Kaum fallen die ersten Flocken, singen Kita-Gruppen, Grundschulklassen und Familien am Küchenfenster dasselbe kleine Lied. Hier findest du den Schneeflöckchen Weißröckchen Text in der Fassung, die heute fast überall gesungen wird, und daneben die ursprünglichen Verse von 1869, die ganz anders anfangen. Du erfährst, wer das angebliche Volkslied tatsächlich gedichtet hat, warum die Melodie eine eigene, verschlungene Geschichte hat, mit welchen Akkorden du es begleiten kannst und wie du es mit Kindern in Bewegung bringst.
Schneeflöckchen Weißröckchen Text: die vier Strophen von heute
In Liederbüchern, Kita-Mappen und auf den meisten Aufnahmen steht das Lied in vier kurzen Strophen mit je vier Zeilen. Diese Form ist eine volkstümliche Bearbeitung von Hedwig Haberkerns Gedicht; wer sie im Einzelnen vorgenommen hat, ist nicht überliefert. Kleine Abweichungen gibt es je nach Liederbuch, vor allem in der ersten Zeile. Die verbreitetste Fassung lautet so:
Schneeflöckchen, Weißröckchen, / wann kommst du geschneit? / Du wohnst in den Wolken, / dein Weg ist so weit.
Komm setz dich ans Fenster, / du lieblicher Stern, / malst Blumen und Blätter, / wir haben dich gern.
Schneeflöckchen, du deckst uns / die Blümelein zu, / dann schlafen sie sicher / in himmlischer Ruh’.
Schneeflöckchen, Weißröckchen, / komm zu uns ins Tal. / Dann bau’n wir den Schneemann / und werfen den Ball.
Text nach Hedwig Haberkern (1837–1901), volkstümliche Bearbeitung; Melodie: Verfasser unbekannt. Gebräuchliche Singfassung.
Die Strophen bauen eine kleine Geschichte: Erst wird die Flocke gerufen, dann ans Fenster eingeladen, dann darf sie die Pflanzen zudecken, und am Ende geht es hinaus zum Spielen. Diese Reihenfolge hilft Kindern beim Auswendiglernen, weil jede Strophe einen eigenen Ort hat: Himmel, Fenster, Beet, Tal.
Der Originaltext von 1869: „Schneeflöckchen vom Himmel“
Das Gedicht, aus dem das Lied hervorging, sah deutlich anders aus. Hedwig Haberkern schrieb zwei Strophen mit je acht Zeilen und baute sie in eine Kindererzählung ein, die „Geschichte von der Schneewolke“. Sie erschien 1869 in Breslau im Band „Tante Hedwig’s Geschichten für kleine Kinder“, zunächst ohne Namen der Verfasserin. Nach der Wiedergabe in der deutschsprachigen Wikipedia, die sich auf den Erstdruck stützt, lauten die Verse in der damaligen Schreibweise:
Schneeflöckchen, vom Himmel / Da kommst du geschneit, / Du warst in der Wolke, / Dein Weg ist gar weit; / Ach setz’ dich an’s Fenster, / Du niedlicher Stern, / Giebst Blätter und Blumen, / Wir sehen dich gern!
Schneeflöckchen, ach decke / Die Saaten geschwind, / Sie frieren, du wärmst sie, / So bittet das Kind. / Schneeflöckchen, Weißröckchen / So kommet doch all’, / Dann wird bald ein Schneemann, / Dann werf’ ich den Ball.
Hedwig Haberkern, „Schneeflöckchen vom Himmel“, aus: Tante Hedwig’s Geschichten für kleine Kinder, Breslau 1869. Originalschreibweise, gemeinfrei.
Wer das Lied nur aus der Kita kennt, stutzt an zwei Stellen. Das namensgebende „Weißröckchen“ steht im Original nicht am Anfang, sondern erst kurz vor Schluss. Und Haberkern spricht die Flocke nicht als Einzelne an, die zu Besuch kommen soll, sondern ruft am Ende gleich alle Flocken herbei, weil es für einen Schneemann eben mehr als eine braucht. Eine kürzere Würdigung des Gedichts mit der ersten Strophe findest du auch bei unseren Wintergedichten im Abschnitt für Kinder.
