiner Sammlung „Sechzig deutsche Lieder für dreißig Pfennig“ bei Bertelsmann. Dabei änderte er die Schlusswendung der Melodie. Seine Fassung steht im Evangelischen Gesangbuch, während das Gotteslob den ursprünglichen Schluss von Schulz übernommen hat. Bemerkenswert ist die Konstellation: Ein katholischer Priester schrieb die Worte, ein evangelischer Lehrer verhalf ihnen zur Melodie, und heute singen beide Konfessionen das Lied.

Schulz war nicht der Einzige, der das Gedicht vertonte. Die wohl früheste Melodie stammt vermutlich von Anton Höfer, Lehrer in Thannhausen, und ist in einer Handschrift von 1825 überliefert; in Krumbach wird sie noch heute in der Christmette gesungen. Weitere Fassungen schrieben unter anderem Franz Bühler und Franz Xaver Luft. Durchgesetzt hat sich am Ende die Weise aus Kopenhagen.

Musikalisch ist sie leicht zu lernen. Sie steht in einem wiegenden Zweivierteltakt mit Auftakt, und die ersten beiden Zeilen jeder Strophe laufen auf derselben Tonfolge. Wer die erste Zeile kann, kann also auch die zweite. In der dritten Zeile steigt die Melodie an, die vierte erreicht den höchsten Ton und kehrt dann zum Grundton zurück.

Bedeutung: warum es ein typisches Kinderweihnachtslied ist

Viele Weihnachtslieder lassen sich mit Kindern singen. „Ihr Kinderlein, kommet“ ist eines der wenigen, das sich ausdrücklich an sie richtet. Schon der ursprüngliche Titel „Die Kinder bey der Krippe“ sagt, wer gemeint ist, und in der sechsten und siebten Strophe werden die Kinder noch einmal direkt angesprochen oder sprechen selbst. Das unterscheidet das Lied etwa von Alle Jahre wieder, das zwar für ein Kinderbuch entstand, aber vom Kommen des Kindes zu den Menschen erzählt. Bei Schmid ist die Richtung umgekehrt: Die Kinder gehen zum Kind.

Dazu passt Schmids Beruf. Er war über Jahrzehnte Lehrer und Schulaufseher und hatte ein Gespür dafür, was Kinder sich vorstellen können. Das Lied arbeitet mit Dingen, die man anfassen und zeigen kann: Stroh, Windeln, ein Licht, ein Korb mit Früchten, ein Lamm. Abstrakte Begriffe kommen erst gegen Ende vor, und auch dort in einem Bild, das Kinder verstehen: Man schenkt sein Herz.

Gemeint ist mit dem „himmlischen Kind“ das Jesuskind in der Krippe. Von der Brauchfigur, die in vielen Familien die Geschenke bringt, ist nicht die Rede. Wie die beiden Gestalten zusammenhängen und warum sie im Alltag oft verwechselt werden, erklärt unser Beitrag über das Christkind.

Verbreitet hat sich das Lied über Schul- und Gesangbücher, in den USA auch über Liederbücher der Sonntagsschulen. Übersetzungen gibt es unter anderem ins Englische, Französische, Italienische, Spanische, Polnische, Tschechische und Russische. In der Deutschschweiz singt man zur selben Melodie außerdem das Abendlied „Ich ghöre es Glöggli“, in Island ein Sommerlied.

Mit Kindern singen: Kita, Familie und Krippenspiel

Für das gemeinsame Singen ist das Lied dankbar: kurze Zeilen, ein klarer Reim, eine Melodie, die sich nach einer Strophe fast von selbst wiederholt. Ein paar Ideen, wie es mit Kindern gut gelingt:

  • Mit der ersten Strophe anfangen: Für Kleinkinder reicht oft die erste Strophe. Singt sie mehrmals, bevor die nächste dazukommt.
  • Die Krippe mitspielen lassen: Stell Krippenfiguren auf und lass die Kinder bei jeder Strophe die passende Figur zeigen: Maria und Josef, die Hirten, den Engel. Die Strophen beschreiben die Szene so genau, dass sich das fast von selbst ergibt.
  • Bewegungen dazunehmen: Bei „kommet“ winken alle, bei „Heu und Stroh“ legen sie die Hände wie ein Bett zusammen, bei „beugt die Knie“ gehen sie in die Hocke.
  • Im Krippenspiel als Einzug: Das Lied eignet sich gut, wenn Hirten und Engel zur Krippe ziehen. Wie sich ein kurzes Krippenspiel mit Kita-Kindern aufbauen lässt, zeigt unser Beitrag zur Weihnachtsgeschichte für Kinder.
  • Die Hirtenkinder-Strophe für Ältere: Grundschulkinder mögen die vierte Strophe mit Milch, Honig und Lämmchen. Sie lässt sich gut als Bild malen.

