Den Tochter Zion Text kennen viele vom ersten Advent: Die Orgel setzt kräftig ein, die Gemeinde steht, und spätestens beim „Hosianna“ singen auch die mit, die sonst nur die Lippen bewegen. Unten stehen alle drei Strophen in der Gesangbuchfassung und zusätzlich eine vierte, die dort fehlt. Du erfährst, wer die Tochter Zion eigentlich ist, welcher Bibelvers hinter der ersten Zeile steckt und warum ein Lied über den Palmsonntag heute die Adventszeit eröffnet. Außerdem geht es um die Melodie: Georg Friedrich Händel schrieb sie für einen Siegeschor, der mit Krippe und Kerzen ursprünglich nichts zu tun hatte.
Tochter Zion Text: alle drei Strophen aus dem Gesangbuch
Im Evangelischen Gesangbuch steht das Lied unter Nummer 13, im katholischen Gotteslob unter Nummer 228, jeweils im Teil für den Advent. Beide Bücher drucken dieselben drei Strophen. Die erste und die letzten beiden Zeilen jeder Strophe werden wiederholt; das ergibt sich aus der Melodie, die nach dem Mittelteil zum Anfang zurückkehrt.
Tochter Zion, freue dich, / jauchze laut, Jerusalem! / Sieh, dein König kommt zu dir, / ja, er kommt, der Friedefürst. / Tochter Zion, freue dich, / jauchze laut, Jerusalem!
Hosianna, Davids Sohn, / sei gesegnet deinem Volk! / Gründe nun dein ew’ges Reich, / Hosianna in der Höh! / Hosianna, Davids Sohn, / sei gesegnet deinem Volk!
Hosianna, Davids Sohn, / sei gegrüßet, König mild! / Ewig steht dein Friedensthron, / du, des ew’gen Vaters Kind. / Hosianna, Davids Sohn, / sei gegrüßet, König mild!
Text: Friedrich Heinrich Ranke (1798–1876). Melodie: Georg Friedrich Händel (1685–1759), Chor aus dem Oratorium „Joshua“. Beide sind seit weit über hundert Jahren tot, Wortlaut und Weise sind gemeinfrei.
Liederhefte unterscheiden sich oft in Kleinigkeiten wie Apostrophen, Kommas und Ausrufezeichen. Für ein Liedblatt nimmst du am besten die Fassung aus dem Gesangbuch, das in deiner Gemeinde ausliegt.
Tochter Zion, freue dich: die vierte Strophe aus dem Erstdruck
Gedruckt wurde das Lied zuerst in einem Heft geistlicher Lieder, das die Komponistin Louise Reichardt in Hamburg beim Verlag Cranz herausgab: „Christliche, liebliche Lieder“. Dort trägt es die Überschrift „Am Palmsonntage“, und es hat vier Strophen statt drei. Zwischen dem ersten und dem zweiten „Hosianna“ steht eine Strophe, die heute in den großen Gesangbüchern fehlt. In der Schreibweise des Drucks lauten ihre vier Zeilen:
Sieh! er kömmt demüthiglich, / Reitet auf dem Eselein, / Tochter Zion freue dich! / Hol’ ihn jubelnd zu dir ein.
Wiederholungen sind im Erstdruck ab der zweiten Strophe nicht ausgeschrieben, darum lässt sich nur erschließen, wie diese Strophe damals gesungen wurde. Sie ist aber der Schlüssel zum ganzen Lied: Hier wird ausgesprochen, was die übrigen Strophen nur andeuten. Der König reitet nicht auf einem Schlachtross, sondern auf einem Esel, und er kommt „demüthiglich“, also in aller Demut. Genau diese Szene erzählen die Evangelien vom Einzug Jesu in Jerusalem.
Warum die Strophe aus den Gesangbüchern verschwand, ist nicht belegt. Für eine Andacht am Palmsonntag kannst du sie ohne Weiteres wieder einfügen.
Tochter Zion Strophen: Zeile für Zeile erklärt
Der Text ist kurz, aber dicht. Fast jede Wendung stammt aus der Bibel, und manche Wörter klingen heute fremd.