Original und Singfassung im Vergleich
Aus den zwei langen Strophen wurden irgendwann im frühen 20. Jahrhundert vier kurze. Dabei hat sich der Ton verschoben, an manchen Stellen nur um ein Wort, an anderen im Kern. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
- Der Anfang: Das Original beginnt mit „Schneeflöckchen, vom Himmel“. Die heutige Fassung zieht das eingängigere Wortpaar „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ nach vorn und macht es zum Titel.
- Frage statt Feststellung: Bei Haberkern ist die Flocke schon da („Da kommst du geschneit“). Heute fragt das Kind oft ungeduldig „wann kommst du geschneit?“, in manchen Büchern auch „jetzt kommst du“.
- Vergangenheit und Gegenwart: „Du warst in der Wolke“ wurde zu „Du wohnst in den Wolken“. Die Flocke bekommt damit ein festes Zuhause am Himmel.
- Die Eisblumen: Aus „Giebst Blätter und Blumen“ wurde „malst Blumen und Blätter“. Das Malen macht das Bild für Kinder anschaulicher.
- Vom Feld zum Blumenbeet: Haberkerns Kind bittet die Flocke, die frierenden Saaten zu wärmen. In der Singfassung deckt sie die „Blümelein“ zu, die in „himmlischer Ruh’“ schlafen. Die Landwirtschaft verschwindet, das Schlafbild kommt hinzu.
- Vom Ich zum Wir: „Dann werf’ ich den Ball“ wurde zu „bau’n wir den Schneemann und werfen den Ball“. Aus einem einzelnen Kind wird eine Gruppe, was gut zum gemeinsamen Singen passt.
Für den Alltag heißt das: Beide Fassungen sind richtig, sie erzählen nur leicht verschiedene Geschichten. Wenn ihr in der Gruppe singt, lohnt es sich, die heutige Fassung zu nehmen, weil die meisten Kinder sie schon kennen. Das Original eignet sich gut zum Vorlesen oder als kleine Überraschung für ältere Kinder, die gern vergleichen.
Schneeflöckchen Weißröckchen Strophen: Varianten und Zusatzstrophe
Weil das Lied lange mündlich und über viele verschiedene Liederbücher weitergegeben wurde, ist sein Wortlaut nie ganz zur Ruhe gekommen. Neben „wann kommst du geschneit“ findest du in älteren Sammlungen „jetzt kommst du“ und, näher am Original, „da kommst du“. Manche Ausgaben schreiben „Schneeflöcklein, Weißröcklein“ statt der Verkleinerung auf „-chen“, und statt „in den Wolken“ heißt es mitunter „in der Wolke“.
Die Textsammlung „Deutsche Volkslieder“ auf ingeb.org führt außerdem eine fünfstrophige Fassung. Dort steht zwischen der Blümelein-Strophe und der Schneemann-Strophe eine weitere, in der die Flocke die ganze Erde zudeckt, damit Blumen und Blätter zur Ruhe kommen. Sie wiederholt im Grunde den Gedanken der dritten Strophe und ist deshalb in den meisten Kita-Liederbüchern weggefallen. Wenn dir das Lied mit vier Strophen zu kurz ist, kannst du sie aber gut ergänzen.
Schreib dir für Feiern am besten die Fassung auf, die eure Gruppe singt, und leg sie aus. So stolpert niemand bei der ersten Zeile, und Großeltern, die eine ältere Variante gelernt haben, singen trotzdem mit.
Herkunft: Wer hat Schneeflöckchen Weißröckchen geschrieben?
Lange stand unter dem Lied nur „volkstümlich“ oder „Volksweise“. Das ist für den Text nicht ganz richtig. Die Vorlage stammt von Hedwig Haberkern, geborene Stenzel. Sie kam am 16. April 1837 in Breslau zur Welt, dem heutigen Wrocław in Polen, und war eine Tochter des Historikers Gustav Adolf Harald Stenzel. Sie arbeitete zunächst als Erzieherin und leitete dann einen Kindergarten in Breslau.
Nach ihrer Heirat 1866 lebte sie in Myslowitz und ab 1878 in Beuthen in Oberschlesien, bevor sie zurück nach Breslau ging und dort als Lehrerin unterrichtete. Unter dem Namen „Tante Hedwig“ schrieb sie Erzählungen für Kinder. Ihr erstes Buch war genau jenes von 1869, das sich im Untertitel an erzählende Mütter, Kindergärtnerinnen und kleine Leser richtete. Es erlebte 1887 und 1910 weitere, erweiterte Auflagen. Hedwig Haberkern starb am 11. Oktober 1901 in Breslau. Einige Liedportale nennen 1902 als Todesjahr; die deutschsprachige Wikipedia belegt 1901 mit dem Breslauer Sterberegister und einem zeitgenössischen Nachruf.