Kinder, die lieber etwas aufsagen, finden kurze Verse in unseren Weihnachtsgedichten für Kinder. Wenn du ein Liederblatt für den ganzen Abend zusammenstellst, passt Leise rieselt der Schnee gut dazu, und weitere gemeinfreie Klassiker mit Text und Herkunft sammeln wir in der Übersicht der Weihnachtslieder. Wer Großeltern oder Paten am 24. Dezember nicht sehen kann, schickt vielleicht eine Aufnahme der singenden Kinder; Formulierungen für den Gruß dazu findest du in unseren Heiligabend-Grüßen.

Häufige Fragen

Wer hat Ihr Kinderlein kommet geschrieben?

Den Text schrieb Christoph von Schmid (1768–1854), katholischer Priester, Schulmann und Kinderbuchautor, zuletzt Domkapitular in Augsburg. Gedruckt wurde das Lied zuerst 1811 in seinem Gesangbuch „Christliche Gesänge zur öffentlichen Gottesverehrung“, damals noch ohne Namen des Verfassers.

Wie viele Strophen hat Ihr Kinderlein kommet?

Im Original hat das Lied acht Strophen. Gesungen werden meist vier, nämlich die Strophen 1, 2, 3 und 6. Das Evangelische Gesangbuch (Nr. 43) enthält sechs Strophen, das katholische Gotteslob (Nr. 248) fünf. Alle acht findest du oben im Artikel.

Wer hat die Melodie von Ihr Kinderlein kommet komponiert?

Die bekannte Melodie stammt von Johann Abraham Peter Schulz. Er schrieb sie 1794 zu dem Frühlingsgedicht „Wie reizend, wie wonnig ist alles umher“. Der Gütersloher Lehrer Friedrich Hermann Eickhoff verband sie später mit Schmids Text und veränderte dabei leicht den Schluss.

Ist Ihr Kinderlein kommet ein Adventslied?

Nein, vom Inhalt her ist es ein Weihnachtslied: Es spricht von „dieser hochheiligen Nacht“ und lädt zur Krippe ein. Evangelisches Gesangbuch und Gotteslob führen es bei den Weihnachtsliedern. In Kita und Schule wird es trotzdem oft schon im Advent geübt und gesungen.

Ist der Text von Ihr Kinderlein kommet gemeinfrei?

Ja. Christoph von Schmid starb 1854, Johann Abraham Peter Schulz 1800 und Friedrich Hermann Eickhoff 1886. Text und Melodie sind daher frei nutzbar. Eigene Rechte können nur an neueren Bearbeitungen bestehen, etwa an modernen Chorsätzen, Arrangements oder einzelnen Aufnahmen.

Wann ist Ihr Kinderlein kommet entstanden?

Wahrscheinlich um 1808 bis 1810 in Thannhausen. Darauf deuten die Wasserzeichen der einzigen erhaltenen Handschrift und der Erstdruck von 1811 hin. Ältere Angaben wie 1794 oder 1798 sind nicht belegt.

Fazit: ein Lied, das Kinder zur Krippe ruft

„Ihr Kinderlein, kommet“ ist mehr als die vier Strophen, die jedes Jahr gesungen werden. Christoph von Schmid hat ein Gedicht mit acht Strophen geschrieben, das Kinder vom Staunen im Stall bis zu der Frage führt, was sie selbst schenken können. Die Melodie gehörte ursprünglich zu einem Frühlingslied und kam erst über einen Lehrer aus Gütersloh zu Schmids Versen. Wenn du die Singfassung für den Heiligabend brauchst, findest du sie oben. Und wenn ein Kind wissen will, was die Hirtenkinder eigentlich zur Krippe gebracht haben, steht die Antwort in der vierten Strophe.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Christoph von Schmid (1811): Ihr Kinderlein, kommet (Liedtext). Nachdruck gemeinfrei
Redaktionell geprüft von Laura Bergmann1 Quellen angegeben
Laura Bergmann

Laura Bergmann

Laura ist Psychologin und Beziehungsexpertin. Sie schreibt über Partnerschaft, Bindungsverhalten und Sexualität – immer ehrlich, fundiert und alltagsnah.

Seit 2024 · Beziehung, Sexualität, Bindungspsychologie

Alle Beiträge von Laura Bergmann →

📩 Hat dir der Artikel geholfen?

Einmal pro Woche ein Brief mit den besten neuen Artikeln — psychologisch fundiert, kein Spam. Abmelden jederzeit mit einem Klick.

Weiterlesen

Neu im Magazin

Alle Artikel →