- „jauchze laut, Jerusalem“: Die erste Strophe ist ein Aufruf zur Freude, gerichtet an eine Stadt. Zion und Jerusalem stehen hier nebeneinander und meinen dasselbe, wie es in der hebräischen Dichtung üblich ist: Ein Gedanke wird zweimal mit anderen Worten gesagt.
- „der Friedefürst“: Der Titel stammt aus dem Buch Jesaja, aus dem Abschnitt über das Kind, das geboren werden soll und dessen Namen dort aufgezählt werden. Christen beziehen ihn auf Jesus, deshalb hört man ihn auch in vielen Weihnachtsgottesdiensten.
- „Hosianna“: Das Wort kommt aus dem Hebräischen und hieß ursprünglich etwa „hilf doch“ oder „rette doch“, eine Bitte aus Psalm 118. Schon zur Zeit Jesu war daraus ein Jubelruf geworden, mit dem man jemanden willkommen hieß.
- „Davids Sohn“: Gemeint ist kein leiblicher Sohn, sondern ein Nachkomme König Davids. Von einem solchen Nachfahren erwartete man, dass er als Retter kommen würde. Die Menge in Jerusalem begrüßt Jesus genau mit diesem Titel.
- „sei gesegnet deinem Volk“: Die etwas ungewohnte Satzstellung bedeutet: Sei deinem Volk ein Segen, oder auch: Dein Volk segnet dich.
- „König mild“: Mild steht hier für sanftmütig und gütig. Das Wort greift auf, was das Matthäusevangelium über den König sagt, der auf dem Esel einzieht.
- „des ew’gen Vaters Kind“: Die letzte Zeile nennt den Ankommenden Gottes Sohn. Damit schließt sich der Kreis zum Advent, in dem Christen auf die Geburt dieses Kindes zugehen.
Tochter Zion Bedeutung: wer mit Zion gemeint ist
Zion war ursprünglich der Name einer befestigten Anhöhe in Jerusalem. Das zweite Buch Samuel erzählt, dass König David diese Burg eroberte und sie zu seiner Stadt machte. Später ging der Name auf den Tempelberg über und schließlich auf ganz Jerusalem. In den Psalmen und bei den Propheten ist Zion oft gleichbedeutend mit der heiligen Stadt und mit den Menschen, die dort leben.
Die Wendung „Tochter Zion“ ist eine bildhafte Ausdrucksweise des Hebräischen. Eine Stadt wird wie eine junge Frau angeredet, die trauern, hoffen oder jubeln kann. Mit der Tochter Zion ist also keine einzelne Person gemeint, auch keine Figur aus der Weihnachtsgeschichte, sondern die Stadt Jerusalem und ihre Bewohner als Ganzes. Ganz ähnlich spricht die Bibel von der „Tochter Babel“ oder der „Tochter Jerusalem“.
Christliche Auslegungen haben das Bild weitergeführt: Die Tochter Zion steht dort oft für die Gemeinde, die ihren Herrn erwartet, manchmal auch für eine Braut, die ihren Bräutigam empfängt. Auch in Bachs Weihnachtsoratorium wird Zion in einer Arie aufgefordert, sich bereit zu machen.
Der Einzug in Jerusalem: Sacharja, Matthäus und der Palmsonntag
Die erste Strophe folgt beinahe Wort für Wort einem Vers aus dem Buch des Propheten Sacharja. In der Lutherbibel von 1912 lautet er:
Aber du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Esel und auf einem jungen Füllen der Eselin.
Sacharja 9,9, Luther 1912.
Der Vers lebt von einem Gegensatz: Der König reitet nicht hoch zu Ross, sondern auf einem Lasttier, und er heißt „arm“. Im nächsten Vers sollen Kriegswagen und Streitbögen verschwinden. Erwartet wird ein Herrscher, der Frieden bringt statt Eroberung.
Das Matthäusevangelium greift diese Weissagung auf, als es vom Einzug Jesu in Jerusalem erzählt. Jesus reitet auf einem Esel in die Stadt, und der Evangelist zitiert dazu den Propheten, in der Fassung von 1912 mit den Worten „Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig“. Die Menschen breiten ihre Kleider und Zweige auf den Weg, und die Menge ruft:
Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!