Wer genau aus ihrem Gedicht die heutigen vier Strophen gemacht hat, weiß man nicht. Spätestens in der Mitte des 20. Jahrhunderts war diese Fassung gebräuchlich; das Liederprojekt von Carus-Verlag und SWR2 gibt dafür „seit ca. 1945“ an. Korrekt ist deshalb die Angabe „Text nach Hedwig Haberkern“, also: Grundlage von ihr, Bearbeitung von unbekannter Hand.
In einigen Liederbüchern der Nachkriegszeit taucht außerdem die Behauptung auf, das Lied sei von deutschen Siedlern aus Russland oder aus Kurland mitgebracht worden. Dafür gibt es keinen Beleg. Die Spur führt nachweislich nach Schlesien, und auch das Wort „Weißröckchen“ wird als schlesischer Ausdruck für die Schneeflocke beschrieben.
Die Melodie: von Mozarts Umfeld zur heutigen Weise
Haberkern hatte für ihr Gedicht keine eigene Musik vorgesehen. Sie gab an, es solle nach der Melodie eines damals bekannten Kinderliedes gesungen werden, das mit „Wir Kinder“ beginnt. Dessen Text stammt von Christian Adolph Overbeck und erschien zuerst in dem von Johann Heinrich Voß herausgegebenen Musenalmanach auf das Jahr 1777. Vertont wurde er mehrfach: von Carl Christian Agthe 1782 und, in überarbeiteter Form, 1791 von Wolfgang Amadeus Mozart als Lied „Das Kinderspiel“ (KV 598).
Welche dieser Melodien Haberkern im Kopf hatte, lässt sich nicht sicher sagen. Beide Vertonungen sind eher anspruchsvolle Kunstlieder und nicht ganz das, was eine Kindergruppe ohne Übung singt. Möglich ist deshalb auch, dass sie eine einfachere, volkstümliche Weise auf denselben Text kannte.
Die Melodie, die heute alle kennen, hat einen unbekannten Komponisten. Laut Wikipedia ist sie seit 1915 in Schulliederbüchern nachweisbar, unter anderem in einem Breslauer Liederbuch für Volksschulen. Durchgesetzt hat sie sich aber erst später: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sangen Kinder den Text auch auf die Melodie von „Im Märzen der Bauer“ oder auf Kompositionen von Kurt Schläger und von einem Johann André, dessen Identität nicht geklärt ist. Spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg verdrängte die heutige Weise die anderen.
Noten und Akkorde: so begleitest du das Lied
Die heutige Melodie steht im Dreivierteltakt und beginnt mit einem kurzen Auftakt auf „Schnee-“. Sie bewegt sich in einem kleinen Tonumfang und kommt ohne große Sprünge aus, deshalb gilt sie als dankbares Lied für Kinderstimmen. Noten findest du in fast jedem Kinderliederbuch und als Notenblatt beim Liederprojekt; wir beschreiben hier nur, wie die Begleitung funktioniert.
Für Gitarre, Ukulele oder Klavier reichen in C-Dur zwei Akkorde, nämlich C-Dur und G7. Jede Strophe besteht aus vier Zeilen zu je zwei Takten, und das Muster wiederholt sich:
- Zeile 1 („Schneeflöckchen, Weißröckchen“): C, dann G7
- Zeile 2 („wann kommst du geschneit?“): G7, dann C
- Zeile 3 („Du wohnst in den Wolken“): C, dann G7
- Zeile 4 („dein Weg ist so weit“): G7, dann C
Liegt C-Dur für die Kinder zu tief, transponierst du nach D-Dur, dann heißen die Akkorde D und A7. Auf der Gitarre ist das bequem, und die meisten Kinderstimmen fühlen sich dort wohler. Schlag dabei ruhig im Walzertakt: ein betonter Schlag, zwei leichte.
Weihnachtslied oder Winterlied?
Streng genommen ist „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ ein Winterlied. Im Text kommen weder Krippe noch Engel, weder Christkind noch Kerzen vor, es geht allein um Schnee, Pflanzen und Spiel im Freien. Weil der Schnee in Deutschland aber eng mit der Adventszeit verbunden ist, steht das Lied in vielen Weihnachtsliederbüchern und wird oft im Dezember gesungen. Daher hört man es auch häufig als Weihnachtslied bezeichnet.
Für dich hat das einen praktischen Vorteil: Du kannst das Lied singen, solange Schnee liegt oder ihr euch welchen wünscht, also auch im Januar und Februar, wenn die Weihnachtslieder längst wieder im Schrank liegen. Ganz ähnlich ist es bei „Leise rieselt der Schnee“, wobei dort die letzte Zeile jeder Strophe den Bogen zum Christkind schlägt. Wer für die Adventsfeier eher ausdrücklich weihnachtliche Kinderlieder sucht, findet etwa „Ihr Kinderlein kommet“ oder „Alle Jahre wieder“ mit allen Strophen. Einen Überblick über das ganze Repertoire bietet unser Artikel über Weihnachtslieder.
Was die Bilder im Liedtext erzählen
Das Lied ist kurz, steckt aber voller Bilder, die Kinder aus eigener Anschauung kennen. Wenn du sie mit Kindern besprichst, wird aus dem Mitsingen schnell ein kleines Naturgespräch.
Der Stern am Fenster: Betrachtet man eine Schneeflocke durch eine Lupe oder auf einem dunklen Ärmel, sieht man oft sechs Zacken. Der „liebliche Stern“ ist also keine bloße Schmeichelei, sondern ziemlich genau beobachtet.
Blumen und Blätter malen: Gemeint sind meist die Eisblumen, also die feinen Frostmuster, die sich bei Kälte an Fensterscheiben bilden. In gut gedämmten Wohnungen sieht man sie heute selten, an Autoscheiben oder Gartenhäuschen aber noch oft.
Die Decke über den Pflanzen: Dass Schnee wärmt, klingt für Kinder zunächst seltsam, denn er ist ja kalt. Doch eine Schneedecke schließt viel Luft ein und hält dadurch die strenge Kälte vom Boden ab. Haberkerns Bitte, die Saaten zuzudecken, beschreibt also etwas, das Bauern seit jeher schätzen. Die Singfassung macht daraus das Bild schlafender Blumen, das für kleinere Kinder leichter zu greifen ist.
Das Tal und der Schneemann: Zum Schluss wechselt der Blick nach draußen. Hier wird das Lied zur Einladung, nach dem Singen die Jacken anzuziehen.
Singen mit Kindern: Bewegungen und Bastelideen
Weil jede Strophe ein klares Bild hat, lässt sich das Lied leicht mit Gesten verbinden. Bei den Kleinsten in der Krippe reicht es, wenn du vormachst und sie mitwackeln; ältere Kita-Kinder übernehmen die Bewegungen oft schon nach ein paar Durchgängen selbst.
- Strophe 1: Hände hoch über den Kopf und mit wackelnden Fingern langsam nach unten rieseln lassen. Bei „dein Weg ist so weit“ die Arme weit ausbreiten.
- Strophe 2: Mit beiden Händen ein Fenster in die Luft zeichnen, dann mit dem Zeigefinger kleine Blumen malen. Bei „wir haben dich gern“ die Hände aufs Herz legen.
- Strophe 3: Alle kauern sich klein zusammen wie schlafende Blumen, eine Hand unter der Wange.
- Strophe 4: Aufspringen, mit den Händen drei Kugeln übereinander formen und zum Schluss einen Schneeball werfen.
Passend zum Lied könnt ihr Schneeflocken aus Papier basteln. Ein quadratisches Blatt wird zu einem Dreieck und dann noch zweimal gefaltet; anschließend schneiden die Kinder kleine Zacken und Bögen in die Kanten. Beim Auffalten entsteht jedes Mal ein anderes Muster, was gut zur Strophe vom „lieblichen Stern“ passt. Die fertigen Flocken kleben am Fenster, und schon habt ihr den Schauplatz der zweiten Strophe.
Für Aufführungen in der Kita oder bei der Feier mit den Großeltern lässt sich das Lied gut mit Versen ergänzen. Kurze Reime zum Aufsagen, auch für schüchterne Kinder, stehen in unseren Weihnachtsgedichten für Kinder. Und wer zum Lied noch ein zweites Stück mit Glockenklang sucht, kann es mit „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ kombinieren.