Matthäus 21,9, Luther 1912.
Hier liegt die Quelle für die Strophen zwei und drei. Ranke hat aus dem Ruf der Menge einen Kehrvers gemacht und den Sacharja-Vers an den Anfang gestellt. Weil die Kirche an diesen Einzug am Sonntag vor Ostern erinnert, dem Palmsonntag, trug das Lied im ersten Druck dessen Namen.
Warum Tochter Zion ein Adventslied ist
Ein Palmsonntagslied im Advent wirkt zunächst wie ein Versehen. Den Grund liefert die evangelische Ordnung der Sonntagslesungen: Nach der traditionellen Leseordnung hört die Gemeinde am ersten Adventssonntag als Evangelium den Einzug Jesu in Jerusalem nach Matthäus 21, also dieselbe Geschichte, an die der Palmsonntag erinnert. Das neue Kirchenjahr beginnt mit einem König, der in die Stadt kommt. Auch der Wochenspruch für die erste Adventswoche stammt aus Sacharja 9,9: der Satz vom König, der als Gerechter und Helfer kommt.
Ein Lied, das genau diese Szene besingt, wanderte deshalb fast zwangsläufig in den Advent. Heute erklingt es oft am ersten Sonntag, wenn am Adventskranz die erste Kerze brennt. In katholischen Gemeinden ist die Verbindung lockerer, denn deren Leseordnung sieht für den ersten Advent seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil andere Evangelien vor, in denen es um Wachsamkeit geht. Gesungen wird „Tochter Zion“ dort trotzdem gern, und manche Gemeinden stimmen es auch an Weihnachten an.
Ein zweites Lied bildet mit ihm am ersten Advent oft ein Paar: „Macht hoch die Tür“, das im Evangelischen Gesangbuch ganz vorn steht, unter Nummer 1. Es greift einen anderen Bibeltext auf, Psalm 24 mit den Toren, die sich für den König der Ehre öffnen sollen. Wortlaut und Herkunft erklären wir ausführlich beim Macht hoch die Tür Text.
Friedrich Heinrich Ranke: der Dichter und die Entstehung
Friedrich Heinrich Ranke wurde am 30. November 1798 in Wiehe an der Unstrut geboren, einer kleinen Stadt im heutigen Thüringen. Sein älterer Bruder war der Historiker Leopold von Ranke. Friedrich Heinrich studierte danach in Jena und Halle und schloss sich der Erweckungsbewegung an, die eine persönliche, gefühlsbetonte Frömmigkeit pflegte.
1823 wurde er Lehrer an einem Erziehungsinstitut in Nürnberg. Am selben Haus unterrichtete der Geologe und Pädagoge Karl Georg von Raumer, der eine musikalische Hausgesellschaft pflegte. Nach den Erinnerungen des Theologen Johann Valentin Strebel schrieb Ranke den Text für diesen Kreis. Oft liest man, das Lied sei „um 1820“ entstanden. Wenn Strebels Bericht stimmt, kann es aber erst nach 1823 geschrieben worden sein, denn vorher kannten sich die beiden Männer nicht.
Auch beim Erscheinungsjahr gibt es keine völlige Sicherheit. Louise Reichardt, die das Lied veröffentlichte, war Raumers Schwägerin und eine Tochter des Komponisten Johann Friedrich Reichardt. Sie starb 1826, und das Handbuch zum Evangelischen Gesangbuch nennt dieses Jahr für den Druck. Ihr Liederheft selbst ist allerdings undatiert, und Bibliotheken ordnen ihre Exemplare unterschiedlichen Jahren zu. Fest steht, dass das Lied über diese Sammlung in Schulliederbücher gelangte und so bekannt wurde.
Ranke wurde 1826 Pfarrer in Rückersdorf bei Nürnberg, 1840 Professor für Dogmatik in Erlangen und wirkte zuletzt in der Kirchenleitung in München, wo er am 2. September 1876 starb. In manchen Liederbüchern steht übrigens Johann Joachim Eschenburg als Textdichter. Dafür gibt es keinen Beleg. Eschenburg hatte 1772 Händels „Judas Maccabaeus“ ins Deutsche übertragen, darunter auch den Chor mit dieser Melodie, aber mit ganz anderen Worten. Wahrscheinlich wurden die beiden Texte verwechselt.
Die Melodie von Händel: ein Siegeschor aus Joshua
Georg Friedrich Händel, geboren in Halle und lange in London tätig, schrieb 1747 den Chor „See, the conqu’ring hero comes“ für sein Oratorium „Joshua“, dessen Libretto Thomas Morell verfasst hatte. Die Handlung spielt bei der Landnahme der Israeliten. Der junge Kämpfer Othniel hat eine Stadt erobert und kehrt zurück, um Achsa zu heiraten, die ihm für den Fall des Sieges versprochen war. Mit dem Chor wird er empfangen: Trompeten, Trommeln und Lorbeer für den Helden.
Händel mochte den Satz so sehr, dass er ihn später auch in sein Oratorium „Judas Maccabaeus“ übernahm. Dieses Werk hatte er dem Herzog von Cumberland zugeeignet, der 1746 in der Schlacht von Culloden die Truppen des Thronanwärters Charles Edward Stuart geschlagen hatte. In Großbritannien gehört die Melodie seither zum patriotischen Repertoire, etwa in Henry Woods „Fantasia on British Sea Songs“ zu hören, bei der Last Night of the Proms.
Bei Händel singen zuerst die jungen Männer dreistimmig, dann die jungen Frauen zweistimmig, zuletzt der ganze Chor vierstimmig. Für das Kirchenlied nutzte Ranke nur den vierstimmigen Schlussteil und vereinfachte ihn leicht. Aus dem Jubel über einen Kriegshelden wurde so ein Willkommensgruß für einen König, der ausdrücklich ohne Waffen kommt. Das Lied antwortet damit gewissermaßen auf seinen eigenen Ursprung.
Vom Oratorium in viele Sprachen: Osterlied, Variationen, Popversion
Händels Weise hat neben dem deutschen Adventslied eine ganze Reihe weiterer Texte bekommen. Besonders verbreitet ist ein Osterlied: Der Schweizer Pfarrer Edmond Louis Budry veröffentlichte 1885 in Lausanne den französischen Text „À toi la gloire“. Richard B. Hoyle übertrug ihn 1923 ins Englische, als „Thine be the glory“ wird er bis heute in englischsprachigen Ostergottesdiensten gesungen. Fassungen gibt es außerdem etwa auf Niederländisch, Schwedisch und Tschechisch.
Ludwig van Beethoven schrieb 1796 zwölf Variationen über den Chor für Violoncello und Klavier, die im Werkverzeichnis die Nummer WoO 45 tragen. In der Popmusik griff die Gruppe Boney M. die Melodie auf: 1982 erschien die Single „Zion’s Daughter“ mit einem englischen Text von Fred Jay.
Weniger bekannt ist ein dunkles Kapitel: Laut dem Soziologen Richard Faber verschwand das Lied in der NS-Zeit, wie andere Lieder mit Bezug auf Zion und Jerusalem, aus Weihnachtsliedersammlungen.
Tochter Zion singen: im Gottesdienst und zu Hause
Außer im Evangelischen Gesangbuch und im Gotteslob findest du das Lied unter anderem im reformierten Gesangbuch der Deutschschweiz unter Nummer 370 und im Mennonitischen Gesangbuch unter Nummer 240. Für das Singen außerhalb der Kirche helfen ein paar Hinweise:
- Kräftig anfangen: Als Siegeschor verträgt die Melodie ein zügiges, festliches Tempo.
- Die Wiederholung einplanen: Jede Strophe kehrt zu ihren Anfangszeilen zurück. Wer das vorher ansagt, verhindert, dass die Hälfte der Runde nach vier Zeilen verstummt.
- Die Geschichte vorher erzählen: Kinder verstehen das Lied sofort, wenn sie wissen, dass ein König auf einem Esel in eine Stadt reitet und alle ihm zujubeln.