Aufnahmen und Neufassungen
Das Lied ist auf unzähligen Kinderlieder-CDs und in Streaming-Playlisten für den Winter vertreten. Besonders bekannt ist die Aufnahme von Rolf Zuckowski und seinen Freunden, die unter anderem auf seinem Album „Dezemberträume“ erschienen ist. Solche Aufnahmen und Arrangements sind eigene Werke: Den Text von Haberkern und die volkstümliche Singfassung darfst du frei verwenden, eine bestimmte Bearbeitung, ein neuer Notensatz oder eine Aufnahme kann dagegen geschützt sein.
Für die Urfassung ist die Lage eindeutig, denn Hedwig Haberkern ist seit mehr als 70 Jahren tot. Bei der bearbeiteten Singfassung ist kein Verfasser bekannt. Für solche anonymen Texte endet der Schutz nach deutschem Recht 70 Jahre nach der Veröffentlichung, und die Fassung ist seit Jahrzehnten in Liederbüchern gedruckt. Deshalb wird auch sie allgemein als gemeinfrei behandelt, und du kannst sie für Liedblätter, Elternbriefe oder die Kita-Wand ausdrucken.
Häufige Fragen
Wie geht der Text Schneeflöckchen Weißröckchen?
Die heute gesungene Fassung beginnt mit „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit? Du wohnst in den Wolken, dein Weg ist so weit“. Danach folgen drei Strophen über das Fenster, die zugedeckten Blümelein und den Schneemann im Tal. Alle vier stehen vollständig oben im Artikel.
Woher kommt das Lied Schneeflöckchen Weißröckchen?
Das Lied kommt aus Schlesien. Die Breslauer Kindergärtnerin und Lehrerin Hedwig Haberkern veröffentlichte die Urfassung 1869 als Gedicht „Schneeflöckchen vom Himmel“ in einer Kindergeschichte. Die heutige Textform und die Melodie stammen von unbekannten Bearbeitern; die Angabe, Siedler hätten es aus Russland mitgebracht, ist nicht belegt.
Wie lautet der Text und die Akkorde von Schneeflöckchen Weißröckchen?
Der Text besteht aus vier Strophen zu je vier Zeilen, die du oben vollständig findest. Begleiten kannst du ihn in C-Dur mit nur zwei Akkorden: C und G7, im Wechsel C–G7, G7–C pro Zeilenpaar. In D-Dur werden daraus D und A7, was vielen Kinderstimmen besser liegt.
Ist Schneeflöckchen Weißröckchen ein Weihnachtslied?
Nein, es ist ein Winterlied. Im Text geht es nur um Schnee, Pflanzen und das Spielen draußen, Weihnachtsmotive fehlen ganz. Weil es oft in Advents- und Weihnachtsliederbüchern steht und im Dezember gesungen wird, wird es aber häufig zu den Weihnachtsliedern gezählt.
Wie viele Strophen hat Schneeflöckchen Weißröckchen?
Die übliche Singfassung hat vier Strophen mit je vier Zeilen. Haberkerns Original von 1869 hatte zwei Strophen mit je acht Zeilen. Einige Sammlungen führen eine fünfte Strophe, in der die Flocke die ganze Erde zudeckt.
Darf ich den Liedtext ausdrucken und verteilen?
Ja. Hedwig Haberkern starb 1901, ihr Text ist gemeinfrei, und die bearbeitete Singfassung ohne bekannten Verfasser wird ebenfalls als frei behandelt. Geschützt sein können dagegen moderne Arrangements, Notensätze und Aufnahmen, etwa von bekannten Kinderliedermachern.
Fazit: ein Winterlied mit schlesischen Wurzeln
„Schneeflöckchen, Weißröckchen“ wirkt wie ein Lied, das schon immer da war, hat aber eine Verfasserin: Hedwig Haberkern, die es 1869 als Gedicht für eine Kindergeschichte schrieb. Aus ihren zwei langen Strophen machten unbekannte Bearbeiter die vier kurzen, die heute in jeder Kita erklingen, und erst nach mehreren Melodiewechseln setzte sich die vertraute Weise im Dreivierteltakt durch. Praktisch bedeutet das: Du darfst die Strophen frei abdrucken, kommst beim Begleiten mit zwei Akkorden aus und kannst das Lied an jedem Schneetag anstimmen, weil es kein Weihnachtslied ist. Wenn du nach weiteren Versen für die kalte Jahreszeit suchst, schau bei unseren Winter Sprüchen vorbei.