- Mit Gedichten verbinden: Am Adventssonntag passt das Lied gut zu einem Vers vor dem Anzünden der Kerze. Passende Texte findest du bei unseren Adventsgedichten.
- Die vierte Strophe ausprobieren: In einer Hausandacht am Palmsonntag kannst du die vergessene Strophe vom Eselein zwischen die beiden Hosianna-Strophen setzen. Dann erzählt das Lied seine Szene vollständig.
Wer die Zeilen lieber verschickt als singt, findet Anregungen bei den Adventsgrüßen. Ein Satz aus dem Lied eignet sich auch als Zettel für den ersten Tag im Kalender, Ideen dafür stehen bei den Adventskalender Sprüchen. Weitere Liedtexte für Advent und Weihnachten, von „Stille Nacht“ bis O du fröhliche, sammelt unsere Übersicht der Weihnachtslieder.
Häufige Fragen
Was ist mit Tochter Zion gemeint?
Mit der Tochter Zion ist die Stadt Jerusalem gemeint, genauer ihre Bewohner als Ganzes. Das Hebräische redet Städte gern wie junge Frauen an. Zion hieß ursprünglich ein Burgberg in Jerusalem, später stand der Name für die ganze Stadt. Christen deuten die Tochter Zion oft als Gemeinde, die ihren Herrn erwartet.
Woher kommt das Lied „Tochter Zion“?
Den Text schrieb der evangelische Theologe Friedrich Heinrich Ranke in den 1820er-Jahren in Franken, wohl für einen musikalischen Hauskreis in Nürnberg. Erstmals gedruckt wurde er in Louise Reichardts Sammlung „Christliche, liebliche Lieder“ unter dem Titel „Am Palmsonntage“. Die Melodie stammt aus einem Oratorium von Händel.
Wer hat die Melodie zu „Tochter Zion“ komponiert?
Die Melodie komponierte Georg Friedrich Händel. Er schrieb den Chor „See, the conqu’ring hero comes“ 1747 für sein Oratorium „Joshua“ und übernahm ihn später auch in „Judas Maccabaeus“. Ranke legte seinen deutschen Text auf den vierstimmigen Schlussteil dieses Chores.
Wie viele Strophen hat Tochter Zion?
Im Evangelischen Gesangbuch und im Gotteslob stehen drei Strophen. Der Erstdruck hatte vier: Zwischen den beiden Hosianna-Strophen stand eine Strophe über den König, der demütig auf einem Esel reitet. Sie wird heute nur noch selten gesungen, etwa in Andachten zum Palmsonntag.
Ist Tochter Zion ein Advents- oder ein Weihnachtslied?
Es ist in erster Linie ein Adventslied und steht in beiden großen Gesangbüchern im Adventsteil. Ursprünglich war es für den Palmsonntag gedacht. Weil evangelische Gemeinden am ersten Advent denselben Einzug in Jerusalem lesen, wurde es zum Lied für den Beginn der Adventszeit. Manche singen es auch an Weihnachten.
Was bedeutet Hosianna?
Hosianna ist ein hebräischer Ruf, der ursprünglich so viel wie „hilf doch“ oder „rette doch“ bedeutete und aus Psalm 118 stammt. Mit der Zeit wurde daraus ein Jubel- und Begrüßungsruf. So rief die Menge, als Jesus in Jerusalem einzog, und so singt es auch das Lied.
Fazit: ein Siegeschor, der zum Friedenslied wurde
„Tochter Zion“ verbindet drei Welten: einen Prophetenvers über einen König auf dem Esel, die Erzählung vom Einzug in Jerusalem und einen Chor, den Händel für einen siegreichen Kriegshelden schrieb. Friedrich Heinrich Ranke hat daraus in den 1820er-Jahren ein Lied gemacht, das zuerst zum Palmsonntag gehörte und heute die Adventszeit eröffnet. Wenn du es am ersten Advent anstimmst, weißt du jetzt, wer mit der Tochter Zion gemeint ist, warum der Friedefürst gerade auf einem Esel kommt und dass es noch eine vierte Strophe gibt, die auf ihre Gelegenheit wartet.










